Astrologie | Astrologie Grundwissen

Waage

Claus Riemann
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Dienstag, 12. September 2000, 17:19

Ausführliche Beschreibung des Tierkreiszeichen Waage

Die Tag-und-Nachtgleiche im Herbst markiert den Eintritt der Sonne in das Zeichen Waa-ge. Es ist die Mitte des astrologischen Jahres, die helle Jahreshälfte ist vorüber, die dunkle Zeit beginnt. Für einen Augenblick ist alles im Gleichgewicht. Die im Meer versinkende Sonne bringt die Qualität dieses Augenblicks zum Ausdruck: halb ist sie noch in dieser Welt und halb schon in der anderen; daher dient sie als Grundlage für das Waagesymbol. Waage ist das einzige Tierkreiszeichen, das nicht durch ein Lebewesen, durch Mensch oder Tier, symbolisch dargestellt wird. Waage symbolisiert etwas rein Geistiges, den Zu-stand der Ausgeglichenheit, der Integration, der Ganzheit, der ganzen Wahrheit.
Unter Widder wurde ein "da bin ich" in eine Welt der Tat geboren, ein "ich will", das mit dem Ziel in die Welt hinauszog, am Ende von sich sagen zu können: "ich kam, ich sah, ich siegte!"
Waage könnte nun als das Zeichen einer zweiten Geburt, einer Geburt in die Welt des Geistes angesehen werden; dabei wird das alte "ich" in das Neue integriert und was gebo-ren wird, ist das WIR. Aus der Sicht des Waage-Prinzips gibt es kein isoliertes "ich", das sich als solches erkennen und manifestieren kann. Es gibt immer nur ein "ich" in Verbin-dung mit einem "Du". Daher macht es für den Waage-Menschen wenig Sinn, zu sagen "ich will"; es geht vielmehr immer um die Frage: was wollen WIR? Natürlich gibt es auch Waage-Vertreter, die sich für ein Single-Dasein entschieden haben, aber auch in diesem Falle steht man einem WIR gegenüber. "Zwei Seelen wohnen in meiner Brust" könnte die-ser Mensch, der dem Zwillings-Menschen artverwandt ist, von sich sagen - und die Bezie-hung dieser beiden Seelen zueinander bestimmt sein Leben. Wann immer es eine Ent-scheidung zu treffen gilt, beginnt in ihm ein endloser Disput der beiden, ein ständiges Für und Wider. Wenn man einen stark waagebetonten Freund hat und lädt ihn für Sonntag zum Segeln ein, dann wird man viele Einerseits und Andrerseits zu hören bekommen und lange nicht wissen, ob er nun mitfährt oder nicht. Andere verlagern den inneren Disput lieber nach außen in eine Beziehung. Da bekommt man dann auf die Frage "fährst Du mit?" die Antwort: "das muss ich erst noch mit meiner Frau besprechen, ob WIR mitfahren oder nicht. Aus dem Geist der Waage weiß man, dass jede Einseitigkeit, jeder einsam gefasste Beschluss in der Welt auf den Widerstand der nicht berücksichtigten Partei, des nicht berücksichtigten Prinzips stoßen wird und, dass es Ärger oder gar Kampf und Krieg geben wird. Um das zu vermeiden wählt man den Weg der Diplomatie und berücksichtigt die Gegenseite von vorneherein mit.
Wie schon an früherer Stelle angedeutet, kann man die Wanderung der Sonne durch die Tierkreiszeichen als Weg der schrittweisen Bewusstwerdung des Menschen ansehen. Wenn wir nun nochmals diesen Blickwinkel einnehmen wollen, dann erinnern wir uns, dass im Venus-Zeichen Stier von einem Paradies die Rede war, das auf dem Einssein und der tiefen Verbundenheit von Mensch und Mutter Erde beruhte. Der geistig erwachende, fragende und zweifelnde Mensch fiel jedoch im Zeichen Zwillinge aus diesem Paradies (der Einheit von Mutter und Kind) heraus in eine Welt der Gegensätze. Im Venus-Zeichen Waage geht es nun darum, diese missliche Situation zu bereinigen und durch die Vereini-gung der Gegensätze das Paradies auf einer höheren, einer geistigen Ebene wiederzu-gewinnen. Waage ist ein kreatives, ein schöpferisches Zeichen. Es ist das Zeichen der Künstler und der Philosophen, der Kulturschaffenden; als ginge es hier darum, die Welt, die der Liebe Gottes entsprungen ist, ein zweites Mal zu erschaffen, diesmal aus der Liebe des Menschen; denn niemand kann etwas Wertvolles schaffen ohne Liebe. Es ist hier nicht die versorgende Mutterliebe und auch nicht die bestärkende Vaterliebe gemeint, wie sie uns in den Zeichen Krebs und Löwe begegnet ist; sondern Liebe als die alles verbin-dende Kraft in unserem Kosmos. Liebe als die Kraft der Anziehung, die unsere Welt zu-sammenhält. Aber auch Liebe als Selbstliebe, als Kraft zur Ablösung, zur Trennung und zur Individuation. Beide Kräfte zusammengenommen, die Physiker bezeichnen sie als Schwerkraft und Fliehkraft, gewährleisten als eine Art Fähigkeit zur bezogenen Distanz die Harmonie der Lebenskreise. Diese Art von Liebe ist absolut, zu ihr gibt es keinen Gegen-satz; denn sie ist das Produkt der Integration zweier Gegensätze.
