Astrologie | Astrologie Forschung
Neue Maßstäbe in der Astro-Forschung
Anspr.-Partner: Dr. H. Nitsche Wellenastrologie
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Dienstag, 30. März 2004, 20:37
Ulrike Voltmer: „Lebenslauf und astrologische Konstellationen“; Schriftenreihe der Gesellschaft für Anomalistik Band 1.
Es ist sehr zu begrüßen, dass, trotz vieler vorangegangener Fehlschläge, ein weiterer Versuch unternommen wurde, Zusammenhänge zwischen den planetaren Konstellationen und biografischen Lebensereignissen nachzuweisen. Und in der vorliegenden Arbeit scheint dieser Versuch tatsächlich auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau gelungen zu sein.
Es ist erfreulich, dass eine solche Studie durchgeführt wurde und dabei die Signifikanzkriterien erreicht werden konnten. Das ist insbesondere auch deshalb so hoch einzuschätzen, da es sich hier um die Auswertung von Fragebögen handelt, die immer auch einen hohen Anteil von Subjektivität beinhalten.
Sieht man sich die fehlgeschlagenen und die wenigen erfolgreichen Studien an, so kommt man zu dem Schluss, dass der Zusammenhang zwischen planetaren Konstellationen und Prozessen der Evolution auf der Erde offenbar ein sehr komplexer ist, der keineswegs leicht nachzuweisen ist. Wir haben es nicht mit direkt wirkenden Zusammenhängen zu tun, sondern meiner Vermutung nach eher mit Wechselwirkungen nichtlinearer Art im Sinne „triggernder“ Effekte; so können möglicherweise evolutionäre Prozesse auf der Erde, wozu der Verfasser auch Lebensereignisse rechnet, durch planetare Konstellationen ausgelöst werden. Voraussetzung dafür ist ein kritischer Zustand, der zur Auslösung nur eines „kleinen“ Anstoßes bedarf.
Das kommt auch durch die vorliegende Studie zum Ausdruck. Wenn mehr Transite vorhanden sind, so gibt es mehr biografische Ereignisse, wobei das immer mit einer bestimmten Erhöhung der Wahrscheinlichkeit verbunden ist und nicht als ein direkter Zusammenhang zu denken ist.
In der modernen Wissenschaft geht man davon aus, dass unsere Welt aus miteinander nichtlinear gekoppelten Oszillatoren auf verschieden großen Skalen besteht.
Das ein solche Modell nicht in Erwägung gezogen wurde, ist ein kleiner Mangel der Studie von Ulrike Voltmer, der bei der Erörterung der geplanten Replikation nachgeholt werden könnte. Es drängt sich ja geradezu auf, dass man die sehr stabil umlaufenden Planeten als Oszillatoren ansieht, die gekoppelt sind über das Gravitationsfeld. Außerdem erscheint das derzeitig mehrheitlich akzeptierte astrologische Postulat, dass sich „astrologische Aussagen nicht auf Ereignisse beziehen können, die im Sinne physikalischer Nachweise verifizierbar sind“, wie Ulrike Voltmer schreibt, nicht geeignet zu sein, wirkliche Zusammenhänge aufzuzeigen. Der Verfasser sieht das als eine Selbstbeschränkung an, die verständlicherweise aus vorangegangenen Fehlschlägen resultiert. Auf der einen Seite haben wir großräumig wirkende Oszillatoren - die Planeten - auf der anderen Seite soll nur eine „Symbolische Interpretation“ erfolgen, ähnlich einem Orakelsystem. Das kann nicht zusammengehen.
Frau Voltmer hat es in ihrer Studie gewagt, auch gegen die Meinung vieler Astrologen-Kollegen, die statistische Untersuchungen offen als „Zeitverschwendung“ bezeichnen, einen Schritt in ein neues Gebiet der Astrologie zu tun. Damit sind die Chancen gestiegen, dass Astrologie nicht nur als ein bloßes Deutungs- und Orakelsystemsystem angesehen wird, was es nach wie vor zu einem gewissen Teil auch bleiben sollte, sondern wieder seine Verbindung zur naturwissenschaftlichen Forschung bekommt. In der Astrologie steckt die großartige immanente Möglichkeit, Natur- und Geisteswissenschaft auf einer sehr komplexen Ebene zu verbinden.
Ulrike Voltmer ist es gelungen, diesem Ziel näher zu kommen. Die Ergebnisse ihrer Studie und auch einiger anderer erfolgreicher Studien zeigen: Wir haben es immer nur mit der Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Ereignis zu tun. Die Wahrscheinlichkeit steigt geringfügig an, wenn z.B. die Energie im Feld der Oszillatoren (klassisch: die Transithäufigkeit steigt) sich erhöht. Vielleicht kann man bei zukünftigen Untersuchungen die Erfahrungen mit einbeziehen, die bei der Erforschung der Triggerung von Erdbeben-Events gemacht wurden. Hier lässt sich sehr überzeugend die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für ein Erdbeben aus den Fluktuationen des planetaren Gravitationsfeldes ableiten und nachweisen. Die „astrologischen Einflussfaktoren“ stehen immer in Konkurrenz zu anderen, mehr „irdischen Einflussfaktoren“. Es ist deshalb besonders hervorzuheben, dass es Frau Voltmer gelungen ist, diesen ebenfalls vorhandenen „astrologischen Einfluss“ nachzuweisen, selbst wenn es noch ein vorläufiges Ergebnis ist.
Alles in allem ist diese Studie von Ulrike Voltmer hervorragend geeignet, Mut zu machen, auf diesem Gebiet weiter zu forschen. Es stellt eine neue Qualität in der Astrologieforschung dar und ist ein bedeutender Schritt auf dem weiten Weg der Erkenntnisgewinnung über das vielleicht komplexeste System, welches wir kennen - der Zusammenhang Mensch und Kosmos.
m.n.
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