Astrologie | Geburtshoroskop & Persönlichkeit
Zum 2. Wahlsieg von George W. Bush am 2.11.2004
HP Petra Dörfert
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Donnerstag, 19. Juni 2008, 15:04
Ein Großteil der Astrologen war der Überzeugung, dass John Kerry die Wahl gewinnen würde (ich leider auch!), und lag damit ziemlich daneben. Neuerlicher Beweis, daß politische Prognosen jenseits der Aussagegrenzen der Astrologie liegen? Oder war zuviel Wunschdenken mit im Spiel? Immerhin - Kerrys „Sterne“ schienen ja wirklich nicht ganz schlecht zu stehen...
Bestechend an Kerrys Horoskop waren in erster Linie der Pluto-Transit über die Radix-Sonne seit 2003 sowie der transitierende Jupiter auf dem MC kurz vor dem Wahltermin. Pluto schien Kerrys visionären Führungsanspruch (Schütze-Sonne im 1. Haus) mit machtvollen Energien aufzuladen, wobei sein Ehrgeiz auf die Präsidentschaft bereits 2002 erwacht sein dürfte, als Pluto über den Aszendenten ging. Das Streben nach dem höchsten Amt wirkte im Falle Kerrys jedoch stimmig, da sich dessen Radix-Pluto auf dem aufsteigenden Mondknoten im 8. Haus befindet. Es ist also sein Schicksal, sich immer wieder mit dem Thema Macht (und Ohnmacht), und zwar dort, wo sich diese kollektiv bündeln, auseinanderzusetzen. Entsprechende Erfahrungen hatte er bereits im Vietnam-Krieg und später als Anti-Vietnam-Aktivist gemacht. Doch wenn man unter einem Pluto-Transit nach der Macht greift, steht auf einem völlig anderen Blatt, ob man sie auch wirklich bekommt. Die Strapazen eines US-Wahlkampfes sind eine hervorragende Entsprechung für einen Pluto-Transit über die Sonne – vor allem wenn es nach dem gigantischen Krafteinsatz mit einer Niederlage endet. Sich gegen harte Widerstände durchsetzen zu müssen und dabei immer wieder auch zu scheitern, dürfte für Kerry jedoch keine ganz neue Erfahrung sein. Mit einer Sonne-Saturn-Opposition auf der Achse 1 - 7 gehört dies zum ganz natürlichen Formungsprozeß. Dass Jupiter kurz vor der Wahl über den MC gegangen ist, beweist wieder einmal neu, daß dieser nicht zwingend das einlöst, was wir uns davon versprechen. Allerdings wissen wir nicht, was für Kerry wirklich berufliches Glück wäre - und was für eine Art von „Glück“ ein Jupiter aus dem 8. Haus überhaupt bringt! In der augenblicklichen Situation dürfte es jedenfalls keine Freude sein, die Präsidentschaft zu übernehmen, vor allem, wenn man einen verfahrenen Krieg zu Ende bringen muß, denn man selbst so nie angezettelt hätte. Wahrscheinlich hat die Kandidatur Kerry aber trotzdem eine solche Bekanntheit und Popularität eingetragen, dass er in irgendeiner Weise davon profitieren wird.
