Astrologie | Astrologie & Spiritualität

Die Prinzessin mit den goldenen Augen - Astrologische Märchendeutung

Sabine Bends
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Mittwoch, 17. Oktober 2001, 11:06

'Die Prinzessin mit den goldenen Augen - Astrologische Märchendeutung' - Beitrag von Sabine BendsEs waren einmal ein König und eine Königin, die wünschten sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch die Jahre vergingen und ihr Wunsch erfüllte sich nicht.

Eines Tages klopfte eine Bettlerin an, die für sich und das kleine Bündel in ihrem Arm etwas zu Essen erbat. Die Königin hieß die arme Frau eintreten und bewirtete sie königlich. Nachdem die Bettlerin es sich hatte schmecken lassen, machte die Königin ihr ein Angebot. Sie würde ihr einen Sack voller Goldstücke schenken, wenn diese ihr das Kind überließe. Die Bettlerin, die verzweifelt war, weil sie nicht wusste, wie sie ihr Kind fortan ernähren sollte, willigte weinend in diesen Handel ein. Zum Abschied nahm die Königin ihr das Versprechen ab, sich nie wieder im Schloss sehen zu lassen.

So wuchs das kleine Bettlermädchen als eine Prinzessin auf, und der König und die Königin erfreuten sich Tag für Tag an ihr. Aus dem kleinen Kind wurde ein hübsches Mädchen mit goldblondem Haar und rehbraunen Augen, das anmutig und fröhlich durch den Schlosspark sprang und sich an allem erfreute, was leibte, lebte, kreuchte und fleuchte.

Als ihr 14. Geburtstag nahte, beschlossen ihre Eltern, ein großes Fest zu ihren Ehren zu geben. Alle Könige, Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen aus den benachbarten Königreichen sowie alle hohen Herren und Damen aus ihrem Königreich sollten gela-den werden, um die erwachsene Prinzessin zu sehen.

Und so geschah es. Es wurde ein rauschendes Fest. Die Einführung der Prinzessin in die Gesellschaft war ein voller Erfolg. Sie wurde ob ihrer Schönheit, ihrer Anmut und ihres Liebreizes bewundert und verehrt. Und da sie das Herz am rechten Fleck hatte, konnte sie all die Bewunderung gebührend erwidern.

So verging die Nacht wie im Fluge. Als die Prinzessin mit dem Prinzen von Beldavien tanzte, einem eitlen Vogel, der sich gern mit fremden Federn schmückte, schlug die Uhr Mitternacht. Beim letzten Schlag wurde der Prinz plötzlich geblendet. Aus den Augen der Prinzessin fiel ein helles Licht und traf auf ein Bild an der Wand, das auf einen Schlag zu purem Gold wurde. Der König und die Königin, die ihre Tochter den ganzen Abend aufmerksam und liebevoll beobachteten, bemerkten dies sofort und sahen auch, wie die Prinzessin in den Armen des Prinzen ohnmächtig wurde.

Das Fest fand ein jähes Ende. Die Prinzessin wurde auf ihr Zimmer gebracht, wo sie bis zum Morgen durchschlief. Die Königin wachte die ganze Nacht an ihrem Bett, und als ihre Tochter am Morgen die Augen aufschlug, wurde auch sie von einem hellen Licht geblendet. Mit einem Schlag wurde alles, worauf der Blick der Prinzessin traf, zu Gold. Die Prinzessin selbst hatte - kurz bevor ihr Spiegel sich in Gold verwandelte - sehen können, dass ihre Augen nicht mehr braun, sondern golden waren. Als ihr Blick aus dem Fenster auf ihren Lieblingsbaum fiel und auch dieser zu Gold wurde, schloss sie erschrocken die Augen und weinte bitterlich.

Fortan ließ sie sich von ihren Eltern die Augen verbinden, damit ihr Blick nichts träfe, was ihr lieb und teuer war. Die Königin weinte viele Tage und Nächte über das Un-glück ihrer Tochter und auch der König war sehr betrübt. Sie richteten ihr ein Zimmer her, in dem sie sich oft allein aufhielt und auch ihre Augenbinde abnehmen konnte, denn dort war jeder Gegenstand aus reinem Gold. Das Fenster war mit einen dichten Gewebe aus Goldfäden verhangen, damit ihr Blick nicht nach draußen fallen konnte. Im Schloss und auch im Park ging sie nie mit unverhüllten Augen umher, und oft saß sie unter ihrem Lieblingsbaum und vergoss ungezählte Tränen an seinem goldenen Stamm.

Der Prinz von Beldavien aber, der nicht nur eitel, sondern auch goldgierig war, hatte sehr wohl bemerkt und verstanden, was in jener Nacht geschehen war und nutzte nun seine Chance. Oft kam er, um der Prinzessin seine Aufwartung zu machen. An-fänglich ließ ihn der König aus Sorge nicht zu seiner Tochter; als er aber merkte, wie hartnäckig sich dieser bemühte, gab er schließlich nach. So verbrachte der Prinz viele Stunden mit der Prinzessin und vertrieb ihr mit seinen Späßen ihr trauriges Dasein. Schließlich hatte er das Vertrauen des Königs und der Königin gewonnen und hielt um die Hand der Prinzessin an. Diese waren froh, dass ihre Tochter nicht allein bleiben sollte, denn ihre größte Sorge war, was aus ihr werden sollte, wenn sie nicht mehr lebten.

