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Klaus Bonert: Sonnenbogen-Direktionen im Lebenslauf

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Montag, 25. Juni 2007, 11:02

'Klaus Bonert: Sonnenbogen-Direktionen im Lebenslauf' - Beitrag von astronova VersandLeseprobe aus: Klaus Bonert Sonnenbogen-Direktionen im Lebenslauf ISBN 978-3-89997-147-7

Die progressiven Achsen

Ein immer wieder diskutiertes Thema ist die Dynamik der Achsen (Aszendent und MC) im progressiven Horoskop. In den angelsächsischen und den skandinavischen Ländern wird ganz einfach das progressive Horoskop komplett erstellt, nach der Regel 1 Tag = 1 Jahr, also pro Lebensjahr wird ein Tag zum Geburtsdatum addiert, mit der Geburtszeit in GMT und dem Längen- und Breitengrad des Geburtsortes. Der tägliche natürliche Fortschritt der Sternzeit bewirkt automatisch auch die Bewegung von Aszendent und MC. Das erscheint überzeugend einfach. Besonders in Deutschland aber teilte man, verschiedenen mittelalterlichen Quellen folgend, das progressive Horoskop in zwei Teile auf, in die primäre Direktion, die von der primären Bewegung der Erde, also ihrer Rotation um die eigene Achse, ausgeht, und die sogenannte Sekundärprogression, die bei der Weiterbewegung der anderen (sekundären) Planeten berechnet wird. Dabei haben sich die verschiedensten Methoden herausgebildet, wobei jeder Astrologe behauptet, dass er die einzig richtige benutze. Abgesehen von einigen groben «Faustregeln» für die Direktion, wie etwa das MC um 1° vorzuschieben oder mit dem Naibod-Schlüssel (nämlich 0°59’08’’ pro Jahr) zu dirigieren oder mit dem mittleren bzw. dem wahren Sonnenbogen zu verschieben oder pro Jahr die Sternzeit um 3 Minuten, 57 Sekunden bzw. 0 Stunden, 4 Minuten zu bewegen (wobei es sich um Zeitminuten bzw. Zeitsekunden handelt), benutzen die echten Klassiker einen Weg, der die Schiefe der Ekliptik, die Rektaszension und die Breite des Geburtsortes mit berücksichtigt. Das aber war den meisten Astrologen zu kompliziert, und man beschränkte sich darauf, das komplette progressive Horoskop zu berechnen, dessen Achsen sich ohnehin oft fast genauso bewegen wie mittels Naibod, nämlich ca 1° pro Jahr usw. Eines ist allen genannten Methoden gemeinsam: Der Aszendent hat abhängig vom Breitengrad eine vom MC abweichende Geschwindigkeit. In polaren Breiten können alle Häuserberechnungen versagen, weil das MC unter den Horizont rutscht, während am Äquator alle Häuser fast gleich groß sind.

Die Sonne und der Sonnenbogen

Die Kraft der Sonne ist wirklich phänomenal. Sie beinhaltet praktisch alle Farben des Lichts. Ein Spektralglas kann alle Farben des Regenbogens auffächern, wenn das Sonnenlicht darauf einstrahlt. Die Farben aller anderen Planeten sind also im Sonnenlicht enthalten und somit auch deren Qualitäten. Bei den Ägyptern, von denen sicher ein großer Teil des astrologischen Wissens stammt, war die Sonne heilig. Sie repräsentierte das gesamte Leben und die lebensspendende Kraft, und somit enthält jeder Planet einen Teilaspekt der Sonne. Es ist nicht ganz klar, auf wen die folgende weise Erkenntnis zurückgeht, jedoch wurde diese später von Bonatti, Naibod, Witte, Ebertin und Tyl in der Praxis klug angewandt. „Beobachte die Strecke, welche die Sonne progressiv zurücklegt, und bewege alle Faktoren des Horoskops um dieselbe Strecke gleichmäßig weiter.“ Diese weise Erkenntnis führte nun zu der effektivsten aller Prognosemethoden, weil sie so einfach und doch so intensiv ist. Wenn Sie z.B. beobachten, dass 30 Tage nach Ihrem Geburtstag die Sonne um 29°17’25’’ weitergelaufen ist, so benutzen Sie diesen Weg der progressiven Sonne als festen Schlüssel und dirigieren alle anderen Planeten sowie Aszendent, MC und Mondknoten um dieselbe Distanz voran. Diesen Weg der Sonne nennt man den wahren Sonnenbogen. Oder einmal anders dargestellt: Legen Sie auf Ihre Horoskopzeichnung eine durchsichtige Folie und zeichnen Sie dort alle Horoskoppositionen nochmals ein, befestigen Sie nun die Folie mittels eines Druckknopfes in der Mitte des Geburtshoroskops. Dann drehen Sie die Folie in Tierkreisrichtung, also gegen den Uhrzeigersinn um die Distanz Ihres jeweils zutreffenden Sonnenbogens. So werden die vorgeschobenen Positionen im Laufe ihrer Bewegung Aspekte zu den Radix-Positionen bilden. Diese sind besonders wirksam zu Aszendent und MC, aber auch zu Planeten und Halbsummen. Diese Methode, das Horoskop mit der progressiven Sonne als chlüssel vorzuschieben, nennt man die Sonnenbogen-Direktion. Wie „kreuzwichtig“ dabei die Direktionen der Achsenherrscher sind, werden wir anhand von vielen Beispielen sehen. Wir werden Schlüsselerlebnisse erkennen, die den weiteren Lebensweg prägten und so sehen welche Bedeutsamkeiten die Planeten für den Klienten haben, ohne diesem rechthaberisch eine „Kochbuchdeutung“ überzustülpen.

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