Der narzisstisch Verwundete - verlassen und sich selbst entfremdet

Barbara Egert
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Mittwoch, 27. Juni 2007, 18:10


Der narzisstisch Verwundete -
verlassen und sich selbst entfremdet

"So wie ich geliebt werde, kann ich mich und andere lieben"

Das Drama des narzisstisch verwundeten Menschen beginnt mit dem Drama der Eltern. Meist ist es die Mutter, die ihrem Kind keine empathischen Gefühle entgegen bringen und es voller Liebe annehmen kann, so wie es ist. Auch wenn wir als Kleinstkinder noch keine bewusste Verarbeitungsmöglichkeit unserer Wahrnehmungen haben, so kommen doch alle guten und negativen, verbalen und emotionalen Botschaften und Reaktionen und vor allem auch die Atmosphäre des elterlichen Umfeldes bei uns an und bestimmen fortan unsere gefühlsmäßige und seelische Entwicklung.

Narzissmus bedeutet Selbstliebe, wie sie in dem biblischen Satz "Du sollst Deinen Nächsten lieben, wie Dich selbst" kurz und treffend ausgedrückt wird. Sonderbarerweise ist uns weitaus geläufiger, dass wir unseren Nächsten lieben sollen, als die Aufforderung, uns selbst zu lieben. Wenn wir nicht erfahren durften, was es heißt, mit liebevoller Freude von der Mutter/den Eltern angenommen und in unseren Gefühlen positiv gespiegelt zu werden, wie sonst sollten wir erfahren, dass wir liebenswert sind?

Dass wiederum die Mutter an allem Schuld sein soll, ist für die Frauen, die ihr Bestes gegeben zu haben meinen, natürlich deprimierend, und wir vergessen auch im Allgemeinen, dass diese jungen Frauen aus diversen Gründen oftmals überfordert waren, selbst mit Problemen zu kämpfen hatten und vielleicht auch nicht mehr Liebe geben konnten, weil ihre eigene Kindheit durch mangelnde Bemutterung lieb- und freudlos war. Hinzu kommt die Tatsache, dass Kinder unterschiedliche Bedürfnisse haben, die auch von einer sehr gutwilligen Mutter einfach nicht erfüllt werden können. Stellen wir uns eine Mutter vor mit dominanter Uranus- und Merkur-Betonung, die ihr Kind zwar liebt, aber eben auf ihre etwas distanzierte und unstete Art. Nun hat das Kind eine Mond/Neptun-Konjunktion mit Venus im Krebs und braucht empathische Zuwendung und innige Nähe, es verlangt nach Symbiose. Wer ist "Schuld", wenn diese Beziehung scheitert? Warum hat dieses Kind solch eine gegensätzliche Mutter bekommen und vice versa?

Natürlich spielt auch der Vater eine prägende Rolle und kann sogar eine Art "Ersatzmutter" sein, aber wenn die Beziehung zwischen den Eltern von emotionalen Unvereinbarkeiten und verbalen Unstimmigkeiten bestimmt ist, dann hilft auch kein guter Vater, denn die problematischen Gefühle und Verhaltensweisen der Eltern untereinander können für ein kleines Kind eben die oben erwähnte dramatische Ausgangssituation bedeuten. Auch wenn die Eltern sich in der Gegenwart des Kindes zusammenreißen, so liegen die negativen Schwingungen "in der Luft" und haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.

Eine narzisstische Verwundung ist aus einem Horoskop sehr gut ersichtlich und bei meinen Untersuchungen wurde ich fast nie enttäuscht. So war ich dann aber sehr irritiert, als ich mir das Radix des französischen Romanciers Gustave Flaubert ("Madame Bovary") anschaute, von dem bekannt ist, dass er an einer narzisstischen Störung litt, deren Auswirkungen sich durch sein ganzes Werk ziehen.