Also wurde am 16. Geburtstag der Prinzessin Hochzeit gefeiert. Es war ein einfaches Fest mit wenigen Gästen, denn die Prinzessin war menschenscheu geworden. Von nun an lebten der Prinz und die Prinzessin von Beldavien in ihrem eigenen kleinen Schloss. Anfangs vertrieb der Prinz ihr immer noch die Zeit mit Späßen und witzigen Einfällen, aber nach und nach gab er sich weniger Mühe, und so wie er sich der Loyalität und des Vertrauens seiner Frau sicher war, begann er, ihre ungewöhnliche Gabe für sich zu nutzen.

Er hieß sie, sich an einen Tisch zu setzen, auf den er wenig wertvolle Gegenstände platzierte. Dann stellte er sich hinter sie, nahm ihr für einen Moment die Augenbinde ab und legte sie ihr wieder an, sobald der Tisch mit wertvollen Kleinodien bedeckt war. Dies machte er Tag für Tag, wurde reicher und reicher, eitler und eitler, vermessener und vermessener. Wenn sich seine Frau einmal zaghaft weigerte, scheute er sich nicht, sie mit Gewalt seinem Willen zu unterwerfen. So säte er Angst und Wut in der Prinzessin, die erst langsam keimten, dann wuchsen und wuchsen und in ihr schließlich den Gedanken an Flucht und Rache gebaren.

Eines Nachts, als der Prinz schlief, stand sie auf, nahm ihre Augenbinde ab und sah ihn an. Vor ihren Augen verwandelte er sich in eine Statue aus purem Gold. Weinend verband sie sich selbst ihre Augen und stolperte in die Nacht hinaus. Auf einer Wiese, im Schutz eines Baumes, ließ sie sich nieder und fiel in unruhigen Schlaf.

Am Morgen entdeckte sie dort ein junger Schäfer, der sie fragte, ob er ihr helfen könne. Sie erzählte ihm, dass sie eine arme Bettlerin sei, noch dazu seit ihrer Geburt von einem bösen Fluch belegt, der es ihr verbot, ihre Augen zu öffnen, da ihr Blick gefährlich sei für Mensch und Tier. Der Schäfer, der ein guter Mann war, hatte Mitleid mit ihr und nahm sie mit zu sich nach Hause. Auch konnte er eine Frau gebrauchen, die Haus und Hof hütete, während er seiner Arbeit nachging. Da die Prinzessin lieb und schön anzuschauen war, fragte er sie, ob sie nicht bei ihm bleiben wolle. Sie, die nicht wusste, wie sie ihr Leben allein meistern sollte, war froh, dass der Schäfer nett zu ihr war, und da er eine wohlklingende Stimme hatte, blieb sie und wurde eine Schäfersfrau. Tagsüber kochte und putzte sie, abends erzählte ihr Mann ihr Geschichten. Sie liebte es, seiner Stimme zu lauschen, und da er immer gut zu ihr war, begann sie langsam ihn zu lieben.

Ihre Augenbinde legte die Prinzessin nur zur Nachtruhe ab, denn wenn sie schlief, konnte sie kein Unheil anrichten. Und im Schlaf war es auch, wo sie lebte. Sehen, lachen und genießen, die Sonne, die Blumen, die Bäume - all das konnte sie nur in ihren Träumen.

Der Schäfer lag oft wach neben ihr des nachts und studierte ihr Gesicht, das er nur zu dieser Stunde richtig besehen konnte. Zu gerne hätte er einmal auf den Grund ih-rer Seele geblickt, doch er hatte Angst vor dem Fluch, mit dem seine Frau belegt war. So verging eine lange Zeit des Sehnens, des Träumens und der Angst vor dem Ungewissen.

Eines Nachts träumte der Schäfer von einem langen, dunklen Tunnel, an dessen En-de ein goldenes Licht erstrahlte. Er durchschritt diesen Tunnel, näherte sich dem Licht und erwachte. Er hatte verstanden. Er beugte sich über seine Frau und küsste sie sacht auf den Mund. Die Prinzessin schlug die Augen auf, und bevor sie sie wie-der schließen konnte, sah ihr Mann ihr tief in die Augen, bis auf den goldenen Grund.

Sie spürten, wie eine Woge des Lichts sie überflutete, spürten die Wärme und Sanft-heit von flüssigem Gold. Sie waren zwei Körper, die miteinander verschmolzen und eins wurden mit der goldenen Welle, die sie trug.

Märcheninterpretation - Der nächste Schritt

Gold war lange Zeit das wertvollste Metall, das man kannte. Als Farbe und Material wurde es dort verwandt, wo es das Höchste zu ehren gilt: den König oder Gott. "Gold" ist wortverwandt mit "Geld" und mit "Gelb" und erinnert uns an Reichtum und Lebensfreude. Unsere Sonne, der gelb strahlende Fixstern, ist unsere Quelle von Vitalität, Wärme und Reichtum. Astrologisch gesehen bezeichnen sie und das als ihr Herrschaftsbereich geltende Tierkreiszeichen Löwe unseren Lebensmut, unser Selbstbewusstsein, unser aktives, kreatives Handeln und unsere Ausstrahlung.

