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Krankheit und Heilung - Ursachen u. Sinn aus astrologischer Sicht
Barbara Egert
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Samstag, 23. Dezember 2006, 10:30
Krankheit und Heilung
Ursachen und Sinn aus astrologischer Sicht
"Es hängt alles davon ab, wie wir die Dinge sehen, und nicht davon, wie sie sind." (C.G. Jung)
In seinem Buch "Krankheit als Krise und Chance" schreibt Edgar Heim: "Ein Erwachsener macht in fünfundzwanzig Jahren seines Lebens durchschnittlich eine lebensbedrohliche, zwanzig ernsthafte und etwa zweihundert mittelschwere Erkrankungen durch". Diese Aussage trifft zwar auf mich und viele andere meiner Bekannten nicht zu - (Zitat: "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast"), aber die durchschnittlichen Werte sind doch interessant, weil sie uns klar dokumentieren, wie sehr Krankheiten zu unserem Leben gehören.
Nun müsste man schon differenzieren und fragen, was der Einzelne als Krankheit bezeichnet. Hat jemand einen unangenehmen Husten, dann kann sich der eine wirklich krank fühlen, während für einen anderen sein Husten eine Bagatelle ist. Um dieses umfassende Thema etwas einzugrenzen, möchte ich mich hier auf Krankheiten beschränken, die ernsthafter und kritischer Natur sind, damit vermutlich auch Krisen auslösen, bei denen um eine Heilung gerungen werden muss und so ein Entwicklungsprozess in Gang gebracht werden kann.
Jede Krankheit bringt Symptome hervor, ansonsten wüssten wir gar nicht, dass wir nicht ganz gesund sind, denn wenn wir keine Symptome verspüren, wie zum Beispiel im Anfangsstadium einer Krebserkrankung, sind wir in großer Gefahr. Symptome senden uns eine eindeutige Botschaft und signalisieren, dass wir - Körper, Geist und Seele - nicht mehr im Gleichgewicht sind und der Ursache unseres Krankfühlens, des Schmerzes auf den Grund gehen sollten. Hierbei stellt sich die Frage, ob wir den tieferen Grund unserer lästigen Beschwerden lieber gar nicht hinterfragen, sondern nur das Ziel haben, von den Beschwerden wieder frei zu sein, das heißt mit anderen Worten, der Mensch möchte "kuriert", aber nicht "geheilt" werden, weil das Tiefenforschung in dunklen Gefilden implizieren könnte. Eine Krankheit jedoch ist eine Korrekturmaßnahme, die uns zu einer Einstellungsänderung zwingen will, so dass wir einen längst überfälligen Schritt in unserer Entwicklung vollziehen. Die Konflikte mit der Realität und/oder der Sinnlosigkeit unseres Lebens sind wesentliche Auslöser für unsere Krankheiten und haben somit einen tiefen Sinn.
Ursachen
Der Ausbruch einer Krankheit kommt nicht von ungefähr, und es ist interessant, die Zeit vor einer Krankheit zu betrachten, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass in 70 - 80 % aller Fälle die innere Einstellung von Resignation, Vergeblichkeit und Aufgabe dem Auftreten der Krankheit vorausgegangen sind. Ebenso wichtig ist die Beobachtung der geistigen Vorgänge, denn diese entsprechen häufig genau dem, was sich im Körper manifestiert bzw. somatisiert.
Wenn wir die Transite der Langsamläufer über die Planeten/Häuser von Horoskopen betrachten, so wissen wir manchmal nicht von Vornherein, ob die Kräfte sich zunächst auf körperlicher, geistiger oder psychischer Ebene manifestieren werden, wir könnten aber vielleicht beobachten - wenn wir Körper, Geist und Seele als nicht getrennt voneinander sehen -, dass die Symptome sich erst mal als seelische Verstimmung bemerkbar machen, wir mit negativen Gedanken überflutet werden (oder uns überfluten lassen) und schließlich schmerzhafte körperliche Symptome auftreten (die Reihenfolge der Manifestationen ist austauschbar). Tatsache ist jedoch, dass wir bei Kenntnis der Konstellationen Sinn und Ziel einer Krankheit - symbolisiert durch die entsprechenden Manifestationen der Planetenkräfte - recht gut erfassen können. (Vereinfachtes Beispiel: Pluto könnte Wandlung, Uranus Befreiung und Neptun Sensibilisierung verlangen). Die Finalität dieses Prozesses ist hier ebenso wichtig wie die seelische Ursachenforschung, wobei allerdings die Frage "Warum gerade ich?" ziemlich unsinnig ist. Wir sollten über das "Wozu?" nachdenken und auch hier geben uns die planetarischen Konstellationen Hinweise - leider selten konkrete Antworten.
