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TV-Tipp: Komplexe Welt
Hannes Bongard
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Donnerstag, 15. Mai 2008, 11:00
Komplexe Welt - Was haben Tsunami und Börse
miteinander gemeinsam?
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich in den Naturwissenschaften im letzten Jahrzehnt eine Revolution ereignet. Ausgangspunkt für das Umdenken war die Frage nach der Natur dynamischer und komplexer Systeme. Es bildet sich ein neues wissenschaftliches Denken heraus, das es ermöglicht, die Komplexität der Welt besser und vielleicht erstmals überhaupt zu verstehen.
Zwar wurden früher auch in den "klassischen" Naturwissenschaften komplexe dynamische Systeme wie das Wetter, Ameisenkolonien, die Vernetzungsstruktur des Gehirns oder die Schwankungen von Börsenkursen erforscht, doch tatsächlich lässt sich die Komplexität der uns umgebenden Welt mit der einfachen Linearität eines traditionellen mechanistischen Weltbildes nicht mehr angemessen erklären. Das neue Denken bewirkt, dass sich die Komplexitätsforschung anschickt, die prägende wissenschaftliche Leitdisziplin des 21. Jahrhunderts zu werden. Sie verbindet so disparate, aber hochkomplexe Phänomene wie den Klimawandel, das Entstehen von verheerenden Tsunamis mit dem Chaos und der Dynamik steigender und fallender Aktienkurse an den Börsen dieser Welt. Kann die Komplexitätsforschung aber auch dabei helfen, Ereignisse wie den Tsunami 2004 oder die aktuelle Finanzkrise vorherzusagen oder gar zu verhindern?
Stand der Komplexitätsforschung
Am 25. und 26. April versammelten sich in der Villa Bosch in Heidelberg die namhaftesten Komplexitätsforscher aus Europa, um über die Grundlagen und die Perspektiven ihrer Disziplinen zu diskutieren. scobel nimmt dies zum Anlass zu zeigen, wo die Komplexitätsforschung heute steht. In Filmen und Gesprächen kommen u.a. der Physiker Grégoire Nicolis zu Wort, der zusammen mit dem Nobelpreisträger Ilya Prigogine Theorien für die Entstehung komplexer neuer Strukturen in der Physik als Grundlage für die Entstehung des Lebens schuf und der Molekularbiologe Peter Schuster, der zusammen mit dem Nobelpreisträger Manfred Eigen ein Modell für die Selbstorganisation des Lebens entwickelte. Weitere Gesprächspartner sind u.a. der Neurobiologe Wolf Singer für den Bereich der Gehirnforschung und Dirk Helbing als Experte für Selbstorganisationsmodelle in der komplexen Verkehrsdynamik.
Live zu Gast im Studio ist der Initiator dieses internationalen Kongresses, der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer von der TU München. scobel zeichnet ein Bild der Bedeutung und Aufgaben der Komplexitätsforschung als einer der spannendsten und wegweisendsten Forschungsrichtungen der nächsten Jahrzehnte.
Sendetermin:
Donnerstag, 15. Mai 2008, 21:00 Uhr, 3sat
Wiederholung:
Freitag, 16. Mai 2008, 6:30 Uhr, 3sat
Quelle: 3sat.de/scobel
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