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Stirb und Werde: Der Weg durch den Tunnel
Friedrich Maier Systemische Astrologie
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Montag, 23. Juli 2001, 09:23
Entwicklung
Stirb und Werde
Pluto-Zyklus: Der Weg durch den Tunnel
Warum erfüllt uns in manchen Lebensphasen ein schier unerträglicher Schmerz? Wieso bekämpfen wir bestimmte Situationen fast zwanghaft? Und warum rasten wir manchmal scheinbar grundlos aus?Pluto ist im Spiel und zwingt uns, überholte Muster endgültig abzulegen. Weil sie uns schon lange nicht mehr nützen...
Von Dr. Reinhard Müller
Pluto, das ist Sterben, Tod, Transformation und Wiedergeburt. Tracy Marks sagt dazu: „Der Tod, den Pluto bringt, ist oft eher psychischer als physischer Natur - es ist der Tod vergangener Identitäten, Strukturen, Einstellungen und Verhaltensweisen, die uns nicht länger dienlich sind". Anders formuliert: Plutonische Stirb- und Werde-Prozesse fordern von uns, dass wir überfällige Muster hinter uns lassen, „Programme“ also, die uns zur Lebensbasis und Gewohnheit geworden sind. Diese Muster dienten uns als Abwehrwall - um mit einem tiefen, inneren Schmerz nicht in Kontakt kommen zu müssen.
Als Kind waren wir schutzlos und in unserem Wunsch nach „Angenommensein“ auf Zuwendung, Wärme und positive Verstärkung angewiesen. Stattdessen stießen wir allzu oft auf Widerwillen, Aggression gar, auf Kontrolle und Unterdrückung. Wir empfanden unser Ich und seine Bedürfnisse bedroht, fühlten uns ohnmächtig gegenüber der Übermacht unserer Eltern. Was zurückblieb ins uns war Wut - und tiefe Verletztheit.
Da wir als Kind die Zuwendung der Eltern als „Bedingung unseres Überlebens“ begriffen, entwickelten wir Verhaltensweisen, die uns vor diesen schmerzhaften Situationen künftig schützen sollten. Wir verbargen unsere Wut, wenn unsere Bedürfnisse wieder einmal nicht gestillt wurden...Oder wir unterdrückten unsere Wünsche von vorneherein. Manchmal liefen wir auch unserem „Unterdrücker“ hinterher, weil wir uns in unserem Wesen bestätigt wissen wollten - und ernteten doch wieder Missachtung...
Solche Skriptmuster hindern uns oft auch noch als Erwachsene an der Entfaltung unserer Potentiale. Weil wir immer noch glauben, wenn wir unsere wahren Gefühle kontrollieren, vermeiden wir den alten Schmerz und können zugleich auf dem bekannten, „sicheren“ Gleis weiterfahren. Wenn wir also heftige Emotionen spüren, spalten wir sie ab! Automatisch. Auch wenn wir ahnen: Irgendwann wird der Druck zu stark, der Deckel hochfliegen - und wir werden mit den abgetrennten Anteilen unserer Persönlichkeit konfrontiert, erbarmungslos.
Leider aber geschehen tiefgreifende Veränderungen nur, wenn wir den Schmerz, das Trauma, die alten Verletzungen noch einmal durchleben. Noch einmal müssen wir Intensiv spüren, wie man uns als Kind in eine Richtung „trieb“, die unserem Wesen keinesfalls entsprach. Oft mussten wir dann Dinge tun, die uns zutiefst verhasst waren. War unsere Bindung zu einem Elternteil besonders stark, bemerkten wir meist gar nicht, wie sehr wir damit gegen unser kleines Selbst handelten.
Häufig erfuhren wir: Liebe ist an Bedingungen geknüpft, die Vater oder Mutter uns über versteckte Botschaften vermittelten. Daher entwickelten wir Schuldgefühle, wenn wir den Erwartungen unseres so fürsorgenden Elternteils nicht entsprachen. Wir spürten dessen subtile Macht - und hatten Angst vor Liebesverlust. Man hatte uns am Wickel! Das Ergebnis war, dass wir, statt unsere Stärke zu entwickeln, uns im Leben zurücknahmen und, ohne es zu merken, uns den Erwartungen „anderer“ bereitwillig unterwarfen.