Wir können beim Betrachten eines Horoskops sehr gute Aussagen über die Konstitution eines Menschen machen, also auch seine Krankheitsdisposition erkennen, aber es reicht nicht aus zu wissen, dass er zum Beispiel durch seinen stark gestellten Saturn eine Veranlagung zu chronischen Erkrankungen und arteriellen Verstopfungen besitzt oder dass ein dominanter Jupiter ihm Leberkrankheiten und Gewichtsprobleme, die dann zu Kreislauferkrankungen führen können, bringt. Fast unumgänglich ist es, die psychischen Störungen, die meist schon in der Kindheit beginnen, zu kennen und zu analysieren, denn die psychischen Gifte unseres Umfeldes sind in ihren Auswirkungen oftmals gefährlicher als physische Überbelastungen und manifestieren sich sehr oft erst in späteren Jahren, ohne dass wir wissen, wie und warum uns das geschieht.
Ich möchte hier nicht auf die einzelnen Planeten und Zeichen und deren krankheitsbezügliche Aussagen eingehen, die kann man andernorts gut nachlesen, sondern eher versuchen - wie der Titel schon sagt - die Ursachen und den Sinn einer Krankheit und die Möglichkeiten einer Heilung astrologisch zu beleuchten und wie wir mit uns, mit unserem Kranksein und der Erkrankung anderer (nahe stehender) Menschen umgehen und natürlich auch, warum wir uns so verhalten und vielleicht nicht anders reagieren können.
Wenn wir nicht leiden, stagniert unsere Entwicklung. Im Allgemeinen können wir unsere Lebenswirklichkeit, unsere vergangene Realität, in die wir hineingeboren wurden, und vieles andere mehr nicht akzeptieren. Aus dieser Haltung resultieren Hass- und Neidgefühle, eine nagende Unzufriedenheit bis hin zur Depression, Enttäuschungen, narzisstische Störungen (fehlende Selbstliebe), Pseudo-Ichs, Selbstmitleid etc., und es liegt nahe, dass wir früher oder später erkranken. Hinzu kommt noch die Schattenproblematik, die Verleugnung unserer abgelehnten, im Dunkeln dümpelnden und verdrängten, für uns nicht akzeptablen Eigenschaften, die wir dann in andere projizieren und mit Überreaktionen vehement ablehnen und gnadenlos verurteilen, aber wir finden hier auch unsere ungelebten Möglichkeiten.
Wenn wir Horoskope auf diese seelischen und emotionalen Schwierigkeiten untersuchen, so erkennen wir sehr wohl die Problematik, wissen ohne ein Gespräch allerdings nicht, inwieweit der Mensch sich schon selbst erforscht und erkannt hat. Deshalb ist es hier in einem Krankheitsfalle (und natürlich auch sonst) immer dringend erforderlich, eine Anamnese zu erstellen und die gegenwärtigen Situation, auch der Befindlichkeit gerade vor Ausbruch einer Krankheit, zu erfragen.
Hat der Erkrankte zum Beispiel eine Persönlichkeitsstruktur, für die Leugnen, Verdrängung, innere Kontrolle - auch seiner Wut -, Rückzug und Neigung zu Depression spezifisch ist, so werden wir höchst wahrscheinlich eine Mars-/Saturn-/Pluto-Dominanz mit neptunischen Faktoren finden. Berichtet er uns über seine lieblose Kindheit - sofern er sie erinnert - und der Aggression, die im Elternhaus herrschte, so können wir folgern, dass er sich vielleicht in neptunische Reiche zurückzog, um besser zu überleben, und diese Kindheitserfahrungen sicher nicht aufgearbeitet wurden.