An dieser Stelle sei auch an Harmonia, die griechische Göttin der Harmonie erinnert; sie war die Tochter des Kriegsgottes Ares und der Liebesgöttin Aphrodite. Empedokles be-zeichnet Liebe und Kampf als die wichtigsten Kräfte in der Welt; Ares trennt, was Aphro-dite vereint und umgekehrt. Hans Jellouschek spricht von dem "Bedürfnis nach Bindung und dem Bedürfnis nach Autonomie. Das Bedürfnis nach Bindung strebt die Vereinigung an, das Bedürfnis nach Autonomie die Trennung". Diese Liebe, die hier gemeint ist, ist kein Gefühl. Im Beispiel der kosmischen Harmonie können wir dahinter einen göttlichen Willen vermuten, eine Entscheidung allerhöchster Art, dass die Dinge so sein sollen, wie sie sind. Übersetzt auf den Menschen heißt das, dass Liebe ein Willensakt ist und kein Geschenk, dass man sich entscheiden kann zu lieben oder nicht zu lieben. Wenn ich mich zu absoluter Liebe entschlossen habe, dann hängt meine Liebe nicht mehr von irgendwel-chen Wenns und Abers ab. Waage symbolisiert den Willen zur Versöhnung, die Bereit-schaft zur Integration des ganz anderen. Den Vorgang, diese bessere Welt herzustellen, den Zustand des Ausgleichs und der Harmonie zu bewerkstelligen kann man als Erwä-gung bezeichnen: die einzelnen Fakten, Argumente, Notwendigkeiten und Bedürfnisse werden solange gegeneinander abgewogen, bis sich der Zustand des Gleichgewichts ein-gestellt hat. Und wenn das Ergebnis alle zufrieden stellt, wenn es dem Auge des Betrach-ters gefällt, dann ist die Welt wieder um ein Stück schöner und wirklicher geworden.
Nach der Auffassung von Oskar Adler sind Schönheit und Wahrheit zwei Gesichter ein und desselben: was sich in der materiellen Welt als Schönheit dartut, erscheint in der geistigen als Wahrheit - oder wie es ein Naturwissenschaftler einmal ausgedrückt hat: mathematische Gleichungen, die große wahre Zusammenhänge ausdrücken, sind keine hässlichen Ungeheuer, man erkennt sie an ihrer ästhetischen Form. Alles, was wahr ist, ist auch schön und alles, was schön ist ist auch wahr, könnte man sagen. Was kompliziert, undurchschaubar und unästhetisch ist, hat seine wahre Form noch nicht gefunden, sie muss erst noch herausgearbeitet werden, so wie der Bildhauer, die Statue im Felsbrocken als Möglichkeit sichtet und sie dann herausmeißelt.
Um sich in die Seele des Waage-Prinzips einzufühlen, kann man sich zur Zeit des Son-nenuntergangs ans Meer setzen oder die Stimmung der Natur im ersten Herbstmonat nachspüren: die Harmonie der Farben, die milde klare Herbstluft, aber auch die Wehmut des Abschieds gehören hierher. Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist der Zeitpunkt der Hei-ligen Hochzeit, der Versöhnung des Urgegensatzes, mag er benannt werden mit Yin und Yang, weiblich - männlich, hell - dunkel oder wie auch immer. Ging es bei Jungfrau um Ordnung und um die Dimension nützlich - unnütz, so geht es hier um Harmonie und um die Dimension schön - hässlich.
Das zeigt auch die Organentsprechung: das Waage-Organ sind die Nieren; diese reinigen, entgiften das Blut. Entsprechend ist die Funktion des Waage-Menschen im kosmischen Körper definierbar. Seine Aufgabe ist es, die Welt zu reinigen und zu entgiften, aber nicht unter dem Aspekt der Gesundheit und der Funktionstüchtigkeit wie bei Jungfrau, sondern, um sie zu verschönern. Die Wert- und Zielsetzung in den Erdzeichen ist immer eine prak-tische, während sie in den Luftzeichen eine ideelle ist. Ein Schönheitsideal zu verwirkli-chen, ein schöner Mensch zu werden, in Harmonie mit sich und seiner Umgebung, im Ein-klang mit den harmonikalen Gesetzen des Universums zu leben, das ist das Ziel. Die äu-ßere Seite davon ist durch den Ästheten repräsentiert, mit feinem Gefühl für das, was Harmonie schafft und, was sie stört. Die innere Entsprechung ist die Heiterkeit des Wei-sen, die aus einem tiefen Wissen um kosmische Harmonie kommt, die Gelassenheit eines wohlwollenden Betrachters des Weltgeschehens.
