Astrologie | Astrologie & Spiritualität

Urprinzipien - Sprache der Seele. Teil 1

Friedrich Maier Systemische Astrologie
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Dienstag, 3. Juli 2001, 11:25

'Urprinzipien - Sprache der Seele. Teil 1' - Beitrag von Friedrich Maier Systemische AstrologieTitelthema (aus merCur 1/00: Jan./Feb.2000)
Urprinzipien - Sprache der Seele
Warum eine archetypische Medizin not tut

„Gesundheit“ ist einer der Mega-Trends im neuen Jahrhundert. Doch auch im Zeitalter der Gen- und High-Tech-Medizin werden die Menschen nicht „gesünder“ - solange die Wissenschaftsmedizin das uralte Wissen über die Archetypen bzw. Urprinzipien nicht würdigt, stattdessen weiter belächelt oder verweigert. Dabei könnte die Integration des „senkrechten Denkens“ viel Leid und Kummer ersparen. Vor allem eine nur technisch-medizinische „Vorbeugung“ ohne Kenntnis der urprinzipiellen Lebernsenergien ist nicht mehr als ein oft gefährlicher Etikettenschwindel*.

Von Dr. Ruediger Dahlke

Spirituelle Themen erfreuen sich zunehmender Akzeptanz im gesellschaftlichen Leben; sie dringen auch immer tiefer in die Medizin ein, hier vor allem in den Bereich der Grenzgebiete und der sog. Comple-mentärmedizin. Uns wird diese Tatsache besonders im Bereich der Krankheitsbilder-Deutung täglich deutlich.
Trotz dieser erfreulichen Tendenz fällt auf, daß die eigentliche Grundlage der spirituellen Auseinandersetzung mit der Welt, die Sprache der Urprinzipien (die ja nicht nur in der Krankheitsbilder-Deutung, sondern auch in der Astrologie, im Tarot, in der Alchemie und eigentlich in allen erwähnens-werten Bereichen der hermetischen Philosophie die entscheidende Rolle spielt) trotz Esoterikbooms kaum bekannt ist.
Was die Deutung von Krankheitsbildern angeht, hatten Thorwald Dethlefsen und ich in unserem Buch „Krankheit als Weg“ (Bertelsmann 1983) die Urprinzipien zunächst gar nicht erwähnt - in der richtigen Einschätzung, daß wir es damit etwaigen professionellen Anwendern nur schwer machen würden, weil Urprinzipien oder Archetypen in diesen Kreisen, wenn auch zu Unrecht, immer noch sehr schnell in die Schublade Astrologie, Esoterik und also „unseriös“ einsortiert werden.
Inzwischen haben sich die Zeiten weiter gewandelt und dem esoterischen Gedankengut erschließen sich immer mehr Türen. Umso erstaunlicher, daß die Urprinzipien weiterhin außer in der Astrologie nur eine marginale Rolle spielen.
Im Bereich der Krankheitsbilder-Deutung wird nämlich alles sehr viel leichter, wenn man sich dieser zugrundeliegenden Ursprache bedient. Dennoch fällt uns auf, dass immer noch die meisten Anwender versuchen, dieses Gebiet unter Umgehung der Grundlagen und damit letztlich über Rezepte in den Griff zu bekommen - ein Versuch, der bereits in der Schulmedizin scheitert, wo es auch nicht möglich ist, nur allein alle Krankheitsbilder der Inneren Medizin auswendig zu lernen.