Seine Krankheit ist also ein physischer Ausdruck seiner geistig-seelischen Disharmonie, deren Ursprung in der Kindheit zu suchen ist. Wenn Ärzte nun mit Medikamenten oder Operation den Patienten "kurieren" wollen/könnten, dann sind die Beschwerden vielleicht weg, aber eine Krankheit ist nur durch Änderung unseres Denkens wirklich zu heilen, d.h. ein Prozess der Bewusstwerdung muss einsetzen, Hoffnungs- und Hilflosigkeit, die meistens das Resultat von Kindheitsschäden sind, müssten durch Sinn, Ziel und Lebensfreude ersetzt werden.
Bei unserem obigem Beispiel mag es sich um einen Krebspatienten handeln, nicht nur weil er einen dominanten und kritisch gestellten Pluto hat, der astrologisch eine Disposition zu Tumoren anzeigt, sondern weil viele Faktoren zusammenkommen, die die Seele veranlassten, dem Körper diese Botschaft zu schicken. Es ist äußerst selten, dass Menschen urplötzlich von einer Krankheit überfallen werden, ohne dass diese sich durch seelische Störungen zuvor bemerkbar machte oder auf sich aufmerksam machen wollte, aber die Botschaft wurde nicht "gehört".
Bei einer Bekannten von mir wurden vor drei Jahren zwei Hirntumore diagnostiziert, die sich durch sporadische Kopfschmerzen, aber vor allem durch eine immer schwächer werdende Sehkraft bemerkbar machten oder machen wollten. D. ignorierte diese Anzeichen zunächst, fuhr noch in Urlaub und verdrängte die Symptome, was schon einer besonderen Leistung gleichkommt, da es ja das immer schwächer werdende Augenlicht betraf. Kurzum, die beiden Tumore wurden schließlich entfernt und erwiesen sich als gutartig.
Der Erkrankung vorausgegangen waren sich steigernde Machtkämpfe (Pluto in acht) mit Mann und Tochter und heftige Wut, die verleugnet und unterdrückt wurde (Pluto Quadrat Mars in zwölf). Diese aus der Kindheit resultierenden Verhaltensweisen wechselten sich ab mit Schuldgefühlen und Depressionen (Sonne/Saturn/Merkur-Konjunktion), die ihr auch von frühester Kindheit an vertraut und auf die Erziehung der Eltern zurückzuführen sind. Vom Verstand her weiß D., dass sich seelisch in ihr wenig geändert hat, aber um ihr schlechtes Selbstbewusstsein nicht noch weiter zu verstärken, schafft sie eine kritische Introspektion nicht. Die Sehkraft des einen Auges beträgt nur noch 3% (!) und müsste sie eigentlich stets an ihre Aufgabe erinnern, aber - wir wissen es alle - es ist wirklich eine lebenslange und überwältigend schwere Arbeit, sich seiner so bewusst zu werden, dass wir heil sind oder schließlich werden können.
Ich halte es nicht für ratsam, sich einseitig nach den astrologischen Krankheitsdispositionen auszurichten und entsprechend zu folgern, obwohl sich diese natürlich oft bestätigen. Aber ein herausfordernder Pluto bringt noch keinen Krebskranken hervor, ebenso wie ein ungünstig gestellter Neptun keine Alkoholiker "produziert". Selbstverständlich kann man kritische Platzierungen nur im Gesamtzusammenhang des Horoskops mit Kenntnis der Kindheitsgeschichte adäquat deuten. Oftmals kann man allerdings aus den Platzierungen die Schrecken der Kindheit, des Elternhauses schon ahnen und hat so eine Richtschnur für die Ursachen einer eventuell ausbrechenden Krankheit.
Wir wissen, dass harte Winkel von Pluto, Uranus und Saturn auf die persönlichen Planeten fast immer mit Schwierigkeiten verbunden und die Anfänge von seelischen Deformierungen im Elternhaus zu finden sind. Besonders zu beachten sind Platzierungen in den Häusern sechs, acht und zwölf, obwohl eine Mars/Saturn/Pluto-Konjunktion in eins und/oder zwei uns ebenfalls für Krankheiten disponieren kann. Wie sieht es nun mit dem Gesamtgefüge aus? Wo stehen zum Beispiel Jupiter und AC und wie sind sie bestrahlt? Mit Sicherheit finden wir ausgleichende Faktoren, je nach Aufgabe, die wir zu bewältigen haben. Da es bei der Heilung von einer Krankheit auch immer um Sinn und Ziel geht, müssten wir Jupiter und das neunte Haus genau ansehen und welche Chancen er für uns bereit hält. Aber vielleicht ist es auch ein Jupiter/Uranus-Trigon, das uns schließlich unseren Bewusstwerdungsprozess erleichtert, überhaupt wenn bei der Genesung entsprechende Transite fällig sind.