Das zentrale Waage-Motiv im Märchen ist die Hochzeit. Am Anfang der Geschichte findet sich immer ein Ungleichgewicht, eine Mangelsituation, die im Laufe des Märchens korri-giert werden muss. Fehlt etwa am Anfang das Weibliche oder ist es unterrepräsentiert, so hat das Konsequenzen für den Verlauf der Geschichte. Der schon anlässlich Widder und Löwe besprochene Königssohn wächst offensichtlich mutterlos auf; am Anfang ist nur vom Vater die Rede. Auf eine reale Lebenssituation übersetzt, bedeutet das nicht unbedingt das wirkliche Fehlen der Mutter; sie muss nicht gestorben sein oder die Familie verlassen haben. Es kann auch die psychische Situation einer einseitig männlich-patriarchalen Fa-milie gemeint sein, in der das Weibliche einfach nicht erwähnenswert ist, da in ihr ohnehin nur der Vater das Sagen hat. In dieser Welt tritt die Frau dann nur als Haushälterin oder Kindererzieherin in Erscheinung; wer sie darüber hinaus als Person sonst noch ist, muss ihr selbst und ihren Kindern zwangsläufig verborgen bleiben. Wenn Weibliches so ver-achtet und reduziert wird, ist männliche Hybris ("ich kann alles, wozu ich Lust habe") die logische Konsequenz - und dieses Ungleichgewicht muss im Laufe des Märchens beho-ben werden. So muss der Held durch die Schwarzmondphase der Blendung, muss Demut und Akzeptieren lernen, um reif für die Hochzeit zu werden.
Eine Frau, die in einer vergleichbaren Ausgangssituation lebt, ist die Heldin im Blaubart-Märchen. Auch hier findet sich anfangs ein totales männliches Übergewicht: Vater, drei Söhne, keine Mutter, nur eine einzige Tochter. Die Tochter, ohne Unterstützung und Vor-bild seitens einer weiblichen Identifikationsfigur, ist am Anfang nur Opfer, läßt sich den väterlichen Willen aufzwingen und heiratet den Blaubart, vor dem sie sich so fürchtet. Auch nach der Hochzeit bleibt sie lange in der Kaninchen-vor-der-Schlange-Haltung und ist sich ihrer eigenen Stärke nicht bewusst. Insofern ist es logisch, dass sie ihre (inneren) Brüder, ihre eigenen männlichen Wesensanteile, rufen muss, um nicht unter die Räder bzw. unter das Messer des Blaubarts zu kommen. Dieser Blaubart wiederum ist das Para-debeispiel einseitiger Männlichkeit; in seiner geheimen (Herzens-)Kammer sind die getö-teten Frauen, seine getöteten weiblichen Energien, sprich: Gefühle. Diese fürchtet der Nur-Mann so sehr, dass er sie tief in seinem Innern töten muss. Und: wer die innere Frau tötet, tötet zwangsläufig auch die äußere. Dieser Mann wird zeitlebens Angst vor der Ge-fühlsweisheit und Gefühlsintensität der Frau haben, und bei aller Sehnsucht nach dem Aufschmelzen des versteinerten Herzens, wird er jede wirklich tiefe Begegnung vermeiden oder: im schlimmsten Fall spürt er nicht einmal mehr diese Sehnsucht. Als Frau ist man nur allzu oft mit solchen Blaubärten konfrontiert, gefühllos-verschlossenen Vätern, distan-ziert-intellektuellen Männern, die alles wissen und nichts spüren oder man ist im Extremfall sogar offener Gewalt ausgesetzt. Wenn man sich in dieser einseitig männlichen Welt nicht damit zufrieden geben will, ein "Mangelwesen" mit "Penisneid" (Sigmund Freud) zu sein, das sich der patriarchalen Herrschaft wie ein Opferlamm zu beugen hat, dann muss man, wie diese Märchenheldin, das Messer gebrauchen lernen, auch wenn man damit zunächst zur Rachegöttin wird. Im Gegensatz zum Königssohn, dessen Lektion Demut heißt, muss diese Heldin aufstehen und sich ihrer Kraft und Würde bewusst werden. Nun endet dieses Märchen eben nicht mit der Hochzeit; die Heldin kehrt mit dem (Erfahrungs-) Schatz des Blaubarts nach Hause zurück. Ein Bräutigam ist noch nicht in Sicht. Sicherlich braucht sie nicht um jeden Preis einen Mann, hat sie doch innerlich Hochzeit gefeiert, ihre männlichen und weiblichen Energien gleichermaßen entdeckt und versöhnt.
Kollektiv gesehen rufen immer mehr Frauen nach ihren inneren Brüdern; Männer reagie-ren oft verunsichert und ängstlich oder mit Terror. Der "neue Mann" ist zwar nicht mehr unsichtbar, aber noch etwas unscharf in seinen Konturen; außerdem zeitlich den Frauen gegenüber etwas im Rückstand.
