Astrologie | Medizinische Astrologie

Psycho-Kinesiologie und Astrologie

Friedrich Maier Systemische Astrologie
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Freitag, 16. November 2001, 15:48

'Psycho-Kinesiologie und Astrologie' - Beitrag von Friedrich Maier Systemische AstrologieMit Hilfe der Psycho-Kinesiologie geht die Wiener Astrologin Karoline Reinthaler schwierigen Planetenkonstellationen auf den Grund. Unbewältigte seelische Konflikte werden dort aufgespürt, wo sie entstanden sind – und können so erlöst werden.

Von Ursula Grablechner

Juttas*) Männerbeziehungen gehen stets nach kurzer Zeit in die Brüche. Es ist der jungen Frau dabei nicht möglich, die Gründe für die Trennung zu begreifen oder ein eventuelles Muster zu durchschauen. Ohne erkennbaren Anlass reißt der Kontakt zu jedem neuen Partner plötzlich wieder ab und die Verbindung entgleitet ihr.
Nach ihrer Vaterbeziehung gefragt, erinnert sich die Klientin: „Die Beziehung zu meinem Vater war bis zu meinem fünften Lebensjahr unbeschwert und liebevoll. Dann brach sie plötzlich ab. Ich weiß bis heute nicht warum und kann mich auch an kein entsprechendes Ereignis erinnern.“
Juttas Geburtshoroskop (Abb.1) zeigt u.a. ein Halbquadrat zwischen Sonne in Haus und Venus-Pluto in Haus 3, das etwa zu jenem Zeitpunkt aktiviert wird, den Jutta für den Abbruch der Vaterbeziehung angibt (dazu stehen auch Uranus und Mars in relativer Nähe zu Venus-Pluto) - eine Aspektierung, die einen sexuellen Missbrauch möglich erscheinen läßt, wie der psychologisch geschulte Astrologe weiß. Doch mit dieser Erkenntnis ist der Patientin nicht geholfen, eher im Gegenteil. Der verantwortungsbewusste Berater wird die Frau daher an einen erfahrenen Therapeuten verweisen, der ihr hilft, die Wahrheit herauszufinden und – hoffentlich – auch zu verarbeiten.
Karoline Reinthaler war diese Option zu wenig. „Es hat mich einfach nicht mehr befriedigt, meine Klienten gerade in besonders schwierigen Fällen wegschicken zu müssen. Ich wollte selbst helfen“, erklärt die Wiener Astrologin, die im Zuge psychotherapeutischer Basisausbildung noch keine für sie passende Behandlungsmethode gefunden hatte. Während eines Klinikaufenthalts begegnete sie dem Gynäkologen und Kinesiologen Raphael Siegert; dieser machte sie der Psycho-Kinesiologie vertraut. Endlich hatte sie das lang gesuchte „Werkzeug“ gefunden, das ihre astrologische Arbeit ergänzte. „Astrologie ist eine Symbolsprache. Die Psycho-Kinesiologie wiederum hilft, die Geschichte der Symbole zu verstehen und erlöst seelische Konflikte, die damit in Zusammenhang stehen“, so Reinthaler begeistert.
Die Psycho-Kinesiologie wurde von dem Arzt und Psychotherapeuten Dietrich Klinghardt entwickelt. Sie stellt eine Verbindung dar zwischen Körperarbeit und Psychotherapie: Mittels Muskeltest werden Signale des Körpers empfangen, die es ermöglichen, sich an unerlöste seelische Konflikte im wahrsten Sinne des Wortes heranzutasten.
Für den kinesiologischen Muskeltest gibt es verschiedene Methoden. Die bekannteste, die sich im Stehen und im Liegen durchführen lässt, arbeitet mit dem Widerstand, den der ausgestreckte Arm des Patienten einem leichten Druck des Therapeuten entgegenbringt. Wird das neuronale System des zu Testenden durch einen „Einfluss“ – etwa die Erinnerung an eine bestimmte unangenehme Situation – geschwächt, so lässt der Muskelwiderstand für den Tester fühlbar nach.
Eine weitere Testmethode ist der sogenannte Armlängenreflex. Er beruht auf dem gleichen neurophysiologischen Mechanismus, der den Arm beim Muskeltesten stark und schwach werden lässt. Ist der Körper durch Erkrankung oder durch das therapeutische Gespräch gestresst, so entsteht eine Armlängendifferenz, die bei ausgestreckten Armen deutlich sichtbar wird.
Nachdem festgestellt wurde, welches Organ von einem bestimmten Konflikt beeinträchtigt ist, werden die für dieses Organ erfahrungsgemäß typischen Gefühlsinhalte abgefragt. Organe, die einen Konflikt anzeigen, müssen dabei durchaus nicht krank sein. Sie dienen lediglich als physischer Erinnerungsspeicher. Psychosomatische Störungen, die sich bereits in deutlichen körperlichen Symptomen äußern, gehören selbstverständlich in ärztliche Behandlung.