Wohl schon immer hatten Menschen das Bedürfnis, die Welt, die ihnen unüberseh-bar vielfältig vorkommen mußte, in Sinn-zusammenhängen zu ordnen, damit sie übersichtlicher und damit weniger beängstigend erschiene. In der Antike postulierte Demokrit das Atom (wörtlich das Unteilbare) auf Grund theoretischer Überlegungen. Er war davon ausgegangen, daß einfach ein aller Materie zugrundeliegender Grundbaustein existieren müsse. Heute wissen wir, wie Recht er damit hatte, wenn auch anders als er dachte. Atome sind tatsächlich die Grundbausteine der materiellen Schöpfung, aber unteilbar sind sie durchaus nicht, wie die Kernspaltung uns lehrt. Im Prinzip aber hatte Demokrit Recht, wir haben nur die Ebene der letzten unteilbaren Bausteine noch ein gutes Stücke weiter in die Tiefen des Mikrokosmos verschoben. Erst ersetzten die Proto-nen, Neutronen und Elektronen als klein-ste und letzte Bausteine das Atom, heute sind es die sogenannten Quarks, die die Grenze unserer Wahrnehmungsfähigkeit markieren. Insofern gehen wir jetzt davon aus, daß sich alle Materie in dieser Schöpfung aus ihnen aufbaut. Wie immer wir die kleinsten Teilchen nennen, auf alle Fälle stellen sie Grundbausteine dar, aus denen sich alles materielle Geschaffene zusammensetzt. Das Prinzip dieses Denkens aber war bereits mit dem Atomgedanken von Demokrit geschaffen.
Letztlich ist und bleibt wohl auch das auf dem Atommodell aufbauende Periodensystem der Elemente, wie es Chemie und Physik benutzen, das gängigste Urprinzipiensystem dieser Welt, von allen Wissenschaftlern anerkannt und weltweit gelehrt. Umso erstaunlicher mag es anmuten, wie wenig die Wissenschaft aus dieser Lehre macht. In vieler Hinsicht und jedenfalls bei etwaiger Auseinandersetzung mit der Esoterische Medizin tut sie sogar so, als sei schon der Gedanke des Urprinzipiendenkens absurd. Diesbezüglich fällt auf, daß die medizinische Wissenschaft, wie sich die Medizin ja heute gern nennt, ihre Daten auch auf völlig andere Weise sam-melt und gemeinsame Prinzipien an der Basis geflissentlich übersieht. Statt in die Tiefe geht ihre Suche eher in die Breite, was zu einer enormen Datenfülle bei geringem Tiefgang führt. Hier könnte der Schritt zum Urprinzipiendenken eine enorme Möglichkeit der Weiterent-wicklung bedeuten.
Der Schritt vom Periodensystem, den Urprinzipien der Naturwissenschaft, zu jenen noch umfassenderen, die neben der Materie auch noch die Welt des Geistes und der Ideen umfassen, wäre eigentlich naheliegend. Denn auch die Naturwissenschaft sucht seit jeher nach übergreifenden Prinzipien, die das ganze unter einen Hut bringen. Im Bereich der esoterischen Medizin ist solch ein umfassendes System nun nicht einfach erfunden worden, sondern es scheint von Anfang an vorhanden gewesen zu sein, wobei hier schon die Schwierigkeiten für die Wissenschaftler beginnen. Sie wollen eben nichts übernehmen, sondern alles selbst neu entdecken ein Umstand, der ihnen ja leider auch den Zugang zu den alten Medizinsystem der indischen, tibetischen und chinesischen Medizin verstellt. Was nicht westliche Wissenschaftler aus Europa, den USA oder die ehrenhalber wie Westler behandelten Japaner gefunden haben, gilt nichts.
Seit Menschengedenken und bereits in frühen Spuren menschlicher Zivilisation finden sich aber Hinweise auf Urprinzipien, oft im Zusammenhang mit Astrologie. Ursprünglich kannte man sieben Urprinzipien, die in der Antike oder auch schon frü-her mit den Namen der klassischen Götter bezeichnet wurden. Heute werden im allgemeinen die 10 Urprinzipien benutzt, die auch die Namen der 10 bis heute entdeckten Planeten tragen, und mit den Götternamen aus dem Pantheon der Antike identisch sind. Ähnlich wie für das Ur-prinzipiensystem