Nicht selten ist unser antrainiertes Muster an ein Schlüsselerlebnis gekoppelt, bei dem eine Bezugsperson (meist Vater oder Mutter) versuchte, unseren Willen zu brechen. Wir erinnern uns an das Gefühl der absoluten Hilflosigkeit und an unseren Entschluss, eine derartige Situation nie wieder zu erleben! Oft empfinden wir später rasende Wut auf Menschen, die solche Situationen in uns auszulösen drohen. Die hiermit zusammenhängenden Projektionen werden durch Schlüsselreize aktualisiert. So können uns z.B. Mimik, Gestik, Stimmlage und Körpersprache einer Person an zum Teil weit zurückligende Erfahrungen erinnern - und in einem sekundenschnellen Reiz-Reaktions-Mechanismus alte traumatische Gefühle wiederbeleben....
Auf diese Weise werden genau jene Emotionen freigesetzt, die eigentlich der Kindheit entstammen....Empfinden wir beispielsweise in Gegenwart eines anderen starke Unterlegenheit, vermag dies archaische Gefühle von Wut, Zorn, Aggression auszulösen, die wie triebhaft um ihr psychisches Überleben zu kämpfen scheinen. Wir reagieren, als müßten wir heute, im Augenblick, die gleiche Situation wie damals bewältigen. Wobei sich die innere Wut Plutos umso stärker austobt, je weniger wir den ohnmächtigen Schmerz der Vergangenheit zulassen wollen. Das heißt: Je mehr ich mich gegen das Bewusstwerden dieser Gefühle stemme, desto stärker holen sie mich ein.
Wir können Plutos Botschaften jedoch nur verstehen, wenn wir „über unseren Schatten springen“. Da wir ein fest zementiertes Gebäude an Abwehr-Mechanismen, Schuldzuweisungen und Erklärungen für unsere gegenwärtigen Strategien aufgebaut haben, müssen wir bereit sein, uns auf die plutonische „Tunnel-Erfahrung“ einzulassen...
Wagen wir uns in diesen Tunnel, überschwemmen uns oft intensivste Gefühle, die wir bislang sorgsam verwahrt oder verdrängt haben. In der Mitte des Tunnels packt uns dann oft eine derart große Angst ob der Dunkelheit (unseres Unbewußten), dass wir am liebsten sofort umkehren und zu unserem Ausgangspunkt zurücklaufen würden - denn dort, bei den alten, gewohnten Lebens-Situationen sind wir sicher! Doch das entscheidende Prinzip heißt „Durchbruch“. Dazu brauchen wir Mut - den Mut, weiterzugehen, gerade in Situationen, in der wir das Gefühl haben, in der Sackgasse zu stecken.
Wenn wir jedoch eine Weile mit der Dunkelheit des Tunnels leben, sie zulassen und in uns wirken lassen, werden wir schrittweise die damit verbundene Botschaft verstehen. Und mit einem Mal sehen wir am Ende des Tunnels wieder Licht, und das Leben erscheint in neuer, veränderter Perspektive.
Diese Tunnelerfahrung wird sehr intensiv in der Krise der Lebens-Mitte, während des Pluto-Pluto-Quadrats erlebt, das sich in der Generation der zwischen 1940 und 1980 Geborenen etwa im Alter von 37 - 41 Jahren bemerkbar macht. Oft haben wir in dieser Phase die Empfindung, unvorbereitet in eine Krise zu stürzen. Wir sind tief verunsichert, versuchen uns aber, gegen die wachsende Angst zu wehren...Manchmal glauben wir, die einfachsten Dinge kaum mehr bewältigen zu können. Unser Selbstvertrauen ist nahe Null.
Innerlich sind wir - auf der Ebene unserer psychischen Wahrnehmung - in dieser Phase dem Tod näher als zu irgendeiner anderen Zeit im Leben. Denn uns wird bewusst: Die Hälfte unserer Lebens-Uhr ist abgelaufen.