Bereits das Benennen von Gefühlen im Zusammenhang mit dem zu behandelnden Problem kann die spontane Lösung eines Konflikts herbeiführen. „Das richtige Wort passt wie ein Schlüssel zum im Unterbewussten verschlossenen USK (unerlösten seelischen Konflikt) und schließt [...] die Synapsen (Verbindungsbrücken) auf, ohne die die Bahnung der Verbindung zwischen Bewusstsein und USK nicht möglich ist“, schreibt Klinghardt in seinem „Lehrbuch der Psycho-Kinesiologie“**).
Verdrängte Ereignisse, die den Weg ins Bewusstsein des Patienten finden, können sich „entladen“. Hemmende Glaubenssätze, die zu einem früheren Zeitpunkt wahrscheinlich ihre Gültigkeit hatten, lassen sich durch neue, sinnvolle ersetzen. Dazugehörige störende Verhaltensmuster, die ihre Notwendigkeit verloren haben, können mittels spezieller kinesiologischer Techniken „entkoppelt“ und damit abgelegt werden.
Im oben beschriebenen Fall von Jutta beschreibt Karoline Reinthaler ihre Vorgehensweise so: „Aufgefordert, sich das Trennungsgefühl zum Vater vorzustellen, gerät die Patientin in messbar starken Ausgangsstress. Dazu reagieren die Organe ‚emotionelles Herz‘ mit den Gefühlen ‚Mangel an Nähe‘ und ‚enttäuschte Liebe‘ sowie Dünndarm mit dem Stichwort ‚dunkles Geheimnis‘.“
Im Dialog mit dem Unbewussten stellt Reinthaler mit Hilfe des Muskeltests – nun gezielte Fragen und nähert sich so behutsam dem Ereignis, das dem Konflikt zugrundeliegt. Es stellt sich heraus, dass der unerlöste seelische Konflikt im Alter von viereinhalb Jahren entstanden ist. Als der Vater eines Tages mit dem Kind in der Badewanne saß, war er plötzlich von einem heftigen sexuellen Verlangen nach seiner Tochter ergriffen worden. Erschrocken und entsetzt über die eigenen Gefühle war es ihm offenbar gerade noch gelungen, einen Missbrauch zu vermeiden. Fortan vermied er aus Panik, sich in einer ähnlichen Situation nicht mehr beherrschen zu können – nicht nur, mit seiner Tochter allein zu sein, sondern vorsichtshalber auch jeden weiteren engeren Kontakt zu dem Mädchen.
„Nachdem die heftigen Gefühle von Trauer und Hilflosigkeit, die die Erinnerung ausgelöst hatte, entkoppelt waren, konnte bei Jutta in einem ‚heilenden Dialog‘ nach Bert Hellinger (***) Verständnis für die Situation des Vaters entstehen und sie akzeptierte seine Ablehnung zumindest als ‚zweitbeste Lösung‘“, erzählt Reinthaler. Zwei Monate später kommt die Klientin wieder – und berichtet von einer neuer Beziehung, die völlig anders anfängt als alle vorhergegangenen. Wie sie ausgehen wird, wissen wir natürlich noch nicht. Das alte Beziehungsmuster hat Jutta aber offensichtlich hinter sich gelassen.
Noch direkter lässt sich der Zusammenhang zwischen astrologischem Symbol und seiner Geschichte im folgenden Fall erkennen. Ein Mann, nennen wir ihn Bernhard, kommt in die Beratung und berichtet, dass er zwar grundsätzlich beruflich erfolgreich, jedoch in seinem jeweiligen Job immer überqualifiziert ist. Die besseren Stellen, die er aufgrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen eigentlich bekommen könnte, bleiben ihm aus für ihn unerklärbaren Gründen verwehrt.
Astrologisch zeigt sich ein zehntes Haus im Zeichen Wassermann (Abb.2). Mars steht am MC, daneben finden wir Chiron. Interessant ist außerdem die Mondknotenstellung auf der Häuser-Achse 1–7: Der absteigende Mondknoten im 1. Haus deutet auf eine karmische Vergangenheit hin, in der auf die Meinung anderer nicht viel Wert gelegt und eher „im Alleingang“ operiert wurde.
Diesmal erfolgt der Einstieg in die kinesiologische Sitzung nicht über ein Gespräch, sondern direkt über den Horoskop-Ausdruck. Ein Finger der unbewussten, in dem Fall linken Hand des Patienten wird auf den Radix-Chiron auf dem Papier gelegt. Sofort entsteht Ausgangsstress, über den das Gefühl „kein Recht auf Selbstausdruck und Erfolg“ im Organ Schilddrüse getestet wird.
Die weitere Abfrage weist auf einen Konflikt hin, der in einem Vorleben entstanden ist, es handelt sich um eine Inkarnation im Mittelalter. Bernhard lebte damals als Bruder eines Burgherren, der durch sein „Lotterleben“ die Festung auf den existentiellen Ruin zutreiben ließ, statt sich um die Eintreibung der Lehensgelder zu kümmern. Die Situation, tatenlos im Hintergrund zu stehen, während sein Bruder seine Pflichten vernachlässigte, wurde für den Klienten zunehmend unerträglich. Obwohl es ihm nicht zustand, ritt er schließlich eines Nachts los, um die fehlenden Steu-ern einzutreiben, und metzelte dabei alles nieder, was sich ihm in den Weg stellte. Statt Anerkennung für die erfolgreiche Geldeintreibung zu ernten, wurde er daraufhin von seinem Bruder schmachvoll verstoßen.