Wenn wir als Menschen Wärme verstrahlen, dann geschieht dies auch über unsere Augen. Durch diese Fenster zur Seele erhaschen wir einen Blick auf das Innere eines Menschen. Wer Gold in den Augen hat und eine Prinzessin ist, bei dem ist der Löwe nicht weit. Ich möchte unserer Prinzessin daher einen Löwe-Aszendenten verleihen.

"Es war einmal ein König und eine Königin, die wünschten sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch die Jahre vergingen und ihr Wunsch erfüllte sich nicht."

In dem Königreich scheint es nicht voranzugehen, Nachwuchs stellt sich nicht ein, irgendetwas hemmt den Ausdruck kreativer Energie. Das Prinzip der Empfängnis, Krebs, ist blockiert. Wie so oft im Laufe des Lebens, schreitet unser Königspaar nur noch auf bekannten Pfaden und geht keine neuen Wagnisse ein. Wo kein Raum geschaffen wird, kann auch nichts empfangen werden. Vor lauter Herrschaft, Staat (Steinbock-Saturn) und Repräsentation (Löwe-Sonne) hat unser Königspaar völlig vergessen, dass das weibliche Prinzip der Empfängnis und der Öffnung dem Löwen vorangeht. Es kann erst neues Leben geboren werden, wenn sich ein Gefäß, ein Körper für dieses Mysterium öffnet, wenn das befruchtende Männliche auf das empfangsbereite Weibliche trifft. Das unterdrückte Mondprinzip ist nicht nur ein Märchenthema, sondern auch heute immer wieder hochaktuell. In unserer ach-so-aufgeklärten Welt fühlen sich Mütter und Hausfrauen minderwertig, tragen fürsorgliche Hausmänner den Stempel "Softie" und werden Mädchen und Frauen einen Kontinent weiter aufs Grausamste in ihrer Weiblichkeit verstümmelt.

"Eines Tages klopfte eine Bettlerin an, die für sich und das kleine Bündel in ihrem Arm etwas zu Essen erbat. Die Königin hieß die arme Frau eintreten und bewirtete sie königlich. Nachdem die Bettlerin es sich hatte schmecken lassen, machte die Königin ihr ein Angebot. Sie würde ihr einen Sack voller Goldstücke schenken, wenn diese ihr das Kind überließe. Die Bettlerin, die verzweifelt war, weil sie nicht wußte, wie sie ihr Kind fortan ernähren sollte, willigte weinend in diesen Handel ein. Zum Abschied nahm die Königin ihr das Versprechen ab, sich nie wieder im Schloß sehen zu lassen."

Völlig unerwartet, scheinbar aus dem Nichts heraus, wird der Wunsch der Königin doch noch erfüllt, wenn auch anders, als sie es sich erträumt hatte. Ein Stück weit scheint sie sich für das geistig-männliche Prinzip, das Unerwartete und Neue (Uranus) geöffnet zu haben. Sie erhält auf ungewöhnliche Art und Weise ein Kind. Sie opfert einen Teil ihrer Werte, ihres Besitzes, um für neues Leben Platz zu machen. Ihrer kleinen Tochter, unserer Prinzessin, möchte ich daher eine Wassermann-Sonne verleihen, als Symbol für das unerwartete geistige Prinzip, das die Königin hereingelassen hat, und als Kennzeichen für eine Prinzessin, die sich ein wenig außerhalb der Norm befindet.

Wir sollten jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Königin ihr Kind gekauft hat, also nicht wirklich ihre Seele (Krebs-Mond) zur Empfängnis geöffnet hat, sondern lediglich ihren Geldbeutel (Stier-Venus). Einen gewissen Sinn für das Praktische können wir ihr nicht absprechen - sie verwirklicht ihre Wünsche auf der Ebene, die sie beherrscht, nämlich der materiellen. Dem kleinen Mädchen, das bei diesem Handel von der Bettlerin zur Prinzessin wurde, geben wir daher einen Saturn im Stier, als Zeichen materieller Verwirklichung. Saturn im Stier fragt uns nach unseren Werten und was wir bereit sind, für sie zu leisten - die Königin hat ihre Antwort darauf gefunden, der kleinen Prinzessin steht dies noch bevor.

Der wirkliche Preis dieses Handels ist unserer Königin jedoch nicht bewusst. Sie hat das Mondprinzip immer noch nicht angenommen, ganz im Gegenteil: personifiziert durch die Mutter des Mädchens schickt sie es endgültig in die Verbannung. Sie will nie wieder mit wahrer Mutterschaft konfrontiert werden. Sie ist nicht bereit, sich ihren Schattenseiten zu stellen und sich diese anzuschauen. Doch sie ahnt nicht, dass sie durch diesen Akt der Unterdrückung ihr Lebensthema an ihre Tochter weitergibt. Doch wer tut das schon? Wer ist sich schon darüber bewusst, dass er oder sie mit jedem Kind ein Stück seiner Lebensaufgabe weitervererbt, je nach Stand seiner individuellen Entwicklung? Unsere Königin ist es zumindest nicht. Ihre Tochter wächst also in Unkenntnis ihrer wahren Herkunft und Wurzeln auf, in Unkenntnis ihrer wirklichen Mutter. Um diese rankt sich ein großes Geheimnis, und ihre vermeintliche Mutter ist ein Wahrheit eine Stiefmutter, die sich ihr Glück erkauft hat. Welche andere Mondstellung als ein Skorpion-Mond am IC würde sich hier für unsere Bettlerprinzessin anbieten?