der Physik und Chemie gilt auch für das noch umfassendere System der Esoterik, daß sich alles ohne Ausnahme aus diesen Bausteinen zu-sammensetzen muss, sonst handelte es sich nicht um Urprinzipien. Bestünde ir-gendetwas Materielles in dieser Schöpfung nicht aus den gut 100 bekannten Atomen, büßten diese ihren Anspruch, Urprinzipien zu sein, sogleich ein. Ganz entsprechend kann es auch nichts in dieser Schöpfung geben, das sich nicht auf die 10 übergeordneten Urprinzipien Sonne und Mond, Jupiter und Saturn, Mars und Venus, Merkur, Uranus, Neptun und Pluto zurückführen läßt.
In verschiedenen Bereichen wie der Farbenlehre ist uns Urprinzipiendenken völlig vertraut und eine Farbenlehre ohne diese Basis ist geradezu absurd. Bei entsprechenden Projektionstechniken kann jeder feststellen, daß sich das Fernsehbild lediglich aus drei Grundfarben aufbaut. In un-zähligen verschiedenen Mischverhältnissen wird aus drei einzelnen Farben die ganze Vielfalt dieser bunten Welt auf den Bildschirm gezaubert. Ein Künstler, der ei-nen alten Meister kopieren will, würde nicht versuchen, all die nötigen Farbnuancen im Farbengeschäft zu erwerben, son-dern sie aus wenigen Farben neu zusam-menmischen. Die Grundfarben sind so etwas wie ein Urprinzipiensystem der Farben. Goethes aber letztlich ja auch Newtons Farbenlehre bauen darauf ganz selbstverständlich auf.
In unserem Alltag wird vieles überhaupt nur über die Archetypenlehre verständlich, etwa die urprinzipiensichere Ausdrucksweise der Umgangssprache, wie auch die zahllosen Bräuche und Sitten. Wenn wir jemanden herabsetzen wollen und ihn für verrückt erklären, zeigen wir ihm am Kopf einen Vogel, statt z.B. ein Rindvieh am Hintern. Das Schwein verschenken wir lieber, da es dem jovischen Urprinzip angehört, als Glückssymbol zu Sylvester; wohingegen der Vogel ein uranisches Tier ist, und wie Gehirn und Kopf als uranische Gegend im Körper viel besser mit Gedankenblitzen und spontanen Einfälle verbindbar erscheint.
In vieler Hinsicht sind wir auch heute noch recht urprinzipiensicher, oft ohne es zu ahnen. Bei Beerdigungen spüren wir zumindest noch, daß wir Saturn gerecht werden sollten. Wir kleiden uns also in seine „Farbe“ schwarz und setzen die angemessene Trauermine dazu auf. Der Priester wechselt automatisch von seinem Taufgesicht, das er vielleicht noch am Vormittag brauchte, um einem ganz anderen Urprinzip gerecht zu werden, und setzt ebenfalls die zu Saturn und Friedhof passende Trauermine auf. Goethe meinte von „Schwarz“, es sei gar keine Farbe, sondern ein Mangelzustand, weil ihm alles fehle. Tatsächlich entsteht schwarz nur, wenn alle wirklichen Farben verschluckt werden. An unseren eigenen Pupillen und den schwarzen Löchern des Weltalls wird das sehr deutlich. Bei Trauerfeiern drückt Schwarz ebenfalls aus, wie sehr uns etwas fehlt, eben der Angehörige, der schon hinübergegangen ist.
So können die urprinzipiellen Zusammenhänge logisch nachvollziehbar sein, oft sind sie es jedoch nur schwer. Und trotzdem ist ihr Wirken unverkennbar für diejenigen, die sich einmal auf diese Möglich-keit eingestellt haben. Im Bereich der medizinischen Grenzgebiete jedenfalls ist ein Durchschauen tieferer Zusammenhänge ohne dieses System des Analogiedenkens kaum möglich, im Feld der Krankheitsbil-der-Deutung bleibt alles mühsames Stückwerk, wenn nicht senkrechtes Denken die verbindende Klammer wird. Insofern würden wir bei Ausbildungen immer Wert darauf legen, zuerst die herrschenden Gesetze zu integrieren und dann Urprinzipien-Denken zu lernen, bevor die eigentlichen Ziele der Ausbildung angegangen werden können.