Wenn wir über Krankheiten oder Gesundheit reflektieren, müssen wir uns besonders das sechste Haus anschauen, in dem wir unsere Lebensaufgabe verwirklichen sollten, die wir im fünften Haus durch Erforschung unserer Einzigartigkeit, unserer Identität und dem damit verbundenen schöpferischen Selbstausdruck erkannt haben. Sind wir jedoch nicht in der Lage, unsere Fähigkeiten zu entfalten und/oder in den Dienst der Arbeit im weitesten Sinne zu stellen, so werden wir enttäuscht, missmutig, gestresst und schließlich krank. So finden wir uns hier im Dialog zwischen Arbeit und Gesundheit, Psyche und Soma sind eng miteinander verwoben und Störungen haben nicht selten einen psychologischen Hintergrund. Bei Menschen mit Platzierungen in sechs finden wir häufig ein besonderes Interesse für Gesundheit (oder Krankheiten) und manche sind lebenslänglich damit beschäftigt, sich um ihren gut funktionierenden Körper zu kümmern, anstatt seelische Innenschau zu halten. Besonders bei Pluto in sechs besteht die Gefahr, dass seelisch ungelöste Probleme die Verursacher von Krankheiten sind, zumal wenn eine Arbeitssituation entsteht, der wir nicht gewachsen sind und entweder Kontrolle, Übermachtung und Manipulation erdulden müssen oder sie selbst ausüben (je nach Gesamtkontext des Radix und/oder eventuell aktueller Transite).
Ich möchte hier kurz an zwei Tierkreiszeichen verdeutlichen, wie und warum sich Krankheiten manifestieren können. Dass ich hier über Stier und Jungfrau reflektiere, ist nicht von ungefähr, sagt man ihnen doch hypochondrische Wesenszüge nach. Natürlich ist nicht jeder Stier- oder Jungfrau-Geborene ein Hypochonder, allerdings haben sich in meinem Umfeld die ängstlichen Befürchtungen dieser beiden Zeichen oft bestätigt.
Wir müssen vor allem verstehen, dass Hypochondrie aus einer übermäßigen Angst vor Krankheiten besteht. Die unter dem Zeichen Stier Geborenen haben als typische Grundtendenz das Festhalten und Haften an Besitz und im Gegenzug Angst vor Veränderungen, die sie beunruhigen und ihnen das für sie dringend notwendige Sicherheitsgefühl nehmen könnten. Spüren Sie nun die ersten Anzeichen einer Krankheit, bringt das ihr Sicherheitsgefüge ins Schwanken, sie fühlen sich nicht mehr geerdet und es geschieht etwas, das sich ihrer Kontrolle entzieht. Daher ergreifen sie möglichst schon vor Ausbruch einer Krankheit prophylaktische Maßnahmen und gelten in den Augen von "Luft- und Feuerwesen" als übermäßig krankheitsängstlich. Wir werden aber später noch sehen, dass fast alle Zeichen ihre Ängste und somit Krankheitskeime haben.
Auch die Jungfrau neigt zur Absicherung und lässt Unvorhergesehenem wenig Raum, so dass Spontaneität und Lebensfreude verloren gehen können. Das nicht Vorausberechenbare beunruhigt sie und lässt sie schnell in eine vermeintliche Sicherheit (welche auch immer) flüchten. Bei den leisesten Anzeichen eines körperlichen Missempfindens entsteht Angst, weil eine Krankheit eben nicht vorausberechenbar und einordnenbar ist.
Mit diesen kurzen Skizzierungen, die nur zum grundlegenden Verständnis dienen sollen und natürlich nicht so vereinfacht anwendbar sind, möchte ich nur einen Einblick geben, wie sich die gemäß unserem Sonnenzeichen in uns angelegten Keime in Krankheiten entfalten könnten. Dadurch sind weitere Folgerungen einfacher, wie - um noch ein Beispiel zu nennen - der Widder bei permanenter Stagnation und Verhinderung seiner Aktivitäten, seinem Willen zur Tat und energievollen Durchsetzung schließlich krank werden könnte, weil der Energiefluss be-/verhindert wird und sich schließlich als unausgelebte Aggression gegen sich selbst richten und sich als Magengeschwür, Hautkrankheiten, Herzinfarkt manifestieren könnte.