Umso wichtiger wird jetzt, Plutos Botschaft zu begreifen. "Oft ergeben sich unter einem Pluto-Transit Ereignisse oder Umstände, die Situationen der Vergangenheit widerspiegeln und all die Gefühle wieder ans Licht bringen, die nicht bewältigt wurden. Und manchmal ist eine intensive Konfrontation mit diesem Verhaltensmuster der einzige Weg, ihm zu entkommen ... Pluto repräsentiert den Prozess der Wiedergeburt, die völlige Erneuerung, die wir erfahren, wenn wir in irgendeinem Lebensbereich zu unserem persönlichen Wesensgrund vorstoßen. Er kennzeichnet jene Lebens- oder Tod-Phasen, in denen wir uns endgültig von höchst destruktiven Verhaltensmustern trennen" (Cunningham).
Entscheidend ist, dass wir am Ende des Tunnels "wie Phoenix aus der Asche steigen". Erneuert, regeneriert, erfüllt von einem neuen Lebens-Gefühl, das uns die „Dinge“ in anderem Licht und mit großer Gelassenheit betrachten läßt. „Wandel“ und „Veränderung“ haben ihren Schrecken verloren....
DER INDIVIDUELLE PLUTO-ZYKLUS...
... durch die Häuser wird in einem Leben nur im Ausschnitt erfahren. Da Pluto den Tierkreis in 248,5 Jahren durchläuft, berührt er zumeist nur ein Drittel des Häuser-Kreises (also 3 - 4 Häuser). Individuell hängt die Zahl der plutonischen Hausbesuche von der Häusergröße im Horoskop ab, zweitens davon, wie schnell Pluto auf seiner extrem elliptischen Bahn die einzelnen Tierkreiszeichen durchwandert (z.B. weilt er in Skorpion, Schütze und Steinbock ca. 12-14 Jahre, in Widder und Stier knapp 30 Jahre).
Plutos Lauf durch die Häuser markiert, in welchen Lebensbereichen alte Verhaltensmuster verabschiedet werden müssen. "Dort, wo Pluto transitiert, ist unsere Ich-Identität in Gefahr, durch die Angelegenheiten des betreffenden Hauses zerstört zu werden. Das Ego, dessen oberstes Ziel es ist, sich selbst zu erhalten, bemüht sich, der Zerstörung entgegenzuwirken, indem es versucht, in dem betreffenden Bereich Macht und Kontrolle auszuüben. Ob wir es wollen oder nicht, Pluto wird uns mit Veränderungen in jenem Bereich des Lebens konfrontieren; er wird einen Weg finden, uns dazu zu zwingen...“ (Sasportas).
Plutos Reise-Zyklus durch die Häuser beginnt bereits, wenn er Haus 12 „betritt“.
Pluto-Transit durch das 12. Haus: Alle unsere verdrängten Persönlichkeitsanteile werden „aktualisiert“.
Wir neigen dazu, uns nur mit den Teilen unserer Persönlichkeit zu identifizieren, die uns gefallen, und eine Abwehrmauer gegen die Anteile in uns aufzubauen, die bedrohlich erscheinen. So nehmen wir z.B. nur unsere powerhafte Mars-Energie wahr, mondhafte Gefühle der Verletzlichkeit lassen wir dagegen nicht zu, da sie unsere Stärke bedrohen. Diese Verdrängungsprogramme werden jetzt aus dem Unbewussten „gezerrt“ und aufgeweicht. Anders formuliert: Pluto holt im 12. Haus genau jene Teile unserer Persönlichkeit machtvoll ins Bewusstsein, die wir einst verbannt haben. Ebenso drängen ungelöste Probleme aus früheren Lebensphasen „nach oben“. Pluto will, dass wir sie „anpacken“. Er "konfrontiert uns mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln mit jenen Teilen unseres Selbst ..., vor denen wir bisher davongerannt sind. Unter diesem Transit werden wir Situationen und Ereignisse anziehen, die uns zwingen, uns mit unseren inneren Motivationen zu beschäftigen, um unser wahres Selbst zu entdecken" (Sasportas).
