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TV-Tipp: Herr der Himmelsscheibe (aktualisierte Fassung)

Hannes Bongard
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Samstag, 21. August 2010, 10:14

'TV-Tipp: Herr der Himmelsscheibe (aktualisierte Fassung)' - Beitrag von Hannes BongardHerr der Himmelsscheibe -
Der Jahrtausendfund von Nebra



Bild: Himmelsscheibe von Nebra

Dokumentationsreihe, Deutschland, 2010
(Aktualisierte Fassung des Films vom 28. Mai 2007)

Auf den Spuren des Kultsymbols

Der sensationelle Fund der Himmelsscheibe von Nebra gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Seit Jahren sind Forscher dem Geheimnis des 2,3 Kilo schweren bronzenen Jahrtausendfunds auf der Spur. Nach einer ersten Dokumentation aus dem Jahr 2007 hat Terra X den aktuellen Forschungsstand in einem spannenden Wissenschaftskrimi aufgearbeitet.

Die Himmelsscheibe von Nebra aus der Bronzezeit ist mit 3600 Jahren die älteste astronomische Abbildung der Welt und stellt die Wissenschaft noch immer vor viele Rätsel. Auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt hatten im Sommer 1999 zwei Raubgräber die geheimnisvolle Metallscheibe gefunden, die sie in Unkenntnis ihrer Bedeutung an einen Kunsthehler verkauften. 2002 konnte Prof. Dr. Harald Meller, Leiter des Landesamtes für Archäologie in Halle, den kulturellen Jahrtausendfund mit Hilfe der Polizei wiederbeschaffen.

Vor mehr als 3000 Jahren vergraben

Über mehrere Jahre hinweg hat ein internationales Forscherteam rund um Prof. Meller mit modernsten Methoden den bronzenen Jahrtausendfund erforscht. Das ZDF hat die Spurensuche rund um die Himmelsscheibe von Nebra exklusiv begleitet. Seit dem ZDF-Film von 2007 gibt es neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die in der aktualisierten Fassung berücksichtigt wurden.

Mit ausgefeilten Forschungsmethoden konnten der Scheibe bereits einige spannende Befunde entlockt werden. Mit Hilfe eines Birkenholzrests am Schwertgriff des Beifunds wurde das Vergraben der Scheibe auf circa 1600 v. Christus datiert.

Kupfer aus Österreich

Chemiker fanden heraus, dass das Kupfer der Bronzelegierung aus den Alpen aus Mühlbach am Hochkönig in Österreich stammt. Das Film-Team konnte in dem prähistorischen Kupferbergwerk Aufnahmen machen und den Abbau und die Verarbeitung des Metalls detailgetreu nachstellen.

Neben den Echtheitsanalysen standen für die Forscher weitere Fragen im Raum: Wer hat die Scheibe gefertigt? Und warum wurde sie gegossen? Welche Bedeutung haben die goldenen Sterne, der Vollmond, der Sichelmond, die Horizontbögen und der verzierte Bogen, der aussieht wie eine Barke? Bilden sie einfach nur Naturbeobachtungen ab oder vermitteln sie ein System, das bereits in der Vorgeschichte das Zusammenspiel von Himmel und Erde erklärt?

Mond- und Sonnenkalender

Der Astronom Rahlf Hansen vom Planetarium Hamburg machte eine faszinierende Entdeckung: Aufgrund der Auswertung babylonischer Schriften in dem Piktogramm der Scheibe erkennt er eine Schaltregel, eine Synchronisation von Mond- und Sonnenkalender.

Doch wer konnte vor rund 4000 Jahren bereits eine solche naturwissenschaftlich-mathematische Leistung erbringen? Welche Rolle spielten dabei die großen Bronzezeitfürsten, wie der Fürst von Leubingen, der in unmittelbarer Nähe zur Zeit der Himmelsscheibe herrschte?

Mehrere Metallschichten

Rätselhaft ist auch, warum die Scheibe offenbar nicht in einem Guss erstellt wurde. Offenbar wurde sie in mehreren Schritten überarbeitet und immer wieder von unterschiedlichen Herrschern in ihrer Bedeutung umgewidmet.

Immer deutlicher wird auch, und gerade das zeigt die aktualisierte Version von 2010, dass in der Zeit der Himmelsscheibe bereits ein intensives Netz von europäischen Handelswegen bestand. Über diese Straßen gelangten wohl auch das Gold und das Zinn nach Nebra. Neu ist auch die Erkenntnis, woher aller Wahrscheinlichkeit nach Gold und Zinn herstammen: aus dem südenglischen Cornwall.

Film von Michael Gregor
Kamera: Alexander Hein
Sprecher: Gert Heidenreich

Quelle und mehr zum Thema:
ZDF - Terra X

Sendetermin:
Sonntag, 22. August 2010, 19:30 Uhr, ZDF



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