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2009 - Wende oder Ende?

Gerald Peraus
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Dienstag, 6. Januar 2009, 12:47

So lautete die Überschrift eines Vortrags anlässlich des Analyst Awards 2008, bei dem Österreichs beste Aktienanalysten ausgezeichnet wurden und ihren Ausblick für das kommende Jahr vorstellten.

 

Der Crash saß offensichtlich noch allen anwesenden Personen in den Knochen und eine richtige Aufbruchstimmung wollte nicht aufkommen. Wohl wurden einige Fakten aufgelistet, die für ein Engagement in Aktien sprechen, etwa das Verhältnis Aktienkurs zu Buchwert, doch andererseits werden laufend die Gewinnschätzungen nach unten revidiert, was wiederum als belastend gesehen wird. Eine Wende traut man sich nicht zu verkünden und an ein Ende nicht zu denken, also weder – noch.

 

Vielleicht ist sowohl – als auch zutreffender. Jede Wende bedingt schließlich ein Ende, sonst wäre es keine Wende und alles ginge so weiter wie bisher. Es steckt viel Neues in den Startlöchern, die alten Mechanismen haben ausgedient, zumindest längerfristig. Die Zeichen der Wende sind schon da, symbolisiert durch Saturn und Uranus. Diese beiden Großplaneten traten erstmals am 04.11.2008 in Opposition und werden dies bis 2010 tun.

Die nächste Saturn–Uranus–Opposition findet am 05.02.2009 mittags statt. Auffällig ist die enorme Ballung im Wassermann-Zeichen (K), das ja von Uranus beherrscht wird. Mars, die treibende Kraft, ist soeben auch in diesem Zeichen angekommen, doch das Denken und Handeln ist noch auf das alte Wertesystem konzentriert (Merkur in Steinbock) Das Aufräumen beginnt. Beachtlich auch Venus/Pluto  – wie sicher ist cash, was ist unser Geld wert?

Die Frage nach dem Background (Pluto) unserer Zahlungsmittel (Venus) taucht unvermittelt auf. Die Finanzkrise ließ die Nachfrage nach Gütern schrumpfen, Energiepreise sind im freien Fall, Erdöl hat sich nun etwa vom Hoch (147) geviertelt (aktuell bei 36), kommt die Rezession mit einer Deflation, so wie es in Japan Anfang der 90er-Jahre geschah?

Doch wollen wir uns die Märkte im Einzelnen ansehen:

SP500-Index (SPX)

Die Oktobertiefs wurden im November nochmals deutlich unterschritten, am 17.11.2008 wurde 741,02 zutiefst gesehen. Derzeit bewegt sich der Index bei rund 875, etwas über den Oktobertiefs. Die ursprüngliche Annahme, es könnte zu einem schnellen Rebound kommen, hat sich nicht bewahrheitet.

 

Dennoch sehe ich Potential für die „Spätzünderrallye“ im 1. Quartal 2009, die etwa 20-30% Kursplus bringen kann, astrologisch wäre das mit der Saturn/Uranus-Opposition am 05.02.2009 begünstigt. Zuvor, im Jänner, könnten sogar Kursrückgänge für eine „vernichtende Stimmung“ sorgen, die eine gute Ausgangsbasis für Kursanstiege darstellen würde.

 

Das Chartbild spricht auch für eine Erholung, doch bereits im März ist wieder Vorsicht angebracht. Viele Hochs und Tiefs fallen in „die Iden des März“ und gerade dann, wenn es sich um einen Kursanstieg handelt, sind Gewinne mitzunehmen, spätestens bis 15.04.

 

Kommt es zu einem Aprilhoch, scheint ein anschließender Rückgang für 3 Monate in den Sternen zu stehen, eine anschließende Erholung würde dann bis 15.09.2009 dauern – dem Datum der nächsten Saturn/Uranus-Opposition und dem Todestag der Lehman Brothers. Solche „Anniverseries“ sind bedeutsam, Hochs oder Tiefs im September werden genau unter die Lupe zu nehmen sein. Wahrscheinlicher ist ein Hoch, von dem es gegen Jahresende hin zu einem Abschwung kommt.

DAX-Index

Der DAX hat im Gegensatz zum S&P kein neues Tief im November gemacht, die Marke von 4.000 wirkt hier recht solide. Möglicherweise kommt sie aber gerade noch in den ersten Wochen des neuen Jahres unter Druck, ansonst gilt das für den S&P500 Gesagte.

 

Auch der DAX weist vermehrt Hochs und Tiefs im März auf, daher ist ebenso in den „Iden“ verstärkt Ausschau nach einem Wendepunkt zu halten. Das Szenario, wonach der DAX die Marke von 6000 erreichen kann, bleibt aufrecht. Allerdings droht danach eine Korrektur empfindlichen Ausmaßes, wenn sich das März-Hoch bewahrheitet.