Welchen Weg der Mann gehen muss, um zur Liebe zu finden, zeigt Hans Jellouschek in seiner Interpretation des russischen Märchens "Die Froschprinzessin". Während der stol-ze, kühne Zarensohn Iwan durch ein Jammertal geht, nachdem ihn seine Wassilissa ver-lassen hat, und er sich erst nach drei Jahren Weinen um die verlorene Beziehung ermannt und sich auf den Weg macht, geht sie den umgekehrten Weg. Sie wird von dem verach-teten, unscheinbaren Fröschlein wieder zu dem, was sie wirklich ist: Wassilissa, die All-weise, schöner als Sonne, Mond und Sterne. Aber bleiben wir beim Zarensohn; wieviele von uns Männern müssten solche Tränen vergießen! Vielleicht ist die Frau, die wir nicht lieben konnten, weil unsere Angst vor der inneren Frau zu groß war, nicht als Schwan da-vongeflogen, wie Wassilissa im Märchen; vielleicht ist sie geblieben, weil sie glaubte, kei-ne andere Wahl zu haben. Und trotzdem haben wir sie innerlich schon lange verloren, und wenn wir ehrlich sind, wissen wir das auch. Es ist ein schwacher Trost, wenn man eine Frau vielleicht noch unterdrücken kann, weil man selbst derjenige ist, der die Kohle ver-dient, und weil man zudem auch noch der körperlich Stärkere ist - mit Liebe hat das nichts zu tun. Nach Jellouscheks Ansicht hat der "Weg als Paar" eine "religiöse Dimension", und es ist eine Illusion, zu glauben, dass das Eine das Andere auf die Dauer besiegen oder beherrschen kann.
Die Paarbeziehung ist eine irdische Entsprechung der Waage-Dimension und, "da alle Gegensätze voneinander abhängen, kann ihr Konflikt niemals den totalen Sieg einer Seite bringen, sondern wird immer eine Manifestation des Zusammenspiels beider Seiten sein". Wenn nicht Gott dem HERRN seine Vollständigkeit wiedergegeben wird, indem die ver-sunkene matriarchale Göttin ihre Gleichwertigkeit wiedererlangt, sieht es düster aus für unseren Planeten; die Hochzeit der beiden ist eine absolute Notwendigkeit geworden. Al-lein die Vermutung, dass gewisse irdische Institutionen eine Hochzeit der beiden höchsten Gottheiten niemals erlauben würden, weist auf den Größenwahn und den Irrwitz patriar-chalen Denkens hin. Das Tierkreiszeichen Waage will uns lehren, unsere Einseitigkeit zu erkennen und zu korrigieren - individuell wie auch kollektiv.
Ein Waage-Vertreter ist der Held in dem skandinavischen Märchen "Vom Burschen, der die Tochter der Mutter im Winkel freien wollte". Statt, wie seine Mutter ihm rät, arbeiten zu gehen, will er sich lieber auf Brautschau begeben. Wie er so tanzend und springend sei-nen Weg geht, fällt er auf einmal in ein finsteres Rattenloch, und das dreimal hintereinan-der. Dort ist eine Ratte mit einem Schlüsselbund am Schwanz, die ihn jedes Mal freundlich begrüßt und ihm die baldige Hochzeit in Aussicht stellt. Obwohl dieses Tier ihm so wider-lich ist, sagt er nichts und sieht sich die Situation einfach an. Als die Ratte sich zum Schluss erwartungsgemäß in die Prinzessin verwandelt, hat er sie dadurch erlöst, dass er immer wieder zu ihr kam und nie widersprochen hatte. Der Held hat in der äußeren Welt keinen Feind besiegt oder einen Knoten gelöst oder durchtrennt, seine Leistung bestand darin, eine innere Spannung solange auszuhalten, bis sich der Knoten löste. Der Waage-Held ist nicht auf Arbeit aus, sondern auf Beziehung und in manchen aussichtslos er-scheinenden Situationen genügt es, die Beziehung nicht zu verlassen, in der Spannung zum Gegenüber zu bleiben, bis die Verwandlung, die Integration, die Transformation oder wie immer man es nennen möchte geschieht. Interessant ist, dass der Held in die Welt der Ratte hinab muss, in das Reich des Abscheulichen und Bösen also (in manchen Märchen wird der Teufel bezeichnet als der Herr der Ratten und der Mäuse), aber auch dort verliert er niemals die Haltung des freundlichen Beobachters. Diese Welt gilt es anzunehmen, zu akzeptieren als die Kehrseite des Guten und Schönen; nur so können die helle und die dunkle Welt versöhnt werden - eine notwendige Voraussetzung für vollständige Bezie-hung! Man bekommt die Prinzessin eben nur, wenn man auch die Ratte akzeptiert. Lichte Gefühle und Rattengefühle machen die Ganzheit einer Beziehung aus; auf die Dauer be-kommt man nur beides oder gar nichts. Hier nun hat sich das tiefe Geheimnis dieses Tier-kreisabschnitts offenbart. Sicher haben alle Waage-Vertreter die Tendenz, das Schöne zu lieben und das Hässliche zu verabscheuen, die Harmonie zu fördern und den Streit zu vermeiden, das Gemeinsame zu betonen und das Trennende charmant zu umgehen! Aber diese Haltung schließt den Gegenpol Widder aus. Diese Haltung bringt zwar den Wunsch nach einer schöneren und friedlicheren Welt zum Ausdruck, gleichzeitig hält sie aber durch die AUSGRENZUNG der Widderweisheit gefangen in der Welt der Gegensätze und der Kriege. Die wahre kosmische Aufgabe des Waage-Menschen ist es, die Welt so zu akzeptieren und zu lieben, wie sie ist - nicht so, wie sie uns erscheint, sondern so wie Gott sie gemacht hat - und Gut und Böse, Krieg und Frieden in Balance zu halten; das rechte Maß zu finden und es zu verwirklichen. Waage ist das Zeichen der LIEBE und diese Liebe meint INTEGRATION; nichts, absolut nichts darf ausgegrenzt werden. Nur das Zusam-menspiel ALLER Kräfte kann im Endeffekt die schöne, harmonische und heile Welt bewir-ken, die nicht nur der Waage-Mensch sich so sehr wünscht.