Mir ist die Beziehung zu seiner Mutter nicht bekannt, aber man weiß, dass hier der Vater die Ursache der Selbstwertstörung war, und so erwartete ich natürlich entsprechende Konstellationen, wie Sonne im harten Aspekt zu Saturn und den Transsaturnieren, vielleicht zusätzlich eine Verletzung von Mars oder zumindest eine schwierige Platzierung von Planeten im vierten Haus. Was mich sehr überraschte waren die Trigon-Aspekte von der Sonne auf Jupiter, Saturn und das MC. Uranus, der Herrscher des vierten (Vater-) Hauses bildet zwar ein Quadrat zu einer Pluto/Chiron-Konjunktion, allerdings auch ein Trigon zu Mars.

Ich möchte ja kein Radix so „hinbiegen“, dass es zu dem realen Menschen und seinem Leben passt, bin aber dennoch der Auffassung, dass es überdenkenswert wäre, die Geburtszeit auf eine Stunde später zu legen (05.00 h), denn dann wären Pluto und Chiron im vierten Haus platziert und Neptun, der Herrscher des vierten Hauses, würde ein Quadrat zur Pluto/Chiron-Konjunktion im zweiten Haus bilden, dem Feld des Selbstwertes, der Festigung der Persona etc. Hier könnten wir die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten, die durch die missglückte Vater-Beziehung entstanden und zu seiner Lebensproblematik führten, sehr gut wiederfinden.

Bei einer narzisstischen Störung ist die Verlassenheit die Hauptursache. Das bedeutet nicht, dass das Kind tatsächlich verlassen wurde (Krankenhausaufenthalt der Mutter, Scheidung der Eltern etc.), sondern genauso häufig und nicht minder prägend ist die emotionale Verlassenheit. Das Kind muss lernen, mit ihr zu leben, um zu überleben, und alle Gefühle, mit denen es in Berührung kommen könnte, werden verdrängt. Mit der Zeit hat sich das Kind/der Heranwachsende das Fühlen abgewöhnt und lässt niemanden mehr nahe an sich heran, richtet sich nach den Bedürfnissen anderer Menschen, um nicht zurückgewiesen und verletzt zu werden. So bleibt der Mensch innerlich einsam, verwundet und sich selbst entfremdet, hat aber in der Tiefe seiner Seele den sehnlichsten Wunsch nach Liebe. Er hat allerdings gute Antennen dafür, welche Reaktionen von ihm erwartet werden und welche Gefühle er zeigen sollte, ob er sie spürt oder nicht. Die positive Resonanz auf seine erfüllte Erwartungshaltung führt zu einer zweifelhaften Aufwertung seiner Identität oder seines Selbstwertes, denn durch die Bejahung durch einen anderen Menschen wird das eigene Gefühl der Verlassenheit nicht mehr so sehr wahrgenommen, obschon er zutiefst weiß, wie fremd er sich ist.

Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, wenn wir einen erwachsenen Menschen beobachten, der sich selbstsicher und betont freundlich gibt, und denken, dass dieser vielleicht einige sehr positive Konstellationen in seinem Horoskop haben müsste. Wir können stattdessen voller Verwunderung starke Verletzungen der persönlichen Planeten finden und/oder eine dominante Neptun-/Fische-Betonung und mögen uns fragen, womit denn diese schwierigen Platzierungen überwunden werden konnten. Sie wurden nicht überwunden, aber der narzisstisch Verwundete hat sich zum Schutz eine Fassade aufgebaut, hinter deren Maske (Persona) er sich und sein Minderwertigkeitsgefühl zu verbergen sucht und sich "grandios" darstellt. Diese zur Schau getragene Selbstliebe und Selbstsicherheit ist tragisch, denn sie resultiert aus einer tiefen Selbstwertstörung, deren Mängel durch ein zur Bewunderung aufforderndes Verhalten kompensiert werden. Hier finden wir auch den Perfektionismus, durch den man Anerkennung ernten und etwas Besonderes sein will. Da narzisstisch Gestörte mit Kritik nicht umgehen können, dürfen sie sich keinen Fehler leisten, denn dann fällt ihr perfektionistisches Gebäude, ihr ganzer konstruierter Selbstwert in sich zusammen. Wenn wir eine gesunde Beziehung zu uns selbst haben, dann dürfen wir ruhig Fehler machen und/oder mal versagen, wir sind und bleiben ok.

