Astrologie | Astrologie & Spiritualität
Meinung: Esoteriker zum Vorführen....
Friedrich Maier Systemische Astrologie
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Donnerstag, 16. August 2001, 17:46
Es ist zum Weinen, aber leider wahr: In unseren etablierten Medien verkommt esoterische Weisheit zur Jahrmarktattraktion: je grotesker, desto besser! Und man kann schön mit dem Finger deuten: Schau sie an mit ihrem Hokuspokus. Neptuns Projektionen lassen grüßen. Ein wütender Protest ...
Von Birgit Schilling
Es ist ja nicht so, daß in unserer Gesellschaft kein Interesse bestünde an alternativ esoterischen Themen wie etwa Reinkarnation, fernöstliche Lehren oder auch Astrologie. Nein: Esoterik ist „in“, jedenfalls eine ziemlich oberflächliche Betrachtungsweise davon: da wird mit Tarotkarten, Horoskopen, Pendeln, Heilsteinen und dergleichen aufs Abenteuerlichste herumgekleckert. Und in nahezu jeder TV-Serie treten halb durchgeknallte Sonderlinge auf, die als Esoteriker durchgehen sollen. Die Tiefe des Erlebens, die erweiterten Denk-Dimensionen und emotionalen Erfahrungen, das „Meer von Weisheit“ (Markus Jehle), das sich den Suchenden öffnen kann - das alles erahnen die dünnbrettbohrenden Wiederkäuer in den Medien nicht einmal; daher ignorieren sie es.
Von ernsthaftem Interesse also kaum eine Spur. Hauptsache, die Themen sind trendy. „Ayurveda“ klingt so schick, und das neueste Tarotkartendeck macht sich im Hochglanzcolordruck einer Wochenzeitschrift ebenso gut wie saisonale Schminktips oder aktuelle Promi-Fotos.
Man müßte ja froh sein um jede Öffentlichkeit, das gilt auch für die Astrologie, denn die Medien wären an sich schon ein gangbarer Weg, um Menschen an persönliche Entwicklungsmöglichkeiten heranzuführen. Aber wie diese „Schützenhilfe“ abläuft, bleibt fragwürdig; durch die Art der Darstellung entsteht ein verdammt schiefes Bild.
Wirklich schlimm ist aber, wie die sogenannten „erstzunehmenden“ Medien Esoterik behandeln. Die Süddeutsche Zeitung zum Beispiel, die sich gewöhnlich durch sachliche Auseinandersetzung auch mit politischen Gegnern auszeichnet, und in der Kindermörder bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung stets löblich korrekt als „mutmaßliche Täter“ bezeichnet werden, verliert regelmäßig jegliches Zartgefühl im Umgang mit alternativen Themen. Da wird unreflektiert-munter alles über einen Kamm geschorern: von den Bachblüten bis zum Sektenselbstmord ist es nur ein kleiner Schritt! Mittels diskriminierender Wortwahl („dumm....dämlich....grenzenlosdumm...Sternenwahn...“) wird gnadenlos polemisiert - so geschehen in einem Kommentar zur Astrologie. Und die Tatsache, daß die Autoren durch Ahnungslosigkeit glänzen, hält sie mitnichten von ihren Auslassungen ab.
Die Erklärung für solch giftspritzende Aggression ist naheliegend: „Cogito ergo sum - ich denke, also bin ich“, sagte Descartes vor 250 Jahren. Das gilt in gewissen Kreisen noch heute als Gipfel menschlicher Verfeinerung, und ein weiteres Fortschreiten der Entwicklung halten diese Leute nicht für nötig. Es gibt nur den Verstand, darüberhinaus noch ein paar (nicht von der Hand zu weisende) körperliche Grundbedürfnisse, basta.
Was aber geschieht mit den anderen, nicht gelebten Persönlichkeitsanteilen dieser Menschen? Die schreien geradezu aus ihnen heraus! Eine tief verdrängte Sehnsucht nach spiritueller Orientierung erzeugt Angst und Unbehagen und daraus resultierende Ablehnung. Denn das ist die Formel des Neptun: Wo die tiefste Sehnsucht ist, ist auch die größte Angst! Und letztere, gepaart mit der Überheblichkeit der Etablierten, ergibt nicht gerade den besten Nährboden für eine sachliche Auseinandersetzung. Diese fehlt also bei den anspruchsvollen wie bei den trivialen Medien (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen), ebenso wie der Versuch, auch nur andeutungsweise zu verstehen, was spirituelle Weiterentwicklung den Menschen geben kann, bzw. warum überhaupt ein Bedürfnis danach besteht.
Oberflächliche, nur profitorientierte Neugier auf der einen, panische Ablehnung auf der anderen Seite: Auf diese Extreme bleibt die Darstellung von Esoterik und Astrologie in den Medien beschränkt (mit wenigen Ausnahmen, etwa Winfried Noes Münchner TV-Sendung „Sternenhimmel“, wie ich gehört habe). Um das zu kommentieren, genügt ein Wort: Schade.
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Birgit Schilling ist psychologische Astrologin.
Anschrift: Austraße 1, 71576 Burgstetten,
Tel.; 07191/68744
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