In der Sitzung zeigte sich, dass der Patient aufgrund dieser Erfahrung Angst vor seiner eigenen Kraft hatte, vor allem in beruflicher Hinsicht. Das Übernehmen von Verantwortung – im geschilderten Fall freilich in denkbar ungeeigneter Weise – war mit Verstoßenwerden belastet. Unbewußt ging Bernhard dieser Herausforderung daher stets aus dem Weg.
„Das Übernehmen von Verantwortung und die Anerkennung dafür mussten mit Hilfe von Glaubenssätzen verändert werden, was zu einer erstaunlich raschen beruflichen Verbesserung führte“, fasst Reinthaler das Ergebnis der Behandlung zusammen.
Freilich liegen einem dynamischen Aspekt im Horoskop meist mehrere konfliktauslösende Situationen zugrunde. Diese können sowohl in diesem Leben, im Mutterleib oder auch in früheren Inkarnationen stattgefunden haben. Zu welchen Ereignissen man in der Therapie geführt wird, bestimmt das Unbewusste oder, wenn wir so wollen, die Seele des Patienten. Und das ist auch gut so. Denn unser sogenanntes Höheres Selbst weiß am besten, was wir in welchem Augenblick gerade brauchen oder verkraften können, welche Schritte auf dem Weg zum entwickelten Selbst wir bereit sind zu gehen.
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* Name geändert
** Dietrich Klinghardt: Lehrbuch der Psycho-Kinesio-logie, Bauer-Verlag 1998, Freiburg i. Breisgau
*** Bert Hellingers Methode der (systemischen) Familienaufstellung ist derzeit eine der bekanntesten Therapieformen

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Kontaktadresse der Wiener
psychologischen Astrologin:
Karoline Reinthaler
Stephansplatz 4 / Stiege 7
A-1010 Wien
Tel. +43 (0) 664 / 27 65 075 .

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