Wenn man die Verhaltensmuster erst mal erkannt hat, möchte man sich diesen verwundeten Wesen voller Mitgefühl zuwenden, aber sehr oft lassen diese Menschen sich nicht helfen, man kommt nicht an sie heran, oder aber bei entsprechenden Konstellationen wird der zu ihnen so besonders freundliche und hilfsbereite Mensch vereinnahmt, was vor allem bei starken plutonischen Platzierungen der Fall ist. Darüber hinaus sind manche narzisstisch Verwundete so schwer zu durchschauen, dass man (ohne Studium des Radix) nie auf die Idee käme, hinter dieser selbstsicheren Fassade steckt eigentlich eine arme und bedürftige Seele.

Auch mir sind natürlich solche Menschen begegnet, und ich habe ihren versteckten Schmerz nicht erkennen können, bis ich das Horoskop in der Hand hatte. Ich hatte beruflich mit einer Frau zu tun, die immer den Clown spielte, über alles wurde laut gelacht, und sie war durch ihre Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft auch sehr beliebt. Was mir nicht gefiel, war der Ausdruck ihrer Augen - sie waren leer und irgendwie fern – und echte Gefühlsregungen fehlten für den aufmerksamen Beobachter. Als ich später das Horoskop erstellen und auch sehr vertraulich mit ihr sprechen konnte, öffneten sich Welten voller Verdrängungen und Verlassenheitsgefühle, die sich astrologisch in einer Chiron/Mond-Konjunktion im Quadrat zu Saturn und einer Pluto-Opposition zur Venus in Fische widerspiegeln. Sie kompensierte die fehlende Gefühlsbewusstheit und Entfremdung von sich selbst eben mit clownesquen Auftritten und Überanpassung an andere Menschen. Merkur/Uranus und ein Schütze-AC halfen ihr, die wahre, aber deformierte Persönlichkeit zu verstecken.

Durch das Vertrauen, das sie mir entgegenbringen konnte und mein echtes Mitgefühl für ihre Kindheit und Entwicklung, sah sie mich als ihre „Ersatzmutter“; der narzisstische gestörte Mensch ist stets auf der Suche nach Mutter und Mütterlichkeit, und so entstehen diese Projektionen, obschon ich wirklich kein ausgeprägter mütterlicher Mensch bin. Aber Idealisierung und der riesige, weitestgehend unbewusste Wunsch nach Zugehörigkeit lösen solch ein Verhalten aus, mit dem dann nur schwer umzugehen ist. Wie führt man einen narzisstisch Verwundeten zu sich selbst und seinen eigenen Gefühlen zurück, ohne ihn weiter zu verwunden? Gabi begann glücklicherweise eine Therapie, und ich war von dieser großen Verantwortung entlastet.

Es gibt unter den Narzissten aber auch Menschen, die nach außen egoistisch, stets schlechter Stimmung und reizbar sind oder zumindest schlechte Laune durch Negativität verbreiten, damit sie mit ihren eigenen Verstimmungen nicht allein sind. Manchmal werden diese Menschen von ihren unterdrückten gehässigen und wütenden Emotionen überfallen, deren Ausbruch völlig überraschend kommt und in keiner Relation zu dem Auslöser steht. Aber diese heftigen Gefühle sind in ihrer ganzen Verzweiflung nur der Schrei nach Nähe. Es ist erschreckend, aber diese Menschen tun sich nun selbst das an, was ihnen früher von den Eltern angetan wurde.

Der narzisstisch Verwundete kompensiert allerdings nicht nur durch grandioses Gehabe, sondern ebenso oft stürzt er in Depressionen. Manchmal genügt die leiseste Kränkung, um einen Absturz herbeizuführen, sei es in ein dunkles, einsames Loch, in dem man verkrochen bleiben und nie mehr hervorkommen will, oder in Wut- und Hassattacken, die gleichermaßen gegen sich selbst als auch gegen den vermeintlichen Verursacher gerichtet sein können. Dieser Wechsel zwischen Grandiosität und Depression umschreibt das schwankende Selbstwertgefühl, die fehlende stabile Verwurzelung, es schwankt zwischen alles oder nichts und entweder - oder. Da diese Haltung auch besonders bei Plutoniern feststellbar ist, lässt sich folgern, dass eine markante plutonische Platzierung oder dominante Aspekte auf persönliche Planeten sehr oft bei narzisstisch Verwundeten zu finden sein müssten.

