Astrologie | Buch-Neuerscheinungen

Buch-Neuerscheinung: Kindheitserfahrungen im Horoskop

Barbara Egert
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Mittwoch, 29. Juli 2009, 12:08

'Buch-Neuerscheinung: Kindheitserfahrungen im Horoskop' - Beitrag von Barbara Egert

Die Astrologie ist eine große Hilfe, um sich die Schatten der Kindheit bewusst zu machen. Sie gibt Hinweise, wie diese so tief sitzenden problematischen Prägungen aufgelöst und gewandelt werden können. Die Autorin beschreibt zunächst das Dilemma von Nähe und Freiheit sowie die Trennungs- und Verlassenheitsängste des Kindes. Diese können sich später als Verletzung manifestieren. In diesem Buch erfahren Sie, dass sich die grundlegenden Erfahrungsmuster mit den Eltern in Ihrem Horoskop erkennen lassen. Es wird erläutert, welche Auswirkungen eine missglückte Kindheit haben kann, was die häufigsten Folgen sind und auf was Sie bei einer astrologischen Betrachtung besonders achten müssen. Vor allem werden Ihnen dadurch Heilungsmöglichkeiten und Auswege verdeutlicht, so dass Sie mit den Schatten Ihrer Kindheit besser umgehen können.

Leseprobe:

Die besondere Bedeutung von Mond-Pluto-Verbindungen

Ich möchte hier noch einmal ausführlicher auf das Mond-Pluto-Thema eingehen, denn diese Verbindung finden wir sehr häufig in Horoskopen von Menschen, die eine ausgeprägte Kindheitsproblematik haben. Bei harten Mond-Pluto-Aspekten scheint ein Dilemma vorprogrammiert, denn die herausfordernden Kräfte Plutos vertragen sich – milde ausgedrückt – nicht besonders gut mit den Urbedürfnissen des Mondes. Der Horoskopeigner introjiziert entsprechende Kindheitserfahrungen und trägt sie manchmal lebenslänglich mit sich herum: Die Grundlage für eine zumindest sporadisch düstere Weltsicht ist geschaffen. Wir halten uns für wenig liebenswert, denn wenn wir es wären, hätte uns unsere Mutter geliebt (vielleicht hat sie uns ja geliebt, aber wir haben es nicht gefühlt). Aus diesem ganzen Gefühlschaos entwickeln sich nicht selten Depressionen, verbunden mit starken Angstgefühlen.

Durch einen Mond-Pluto-Aspekt im Horoskop wird sich das Kind – zunächst unbewusst, später dann bewusster – schnell bedroht fühlen, weil die Mutter nicht als ein sicherer Ort, sondern als eine äußerst heikle Zufluchtsstätte erscheint. Man weiß nie, in welchem Gefühlszustand sie sich gerade befindet. Ist sie explosiv, empfindlich, wütend, depressiv, fühlt sie sich bedroht oder klammert sie sich an das Kind? Denkt sie gerade daran, dass sie ihren Mann am liebsten umbringen oder die Familie verlassen würde? Durch die „participation mystique“ ist das Kind mit all diesen Emotionen und Gedanken in Form von Energiemustern verbunden und ihnen ausgeliefert.

„Ein Kind ist so sehr ein Teil der psychologischen Atmosphäre der Eltern, dass geheime und ungelöste Schwierigkeiten seine Gesundheit beträchtlich beeinflussen können. Die ‚participation mystique’, das heißt die primitive unbewusste Identität, lässt das Kind die Konflikte der Eltern fühlen und daran leiden, als ob sie seine eigenen wären. Es ist sozusagen nie der offene Konflikt oder die sichtbare Schwierigkeit, welche die vergiftende Wirkung hat, sondern es sind die geheim gehaltenen oder unbewusst gelassenen Schwierigkeiten der Eltern … Dinge, die in der Luft liegen und die das Kind unbewusst fühlt, die niederdrückende Atmosphäre von Befürchtungen und Befangenheit dringen mit giftigen Dämpfen langsam in die Seele des Kindes ein.“ (C.G. Jung: Über die Entwicklung der Persönlichkeit, Zürich 1958, S. 144)