Wenn man sich weiter in Kerrys Horoskop umsieht, fallen zudem eine Menge „Erfolgsverhinderer“ auf: Mond/Saturn im 7. Haus macht nur bedingt beliebt, jedenfalls fliegen einem die Herzen nicht im Sturm zu (wie etwa Bush mit seiner Mond-Jupiter-Konjunktion). Sicherlich wird man für seine Leistung und Kompetenz geschätzt – aber Hand aufs Herz, bei aller Sympathie für Kerry, ein wenig hölzern wirkte dieser doch schon! Wobei natürlich auch die Sonne-Saturn-Opposition nicht gerade zur Lockerheit beiträgt. In der Presse wurde immer wieder betont, dass Kerry die besseren und fundierteren Argumente habe (Steinbock-Merkur in 1). Mit einem Neptun-Quadrat zu Merkur hatte er jedoch Probleme, diese wirklich nachhaltig zu kommunizieren, weshalb seine Botschaft stets etwas undeutlich blieb. Chiron im 9. Haus im T-Quadrat zur Sonne-Mond/Saturn-Opposition unterstreicht seine Schwierigkeiten noch, bei öffentlichen Reden überzeugend zu wirken. Da Kerry nicht der Typ ist, sich über neptunische Einschmeichelungs- und Verführungstaktiken ins Rampenlicht zu setzen, scheint Neptun am MC dessen öffentliches Auftreten eher getrübt denn befördert zu haben. Gegen die Anschuldigungen und Diffamierungen (Neptun) des Bush-Wahlteams konnte er sich jedenfalls nie überzeugend zur Wehr setzen. Sein Wahlslogan: „He (Kerry) believes also in God – but he doesn’t use him as PR-man“[1], zeugt zwar von Ehrlichkeit, aber mit Neptun am MC vielleicht nicht von der Wahl der richtigen Mittel. Etwas mehr Glamour (und in der Tat Gott als PR-Mann) hätten ihm wahrscheinlich nicht geschadet. Nicht ganz überzeugend wirkte Kerry auch bezüglich der Durchsetzungskraft: Unerwartete Punktsiege gegen Bush, die ihn in der Wählergunst nach vorne brachten, konnte er nie lange halten bzw. ausbauen. Immer wieder schien er zu zaudern und gegen „Ladehemmung“ anzukämpfen (rückläufiger Mars in Konjunktion zu Uranus).
Vergleicht man Kerrys Horoskop mit dem der Vereinigten Staaten, sind natürlich schon Bezüge zu erkennen. Sonst hätte er es ja gar nicht bis zur Kandidatur geschafft bzw. trotzdem sehr viele Menschen von sich begeistern können. Da man davon ausgeht, dass Amerika einen Schütze-AC hat, hätte Kerry mit seiner Schütze-Sonne eigentlich das Potential haben müssen, Amerika eine positive Vision zu vermitteln. Da jedoch Kerrys Steinbock-Merkur eine Opposition zu Amerikas Venus/Jupiter-Konjunktion in Krebs bildet, fiel seine Botschaft offenbar zu nüchtern aus, um wirklich gehört zu werden - so wie auch seine Skorpion-Venus im 11. Haus (trotz ihres Trigons zur USA-Venus) eher in kleinen, erlesenen Kreisen Erfolg haben dürfte als beim großen Publikum. Bush appellierte immer wieder an die Furcht, Amerika könnte unter Kerry seine internationale Handlungsfähigkeit einbüßen. Wie wirkungsvoll dieses Argument gewesen sein muß, kann man an dem Umstand ermessen, daß Kerrys Sonne-Mond/Saturn-Opposition tatsächlich den Zwillinge-Mars der Vereinigten Staaten in die Zange nimmt. Ein ungezügeltes „Wir tun einfach, was wir wollen“ (und wissen nicht einmal so genau warum: Zwillinge-Mars im Quadrat zu Neptun), hätte es unter ihm - zum Verdruss vieler Amerikaner - wahrscheinlich nicht gegeben. Alles in allem ergibt sich damit ein eher schwaches Bild des Präsidentschaftskandidaten Kerry.
Umgekehrt sieht es für Bush momentan gar nicht so katastrophal aus, wie häufig behauptet wurde. Immerhin hat er, seit Jupiter kurz nach dem 11. September 2001 seiner Sonne enormen persönlichen Aufschwung verlieh, eine gewaltige Krisen-Resistenz bewiesen. Weder der nachfolgende Saturn-Transit über die Sonne noch Neptun in Opposition zu Merkur/Pluto im 1. Haus haben ihn zu Fall gebracht. Im Gegenteil – Bush konnte sich mit seiner unwahren Behauptung, im Irak befänden sich Massenvernichtungswaffen, durchsetzen, ohne dass ihm dies erkennbar geschadet hätte, und der Druck während des Saturnübergangs über die Sonne (im Anschluß an den Sieg über das Saddam-Regime) hat ihn nur noch härter, kompromißloser und unnachgiebiger gemacht. Bush wollte gegen die Staatengemeinschaft etwas übers Knie brechen und das ist ihm auch gelungen: Im Pluto-Transit in Opposition zu Uranus paarte sich sein Machtstreben (Radix-Pluto in 1) mit dem Drang, politisch eine Sonderrolle zu spielen (Uranus in 11). Pluto berührte dabei auch Bushs absteigenden Mondknoten im 5. Haus: Statt sich auf gemeinsames Handeln zu verständigen (aufsteigender Mondknoten in 11), handelte er nach eigenem Gutdünken. Wahrscheinlich betrachtete er das Ganze als eine Prüfung Gottes (Saturn-Transit über die Sonne), die er seiner Meinung nach sicherlich glänzend bestanden hat. Die Wiederwahl findet anläßlich von Bushs zweitem Saturn-Return statt: Offenbar hat er keine Probleme damit, sich weiteren Verantwortungen zu stellen.