"So wuchs das kleine Bettlermädchen als eine Prinzessin auf, und der König und die Königin erfreuten sich Tag für Tag an ihr. Aus dem kleinen Kind wurde ein hübsches Mädchen mit goldblondem Haar und rehbraunen Augen, das anmutig und fröhlich durch den Schlosspark sprang und sich an allem erfreute, was leibte, lebte, kreuchte und fleuchte."

Unser Prinzesschen wächst scheinbar unbelastet auf, ist lebendig und "goldig", der Eltern ganzer Stolz und macht ihrem Löwe-Aszendenten alle Ehre. Vielleicht sollten wir ihr noch eine Venus dazugeben, auch im Stier, was ihrer Anmut und ihrem Liebreiz Ausdruck verleiht; allerdings ganz in der Nähe von Saturn, denn so ganz unbelastet ist die Prinzessin im Bereich ihres Selbstwertes und ihrer Hingabefähigkeit nicht. Schließlich wurde sie einer Mutter geboren, die sie materiell nicht versorgen konnte, und kam zu einer Versorgerin, die offensichtlich Empfangs- und Aufnahmeschwierigkeiten hat.

"Als ihr 14. Geburtstag nahte, beschlossen ihre Eltern, ein großes Fest zu ihren Ehren zu geben. Alle Könige, Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen aus den benachbarten Königreichen sowie alle hohen Herren und Damen aus ihrem Königreich sollten geladen werden, um die erwachsene Prinzessin zu sehen."

Aha, da wird unsere Kleine also 14 Jahre alt. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass sich ein Horoskop auf dem fixen Kreuz von Löwe, Skorpion, Wassermann und Stier aufgebaut hat, mit einem dynamischen durchlaufenden Quadrat zwischen Venus und Saturn, der Sonne und dem Aszendenten. Unsere Prinzessin hat also eine Venus-Saturn-Konjunktion in Stier im 10. Haus, in Opposition zum Mond in Skorpion im 4. Haus und im Quadrat zur Sonne am Deszendenten sowie zum Aszendenten.

An unserem 14. Geburtstag macht sich zum ersten Mal im Leben der Zyklus eines langsam laufenden Planeten ganz bewusst bemerkbar. Saturn, der für seinen Umlauf um unser Horoskop ungefähr 29 Jahre lang braucht, steht um den 14. Geburtstag gegenüber seiner Geburtsposition. Das gleiche gilt auch für unsere Prinzessin. Allerdings fällt ihre Saturn-Saturn-Opposition zugleich mit einer Saturn-Venus-Opposition, einer Saturn-Mond-Konjunktion und einem Quadrat von Saturn zur Sonne und zum Aszendenten zusammen. Ihr großes Lebensthema wird aktiviert.

Saturn prüft uns in seiner ersten Runde auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Zur ersten saturnalen Halbzeit soll der Mensch seine emotionalen Fähigkeiten entwickeln und für diese Verantwortung übernehmen. Er hat seine Persönlichkeit soweit gefestigt, dass er sich bewusst gegen die Eltern abgrenzen und dem Bedürfnis, Beziehungen zum anderen Geschlecht einzugehen, nachgeben kann.
"Scheinbar schicksalhafte - innere und äußere - Kräfte ziehen den Jugendlichen in die Welt und verstricken ihn mit ihr. Dinge, die seinen früheren Erfahrungen fremd waren, werden nun von vitalem Interesse. Der Horizont erweitert sich, und der vormals enge Bezugsrahmen wird jetzt durch die Spannung erschüttert, die aus Polaritäten resultiert. Im Idealfall führt dies zu einem breiteren und höheren Bewusstsein. Erstmals muss der junge Mensch mit Hilfe von Kontrasten (dem Oppositionsaspekt) lernen, wer und was er ist."

Unsere Prinzessin wird also in die Gesellschaft eingeführt, kommt in Berührung mit der Außenwelt der Erwachsenen und soll in diese eingegliedert werden. Aber nicht nur die Gesellschaft, auch sich selbst soll sie kennen lernen...

"Und so geschah es. Es wurde ein rauschendes Fest. Die Einführung der Prinzessin in die Gesellschaft war ein voller Erfolg. Sie wurde ob ihrer Schönheit, ihrer Anmut und ihres Liebreizes bewundert und verehrt. Und da sie das Herz am rechten Fleck hatte, konnte sie all die Bewunderung gebührend erwidern."

Diese Seiten von ihr kennen wir schon, und sie selbst wahrscheinlich auch. Ihr sonniges Naturell (Löwe-AC, Sonne am DC) und ihre Schönheit (Venus und Saturn im Stier am MC) haben schon ihre Eltern erfreut. Jetzt wird der Bezugsrahmen zwar größer, das Selbstwertgefühl stärkt sich, aber ansonsten passiert nicht viel Neues.