Besonders auch Chiron mit seiner unheilbaren Verwundung hat mit seinen harten Aspekten und schwierigen Platzierungen in einem Radix große Aussagekraft. Eine Mond/Chiron-Konjunktion im zehnten (Mutter-) Haus zum Beispiel gibt bei schwierigeren Aspektierungen einen fast sicheren Hinweis darauf, dass die Mutter in der frühen Kindheit eine Quelle tiefer Verletzungen war. Diese erspüren wir als Erwachsene besser bei anderen Menschen als bei uns, weil man sich eben selbst entfremdet ist, aber dennoch die Empfindsamkeit behalten hat. Diese schmerzhaften, sich wiederholenden Erfahrungen werden sich erst abschwächen oder ganz verschwinden, wenn wir die geforderte Bewusstseins- bzw. Einstellungsänderung vollzogen haben. Andernfalls besteht leider die Gefahr, dass bei mehreren Transiten über diese harte Platzierung die Wunde immer wieder aufgerissen wird und schließlich auch zu körperlichen Krankheiten führen kann.

Die tiefen Wunden, die in unserer Kindheit geschlagen wurden, sind durch die damaligen Verdrängungsmechanismen (Abwehrformen) nicht geheilt, wenn man sie nicht erinnert, sie sind und bleiben emotional gespeichert. Die Erinnerung an diese Schmerzen führt dazu, dass wir später immer wieder in Situationen geraten oder sie auch anziehen, die diese Wunde wieder bluten lassen. Der Zwang zur Wiederholung ist ein psychisches Gesetz.

Den oft zitierten Satz von C.G. Jung „Was du innen leugnest, ziehst du von außen an und nennst es dann Schicksal“ finde ich sehr gut und zutreffend, allerdings kann ein narzisstisch Verwundeter nicht anders als seine verletzten Gefühlswunden schützen, das heißt, er muss sie leugnen – wie sonst sollte er damit leben? Wir alle haben aber auch die Möglichkeit, uns in therapeutische Behandlung zu begeben oder uns durch entsprechende Literatur unsere geleugneten Verletzungen bewusster zu machen. Diese harten Aspekte bedeuten eine Herausforderung, die wir - wie bei allen anderen schwierigen Konstellationen - wohl annehmen sollten.

Ich möchte nun das Radix von Lukas vorstellen, einem heute 14-jährigen Jungen, dessen Ausgangssituation durch das Drama der Eltern gekennzeichnet war und dessen Entwicklung durch eine narzisstische Verwundung durch beide Eltern zutiefst gestört wurde. Lukas ist das uneheliche Kind einer damals sehr jungen Mutter, die den Vater nicht heiraten wollte, stattdessen diverse Männerfreundschaften einging und schließlich einen weitaus älteren Mann heiratete, der zweifelhaften Geschäften nachging, sehr viel trank und den Jungen mehr als lästig fand. Die heftigen Streitereien in der gemeinsamen Wohnung drangen selten nach außen, allerdings erfuhr die Großmutter über bestimmte Quellen, was sich da abspielte. Lukas wurde in der Schule bald auffällig, litt an Neurodermitis, die oft auf psychische Störungen zurückzuführen ist, an ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) und Hyperaktivität. Später wurde er auffällig durch kleinere Diebstähle, er kam nicht nach Hause und wenn, dann traf er seinen betrunkenen "Ersatz-Vater" an oder aber es war niemand daheim. Die Fürsorge schaltete sich ein, und Lukas wurde mit sofortiger Einwilligung der Mutter zu Pflegeeltern gegeben, die schließlich auch überfordert waren.

Nun kam Lukas in ein Heim mit integrierter Schule nach Norddeutschland und fügte sich - mit einigen drastischen Rückschlägen - doch recht gut in die Wohn- und Schulgemeinschaft ein. Seine Mutter kümmerte sich kaum um ihn, und der richtige Vater war ebenso desinteressiert, meldete sich ab und zu mal bei ihm, um dann Monate wieder nichts von sich hören zu lassen. Lukas bemühte sich um telefonischen Kontakt zu seinen Eltern, der aber fast nie zustande kam. Seine sporadischen Wutanfälle sind teils so gefährlich, dass man ihn schon mit Spritzen ruhig stellen musste. Über seinem Bett hat er Fotos von seinen Eltern angebracht, aber die einzigen konstanten Bezugspersonen, die sich liebevoll um ihn kümmern, sind seine Großeltern.