Pluto-Transit über den AC und durch das 1. Haus: Das Selbstbild wandelt sich radikal; neue Wege der Selbstentfaltung.
Die alten Abwehrmechanismen sind aufgelöst. Nun wandelt sich unser Selbstbild von Grund auf! Wir sind gezwungen, neue Wege der Selbstentfaltung zu finden. Wir verändern unsere Kontur und die Lebenserfahrungen, auf die wir zugehen. Oft leben wir in dieser Phase Persönlichkeits-Anteile, die bisher im Verborgenen lagen und von denen wir nie vermuteten, dass sie unser Interesse finden und zu einem Teil unseres Identitätsfindungs-Prozesses würden. In unserem Verhalten brechen nicht gekannte Gefühle hervor, die wir früher zum Tabu erklärt hatten.
Pluto-Transit durch das 2. Haus: Sicherheiten und Werte werden fundamental in Frage gestellt.
Bisher hatten wir unseren Eigenwert zu sehr von äußeren Sicherheiten abhängig gemacht. Nun reißt Pluto radikal jene Lebensverhältnisse ein, die uns daran hindern, emotionale Sicherheit und den „eigenen Wert“ in uns selbst zu finden. Es ist jetzt wichtig, für sich die notwendigen Räume und einen ganz eigenen Stil zu schaffen. Ebenso wird das, was bisher als Grundlage unserer geistigen Erfahrungen galt, grundsätzlich hinterfragt; es geht darum, neue geistige Substanz aufzubauen, die unserem veränderten Selbstbild entspricht. Eine neue Basis innerer Sicherheit und unseres Werteverständnisses muss gefunden werden - unabhängig von den Meinungen anderer.
Pluto-Transit durch das 3. Haus: Unsere Ideen- und Vorstellungswelt verändert sich grundlegend, damit auch unsere Art zu lernen und zu kommunzieren.
Wir spüren den inneren Drang, Neues zu lernen und suchen unterschiedlichste Kontakt-, Wissens- und Bildungserfahrungen, von denen wir bislang nie geglaubt hätten, daß sie uns interessieren würden. Wir brauchen geistige Anregungen, um andere „Welten“ kennenzulernen. Auf dieser erkenntnismäßigen Basis werden wir später im 4. Haus auf gänzliche neue Weise zu unseren authentischen Gefühlen finden.
Plut-Transit über das IC und durch das 4. Haus: Unsere Ansprüche an Nähe, Geborgenheit und Famile wandeln sich; ebenso unsere wesensgemäße Identität.
Vielfach erleben wir schmerzhafte Ablöse-Prozesse aus familiären Verstrickungen. Die Muster werden deutlich, wie wir Nähe suchen und mit unseren Gefühlen umgehen. Verdrängte Kindheitserinnerungen werden wach, und wir wollen wissen, wie und wo wir uns bisher blockiert haben und welche neuen Möglichkeiten sich uns eröffnen. Unser Verhältnis zu Nähe-Beziehungen und Familie verändert sich, vor allem die Art, wie wir Geborgenheit und Zuwendung suchen. Wir lösen uns von alten emotionalen Abhängigkeiten. Die Befürchtung, frühere schmerzhafte Situationen könnten sich dramatisch wiederholen, wenn wir authentisch uns selbst leben, wird noch einmal am Beispiel aktueller Beziehungen durchgearbeitet. Auf jeden Fall lernen wir, unsere emotionalen Bedürfnisse unmittelbarer wahrzunehmen....
Pluto-Transit durch das 5. Haus: Wir entwickeln ein völlig anderes Selbstbewußtsein - und eine neue Souveränität in der Entfaltung kreativer Fähigkeiten.