Ich möchte noch einmal auf die Ängste zu sprechen kommen, die unser ständiger Begleiter sind, ob es die Angst vor Arbeitslosigkeit, Verlusten, allgemeinen Schwierigkeiten oder eben auch Krankheiten ist. Angst entsteht in uns, wenn wir kein Vertrauen in das Leben haben und besonders auch, wenn wir keinen Sinn mehr haben oder finden.
Es gibt unterschiedliche Angsttypen, die durch spezifisches Verhalten Krankheiten mit provozieren können. Hier ein paar Beispiele, wie die astrologische Zuordnung aussehen könnte:
Den Schwarzseher finden wir bei starken Saturnaspektierungen und besonders in dem von Saturn "bewohnten" Haus. Auch dominante Pluto-Stellungen könnten hierzu gehören, da der Plutonier durch seine einschneidenden Erfahrungen in der Kindheit keine besonders optimistische Erwartungshaltung hat und in allem eine Gefahr sieht, die er nicht kontrollieren kann.
Der Fantast ist natürlich ein Neptuniker, dem die Fantasie durchgeht mit der lebhaften Angstvorstellung, dass sich zum Beispiel ein Hautauschlag über den ganzen Körper ausbreiten könnte und bei diffusen Schmerzen in einem Körperteil eine Operation unumgänglich werden könnte.
Der Hilflose meint, einer Angst auslösenden Situation keinesfalls gewachsen zu sein und so bleibt er stumm und starr, verkriecht sich und lässt die anderen agieren, was ihm gar nicht mal missfällt. Hier finden wir saturnische Ängstlichkeit und Fische-/Neptun-Elemente, sicher gehören auch Krebskonstellation dazu.
Umgang
Nun sind wir also erkrankt und gehen je nach unserer Reaktionsweise und Veranlagung höchst unterschiedlich mit uns und unserer Befindlichkeit, aber auch mit unserem Umfeld um. Ich möchte hier noch mal auf das Eingangszitat von C.G. Jung verweisen, aus dem wir folgern können, dass jeder die Möglichkeit hat, die Einstellung zu seiner Krankheit mit zu bestimmen und somit die Heilung zu ermöglichen. Hierher gehört auch die sich selbst erfüllende Prophezeiung, die ja nicht unheilvoll sein muss, sondern ebenso gut zu unserem Vorteil umkehrbar ist.
Natürlich hat ein stark betonter Schütze-/Jupiter-Mensch eine andere Einstellung zu seiner Krankheit, als zum Beispiel ein Saturniker. Obwohl zu bedenken ist, dass Jupiter-Betonte in ihrem Leben vielleicht nicht viele Schwierigkeiten erleiden mussten und somit einer plötzlich hereinbrechenden Krankheit schlechter gewachsen sind als Saturniker oder Plutonier, die im krassesten Falle fast nichts mehr so leicht erschüttern kann. Aber woher nehmen diese dann die Hoffnung auf Besserung oder Überzeugung, dass ihre Gesundheit wiederhergestellt wird? Vielleicht aus der Erfahrung, dass viele Katastrophen sie nicht untergekriegt haben? Ein Jupiter-Typus hat es leichter, Hoffnungen zu nähren und sinnvolle Überlegungen anzustellen, die schließlich eine positive Rückwirkung auf seine Seele und somit Genesung haben.
Manche Menschen glauben, dass Krankheit ein Versagen und/oder einen Misserfolg darstellt, sie fühlen sich schuldig und verantwortlich, wie bei starken und harten Saturn-Aspekten auf die Sonne zum Beispiel, aber auch manche Veröffentlichungen über die Psychosomatik sind nicht unschuldig an diesem Dilemma. Hier liegt es vor allem nahe, dass die Bezugspersonen in der Jugend dem Kind beigebracht haben, sich als Versager zu fühlen. Wir können nicht a priori davon ausgehen, dass harte Aspekte der Transsaturnier auf die persönlichen Planeten krankheitsbezüglich sein müssen, aber allzu oft finden wir eben doch Hinweise darauf, überhaupt wenn sich zum Beispiel eine Pluto-Sonne-Konjunktion im sechsten Haus befindet, Pluto in späteren Jahren die Sonne im Quadrat transitiert, das Solarhoroskop für dieses betreffende Jahr ebenfalls das Pluto-Sonne-Quadrat aufzeigt, Neptun mehrmals den Saturn transitiert und somit der Nährboden für Krankheiten gelegt ist.
