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Filmtip INUGAMI (Japan 2000)

Jürgen G. H. Hoppmann
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Freitag, 16. Februar 2001, 10:44

INUGAMI kann in etwa mit "Vorurteil" oder "Verhext" übersetzt werden. Der Film erzählt die Liebesgeschichte eines neuen Dorfschullehrer mit einer Papiermacherin, die in den Ruf steht, verhext zu sein, mit Geistern in Kontakt zu stehen. Es kommt in dieser ländlich- zurückgebliebenen Gegend Japans zu einem blutig endenden Kampf mit der Familie der Papiermacherin.

Regisseur Masato Harada ist beileibe kein New Age Regisseur, wie er mir auf dem Berlinale-Filmfest erklärte. Er glaube jedoch an Zahlen. 23 sei seine Glückszahl. Den gleichnamigen deutschen Kinofilm kenne er natürlich.

INUGAMI wird in die deutschen Kinos kommen, wenn sich auf dem Filmfest ein interessierter Verleih findet. Das Problem ist wie bei allem Filmen, die spirituelle Themen berühren, die zurodnung des Genre und die Präsentation gegenüber dem Publikum. In Japan wurde INUGAMI vom Filmverleih als Horrorfilm beworben und zusammen mit einem billigen Blair-Witch-Remake in die Kinos geworfen. Für Deutschland ist ein klügeres Marketing zu wünschen.

Der Film INUGAMI erzählt von Geistern Verstorbener. In Asien ist es weit verbreitet, daß man den Toten opfert, um ihrer Seelen zu besänftigen. Kleine Totenschraine mit Lebensmittel-Opfergaben finden sich hier in Deutschland z.B. bei fast allen vietnamesischen Restaurants. Zu den japanische Sekten, die auch bei uns populär sind, gehören Mahikari (Oshinushisama und Sukuinushisama) und in abgeschwächter Form auch Reiki. Kurz und prägnant beschrieben hat Thorwald Dethlefsen die Thematik der 'anhaftenden Geister' in seinem Beststeller "Schicksal als Chance" (Goldmann-Taschenbuch). Weit verbreitet ist bei uns das Anzünden von Kerzen für die Seelen Verstorbener in katholischen Kirchen. Und all die weit verbreiteten Spukgeschichten wie z.B. 'Das Gespenst von Canterville' haben solch einen esoterischen Hintergrund.

Masato Haradas Film behandelt das Thema Ahnenkult jedoch anders als viele westliche Horror- oder Spukfilme sehr sanft, seriös und wirklichkeitsgetreu, d.h. so, wie es von den Menschen tatsächlich zelebriert und verstanden wird. Deshalb ist dieser Film wirklich sehenswert.



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