Im griechischen Mythos ist Paris, der Hirtenjunge, ein Waage-Vertreter. Aufgrund seiner Schönheit wird er zum Schiedsrichter berufen, um den Streit der Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite zu entscheiden, den Eris, die Göttin der Zwietracht, verursacht hat. Diese warf nämlich in die Tafelrunde der Götter einen Apfel mit der Aufschrift "Der Schönsten". Paris soll nun bestimmen, welcher der drei Göttinnen der Apfel zusteht. Jeder Waage-Mensch kann nachempfinden, wie ihm dabei zumute gewesen sein muss. Er versucht es zuerst mit einem beliebten Waage-Trick: "Ihr seid alle drei gleich schön!" sagt er nämlich. Damit geben sich die Göttinnen jedoch nicht zufrieden; der Gegenpol Widder, das Zeichen der Entscheidung, muss integriert werden. Schließlich wählt er Aphrodite; diese hatte ihm nämlich als Belohnung die schönste Frau der Welt versprochen, während ihm Athene und Hera Kriegsglück bzw. Reichtum in Aussicht gestellt hatten, was einen Waage-Vertreter vergleichsweise weniger reizt, als Aphrodites Angebot. Welche Konsequenzen diese Ent-scheidung hatte, weiß man: durch den Raub der schönen Helena wurde der gigantische Trojanische Krieg ausgelöst.
Diese Geschichte macht die Entscheidungsangst des Waage-Menschen verständlich: es ist, als wüsste man, dass aus jeder Entscheidung ein Trojanischer Krieg entstehen kann; daher sagt man lieber "sowohl als auch" als "entweder-oder". Waage soll Getrenntes ver-söhnen, verbindlich und nicht trennend wirken. Dass auch das Schwert des Widders zur kosmischen Harmonie gehört, ist eine schmerzhafte Erkenntnis, der man nur allzu gerne ausweichen würde. Aber: auch Streiten kann verbinden, Nichtstreiten kann trennen. Wird der Widder-Gegenpol nicht einbezogen, entsteht tote, gläserne Weichspülerharmonie. Wird auch er eingeladen, kann sich ein lebendiges Gleichgewicht von Schwert und Harfe entwickeln. Als letztes Beispiel eines Waage-Vertreters sei noch Teiresias, der blinde Se-her genannt. Von ihm wird berichtet, er habe ein halbes Leben als Frau und die andere Hälfte als Mann zugebracht. In beiden Welten zuhause zu sein, das ist die Aufgabe des Waage-Menschen, egal, ob man als Frau oder als Mann geboren ist.