Für einen ernsthaft erkrankten Menschen ist es natürlich enorm schwierig, Optimismus und Hoffnung auf eine Genesung zu entwickeln, und der Kranke braucht dringend liebevolle Fürsorge, die Unterstützung nahe stehender Menschen, die uns Stärke geben und Mut machen, diese Herausforderung anzunehmen und zu kämpfen. Nun sind aber viele Menschen nicht in der Lage, den Schmerz zu teilen, eine eventuelle emotionale Verschlossenheit zu öffnen und wollen oder können sich auch nicht in den anderen einfühlen. Hier geht es nicht um Mitleid, sondern um Mitgefühl oder besser ausgedrückt: um Liebe.
Meine Erfahrungen im Umgang mit Krankheiten sind äußerst zwiespältig, aber vielleicht reagiert man auch zu empfindlich, wenn man selbst oder ein Nahestehender erkrankt ist. So wohltuend Neptuniker mit ihrer einfühlsamen Sensibilität sein können, so schwierig ist es aber auch manchmal, ihre mitfühlenden oder mitleidigen Beteuerungen hinzunehmen, ohne sich noch kränker und hilfloser zu fühlen oder man muss drastische Abwehrmaßnahmen ergreifen, wozu man aber im Allgemeinen nicht mehr in der Lage ist. Menschen, die mit ihren eigenen Gefühlen nicht gut umgehen (harte Aspekte auf Mond und Venus) können und denen die rechten Worte nicht einfallen wollen (Saturn auf Merkur z.B.) sagen einem dann: "Das musst Du positiv sehen", eine Empfehlung, bei der man sich total unverstanden fühlt. Dann gibt es den ganz praktisch Orientierten (zumeist positive Saturn-Aspekte, Stier- und Jungfrau-Betonung etc.), der aufmerksam auf alle realen Erfordernisse achtet, Säfte und Obst einkauft, neue Naturheilverfahren ausfindig macht, alle 10 Minuten die Bettdecke ausschüttelt etc., aber nicht ahnt, dass der Kranke viel lieber über Leben und Tod sprechen würde, über seine Ängste und Hoffnungen.
Heilung und Sinn
C.G. Jung sagte: "Erst nach meiner Krankheit habe ich begriffen, wie wichtig es ist, das eigene Schicksal zu bejahen". Wenn ein so großer Mensch wie C.G. Jung diese Erkenntnis erst nach seiner Krankheit in hohem Alter macht, wie schwer muss es uns fallen, unser Schicksal zu akzeptieren.
Aber eigentlich sollten wir uns schon viel früher und nicht erst bei Ausbruch einer Krankheit auf uns und unser Leben besinnen und unsere Stärken und Schwächen kennen lernen, denn was wir nicht (aus-) leben, kann sich gegen uns kehren und uns in eine Krankheit führen. Sehr oft gehören dazu unsere Gefühle, die wir auch nicht wagen zu zeigen; zwar gehören Zorn und Angst zu unserem Dasein, aber sie schaden uns nur, wenn wir sie verdrängen oder sie stellvertretend durch jemand anderes ausleben lassen.
Bei einem harten Aspekt von Saturn auf Mond und/oder Venus und einem Mars/Pluto-Quadrat zum Beispiel wird es uns schwer fallen, Gefühle zu zeigen oder zu verbalisieren und auch unsere Aggression könnte gehemmt sein, wodurch eine hohe Disposition zu Erkrankungen gegeben ist. Dieses Beispiel kann man natürlich variieren, wo immer in einem Horoskop Konstellationen zu finden sind, die offensichtlich nicht gelebt werden, müssen wir wachsam sein. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein vermittelt man den Menschen seinen Standpunkt im Leben und verhindert somit viele Konflikte bzw. kann sich ihnen gewachsen zeigen.