Unverzichtbar werden Urprinzipien in der Medizin auch, wenn wir so grundlegenden Dingen wie Vorbeugung gerecht werden wollen. Ohne Urprinzipienverständnis ist hier kaum etwas zu gewinnen, wie wir an den eher beschämenden Versuchen der Schulmedizin erleben. Seit es Medizin gibt, bemüht sie sich um rechtzeitige Verhinderung von Krankheit im Sinne von Vorbeugung, selten aber war sie davon soweit entfernt wie im Moment. Vom alten China heißt es, die Ärzte wurden überhaupt nur solange bezahlt, wie die Bevölkerung bei guter Gesundheit war. Heute lebt die Ärzteschaft dank unseres bedenklichen Kassensystems gerade dann am besten, wenn die Weichen nicht rechtzeitig gestellt werden und vieles auf die unterste materielle Ebene des Krankheitsgeschehens eskaliert, um hier aufwendig versorgt zu werden. Wo Kassenärzte auf ihren hohen „Krankenscheinbesitzstand“ stolz sind, ist das ein eigenartiger Stolz, verrät sich dadurch doch die Tatsache, daß diese Patienten immer wieder kommen, weil sie offenbar einfach nicht gesund werden.
In dieser Not hat die moderne Medizin bzgl. ihrer Vorbeugungspleite einen Etikettenschwindel der besonders gefährlichen Art begonnen. Sie behauptet einfach, ihre Früherkennungsmaßnahmen seien Vorbeugung. Einfachste Überlegungen zeigen, wie falsch das ist. Wenn etwa eine Frau, deren Mutter und Großmutter an Brustkrebs starben, Angst vor eben diesem Krebs hat, ist das naheliegend und sie wird also zur sogenannten Krebsvorbeugung tendieren. Wenn diese Frau fünf Mal im Jahr eine Mammographie begehrt und das 20 Jahre lang, wird ihr Brustkrebs-risiko durch 100 Mammographien deutlich erhöht. Sie aber mag sich durchaus sicher fühlen, da sie ja nur die überall propagierte Vorbeugung in Anspruch nimmt, und Vorbeugung ist bekanntlich besser als heilen, kann jedenfalls nie schaden. Früherkennung ist zwar unvergleichlich besser als Späterkennung, sie aber kann - bei Übertreibung - durchaus schaden. Vor allem aber hat sie nichts mit Vorbeugung zu tun. Letztere würde erfordern, daß man sich freiwillig beugt, bevor einen das Schicksal beugt. Dazu aber müßte man wissen, wovor man sich eigentlich beugen soll, was ohne Kenntnis der Urprinzipien kaum möglich ist.

Teil 2 folgt in Kürze

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* vgl. auch großes Interview mit Dr. Ruediger Dahl-ke in merCur 5/99
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Dr. Ruediger Dahlke ist einer der maßgebenden Vertreter einer neuen ganzheitlichen Medizin. Er ist Buchautor (z.B. Krankheit als Symbol, Krankheit als Sprache der Seele, Frauen-Heil Kunde, alle Bertelsmann) und leitet zusammen mit seiner Frau Margit das Heilkunde-Zentrum Johanniskirchen. Angeboten werden dort ganzheitliche Therapien „für Körper, Seele und Geist“. Kern des Ausbildungspro-gramms ist die „Esoterische Medizin“.
Kontakt: Heilkunde-Zentrum Johanniskirchen, Schornbach 22, Hafnerhof,
D-84381 Johanniskirchen,
Tel.: 08564/819, Fax: 08564/1429

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