Familiensystem und Beziehungsmodell
In der Waage-Familie regiert eine freundlich-akzeptierende Energie, die ein selbstver-ständliches Wir-Gefühl zur Folge hat; hier ist jedes Familienmitglied willkommen, eingela-den in den Kreis; auch das schwarze Schaf der Familie! Geselligkeit und Kultur sind vor-handen, im Salon gehen Künstler und Schriftsteller ein und aus oder es schauen zwi-schendurch einfach nette Menschen auf eine Tasse Tee vorbei. Schöngeistige und künst-lerische Aktivitäten werden gefördert, ein erotisches Parfum liegt in der Luft. Hier werden Beziehungen nach außen bejaht, die heranwachsenden Söhne und Töchter dürfen ruhig einmal länger ausbleiben, wenn ein Tanzfest gerade so schön ist. Geld wird nicht nur für Nützliches, sondern vor allem auch für die schönen Dinge des Lebens ausgegeben; in keiner Familie blühen die Blumen im Fenster so lange wie hier. Auseinandersetzungen werden zivilisiert geführt und das Versöhnungsangebot ist immer spürbar; niemand wird aus der Gemeinschaft verstoßen. Eros und Aphrodite beschützen diese Familie, die ihre Kinder als liebesfähige, gerechte Menschen auf die erotische Lebensspur entlässt. Die dunkle Seite des ganzen ist das, was man in der Familientherapie als Beschönigungssys-tem (placating-system) bezeichnet, in dem sozialer Anpassungsdruck individuelle Entfal-tung verhindert; nur nicht negativ auffallen! Hier wird auch dann noch gelächelt, wenn "die Kacke längst am Dampfen ist"; denn Form ist in diesem System wichtiger als Inhalt: "Du kannst alles sagen, aber bitte nicht in diesem Ton!" Blutleere Harmonie, umgeben von immer weißen Tischtüchern, eingepackt in feine Klamotten und desinteressierte Verbind-lichkeit - "Ach wirklich? Erzählen Sie doch! Ist ja INTERESSANT! - ergeben ein Bild har-monischer Belanglosigkeit. Störende (marsische) Elemente werden naserümpfend beschlechtachtet, direkte Auseinandersetzung oder Stellungnahme wird grundsätzlich vermieden; Verniedlichung und Bagatellisierung - alles halb so wild! - machen den Kon-fliktelefanten zur Mücke. Statt Aphrodite regiert hier Freiherr von Knigge (Waage-Sonne). Ist es nicht schööön bei uns? Wehe Du merkst nicht, wie gut es Dir hier geht! Das Bezie-hungsmodell aus Waage-Sicht ist die harmonische, schöne Verbindung zweier freundli-cher Menschen, getragen von der Sehnsucht nach Ergänzung durch das Du. Geteiltes Leid ist halbes Leid, und geteilte Freude ist doppelte Freude; liebevolle Begegnung macht dieses Leben überhaupt erst lebenswert.
Eine kollektive Erscheinungsform war die Hippiebewegung: "flower power" und "make love not war" drücken die venusische Sehnsucht genauso aus, wie "Imagine" von John Lennon (Waage-Sonne). Für alle Menschen ist Beziehung ein zentrales Lebensthema, so stellt sie für die stark Löwe-geprägten zum Beispiel eine Möglichkeit dar, das Fest des Lebens ge-meinsam zu feiern oder bedeutet den Jungfrau-Menschen unter anderem eine bewährte und funktionierende Variante der Daseinsbewältigung. Im Zeichen Waage ist der Zweck der Beziehung die Beziehung; hier geht es um Beziehung an sich, Beziehung ist hier wichtigstes Ziel und höchster Zweck. Beziehung aus Waage-Sicht ist leicht und doch spannend; Puer aeternus und Hetäre verführen, erregen und beflügeln sich gegenseitig, dabei ist man auch in ständigem Kontakt zu den schönen Dingen ringsherum: Man ver-säumt es nicht, sich attraktiv herzurichten, elegant zu kleiden, ein paar Blumen zu besor-gen. Ein gemeinsamer Theaterbesuch oder ein Abendessen zu Zweit bei Kerzenlicht und leiser Musik in einem ausgewählten Restaurant, das hält die Beziehung lebendig. Die Zweiheit bleibt bewusst, niemals geht einer der beiden Pole verloren, es gibt ein Berühren, aber kein Verschmelzen, niemals geht die Spannung verloren. Ein "Du gehörst mir" oder "ich gehör Dir" gibt es nicht. Es gibt ein Bekenntnis zur Beziehung, aber keine Treue-schwüre. Alles ist ungeheuer spannend und aufregend; denn immer wieder gilt es den Einklang herzustellen. Man hat Aphrodite auch als die Göttin des kurzen Moments be-zeichnet, der den Sterblichen das Leben in seiner ganzen Tiefe erfassen lässt. Diese Au-genblicke kann man nicht konservieren, man kann nur voll und ganz im Augenblick leben und der erotischen Lebensspur folgend von Augenblick zu Augenblick offen sein für immer wieder neue Begegnungen und Berührungen.
Die Schattenseite dieser Beziehungsform ist die Fassadenbeziehung, in der die äußere Form das Wichtigste ist, um jeden Preis gewahrt werden muss: Manieren und Kleidung sind vom Feinsten und am Gesellschaftsleben und an der Kulturszene nimmt man selbst-verständlich teil. Aber innen ist die Beziehung tot; man war nicht in der Lage sich den in jeder Beziehung natürlicherweise auftretenden Konflikten zu stellen und sie zu bewältigen.

Anregungen für Beratung und Therapie
Bei waagebetonten Menschen, in waagebetonten Familien und Beziehungen scheint nach außen hin oft alles bestens zu sein, und man ist dann ganz überrascht, wenn plötzlich bei einem Mitglied des familiären oder partnerschaftlichen Beziehungsgefüges unübersehbar zutage tritt, dass mit dieser Person irgendetwas nicht stimmt. Meist hat man es mit einem Symptomträger zu tun; diese Person kommuniziert nach außen, dass das ganze System krank ist, obwohl der "unauffällige" Partner oder die übrigen "problemfreien" Familienmit-glieder immer noch überzeugt sind, dass bei ihnen alles in Ordnung ist. In diesen Fällen ist es zweckmäßig zu einer Familien- oder Paartherapie zu raten, falls es den anderen Betei-ligten gelingt, ihren Anteil an der Gesamtproblematik zu erkennen. Der Segen der Waage-Energie: die Bereitschaft und Fähigkeit Harmonie zu schaffen; ist nämlich von einem Fluch begleitet: der Weigerung, das "Unschöne" zu sehen, geschweige denn, es an sich selbst zu akzeptieren.