Die Mutter finden wir in Lukas Horoskop im Skorpion-Mond an der Spitze des zweiten Hauses im Quadrat zu Saturn im vierten Haus und in etwas weiter Konjunktion zu Mars. Das MC im Krebs hat eine Opposition zu Uranus und Neptun im vierten Haus und außerdem steht Chiron in zehn. Der Vater wird symbolisiert durch die Waage-Sonne in eins im Quadrat zu Neptun und Uranus in vier, der Waage-Mars in eins steht im Quadrat zu Saturn in vier, der gleichzeitig Herrscher des vierten Hauses ist.

Lukas hat darüber hinaus vier persönliche Planeten im persönlichkeitsbildenden ersten Haus ("ich bin"), die alle harte Aspekte empfangen und Pluto im zweiten Haus ("ich habe"), wo ihm die Festigung einer Persona und Entwicklung eines gesunden Selbstwertes sehr erschwert wird. Lukas Lebensgeschichte ist noch nicht geschrieben, aber wohl doch vorprogrammiert. Hat(te) er bisher überhaupt eine Wahl? Er ist und bleibt vorerst narzisstisch gestört und wird mit dieser schmerzhaften Wunde noch lange leben müssen.

Einige der besonderen astrologischen Merkmale, auf die wir in den Horoskopen von narzisstisch Verwundeten achten sollten, sind auch in Lukas Radix zu finden.

Zusammenfassend würde ich folgende Richtlinien vorschlagen:

? Harte Winkel und Konjunktionen von Saturn und der Transsaturnier auf die persönlichen
Planeten und die Achsen (Mond und Venus weisen mehr auf die Mutter hin, Sonne
und Mars auf den Vater)
? Schwierige Platzierungen im vierten (Vater) und zehnten (Mutter) Haus mit herausfordernden Aspekten zu Saturn und den Transsaturniern
? Platzierung und Aspekte von Chiron zu den persönlichen Planeten und Saturn, überhaupt wenn die Häuser vier und zehn oder deren Häuserherrscher betroffen sind.
? Fische-/Neptun-/Zwölfthaus-Betonung oder zahlreiche Neptun-Aspekte; auch die positiven Winkel verstärken die Sensibilität und Sehnsucht nach Geborgenheit, wodurch das Kind überempfänglich für alle Eindrücke bzw. Unterlassungen ist.

Die Synastrie-Aspekte zwischen dem Kind und den Eltern sollte man immer untersuchen, denn das gibt weiteren Aufschluss über die Stärke und wahrscheinlich auch Ursache der Störung. Bei Lukas und seiner Mutter finden wir unter anderem:

Skorpion-AC der Mutter auf Pluto von Lukas
Waage-AC von Lukas auf Pluto der Mutter
Chiron von Lukas in Quadrat/Opposition zu Mond und Venus der Mutter
Uranus der Mutter im Quadrat zum Saturn und in Konjunktion zum Skorpion-Mond von Lukas

Sehr häufig kommt bei Synastrie-Aspekten auch die Kombination von Saturn und Pluto der Eltern auf den persönlichen Planeten des Kindes vor. Schwierige Konstellationen, mit denen die Beteiligten vielleicht erst spät im Alter lernen umzugehen, nämlich dann, wenn sie reif genug sind zu erkennen, dass jeder sein Schicksal leben muss und daran wachsen kann und dass es oftmals Unvermögen und keine Böswilligkeit ist, wenn die Beziehung der Eltern zu ihrem Kind so drastisch gestört wurde.

