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Ohne Opfer geht es nicht. Chiron und die Mond....

Friedrich Maier Systemische Astrologie
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Freitag, 11. Mai 2001, 09:40

'Ohne Opfer geht es nicht. Chiron und die Mond....' - Beitrag von Friedrich Maier Systemische AstrologieFokus
Ohne Opfer geht es nicht
Chiron und die Mondkontenachse

Im Jahr 2001 wird Chiron wieder einmal der Mondknotenachse begegnen, diesmal absteigenden Mondknoten - exakt am 25. November 2001 im Schützen (siehe merCur 1/01), Zuletzt stand der Kentaur am 3. Mai 1991 im Krebs in Konjunktion zum „Drachenschwanz“. Anlass genug, die Relevanz der Chiron-Stellungen im Zusammenhang mit der Mondnotenachse einmal unter die Lupe zu nehmen*

Von André Hammon

Die Mondknotenachse im individuellen Horoskop zeigt eine notwendige Entwicklungsrichtung an, die durch die jeweiligen Zeichen und Häuser mit Inhalt gefüllt wird. Während der Nordknoten das unbekannte Gebiet darstellt, auf das der Betreffende zugehen muss - auch wenn dies ihm noch so schwer fällt - finden wir am Südknoten das karmische Erbe vor, das vertraut ist und dem Einzelnen jederzeit zur Verfügung steht. Wer also sein Potential voll entfalten möchte, kann sich nicht allein auf die MC/IC-Achse stützen, sondern darf sein Ziel am aufsteigenden (nördlichen) Mondknoten nicht aus den Augen verlieren.
Die Zeichen- und Hausstellung des aufsteigenden Mondknotens beschreibt allgemein den Bereich, um den möglicherweise hart gekämpft werden muss, wo es auch darum geht, wichtige Entscheidungen zu treffen. Dabei ist es häufig erforderlich, jene Quaitäten am Südknoten aufzugeben und für das persönliche Weiterkommen entsprechend der Qualitäten am Nordknoten im wahrsten Sinne zu opfern (es gibt indes Astrologen, die hier anderer Meinung sind, z.B. Melanie Reinhard, die Red.).
Insgesamt erinnert die Knotenthematik stark an die symbolische Bedeutung Chirons. Um größer zu werden, also persönlich oder vielmehr seelisch zu wachsen, müssen Gewohnheiten aufgegeben werden. Vertrautes muss zugunsten einer höheren Bestimmung geopfert werden. Diese Aufgabe verlangt viel Mut, denn der Einzelne weiß nicht, was ihn auf dieser Reise erwartet. Er verlässt seine Heimat (absteigender Mondknoten) und zieht hinaus in die Ferne (aufsteigender Mondknoten). Sollte er jemals wieder nach Hause kommen, kehrt er mit Sicherheit als ein anderer wieder. Er wird nicht mehr der sein, der er war, auch wenn er es vorzieht, sich wieder auf vertrautem Terrain niederzulassen.
Steht Chiron in Verbindung mit der Mondknotenachse, am deutlichsten „wirksam“ natürlich in der Konjunktion im Quadrat, wird diese Reise mit besonders viel Opfern in Verbindung stehen. Meist wird eine solche Reise erst gar nicht angetreten, denn der Betreffende spürt instinktiv, was auf ihn wartet, nämlich Verzicht. Und da sind ihm die Verlockungen des Alltags doch lieber.
Der Schmerz, Altes hinter sich zu lassen, blockiert die voranstürmende Energie. Auch geht die Lust auf Neues oft durch Verpflichtungen, wichtige Vorhaben oder Selbstbeschränkungen verloren. Überdies muss auch noch ausgerechnet das geopfert werden, woran der Einzelne am meisten hängt. Und wer gibt schon freiwillig etwas her, worauf man seine Identität gründet? Wer dennoch in dieser Herausforderung seine persönliche Chance wittert, kann am Ende auf reiche Belohnung hofffen, denn die Bewältigung der Lektion wird vom Schicksal als eine Art Befreiung von Zwängen honoriert...
Der Weg der Mondknotenachse, vor allem in einer dynamischen Verbindung mit Chiron, ist ein Weg der Tugenden. Hier geht es nicht um das Lustprinzip oder um die einfache und bequeme Lösung (in der Mythologie stand Herakler an der Wegscheide und entschloss sich für den Weg der Tugenden).
Wahr ist: Kein anderer Weg konfrontiert uns mehr mit der Essenz des Lebens als die Herausforderung am nördlichen Mondknoten. Es ist der Weg der Mutigen unter uns, welche die Herausforderung des Schicksals annehmen und dafür ihr persönliches Opfer erbringen. Es sind die Menschen, die bereit sind, alles hinter sich zu lassen und sich letztendlich nur noch selbst und einer höheren Führung vertrauen, dabei nicht wissend, wohin der Weg sie führt. Es ist nicht das Los der Leichtlebigkeit unserer Zeit, die scheinbar mühelos auf dem Weg liegt.
Am Ende des Pfades warten als Preis für die Strapazen die erlösten und konstruktiven Eigenschaften des betreffenden Zeichens oder Haueses. An diesem Punkt der Reise sind wir unsterblich wie Chiron. Wir fürchten uns weder vor dem Leben noch vor dem Tod. Wir wissen, dass wir die gemachten Erfahrungen auf unsere lange Seelenreise durch viele Inkarnationen mitnehmen. Wir sind ein Stück ganzheitlicher geworden. Wer dem Gedanken der Reinkarnation folgt, findet am aufsteigenden Mondknoten seine neue Bestimmung - und das, was er durch all seine Erfahrungen bis dahin „verdient“ hat.
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* leicht bearbeiteter und verkürzter Auszug aus: André Hammon: Astrologische Gesundheitsfibel, Astrodata 2000, mit freundlicher Genehmigung des Verlages
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André Hammon war früher Rockmusiker.
Ende der 80er Jahre Studium der Sozialpädagogik und der Astrologie (DAV) mit Schwerpunkt „Entwicklung der astrologischen Berufsanalyse“. Hammon ist heute Herausgeber eines Magazins für Gesundheit und Lebenskunst.

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