Bei Mond-Pluto-Aspekten konstelliert sich sehr häufig ein negativer Mutterkomplex, der später durch eine Episode, das Verhalten eines anderen Menschen oder einen Traum etc. aktiviert werden kann. Alle mit diesem Komplex verbundenen verschütteten Emotionen überfallen uns und lassen uns so heftig reagieren, dass wir selbst und unser Umfeld erschrocken sind.

Bei einer Tochter mit Mond-Pluto-Aspekt äußert sich der negative Mutterkomplex unter anderem darin, dass sie um keinen Preis wie ihre Mutter sein will, alles – nur nicht wie die Mutter. „Das Verblüffende an diesem Phänomen ist die Tiefe der Angst und der eingewurzelte Glaube an die negative Macht der Mutter, die für so groß gehalten wird, dass, wenn die Tochter auch nur im geringsten wie ihre Mutter ist, diese Macht sich wieder einstellt und auf andere die gleiche Wirkung hat, wie sie sie auf die Tochter hatte – so glaubt die Tochter jedenfalls.“ (Kathie Carlson: Nicht wie meine Mutter, München 1989, S. 73).

Ihr Unbewusstes ist vergiftet durch die introjizierten Eigenschaften der Mutter, die eine ungewollte Bindung erzeugen und sie oft genug in dunkle Tiefen ziehen. Das ist auch häufig einer der Gründe, warum die Tochter sehr früh heiratet. Sie realisiert allerdings nicht, dass damit die Mutterbindung nicht gelöst, die Fixierung an sie nicht gelöscht wird.
Wahrscheinlich finden wir in einem Horoskop neben dem Pluto-Aspekt auf den Mond noch weitere Winkel, die sich auf das Mond-Pluto-Dilemma, also das Mutter-Kind-Problem, beziehen, es abmildern oder verstärken. Aus diesen Kombinationen müssen wir schließlich versuchen, das Verhältnis von Mutter und Kind zu erfassen. Keine leichte Aufgabe, wenn widersprüchliche Planeten beteiligt sind und somit gegensätzliche Wesenszüge eine Deutung erschweren! Manchmal jedoch mag es bei ausgleichenden Aspekten auf den Mond gelingen, die Mutter mit all ihren Ambivalenzen objektiver zu erfassen und vielleicht sogar zu tolerieren.

Aber gerade bei Mond-Pluto-Verbindungen sind wir so emotional und verstrickt in alte Gefühlsmuster, dass wir unsere Mutter und unsere Kindheit nur schwer aus einer gewissen Distanz betrachten können. Wir nehmen eher selektiv die schwierigen Eigenschaften unserer Mutter wahr. Die negativen Gefühle setzen sich in uns fest, und all die liebenswerteren Wesenszüge werden ins Unbewusste verbannt. Wenn der Archetypus der Großen (schrecklichen) Mutter in die reale Mutter projiziert wurde, dann sind diese Projektionen sehr langlebig und nur mit größten Schwierigkeiten aufzulösen. In Gesprächen über unsere Mutter heißt es dann meistens: „Sie konnte auch nett sein, aber…“, wobei das „Aber“ die zeitweilig wahrgenommene Nettigkeit quasi wieder auslöscht. Wahrscheinlich kommen die Betroffenen nicht umhin, zur Aufarbeitung und Bewältigung alle Emotionen noch einmal zu durchleben. Wie auch immer: Voraussetzung zur Bewältigung des Dilemmas und der heilenden Transformation ist und bleibt die Bewusstwerdung der Vergangenheit!

Erschienen im Chiron-Verlag: „Kindheitserfahrungen im Horoskop

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