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Wenn die Sterne Götter wären
Hannes Bongard
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Freitag, 20. Mai 2005, 12:40
»[...] Alles Leben kommt, wenn es über sich nachdenkt, zu Bildern, die seine Existenz begründen. Solche Bilder und Symbole sind die einzige Form, wie wir von dem unsichtbaren Hintergrund unserer Existenz reden können. Ich glaube nicht, daß es richtig ist, bei der rationalen Religionskritik stehen zu bleiben und Bilder in sich selbst schon als irreführend zu entwerten, nur weil sie Bilder sind; denn etwas anderes als Bilder steht uns nicht zur Verfügung. Die religiöse Funktion dieser Symbole besteht darin, daß sie uns helfen, uns zurechtzufinden. Deshalb sind religiöse Symbole für die Beschreibung unserer Existenz mindestens so wichtig wie die Begriffe und Kategorien der Naturwissenschaften zur Beschreibung der äußeren Weltwirklichkeit, der Natur. Worauf wir zugehen sollten, wäre deshalb eine Korrespondenz zwischen den Symbolen der Religionen und den Kategorien der Wissenschaften. Manchmal träume ich davon oder träume mich dahin zurück, daß es einmal eine Welt gab, in welcher ein und dieselbe Weltbetrachtung Symbol und Begriff noch ungetrennt miteinander verschmelzen konnte.«
Eugen Drewermann, Wenn die Sterne Götter wären - Moderne Kosmologie und Glaube - Im Gespräch mit Jürgen Hoeren, März 2004, Verlag Herder Freiburg im Breisgau, ISBN 3-451-28348-4
Klappentext: Der Blick in den „gestirnten Himmel über uns“ – früher Garant einer geordneten Welt – ist dem Erschrecken der kosmischen Ungeborgenheit gewichen: in einem Universum von unvorstellbaren Dimensionen sehen wir Zufall, Chaos, Katastrophen, die wir evolutionsgeschichtlich überlebt haben, und keine positiv gestaltende göttliche Hand. Sind wir Menschen nur Zufallsprodukt eines vorläufigen Experiments der Natur? Wie von Gott reden, wenn er kein Erklärungsmodell für die Welt mehr sein kann? Macht die Rede von Verantwortung, Gewissen, Seele, Unsterblichkeit angesichts der naturwissenschaftlichen Fakten überhaupt noch Sinn? Welche Konsequenz hat die neue Kosmologie – für die Theologie, für die Religion generell und für die Ethik? Ein Buch über Brisanz und Grenzen der naturwissenschaftlichen Welterklärung – auf dem neuesten Stand der Forschung. Und überraschend neue Perspektiven der Religion für unsere Zukunft.
Mehr zu Eugen Drewermann:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Drewermann
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