"So verging die Nacht wie im Fluge. Als die Prinzessin mit dem Prinzen von Beldavien tanzte, einem eitlen Vogel, der sich gern mit fremden Federn schmückte, schlug die Uhr Mitternacht. Beim letzten Schlag wurde der Prinz plötzlich geblendet. Aus den Augen der Prinzessin fiel ein helles Licht und traf auf ein Bild an der Wand, das auf einen Schlag zu purem Gold wurde. Der König und die Königin, die ihre Tochter den ganzen Abend aufmerksam und liebevoll beobachteten, bemerkten dies sofort und sahen auch, wie die Prinzessin in den Armen des Prinzen ohnmächtig wurde."

Da tut sich also doch noch etwas im Königreich! Die Prinzessin tanzt mit einem Mann, wenn auch mit einem besonders eitlen. Sie begibt sich pubertär auf das dünne Eis der Liebe und Beziehungen. Dass ihr ein besonders eitler Prinz den Hof macht, scheint nur ein Spiegel ihrer eigenen Eitelkeit und Oberflächlichkeit zu sein. Das Bild des Vogels - vielleicht eines Pfaus? - lässt uns an die luftigen Zeichen und Häuser des Horoskops denken; Narzissmus und das Herausstellen der eigenen Person an das Prinzip der Sonne und des Löwen. Begegnen wir hier vielleicht einer noch etwas unentwickelten Wassermann-Sonne im 7. Haus der Begegnung und Partnerschaft? Unser Prinzesschen hat ihre wahre Sonnennatur, ihre tiefere Persönlichkeit noch nicht gefunden, sie lebt noch an der Oberfläche. Das Herabsteigen in die eigenen Tiefen steht ihr noch bevor. Aber wie soll sie auch einer Identität Ausdruck verleihen können, wenn sie noch nicht einmal ahnt, wo sie wirklich herkommt, was ihr Ursprung ist?

Um Mitternacht nimmt das Märchen eine neue Wendung, ...um Mitternacht. Zu dieser Zeit des Tages steht die Sonne am IC, dem tiefsten Punkt im Horoskop, weit unter dem Horizont. Ist dies ein Hinweis darauf, dass Licht auf diesen Teil der Psyche unserer Prinzessin geworfen werden muss, der bislang weitgehend im Dunkel blieb? Wer ist sie überhaupt, diese Prinzessin - was fühlt sie, was denkt sie, was kann sie? Welche Talente hat sie, welche Probleme beschäftigen sie? Hat sie sich diese Fragen jemals gestellt? Saturn, der große Reifeprüfer, stellt sie ihr jetzt: Woher kommst du, was sind deine Wurzeln (IC und Mond)? Was sind deine Fähigkeiten und Talente (Stier und Venus im 10. Haus)? Wer möchtest du sein (Wassermann-Sonne)? Wie möchtest du dich zum Ausdruck bringen (Löwe-Aszendent)?

Auf eine ganz eigenartige Weise kommt auf einmal eine Seite an ihr zum Vorschein, die sie früher nicht kannte. Ihre Augen verstrahlen ein goldenes Licht, das alles, was sie anschaut, auch zu Gold werden lässt. Der Fluch - oder ist es ein Zauber - des Goldes schlägt zurück. Unweigerlich müssen wir an die verbannte Mutter denken, die Bettlerin, die ihre Tochter verkauft hat - jede Wahrheit hat ihre Zeit, jeder Lüge schlägt irgendwann "ihr letztes Stündlein". Die Prinzessin wird von ihren ungeahnten Fähigkeiten zunächst einmal übermannt - sie wird ohn-mächtig, verliert die Kontrolle. Zum ersten Mal begibt sie sich in das Reich ihres Skorpion-Mondes, das Reich des Kontrollverlustes, der Wahrheit und des tiefen Unbewussten. Tief in ihrem Inneren liegt verborgen, was man so lange von ihr fernzuhalten versuchte.

"Das Fest fand ein jähes Ende. Die Prinzessin wurde auf ihr Zimmer gebracht, wo sie bis zum Morgen durchschlief. Die Königin wachte die ganze Nacht an ihrem Bett, und als ihre Tochter am Morgen die Augen aufschlug, wurde auch sie von einem hellen Licht geblendet. Mit einem Schlag wurde alles, worauf der Blick der Prinzessin traf, zu Gold. Die Prinzessin selbst hatte - kurz bevor ihr Spiegel sich in Gold verwandelte - sehen können, dass ihre Augen nicht mehr braun, sondern golden waren. Als ihr Blick aus dem Fenster auf ihren Lieblingsbaum fiel und auch dieser zu Gold wurde, schloss sie erschrocken die Augen und weinte bitterlich."

Als die Prinzessin aus ihrer Reise nach innen erwacht, ist nichts mehr wie früher. Sie hat sich verändert, und mit ihr die Welt. Und was das Schlimmste ist: sie selbst ist es, die diese Veränderung bewirkt. Sie tut etwas, sie hat eine Wirkung - das macht ihr Angst. Noch kann sie ihre Fähigkeiten nicht steuern, noch sind ihre Talente unausgewogen, ihre Taten zu stürmisch. Zu lernen, dass wir eine Wirkung auf andere Menschen und Dinge haben, kann sehr schmerzhaft sein. Denn nicht immer ist es eine Wirkung, wie wir sie uns gewünscht haben. Wir sagen etwas, das einen anderen Menschen verletzt, wir tun etwas, das nicht gut ankommt. Wir erproben uns, lernen zu lieben, zu verletzen und zu vergeben, werden eigenständig und bereiten unseren Eltern Kummer.