Pluto treibt uns dazu, die eigenen schöpferischen Fähigkeiten zu aktivieren, und zwar auf eine freie, selbstbewusste Art. Zuvor wird uns aber schmerzlich bewusst, wo wir uns zu zwanghaft an einem positiven Feed Back „der anderen“ orientieren... Wir müssen uns fragen: Wo stelle ich mich allzu Ich-bezogen in den Mittelpunkt und focussiere die anderen auf mich, ohne die Beziehung zu meinen Mitmenschen zu sehen? Wo ist meine Dominanz nur Ausdruck innerer Unsicherheit? Habe ich diese alten Muster ausgemistet, kann ich mich bewusster mit meinen Talenten selbstverwirklichen - mit innerer Souveränität, in der ich mich frei ausdrücken kann. Ich brauche dann mein altes Verhalten nicht mehr, das mich so lange schützte.
Pluto-Transit durch das 6. Haus: Unsere Alltagsgewohnheiten - wie wir arbeiten und unsere Beziehungen pflegen, verändern sich substantiell.
Schmerzhaft wird uns bewusst, warum wir uns „anderen“ zu sehr anpassen und dabei unsere Bedürfnisse opfern. Oft machten wir uns auch deshalb allzu abhängig, weil wir Angst hatten, die materielle Grundlage unseres Lebens zu verlieren. Vielleicht ließen wir uns rein zweckgebunden auf äußere Bedingungen an, ohne deren Sinn für unsere Entwicklung zu hinterfragen. Vor allem in Partnerschaften werden Konflikte sichtbar, die bisher nicht bearbeitet wurden.
Pluto-Transit über den DC und durch das 7. Haus: Alte, ungelöste Partnerkonflikte drängen auf Bewältigung; ein ganz neues Partnerschafts-Verständnis entsteht.
Mit dem Übergang Plutos über den Deszendenten kommen schwelende Partnerschaftskonflikte aufs Tablett. Entscheidungen stehen an. Zuvor müssen wir aber schmerzhafte Prozesse durchleben, die uns mit der Nase auf den Casus belli stoßen...auf den Grund nämlich, weshalb unsere Partnerschaften bisher z.B. immer wieder scheiterten. In jedem Fall aber kommen unbewältigte Konflikte aus der Kindheit symbolisch in unseren Beziehungen zum Ausdruck. Wir können ihnen nicht mehr ausweichen. Da Pluto oft mehr als zehn Jahre lang durch das 7. Haus läuft, wiederholen sich diese meist schmerzhaften (Macht-)Konflikte scheinbar endlos. Danach aber hat sich unser Verständnis von Partnerschaft grundlegend gewandelt....
Pluto-Transit durch das 8. Haus: Unsere Schattenthemen treten hervor; wir müssen sie tapfer wandeln und integrieren.
Schattenthemen, die wir in Beziehungen wiederkäuten, treten mit großer Vehemenz in unser Bewusstsein. Sie zeigen sich symbolisch in Konflikten mit „wesentlichen“ Menschen, an die wir uns gebunden fühlen, sowie in typischen Situationen, die uns schon immer zu schaffen machten. Dadurch spüren wir stärker als je zuvor die wahren Motive unseres Handelns. Unsere Projektionen und nicht gelebten, zum Teil archaisch zum Ausdruck kommenden Gefühle von Zorn und Hass kommen „ans Licht“ und wollen erlöst werden. Sicher ist, in dieser Zeit können wir unsere unbewältigten Schattenthemen unwiderruflich nicht mehr länger ignorieren! Es sei denn, wir zahlen einen (zu) hohen Preis.
Pluto-Transit durch das 9. Haus: Bisherige Glaubens- und Werte-Systeme wandeln sich von Grund auf.
Wir hinterfragen, ob unser Weltbild noch tragfähig ist für unsere persönliche Entwicklung. Oft hängen an unseren Überzeugungen Wertvorstellungen, die uns in der Kindheit manchmal im wahrsten Sinne des Wortes "eingepaukt" wurden und von denen wir uns bisher nicht zu lösen vermochten, aus welchen Motiven auch immer. In jedem Falle stellt sich die Frage: Welche ideellen Werte und Weltanschauungen gehören jetzt auf den Müll? Wo ergeben sich Diskrepanzen mit der Realität, was ist wirklich die Wahrheit und der Sinn meines Daseins?
Pluto-Transit über das MC und durch das 10. Haus: Alte Vorstellungen in bezug auf unser Lebensziel und unsere berufliche Identität werden auf- und umgebrochen.