Warum sich Bush das alles leisten kann? Leider hat er im Gegensatz zu Kerry ein Horoskop, das ihn in vielerlei Hinsicht „präsidentschaftstauglich“ macht. Bushs Krebs-Sonne im 12. Haus steht fast in Konjunktion mit der Krebs-Sonne der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ist also die ideale Projektionsfläche für die Sehnsucht nach einer starken Beschützerfigur und der guten, heilen (Familien-)Welt, die für ein Land mit gleich vier Planeten in Krebs typisch ist. Obwohl Bush einiges dazu beiträgt, dass es in Amerika sozial immer kälter wird, scheinen viele US-Bürger gerade bei seinem Anblick Trost und Beruhigung zu empfinden - zumal er keine Gelegenheit ausläßt, sein persönliches Ehe- und Familienglück vorzuzeigen. Mit seinem Löwe-Aszendent geht es nicht darum, eine Botschaft zu verkünden (wie bei Kerrys Schütze-AC), sondern Bush selbst ist die Botschaft, wie seine berühmt gewordenen Auftritte mit Thanksgiving-Truthahn zwischen Soldaten in der Kantine oder als Kampfpilot wirkungsvoll bewiesen haben. Da Bush offenbar von dem überzeugt ist, was er sagt, gelingt es ihm mit Pluto/Merkur im 1. Haus, seine Wahrheit hoch wirkungsvoll zu verkaufen. Und da Pluto momentan gerade ein Trigon zu seiner Löwe-Venus im 1. Haus bildet (die ohnehin schon ein Beliebtheitsfaktor ist), wird er dafür auch noch leidenschaftlich verehrt. Mit der Mond-Jupiter-Chiron-Konjunktion im 3. Haus, die ermunternd auf den Saturn des Amerika-Horoskops fällt, scheinen seine Äußerungen wie Labsal auf all jene Amerikaner zu wirken, deren Seelen sich seit dem 11. September geschunden fühlen. Seine internationalen Alleingänge (Uranus in 11) kommen gut an (Uranus im Sextil zur Löwe-Venus in 1 und im Trigon zu Mond-Jupiter-Chiron), zumal Bushs Uranus in Konjunktion zum Mars des Amerika-Horoskops steht, womit er den Amerikanern das Gefühl grenzenloser Handlungsfreiheit vermittelt. Da scheint es auch nicht weiter zu stören, dass er genau vorgibt, in welchem Sinne diese „Freiheit“ gehandhabt wird. Dass Amerika bereit ist, sich zwanghaften und rückständigen Heilsbotschaften zu öffnen, zeigt im USA-Horoskop der rückläufige Krebs-Merkur in Opposition zu Pluto. Auf diesen Merkur setzt Bush nun seinen Saturn sowie auf den aufsteigenden Mondknoten des Amerika-Horoskops seine Merkur/Pluto-Konjunktion. Er sagt also momentan, wo’s langgeht, und die Amerikaner sind ihm dankbar dafür. Natürlich kann man darauf hoffen, dass sich dieser plutonische Machtmißbrauch irgendwann rächen wird. Dass es wirklich dazu kommt, darauf würde ich allerdings nicht wetten. Ich vermute eher, dass Bush dereinst – genauso wie Ronald Reagan momentan – in den Himmel besonders geliebter und verehrter Präsidentenpersönlichkeiten aufsteigen wird.
[1] dt.: „Er (Kerry) glaubt auch an Gott, aber er benutzt ihn nicht als Werbestrategen.“
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