Astrologie | Richtungen der Astrologie
Handlesen: Was Chirologie und Astrologie verbindet
Friedrich Maier Systemische Astrologie
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Donnerstag, 12. Juli 2001, 11:11
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Handlesen ganz modern
Was Chirologie und Astrologie verbindet
„Handlesen“ fasziniert. Jeder, der sich damit beschäftigt, wird auf Parties oder in persönlichen Gesprächen mit Fragen nach der Zukunft nahezu bestürmt. Doch die neue, revidierte Handlesekunst (Chirologie) ist alles andere als eine simple, oft belächelte Wahrsagekunst. Professionell angewendet und kombiniert mit astrologischer Symbolik dient sie - wie die Astrologie selbst - als guter Wegweiser zur Selbsterfahrung.
Von Manfred Magg
Auch wenn „Handlesen“ vielfach den Beigeschmack des Unseriösen hat - die meisten Menschen haben dabei offenbar geringere Berührungsängste als gegenüber der Astrologie. Vielleicht liegt es daran, weil diese Kunst quer durch alle Kulturen in die graue Vorzeit, bis hin zu den Wurzeln der Menschheit zurückreicht. Die alten Ärzte haben sie ebenso wie die Astrologie zur Diagnostik und Prognostik verwandt. Dies belegen etwa die Schriften des Paracelsus (siehe Literaturhinweise).
Mit dem Aufstieg der Naturwissenschaften gerieten die „irrationalen“ Künste rasch in Verruf. Während die Tragödie unseres Jahrhunderts und das erwachende Interesse an der menschlichen Psyche die Astrologie jedoch zu einer neuen Blüte verhalfen, führt das Handlesen noch immer ein Schattendasein. Dies, obwohl sie selbst C.G. Jung als Charakterkunde ernstnahm. Was wohl daran liegt, dass der Schritt vom wahrsagerischen Handlesen zu einer „revidierten Chirologie“ zumindest auf breiter Basis noch aussteht - vor allem in Hinblick auf ihre Verwendung innerhalb einer zeitgemäßen Beratung.
Nur wenige Pioniere haben auf dem Gebiet der Chirologie bisher Neuland erschlossen, so z. B. die Schweizerin Gertrud Hürlimann, die nahezu als erste eine überzeugende Brücke zur Astrologie schlägt. Ähnliches gilt für die praktizierende Heilpraktikerin Rita Issberner-Haldane, welche die Chirologie vor allem zur medizinischen Diagnostik einsetzt.
DIE ELEMENTE IN DER HAND
Wer heute einen Chirologen aufsucht, stellt oft erstaunt fest: Handlesen ist mehr als die bloße Weissagung aus Linien. Schon die Aussenhände und Finger sind wichtig. Ja, sie bilden gar das Fundament einer jeglichen Analyse. Zum einen korrespondieren sie mit der allgemeinen körperlichen Konstitution. Auf der anderen Seite geben sie Auskunft über momentane Verhaltensweisen oder Probleme. Allein aus den Proportionen lässt sich ablesen, wo der persönliche Wesensschwerpunkt liegt: auf der körperlich-vitalen, seelischen oder geistigen Ebene.
Sie können dies leicht bei sich selbst prüfen. Strecken Sie dazu Ihre Finger und betrachten Sie die rechte Innenhand. Welcher Handbereich fällt ihnen besonders auf? Sind es die unten in der Hand liegenden Erhebungen. Man nennt sie in der Chirologie die Handberge. Oder ist es der mittlere Handteller, weil er unter den Fingern pralle Hügel und weiter unten eine lebhaften Linienzeichnung vorweist? Vielleicht sind es statt dessen die Finger, die wegen der Länge oder den Koten an den Gelenken besonders ins Auge stechen.
Für die Interpretation können wir die Hand in verschiedene Sektoren gliedern, weche den vier Elementen entsprechen. Unten in der Hand liegt der Bereich der Erde. Die sich schlank und lang nach oben steckenden Finger gehören zur Luft. Ein mächtiger Daumen betont das Feuer und die gegenüberliegende, füllige Handkante das Wasser.
Hängt der erdige Handbereich breit und schwer nach unten, kommt der Mensch oft nur mühsam in die Gänge. Das Unterbewusstsein und alles Materielle spielt hier eine große Rolle. Beult sich die Handkante weich und füllig nach außen, können wir unschwer auf viel Wasser und auf ein empfindsam-empfindlichen Gemüt schließen. Dann ist stets viel Phantasie vorhanden und ein gehöriges Maß an Launen. Je schlanker die Fingerhand ist, desto mehr dominiert die Luft. Zu ihren Stärken gehört eine verfeinerte Wahrnehmung und ein wacher Verstand. Häufig ist sie mit psychischem Einfühlungsvermögen und mit ästhetischen Geschmack verbunden. Im Gegensatz zur Erdbetonung wird ihre Körperlichkeit empfindlicher sein. Während geistig-seelischen Belange bei ihr auf starke Resonanz stoßen, wird der Umgang mit der handfesten, realistischen Seite des Alltags eher problematisch sein. Es sei denn, ein kräftiger und langer Daumen steuert genügend Feuer bei. Ein großer Daumen steht ganz allgemein für eine starke Persönlichkeit. Ist er klein und dünn, gilt der Mensch eher als willensschwach und ist leicht umstimmbar. Verjüngt er sich gar zur Spitze hin, ist das Verhalten wechselhaft und die Persönlichkeit hält wenig durch.