"Fortan ließ sie sich von ihren Eltern die Augen verbinden, damit ihr Blick nichts träfe, was ihr lieb und teuer war. Die Königin weinte viele Tage und Nächte über das Unglück ihrer Tochter und auch der König war sehr betrübt. Sie richteten ihr ein Zimmer her, in dem sie sich oft allein aufhielt und auch ihre Augenbinde abnehmen konnte, denn dort war jeder Gegenstand aus reinem Gold. Das Fenster war mit einen dichten Gewebe aus Goldfäden verhangen, damit ihr Blick nicht nach draußen fallen konnte. Im Schloss und auch im Park ging sie nie mit unverhüllten Augen umher, und oft saß sie unter ihrem Lieblingsbaum und vergoss ungezählte Tränen an seinem goldenen Stamm."

Unsere Prinzessin kann sich von ihrem alten Ich noch nicht lösen, glaubt noch, sich selbst auf das Althergebrachte beschränken zu können. Um ihren Eltern und auch sonst niemandem weh zu tun, verleugnet sie sich selbst. Sie verbindet sich ihre Augen, die Quelle ihrer Kraft. Sie unterdrückt ihre Talente, die gerade erst hervorbrechen, noch ungezähmt sind und ihrer Aufmerksamkeit und Pflege bedürften. Sie sagt "Nein" zur Aufforderung der Pubertät, zum ersten Schritt des Erwachsenwerdens. Ihre Einsamkeit ist ein Zeichen der Krise, in der sie sich befindet, und lässt uns hoffen, dass sie doch noch ihren Weg zu sich selbst findet.

"Der Prinz von Beldavien aber, der nicht nur eitel, sondern auch goldgierig war, hatte sehr wohl bemerkt und verstanden, was in jener Nacht geschehen war und nutzte nun seine Chance. Oft kam er, um der Prinzessin seine Aufwartung zu machen. Anfänglich ließ ihn der König aus Sorge nicht zu seiner Tochter; als er aber merkte, wie hartnäckig sich dieser bemühte, gab er schließlich nach. So verbrachte der Prinz viele Stunden mit der Prinzessin und vertrieb ihr mit seinen Späßen ihr trauriges Dasein. Schließlich hatte er das Vertrauen des Königs und der Königin gewonnen und hielt um die Hand der Prinzessin an. Diese waren froh, dass ihre Tochter nicht allein bleiben sollte, denn ihre größte Sorge war, was aus ihr werden sollte, wenn sie nicht mehr lebten."

Der König und die Königin scheinen die gleichen Gedanken zu haben: sie hoffen jedoch nicht, dass ihre Tochter zu sich selbst findet, nein, sie fürchten sich davor. Sie möchten sie schnellstmöglich unter die Haube bringen, um die Gefahr zu bannen. Tradition hat umso mehr Chancen je länger sie aufrecht erhalten wird. Jeder Tag, an dem alles beim Alten bleibt, ist im wahrsten Sinne des Wortes "Gold wert". Auch für den eitlen Prinz. Er macht der partnerschaftlich orientierten Wassermann-Sonne unserer Prinzessin alle Ehre und übernimmt die Rolle des Hofnarren, der Humor und Farbe in das Alltagsgrau bringt. Seine Rolle spielt er gut, man unterstellt ihm gute Absichten. Oder will man nur nicht sehen, was hier wirklich passiert? Unsere Prinzessin hat sich gleich ganz die Augen verbunden, damit sie gar nichts mehr sieht.

"Also wurde am 16. Geburtstag der Prinzessin Hochzeit gefeiert. Es war ein einfaches Fest mit wenigen Gästen, denn die Prinzessin war menschenscheu geworden. Von nun an lebten der Prinz und die Prinzessin von Beldavien in ihrem eigenen kleinen Schloss. Anfangs vertrieb der Prinz ihr immer noch die Zeit mit Späßen und witzigen Einfällen, aber nach und nach gab er sich weniger Mühe, und so wie er sich der Loyalität und des Vertrauens seiner Frau sicher war, begann er, ihre ungewöhnliche Gabe für sich zu nutzen.