All das, was wir uns im Aussen, im Beruf und in Bezug auf unsere Selbstverwirklichung aufgebaut haben, wird erschüttert. Und wir meinten, unseren Platz im Leben gefunden zu haben! Vielleicht aber bremste uns in Wahrheit ein altes Muster, das uns vormachte, „mehr“ steht uns nicht zu! Oder aber wir sahen keine andere Möglichkeit, als die, die wir wählten, und zahlten dafür den Preis! Jedenfalls wird unsere Unzufriedenheit schier unerträglich, und wir fragen: Warum konnte ich meine Fähigkeiten nicht hinreichend zum Ausdruck bringen? Was hinderte mich daran, meine Potentiale auszuleben? Oft geraten wir in berufliche Machtkonflikte. Doch nur, wenn wir uns diesem Prozess stellen, werden wir freier, in dem, was wir als Aufgabe in die Gesellschaft einbringen. Dann können wir aus unseren inneren Potentialen schöpfen und unser Bestes geben.
Plut-Transit durch das 11. Haus: Wenn wir bisher unsere Unabhängigkeit und Autonomie unterdrückt haben, so müssen wir jetzt die Muster, die dafür verantwortlich waren, ganz und gar ablegen.
Uns wird bewusst, wie wir bisher Freiheit definierten und was wir darunter verstanden. Wir erkennen, was uns daran hinderte, in die Richtung unseres individuellen Wachstumsprozesse zu gehen und wirklich frei zu sein. Wir begreifen die Zusammenhänge von einer höheren Warte aus, entwickeln „radikal“ neue Ideen und suchen nach neuen Freunden und Begleitern, mit denen wir uns bereichernd austauschen.
Nach Haus 11 tritt Pluto wieder in das 12. Haus: Ein neuer Zyklus der Wandlung beginnt. Noch einmal gesagt sei: Das Schicksal wählt für jeden Menschen nur einen Ausschnitt aus dem großen Kreislauf von Sterben und Werden...Es sagt: Hier, in diesem deinen Leben sind diese drei oder vier Lebensbereiche entscheidend. Hier liegen für dich die tiefgreifendsten und markantesten Konflikt-, aber auch Entwicklungs-felder.
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Dr. phil Reinhard Müller ist Heilpraktiker u. psychologischer Astrologe. Schwerpunkte Biografiearbeit. Partnerschaftsberatung, Orts-Astrologie, Psychotherapie (NLP, Gesprächstherapie), Bach-Blüten und Homöopathie.
Kontakt: Leverkuser Str. 6, 65929 Frankfurt-Höchst. Tel: 069/30 21 22 o. 0177/22 22 103
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Literatur
Tracy Marks: Astrologie der Selbstentdeckung. Kailash/Hugendubel München (Erstveröff. Hier und Jetzt, Hamburg 1993)
Donna Cunningham: Erkennen und Heilen von Pluto-Problemen. Urania Verlag, CH-Neuhausen 1987
Howard Sasportas: Astrologische Häuser und Aszendenten, Knaur, München 1987
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Kasten
Pluto
Die Bahnstörung von Uranus ließ sich nicht allein durch die Anziehungskraft Neptuns erklären. Also suchten die Astronomen jenseits von Neptun einen weiteren großen Planeten, der dafür verantwortlich sein könnte. 1930 entdeckte der junge US-Astronom Clyde Tombaugh „Pluto“ - überraschend klein mit gerade mal 2284 km Durchmesser. Pluto ist ein Gas-Planet mit sehr hoher Dichte; die Oberfläche besteht vermutlich aus einem Methan-Eispanzer. Er besitzt einen großen Mond (Charon), ist also eigentlich ein „Doppelplanet“. Die Bahn des äußersten Planeten unseres Sonnensystems verläuft exzentrisch, so dass sie sogar 20 Jahre innerhalb der Neptunbahn verläuft. Pluto braucht 248,5 Jahre, um die Sonne zu umrunden, d.h., den Tierkreis auf der Ekliptik zu durchlaufen.
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