DAS ACHSENKREUZ IN DER HAND
Eine weitere Parallele zur Astrologie ergibt sich, wenn wir die Handfläche in waagrechter Richtung gliedern. Diese Ebene entspricht der Begegnungsachse im Horoskop. In der Daumenpartie finden wir die nach außen gerichtete Durchsetzung lokalisiert. Während Größe und Dicke des Daumens die Willensstärke repräsentieren, offenbart sein Abspreizwinkel von der Hand das Maß der Unabhängigkeit, die ein Mensch für sich beansprucht. Die um den Daumenwurzelberg laufende Lebenslinie zeigt uns durch die Enge oder Weite ihres Bogens den Wunsch nach Enge oder Weite des Entfaltungsraumes im Leben an. Die an der Daumenseite beginnende Kopflinie markiert uns durch die Länge wieviel oder wenig Interesse der Mensch am Du und an der Umwelt hat. Verläuft sie gerade, beharrt der Eigner auf seinem Standpunkt und seiner Zielsetzung. Fällt sie kurvig ab, ist er weicher und anderen geneigter. Im Horoskop finden wir den genannten Komplex im wesentlichen als Aszendent, Sonne, Mars und Jupiter wieder.
Das gegenüberliegende Gebiet der Handkante spricht vor allem für unsere unbewussteren Reaktionen auf das Du und auf die Umwelt. Was uns daraus entgegenkommt und was wir anziehen, drückt sich zum Beispiel in den, daraus schräg aufsteigenden Linien aus. Wie diese Begegnungen mein Gemüt berühren, erkennen wir aus der Zeichnung der Herzlinie. Viele Verästelungen sprechen für ein unruhiges Beziehungsleben. Ein geradliniger Verlauf ist verstandesbetonter. Ein durchhängender, kurviger Bogen zeigt viel Romantik an. Dann nehmen wir uns vieles zu Herzen. Astrologisch drücken sich in dem Bereich jenseits des Daumens der Deszendent, Mond, Merkur und die Venus aus.
Zwischen den beiden genannten Zonen des Ich und Du befindet sich das Gebiet der Sozialisation oder des Über-Ich. Hier verläuft meist die Saturnlinie. Idealer Weise steigt sie von der Handwurzel zum Mittelfinger auf. Traditionell wird sie die Schicksalslinie genannt, denn ihre Signatur zeigt uns den Weg der Individuation von der Herkunft zur Zukunft. Wie ihr Name schon sagt, ist sie astrologisch mit dem Saturn und der IC/MC-Achse verbunden.
FINGER UND PLANETEN
Wo wir auch stehen und gehen fallen Hände in unser Blickfeld. Während wir die Handflächen nur selten betrachten können, sind Außenhände überall beobachtbar. Und gerade hier erfährt man Erstaunliches. So verrät uns zum Beispiel die Stellung der Finger etwas über unsere seelisch-geistige Eigenschaften sowie über momentane Stimmungslagen oder Probleme. Betrachten wir uns die Fingerformen der verschiedensten Hände genauer, ergeben sich drei Kategorien (siehe Abb. 5): Bei kleine Kindern oder bei Genießern finden wir die sogenannten konischen Finger. Am Ansatz sind sie breit und füllig gepolstert. Zur Spitze hin verjüngen sie sich. Aus ihnen spricht der emotionale Stimmungs- und Empfindungsmensch. Verdicken sich im Gegensatz dazu die obersten Glieder froschfingerartig, handelt es sich um Spatelfinger. Sie stehen für einen vorherrschenden Willen des Eigners und für einen ausgeprägten Gestaltungsdrang. Die eckigen Finger sind bei uns am häufigsten zu beobachten. Sie zeugen von Ordnungsliebe und einem methodischen Verstand.
Auch die jeweiligen Fingerlängen und die Lage der Finger zueinander geben uns interessante Hinweise auf den Charakter. Ein langer Zeigefinger spricht z. B. für ein starkes Dominanzstreben. Ist er länger als der Ringfinger, wird sich die betreffende Persönlichkeit auf Dauer kaum unterordnen. Sie kann gut für sich alleine stehen und eignet sich mehr zur Selbständigkeit und für Leitungsfunktionen. Astrologisch entspricht der Zeigefinger dem Jupiter. in diesem Falle finden wir im Horoskop daher stets eine markante Jupiterstellung oder eine besondere Schütze-Betonung durch Schützesonne/aszendent.
Einen Gegensatz dazu bilden lange Ringfinger, die auf ein größeres Einfühlungsvermögen schließen lassen. In diesem Fall tritt im Horoskop stets das Venus- oder Waage-Prinzip besonders hervor. Den aufgezeigten Analyseweg könnte man nun für alle anderen Finger beschreiten.
Soweit unser Streifzug durch die Chirologie. Da die beschriebenen Schemata eben nur Hilfsmittel sind, lasse sich der Anfänger von der Vielfalt der wirklichen Erscheinungsformen nicht entmutigen. Handlesen ist eine Beobachtungskunst und dazu braucht es Übung. Wer aber das Auge nach und nach schult, wird reichlich belohnt und Erstaunliches entdecken.
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Manfred Magg, gepr. Astrologe DAV, hat eine eigene Beratungspraxis in Esslingen. Er bietet an: Astrologische Beratungen, Handlesen, Handlesen & Geburtshoroskop, Handlesen & Astrologische Jahresvorschau, Forschung und Vorträge.
Kontakt: Manfred Magg, Erlenweg 6, D-73773 Esslingen-Aichwald, Tel./Fax: 0711/361688
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Literatur:
Jung: Das symbolische Leben, II.Hb., Walter Verlag 1993
Theophrastus Paracelsus Werke: Magia naturalis, De natura rerum; Bd.V, Wissenschaftliche Buchges. Darmstadt, 1976
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