Er hieß sie, sich an einen Tisch zu setzen, auf den er wenig wertvolle Gegenstände platzierte. Dann stellte er sich hinter sie, nahm ihr für einen Moment die Augenbinde ab und legte sie ihr wieder an, sobald der Tisch mit wertvollen Kleinodien bedeckt war. Dies machte er Tag für Tag, wurde reicher und reicher, eitler und eitler, vermessener und vermessener. Wenn sich seine Frau einmal zaghaft weigerte, scheute er sich nicht, sie mit Gewalt seinem Willen zu unterwerfen. So säte er Angst und Wut in der Prinzessin, die erst langsam keimten, dann wuchsen und wuchsen und in ihr schließlich den Gedanken an Flucht und Rache gebaren. "

Soso, am 16. Geburtstag. Saturn ist schon fast ein Zeichen weitergerückt, vielleicht steht er schon in Schütze? Unsere Prinzessin halt sich noch brav an die Regeln, wie es sich für Venus-Saturn gehört - loyal und unerbittlich hält sie fest, was längst nicht mehr zu ihr passt. Und noch macht ihr das gehemmte Verbindungs- und Lustprinzip einen Strich durch die Rechnung vom Glück. Aber die Krise läßt nicht allzu lange auf sich warten - zu sehr nimmt ihr Leben die Form eines Gefängnisses an. Ihr Schritt in die vermeintliche Sicherheit von Ehe und Partnerschaft war nur ein Schritt in Richtung Abgrund. Jetzt kann sie nur noch fallen und durch den Sturz wach werden. Die alten Muster steigern sich ins Unerträgliche, die Zerreißprobe beginnt.

Es scheint ganz so, als hätte auch Pluto seine Finger mit im Spiel, vielleicht wirft er auf seiner Wanderung am Firmament einen Blick auf unsere Prinzessin und "schaut" ihre alten Wesensanteile, die sich nicht vom Fleck bewegen, "grimmig an". Vielleicht unterstützt er den Prinzen ein wenig dabei, die Prinzessin zu unterdrücken, damit sie endlich aus ihrer Ohnmacht erwacht und ihre eigene Kraft entdeckt.

"Eines Nachts, als der Prinz schlief, stand sie auf, nahm ihre Augenbinde ab und sah ihn an. Vor ihren Augen verwandelte er sich in eine Statue aus purem Gold. Weinend verband sie sich selbst ihre Augen und stolperte in die Nacht hinaus. Auf einer Wiese, im Schutz eines Baumes, ließ sie sich nieder und fiel in unruhigen Schlaf.

Am Morgen entdeckte sie dort ein junger Schäfer, der sie fragte, ob er ihr helfen könne. Sie erzählte ihm, dass sie eine arme Bettlerin sei, noch dazu seit ihrer Geburt von einem bösen Fluch belegt, der es ihr verbot, ihre Augen zu öffnen, da ihr Blick gefährlich sei für Mensch und Tier. Der Schäfer, der ein guter Mann war, hatte Mitleid mit ihr und nahm sie mit zu sich nach Hause. Auch konnte er eine Frau gebrauchen, die Haus und Hof hütete, während er seiner Arbeit nachging. Da die Prinzessin lieb und schön anzuschauen war, fragte er sie, ob sie nicht bei ihm bleiben wolle. Sie, die nicht wusste, wie sie ihr Leben allein meistern sollte, war froh, dass der Schäfer nett zu ihr war, und da er eine wohlklingende Stimme hatte, blieb sie und wurde eine Schäfersfrau. Tagsüber kochte und putzte sie, abends erzählte ihr Mann ihr Geschichten. Sie liebte es, seiner Stimme zu lauschen, und da er immer gut zu ihr war, begann sie langsam ihn zu lieben."

Pluto scheint es geschafft zu haben, unser Vögelchen lässt sich nicht mehr länger gefangen halten. Es wird endlich flügge, verlässt den Käfig, den es gegen das elterliche Nest eingetauscht hat, und gebraucht dazu sogar seine neu entdeckten Talente. Zwar hat die Prinzessin noch ein schlechtes Gewissen dabei, aber immerhin, ein Anfang ist gemacht.

Der Neuanfang manifestiert sich denn auch prompt im jungen Morgen und im jungen Schäfer. Ein Schäfer hütet Schafe, weibliche Widder sozusagen. Sollte unser Prinzesschen gar ihre pionierhafte Widdernatur entdecken, ihre marsische Tatkraft, ihre Durchsetzungsfähigkeit im ersten Haus? Na, wenn das kein Neuanfang ist! Der "Hüter des Widders", der junge Mars, der Mann in seinen besten Jahren möchte unserer schüchternen Venus helfen. Und womit erstaunt uns unser venusisches Prinzesschen? Mit der Wahrheit! Sie erzählt dem jungen Mann eine vermeintliche Lüge, die in Wirklichkeit ihre wahre Geschichte ist. Mit der Entdeckung ihrer Tatkraft, dem Sonnen- und Marsprinzip in ihrem Leben, erlöst sie gleichzeitig auch ihre Mondnatur, erhält Zugang zu ihrem Ursprung, ihrer Vergangenheit. Wer hätte das gedacht...

Die "Prinzessin" verrichtet zum ersten Mal in ihrem Leben Tätigkeiten, wie sie wahrscheinlich schon ihre Mutter und ihre Großmutter vor ihr verrichtet haben: sie hütet das Heim, versorgt ihren Mann und sich selbst, kocht und putzt. Die Entdeckung einer neuen Lebensform und ihres eigenen Mutes macht sie weiblicher, vollständiger. Ihr progressiver Mond steht wahrscheinlich schon im Krebs und lässt ihr Zeit und Raum für die Erfahrung einer ganz neuen Geborgenheit. Und ein weiteres, für die Prinzessin noch unbekanntes Element kommt mit hinzu: das der Demut und des Dienens. Wie soll sie jemals ihre eigene Natur finden, wenn sie ihre Mutter nicht versteht, die gebettelt und gedienert hat, um das Leben ihrer Tochter zu sichern? Es hört sich ganz so an, als sei ihr progressiver Aszendent mittlerweile in die Jungfrau gelaufen und würde ihr diese neue Erfahrung bescheren.