„Nach allem, was ich über das Wesen der Liebe gesagt habe, ist die Hauptvoraussetzung für die Fähigkeit, lieben zu können, dass man seinen Narzissmus überwindet.“ (Erich Fromm) Wie also kann man narzisstisch gestörten Menschen helfen, ihre Verwundungen nach und nach zu heilen? Sie müssen erst einmal akzeptieren, dass die Urbeziehung missglückt ist, dass sie sich entfremdet wurden und tiefe Verlassenheitsgefühle in sich tragen. Wenn sie sich das bewusst machen könnten, dann wären sie eher in der Lage, sich zu fragen, was sie brauchen und wollen, welche Bedürfnisse und Wünsche sie haben und wie sie der Erfüllung näher kommen könnten. Haben sie einmal erkannt, dass sie um ihrer selbst willen gemocht, akzeptiert und geliebt werden wollen, dann bestände der nächste Schritt darin, sich selbst anzunehmen, aber auch spüren zu lernen, dass sie selbst auch zur Liebe fähig sind und viele positive Emotionen in ihnen schlummern. In einem der Bücher über Narzissmus fand ich den trefflichen affirmativen Satz: „Ich brauche nichts zu tun, um geliebt zu werden.“ Diese positive und ermutigende Aussage impliziert allerdings, dass die verwundeten Menschen wissen, dass auch sie das verborgene grundlegende Bedürfnis eines jeden Menschen in sich tragen, dass sie ein Recht auf Liebe haben und sich ihre Wünsche zu erfüllen und nicht nur das tun, was anderen gut tut.

Die dringend benötigte Selbstakzeptanz finden wir wahrscheinlich am leichtesten (wenn bei dieser Suche überhaupt etwas leicht fällt) in dem Haus, in dem Jupiter platziert ist, und durch seine positiven oder auch herausfordernden Aspekte. Jupiter könnte uns den Sinn im Leben geben, der uns anregt, zuversichtlich auf die Suche nach unseren verborgenen emotionalen Tiefen und verletzten Wesensteilen zu gehen, er könnte sich mit Vertrauen auf die eigenen Stärken und Talente besinnen, die jeder Mensch hat, und einen Neubeginn versuchen. Je mehr Vertrauen wir in uns und vielleicht auch unseren Schöpfer, oder wie immer wir die höheren Mächte nennen mögen, entwickeln, umso geringer werden unsere Ängste und Zweifel und umso mehr Zuversicht kann sich in uns entfalten. Der verwundete Narzisst könnte nach und nach ein bis dahin unbekanntes positives, sich annehmendes Selbst-Bewusstsein entwickeln.

In Lukas Horoskop finden wir Jupiter in Konjunktion zu Venus im elften Haus, wobei Jupiter im Trigon zu Uranus am IC und Sextil zum MC steht. Lukas gewinnt sehr schnell Freunde, mehr noch, er wird alsbald zum „Anführer“ erkoren, was bis dato einen etwas obskuren Beigeschmack hatte („Boss der Straßenbande“), sich aber im Alter natürlich positiv ändern könnte. Da das elfte Haus auch mit sozialen Aktivitäten zu tun hat, bestünde zum Beispiel die Möglichkeit, dass sich Lukas aufgrund seiner schlimmen Erfahrungen später für ähnlich miss-
handelte Jugendliche einsetzen kann und so sich und seiner Problematik näher kommt. Wenn Lukas wirklich ein persönliches Ziel verfolgt, dann hält er daran emsig fest, so wie er im vergangenen Jahr seinen Angelschein machte und damit alle verblüffte.

Aber nicht nur Jupiter kann uns bei der Heilung behilflich sein, auch gerade die Planetenkräfte, die uns durch ihre schwierigen Winkel oder Platzierungen herausforderten und uns Wunden schlugen, haben eine positive Seite. Diese problematischen Manifestationen quälten uns bislang, vielleicht weil wir unser Leben nicht selbst in die Hand nehmen konnten oder wollten und weil wir diese Erfahrungen machen mussten, denn gerade durch dieses Leid gelangen viele zu sich selbst oder zu höheren Erkenntnissen.