Man hat festgestellt, dass Kontrolle, Engagement und Herausforderung zur Gesundheit beitragen, das heißt also, wenn wir Mars, Saturn und Pluto und die herausfordernden Aspekte in unserem Horoskop zu leben wagen, tragen wir zu unserer Gesundheit oder Gesundung bei. Ferner ist besonders bei harten Winkeln der Transsaturnier auf unsere Sonne und bei Aspekten von Pluto und Neptun auf unsere persönlichen Planeten ein Hinweis auf unsere Selbstbestimmung gegeben. Sind wir fremdbestimmt oder selbstbestimmt? Wir sollten unser Leben unter eigener Kontrolle führen und uns nicht kontrollieren und manipulieren lassen.
Wenn wir mitten in einer schweren Krankheit stecken, liegt uns vielleicht die Frage nach deren Sinn ziemlich fern. Aber Tatsache ist (für mich), dass Menschen durch eine Krankheit auf den richtigen Weg zu sich selbst gebracht werden können, was sonst sollte eine Erkrankung für eine Bedeutung haben? Manche Menschen lernen erst durch eine ernsthafte Krankheit und die dadurch ausgelöste Krise, dass sie aufgehört hatten zu leben bzw. sich selbst zu verwirklichen. Außerdem rückt eine Krankheit unsere verrutschte Perspektiven und Wertigkeiten wieder gerade, wir erkennen endlich wieder den Unterschied zwischen dem was wichtig und unbedeutend ist, der Ärger über Alltagsprobleme etc. wird relativiert.
Sicher denken wir bei Heilung und den Sinn von Krankheiten an Jupiter, aber so viel versprechend unsere Vorstellung von dem Glücksplaneten ist, so unsicher manifestiert er sich in der Realität. Gewiss bringt er Linderung und optimistische Phasen in schweren Zeiten, aber ich wage zu bezweifeln, dass er uns heilen kann. Ich selbst habe erfahren, dass ein Pluto-Transit verheerende (seelische) Schmerzen auslöst, die einen einfach zum Nachdenken zwingen und keine große Wahl lassen zwischen Unglück oder Wandlung bis wir endlich bereit sind, die Herausforderung anzunehmen (Haus und Aspekte beachten!). Meinem Pluto-Transit folgte dann Uranus mit eben solchen Konjunktions-Aspekten und brachte die Erlösung, die Befreiung von alten Kindheitsmustern, von eingefahrenen Verhaltens- und Denkweisen.
Fast zum Schluss wollen wir unsere Aufmerksamkeit noch kurz auf die Sonne richten, unserer zentralen Lebensenergie, unserem Selbst, dem Zentrum unserer Persönlichkeit oder wie immer wir sie bezeichnen mögen. Unser Wille zum Leben, unsere Kraft zur Heilung liegen hier und geben uns die Möglichkeit, unsere Einzigartigkeit mit Sinn und Ziel zu leben. Entfernen wir uns von uns und dem Licht der Sonne in uns, dann uns eine Krankheit wieder auf unseren Weg zurückbringen. Neptun auf Sonne zum Beispiel wird unsere Identitätsfindung erschweren, uns schwach und unsicher und kränklich scheinen lassen, aber jede Planetenverbindung hat ihre Kehrseite und so könnte uns diese Verbindung in geistige Bereiche dringen lassen, die anderen immer verschlossen bleiben. Es geht um Bewusstwerdung und eben dafür ist Krankheit ein Katalysator.
Manchmal kann die Erfahrung mit einer Krankheit auch spirituelle Energien freisetzen, uns endlich öffnen für das, was schon lange in uns zur Verwirklichung bereit lag. Ich kenne einige Menschen, die durch schlimme Krisen mit tiefen Depressionen den Weg fanden, sich mit den großen Fragen "Wo komme ich her, warum bin ich hier, wo gehe ich hin?" auseinander zu setzen und ihnen somit erst mal bewusst wurde, wie klein und unwissend wir sind, wodurch sie eine Ahnung für das Große und Unendliche bekamen. Ein guter Ansatz für die Suche nach unserer persönlichen Wahrheit, nach Wahrhaftigkeit und somit Heilung.
(Erstveröffentlichtung in ASTROLOGIE HEUTE)
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