Wir können unseren Ursprüngen nicht entkommen, gleichgültig, wohin es uns im Leben verschlägt. Das Leben einer Prinzessin ist sicher Teil der Natur unserer Heldin, aber auch das Leben einer Schäfersfrau. Naturverbunden war unsere Hauptfigur schon immer, als Prinzessin und als Schäfersfrau. Aber den Notwendigkeiten des Alltags musste sie sich bislang nicht stellen. Ihre Schritte nach draußen und ihre Einkehr nach innen gehen Hand in Hand. Und wie immer, so braucht alles seine Zeit. Unsere Schäfersfrau hat noch immer verbundene Augen, als wolle sie tief in sich selbst hineinblicken. Ihr Kontakt zur Außenwelt ist dennoch stärker als zuvor, ihr Mann erzählt ihr Geschichten, sie lernt zuzuhören, aufzunehmen und zu verstehen. Wir wissen von blinden Menschen, welche feine Sinnesprägung sie entwickeln, ihr Gehör, ihr Tastsinn, ihr Geschmack - alles wird sensibler. So geht es auch unserer Heldin, sie ist dabei, die Welt ganz neu zu verstehen.

Man hat fast das Gefühl, als würde die ganze fixe Achse im Horoskop unserer Prinzessin sich drehen, hinein in die veränderlichen Zeichen Jungfrau, Fische, Zwillinge und Schütze. Die Prinzessin macht einen Schritt hinaus aus sich selbst, aus ihren festgefahrenen Mustern - sie tut den nächsten Schritt.

"Ihre Augenbinde legte die Prinzessin nur zur Nachtruhe ab, denn wenn sie schlief, konnte sie kein Unheil anrichten. Und im Schlaf war es auch, wo sie lebte. Sehen, lachen und genießen, die Sonne, die Blumen, die Bäume - all das konnte sie nur in ihren Träumen. Der Schäfer lag oft wach neben ihr des nachts und studierte ihr Gesicht, das er nur zu dieser Stunde richtig besehen konnte. Zu gerne hätte er einmal auf den Grund ihrer Seele geblickt, doch er hatte Angst vor dem Fluch, mit dem seine Frau belegt war. So verging eine lange Zeit des Sehnens, des Träumens und der Angst vor dem Ungewissen."

Noch träumt unsere Prinzessin von dem, was sich verwirklichen möchte. Sie leistet geistige Vorarbeit für ihr zukünftiges Leben. Ohne Visionen und Träume kommen wir nicht voran. "Die Energie folgt dem Gedanken" - ein kosmisches Gesetz, das für uns alle gilt. Nur wer zu träumen wagt, erreicht hohe Ziele. Wer große und reiche Gedanken hegt, reichhaltig sät, der wird auch reichhaltig ernten. Aber ihr männlich-aktiver Wesensanteil, ihre Triebnatur, der Mars in ihr, bereitet sich schon auf die Umsetzung ihrer Wünsche vor. Sowohl ihre verschlossene und von Saturn ziemlich verschüchterte Venus als auch ihr verletzlicher Mond bereiten sich langsam auf eine wirkliche Öffnung für Begegnung und Partnerschaft vor. Sie ahnen, dass das Leben Genuss bedeuten kann, dass jede Krise ein Ende hat, und dass die Erfüllung ihrer Wünsche kurz bevor steht.

"Eines Nachts träumte der Schäfer von einem langen, dunklen Tunnel, an dessen Ende ein goldenes Licht erstrahlte. Er durchschritt diesen Tunnel, näherte sich dem Licht und erwachte. Er hatte verstanden. Er beugte sich über seine Frau und küsste sie sacht auf den Mund. Die Prinzessin schlug die Augen auf, und bevor sie sie wie-der schließen konnte, sah ihr Mann ihr tief in die Augen, bis auf den goldenen Grund. Sie spürten, wie eine Woge des Lichts sie überflutete, spürten die Wärme und Sanftheit von flüssigem Gold. Sie waren zwei Körper, die miteinander verschmolzen und eins wurden mit der goldenen Welle, die sie trug."


Dornröschen

Nach endlos langer Suche
hab' ich mich endlich doch entdeckt.
Hinter Büschen, Rosen, Dornen
lag ich zwar sichtbar,
aber gut versteckt.

Sieh nur, mein Kind:
Dornröschen ist erwacht!
Und ihre Ängste, ihre Sorgen
gibt sie vertrauensvoll der Nacht
und freut sich an dem Morgen.


Auf meiner Website www.dubistdeinweg.de finden Sie weitere astrologische Märcheninterpretationen. Im Kölner Ausbildungszentrum für Astrologie finden regelmäßig gemeinsame Deutungsabende zu verschiedenen Märchen statt, Infos und Termine finden Sie unter www.astrologiezentrumkoeln.de. Und auf der Seite www.koelnermaerchenfestival.de finden Sie so manchen interessanten Link!

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