 

Am 15.11.2009 wird erstmals das Quadrat Saturn/Pluto fällig, die Werthaltigkeit der gelisteten Investmentinstrumente kommt auf den Prüfstand. Was nachhaltig keine ökonomische Struktur hat, wird nun eliminiert – das Zeitalter des Spielerischen geht an diesem Tag offiziell zu Ende (die Aspekte wirken meist schon etwas früher – man „ahnt es schon“; ähnlich wie die Schulglocke den Beginn einer neuen Unterrichtsstunde meldet und nicht gleich alle mucksmäuschenstill sind, aber doch wissen, was auf sie zukommt und sich entsprechend darauf einstellen).

In diesem 4. Quartal 2009 ist vermutlich etwas Bahnbrechendes im Anmarsch, was vielmehr mit den Währungen als mit den Aktienmärkten zu tun haben wird, und auch die Rohstoffe werden verstärkt an Bedeutung gewinnen – nicht zuletzt Gold, dessen Korrekturphase allmählich zu Ende geht (siehe nachstehenden Wochenchart Gold):

Zunächst scheint die Zone rund um 780 nun schon günstig, Widerstand liegt bei 900. Gut vorstellbar, dass diese Tradingrange noch einige Zeit gültig bleibt, aber im späteren Verlauf des Jahres 2009 nach oben durchbrochen wird. Dann wird auch das Allzeithoch bei 1038 kein wirkliches Thema sein, erstes Kursziel liegt bei 1350.

 

Doch 2009 werden vermutlich nicht die Aktienmärkte im Rampenlicht stehen, vielmehr kündigt sich das Entstehen einer neuen Blase an – auf den Anleihemärkten. Wie schon bereits erwähnt besteht kommendes Jahr die Gefahr einer Destabilisierung des Finanzsystems, was unmittelbare Auswirkungen auf das Währungsgefüge hat, insbesondere das Wechselkursverhältnis der Großen Drei (US-Dollar, Euro und Japanischer Yen), sowie auf die Kurse aller Forderungswertpapiere (verzinsliche Anlagen; Anleihen, Festgelder und Sparguthaben).

EUREX-Bund-Future, nearby-Kontrakt:

 

Noch im Juli lag der Bund-Future bei etwas unter 110 (Tief am 19.06.2008 bei 109,52), gegen Jahresende nun bei 125. Derartige Anstiege gab es nur 1998, von einem Hoch im Februar 1999 ging es dann steil bergab und 1999 wurde das schlechteste Rentenjahr seit Einführung des Bund-Futures am 04.10.1991.

 

Es scheint so, als ob 2009 hier ein ähnliches Desaster bieten könnte. Die Vorarbeit wurde 2008 geleistet, die ersten Wochen des kommenden Jahres könnten sogar noch bis 127,50 führen, was einer Umlaufrendite von rund 2,70% entspricht (derzeit 2,92%). Wir reden hier immerhin von Laufzeiten zwischen 7 und 10 Jahren für Staatspapiere. Der Unterschied zu 1998 ist allerdings die seither massiv aufgeblasene Geldmenge, die mit einer enormen Verschuldung der Industrienationen einher ging, und in den USA ist mittlerweile rechnerisch gar kein Zinssenkungsspielraum am kurzen Ende vorhanden, da der Leitzins nun bei 0% liegt.

 

Daher sollte eher früher als später mit dem Verkauf von Anleihen begonnen werden. Doch wohin mit dem Verkaufserlös? Einerseits könnten Aktien eine Alternative sein, wenngleich die Aussichten hier auch nicht euphorisch sind – die Aktienmärkte sollten aber doch besser laufen als die Anleihen; käme es im März zu einem Tief bei Aktien, wäre eine derartige Umschichtung vielversprechend.

 

Doch, was tun, wenn es zu einem März-Hoch bei Aktien kommt, meiner favorisierten Variante? Dann wäre es (letztmalig!) sinnvoll, den Erlös aus dem Aktien- und Anleiheverkauf in cash zu halten und nach günstigen Einstiegsmöglichkeiten Ausschau zu halten, die entweder im Rohstoffbereich (vor allem Edelmetalle, Energie) oder wiederum im Aktienmarkt (bei tieferen Kursen) mutmaßlich in der Jahresmitte zu finden sein werden. Die Zeit der Anleihen ist aber vorbei, spätestens mit den Konstellationen im September und November 2009....

 

Den kompletten Aufsatz als pdf-File gibt es auf www.tierkreis.at im Newsletter-Archiv, hier der direkte Link dorthin: viel Spaß beim Lesen und ein erfolgreicher Start ins neue Jahr,

Alles Liebe

Gerry

 

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