Waagebetonte Kinder sind überaus abhängig von elterlichem Wohlwollen und familiärer Akzeptanz. Sie wollen gefallen und zeigen daher eine große Bereitschaft, alle "unschö-nen" Eigenschaften, wie Wut und Egoismus zu unterdrücken. Man erlebt dann sehr ange-nehme, höfliche, angepasste Kinder, denen jedoch jegliche Spontaneität und Lebenslust abhanden gekommen sind. Später erlebt man dann Erwachsene, die immer lächeln, nicht stören, mit denen es keine Probleme gibt, die gute Miene zu jedem bösen Spiel machen, denen das Wort "nein" ebenso fremd ist, wie das Wort "ich" oder gar "ich will". Sie haben schon früh gelernt, sich irgendwie durchzulavieren, ohne wirklich Farbe zu bekennen, sind zum bequemen Mitläufer geworden. Wut ist ihnen genauso fremd wie es Tränen sind, da-für hat sich auf ihrem Gesicht ein nichtssagendes Dauerlächeln etabliert. Dahinter steht eine tiefe Angst, negativ aufzufallen, nicht dazuzugehören, Sympathie zu verlieren; diese Angst macht sie käuflich. "Eigentlich", "vielleicht", "irgendwie", "mal sehen" sind ihre Lieb-lingsworte. Diese Menschen sind im Herzen zutiefst einsam; denn zu einer echten Bezie-hung fehlen ihnen der Mut und das Selbstvertrauen. Waage-Kinder sind von früh an be-sonders empfindsam für die familiäre Atmosphäre. Sie haben ein großes Bedürfnis nach Harmonie und, wenn ihre Eltern in offener oder verdeckter Feindschaft miteinander leben, dann wirft das für diese Kinder Riesenprobleme auf: sie werden zu sogenannten Sand-wichkindern, die als kleine Diplomaten und Vermittler ständig bemüht sind, die häusliche Atmosphäre zu entgiften. Dabei sind sie ständig hin- und hergerissen zwischen Vater und Mutter; machen sie's dem einen Elternteil recht, dann verderben sie es sich gerade mit dem anderen. Aber auch, wenn beide Elternteile bemüht sind, die Kinder nicht unter ihrem Konflikt leiden zu lassen, so reagiert das waagebetonte Kind, vor allem, wenn der Mond im Zeichen Waage steht, trotzdem auf die subtile Spannung und nimmt sie auf, als könnte es das System dadurch entlasten. Viele von diesen Kindern entwickeln sich zu Bettnässern, da sie den ganzen Tag über unter einer extremen Spannung stehen, die sich dann erst im Schlaf löst. Aber auch für alles andere, was einem an die Nieren geht, sind Waage-Menschen besonders anfällig. Neben den Nieren ist auch die Haut eine körperliche Ent-sprechung des Waage-Themas. Über die Haut treten wir in Kontakt und Beziehung zu un-serer Umwelt. Schon als Kind ist man hier ein besonders erotisches Wesen, das sehr sen-sibel auf die Art und Weise reagiert, wie es berührt wird. Die Haut ist empfindlich und rea-giert sofort bei Kontaktproblemen. Hautprobleme aller Art sind in der Wurzel oft Berüh-rungsprobleme, auch Abwehrreaktionen gegen überfürsorgliche Mütter. Waage-Menschen wollen und brauchen viel Beziehung und liebevollen Kontakt, aber sie wollen nicht verein-nahmt werden. Hautprobleme können auch Abgrenzungs- und Distanzprobleme sein.