Stellen wir uns Pluto im Quadrat zu unserer Sonne vor, das uns lebenslänglich zu schaffen machte durch Übermachtung im Elternhaus mit einen unerbittlichen Vater, mit dem wir uns nicht identifizieren konnten und der uns somit mehr von uns weg- als zu unserem wahren Wesen hinführte. Später dann beginnen wir aus Furcht vor ähnlichen Unterdrückungen andere Menschen zu kontrollieren, zu manipulieren und Macht auszuüben. Haben wir in etwa erkannt, dass wir nun anderen das zufügen, was uns selbst geschah und dass damit unser Schmerz nur weiterhin verdrängt wird, dann könnten wir uns damit anfreunden, was die positive Manifestation einer Sonne/Pluto-Kräfteverbindung ist.

Zum einen sollten wir zum Beispiel erkennen, dass Pluto Wandlung verlangt und uns nicht sträuben, das „Werde!“ anzunehmen, denn das „Stirb!“ ist uns nur allzu vertraut. Zum anderen ist mir immer wieder das Pluto-Thema „Macht oder Märtyrer“ begegnet, das heißt, entweder wir setzen unseren Willen durch oder wir "leiden" (meistens selbst auferlegt) mehr oder weniger offensichtlich. Aber hier gibt es nicht nur ein Entweder-Oder, denn weder Machtausübung, noch Duldertum sind eine Lösung. Gerade bei narzisstisch Verwundeten mit Plutoeinfluss und ihren Schmerzen ist die „Selbstbestimmung“, die fälschlicherweise sehr oft mit Egozentrik in Verbindung gebracht wird, einer von mehreren Wegen zu sich selbst.

So gibt es bei allen herausfordernden Planetenverbindungen eine Möglichkeit, die besseren Kräfte leben und entwickeln zu lernen, denn es liegt an uns und unserem Bewusstseinszustand, ob wir die kreative oder destruktive Seite leben. Diese Lösungsversuche sind niemals einfach, oftmals sogar langwierig und von Rückschlägen begleitet, aber haben wir die Wahl, wenn wir so nicht mehr weiterleben wollen, wobei „leben“ den Zustand eines solchen Daseins sicher nicht beschreibt?

Die Sonne ist in einem Horoskop immer von ausschlaggebender Bedeutung, und deshalb müssen wir besonders bei selbstwertgestörten Menschen die Sonnenposition, ihre Aspekte und auch das Zeichen an der Spitze des fünften (Sonnen-) Hauses beachten. Die Sonnenkraft strebt nach Ganzheit und hat die Identität mit uns selbst zum Ziel. Bei einem narzisstisch verwundeten Menschen ist dies gerade der wunde Punkt: Wie soll er sich selbst verwirklichen, wenn er sich nie gefunden hat, sondern sich bereits in der Jugend abhanden kam? Wird die Sonne von Saturn oder einem der Transsaturnier hart aspektiert, dann müssen wir davon ausgehen, dass unsere Entwicklung, unsere Selbstachtung gestört sind und es der größten Mühe bedarf, uns unserer Bestimmung gemäß zu entfalten. Unsere Lebensaufgabe und damit eine Stärkung unseres Selbstbewusstseins und unserer Identität finden wir in der Grundbedeutung des Feldes, in dem die Sonne platziert ist. Eine Sonne steht zum Beispiel im zwölften Haus nicht sehr stark, wir können sie aber sehr wohl stärken, da wir durch sie weit reichende Entwicklungschancen haben. Unter vielem anderen könnten wir beispielsweise da „helfend eingreifen, wo die eigene Gefährdung sitzt“ (Thomas Ring), und durch seine eigenen Erfahrungen kann gerade der Narzisst eine Aufgabe finden, mit der er anderen und eben auch sich selbst helfen und heilen kann.

„Die Sonne ist auch für die Schaffenskraft eines Menschen und seine Verwirklichung in der Außenwelt maßgebend, denn sie ist nicht nur Ich-Bewusstsein und Selbstideal, sondern widerspiegelt auch den Willen sowie das ethische und religiöse Bewusstsein Sie ist jener Funke, von dem Paracelsus spricht, jenes innere Licht, das das Licht des Himmels widerspiegelt; auch entspricht sie der lenkenden Kraft, die Ambitionen, innere Neigungen und zwischenmenschliche Beziehungen verwirklichen lässt.“ *1


*1 Sicuteri, Roberto Astrologie und Mythos
Aurum-Verlag 1983

(Erstveröffentlichung in ASTROLOGIE HEUTE - www.astrologieheute.ch)

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