Sonne in Waage
Bei Sonnenstand Waage entsteht das Bild eines freundlichen, gerechten Königs, der sich als Sachwalter kosmischer Harmonie auf Erden begreift. Seine Autorität gründet in dem Wissen um das RECHTE MASS, seine salomonische Weisheit und Diplomatie sind das Geheimnis seiner Popularität; er wird geliebt, nicht gefürchtet. Von seinem Land gehen keine Kriege aus, das kulturelle Leben ist reichhaltig und vielfältig; Künstler und Philoso-phen sind höher geachtet, als hochdekorierte Kriegshelden. In diesem Reich gibt es keine Ausgrenzung oder Feindbilder, hier herrscht Milde, nicht Strenge; das Gemeinschaftsge-fühl ist stärker, als das Konkurrenzdenken. In dieser Oase ist friedliches Zusammenleben keine Utopie: Mann und Frau, Schwarz und Weiß, Mensch und Tier, Himmel und Erde existieren in liebevoller Ergänzung. Der Atem des Eros ist überall; er macht Dich schwe-relos und beschwingt. In dieser Welt, in dieser Energie bist Du als Waage-Mensch zuhau-se. Bei diesem Sonnenstand ist es Deine Aufgabe, diese Energie als Deine wahre innere Kraftquelle zu entdecken und sie als Ausdruck Deiner Herzensweisheit in der Welt zu le-ben. Zunächst jedoch sollen Dein Vater und später andere väterliche Leitfiguren diesem Bild entsprechen. Du bist von Deiner Bereitschaft her ein freundlicher Sohn oder eine freundliche Tochter. Du möchtest gerne "wir beide" sagen und empfinden; Du bist kein Vatermörder. Mit ihm zusammen in der Herbstsonne spazieren gehen und dabei über die Welt philosophieren... mit ihm bei einem Glas Wein auf der Terrasse eines toskanischen Landhauses sitzen und im Gefühl wortloser Verbundenheit die im Meer versinkende Son-ne betrachten...mit ihm eine Kunstausstellung besuchen...oder einfach schöne Stunden in der Gemeinschaft angenehmer Menschen zu verbringen, das ist Dein Herzensanliegen. Du wirst Deinem Vater vieles verzeihen; Versöhnlichkeit mit dem väterlichen Erbe fällt Dir leichter als anderen, da die Augen, mit denen Du den Vater anblickst, wohlwollend sind. Und: welcher Vater freut sich nicht über diesen Blick? Dadurch MACHST DU Deinen Vater zu einem freundlichen Vater.
Als Tochter wirst Du gerne mit ihm flirten, vor allem, wenn er so ein charmant-galanter Mann ist, wie Du ihn Dir wünschst. Andernteils wirst vielleicht gerade Du es sein, die diese Seite in ihm anspricht und zum Leben erweckt. Du wirst freudestrahlend den Walzer am Tanzstundenabschiedsball mit ihm tanzen und Dich von ihm als stolze aber freundliche Prinzessin in die Gesellschaft einführen lassen. Die erotische Qualität Eurer Beziehung ist nicht dunkel-inzestuös, sondern spielerisch leicht und einfach schön. Auch in späteren Männerbeziehungen wirst Du eine Affinität zum freundlichen puer aeternus haben, zum heiteren Lebenskünstler, zum Partner mit Geist und Kultur. Er soll etwas von der Leichtig-keit des Seins verstehen und mit Dir die Blumen am Rande des Lebensweges pflücken. Erwarte aber all das nicht nur und nicht zu sehr vom Partner. Du selbst hast die Kraft und die Aufgabe, die Welt um Dich herum zu verschönern; Eros will durch Dich leben! Ob Mann oder Frau, Du wirst Dir selbst die Frage stellen: "Bin ich ein schöner, ein friedlicher, ein ausgeglichener Mensch?" Sicher wirst Du diese Frage nicht immer mit "ja" beantwor-ten können, aber Du wirst die innere Gewissheit spüren, dass es Deine Aufgabe ist, die Welt ein Stück schöner, friedlicher und ausgeglichener zu machen. Daher lautet Dein Auf-trag nicht, für das Schöne und Gute einzutreten, sondern das Schöne und Gute mit dem Hässlichen und Bösen zu versöhnen. Es ist nicht deine Aufgabe, die Harmonie zu bewah-ren, sondern die Ganzheit herzustellen; denn das Bedürfnis nach Harmonie entspringt dem "ich" und kümmert sich wenig um das "Du"; es akzeptiert nur ein "Du", das keine Probleme macht, mehr oder weniger eine Bestätigung des "ich" ist. Aber Du bist nicht hier um zu beweisen oder Dir bestätigen zu lassen, dass Du gut, schön und gerecht bist; Du musst vielmehr erkennen: "Was Du nicht bist, bist Du auch!" Wenn Du immer nur ausge-glichen bist und nie in Schwung kommst, wozu braucht es dich dann als Waage. Ein Langweiler mehr? "Die Waage ist das Sinnbild des Gleichgewichts oder des Ausgleichs. Ob dieses Gleichgewicht einen labilen Stillstand oder ein tiefes Absinken und Emporstei-gen bedeutet, hängt von der Schwungweite des Einzelnen ab". Fragen an Dich aus dem Geiste des Waage-Prinzips sind: Worin liegt Deine Einseitigkeit? Wo ist Deine innere Harmonie gestört? Auf welche Waagschale musst Du künftig mehr Gewicht legen: auf die Schwert- oder auf die Harfenschale, auf die Arbeits- oder auf die Spielschale? Bist Du zur inneren Hochzeit bereit?

Textauszug aus:
Claus Riemann - Astrologische Seminare - Waage.
Erhältlich als CD bei
VanTastik
Lerchenstr. 20
84307 Eggenfelden
Tel/Fax 08721-7421
Email: info@vantastik.de
Internet: www.vantastik.de


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