Astrologie | Astrologie Forschung

Die Astrologie im Vaterunser (Teil 1 von 3)

Holger A. L. Faß
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Samstag, 24. November 2001, 17:28


Im Dezember letzten Jahres veröffentlichte an dieser Stelle der Kollege Richard Renaud Gedanken über die astrologische Symbolik im Vaterunser, dem weltweit bekanntesten Gebet der Christenheit. Er bezog sich dabei auf die zwölf Tierkreiszeichen, die nach seiner Sicht in den Zeilen des Gebets angesprochen werden.

Ergänzend dazu möchte ich den Blickwinkel auf die Planetensymbolik erweitern, der mir näher zu liegen scheint. Auch der Tierkreis ist letztlich nichts anderes als eine Ableitung der "Planetenkinder" - er entstand in Folge der Himmelsbeobachtung und des Erkennens der Bedeutung der Planeten unseres Sonnensystems und somit erst nachdem man die Planetenkräfte bereits kannte.

In der Geschichte der Astrologie und Astronomie unterlag die Frage, wieviele Planeten es gebe, nicht wirklich einer Schwankung und Diskussion. Erweiterungen waren möglich (wenngleich für den Einzelnen manchmal schwierig), eine Verkleinerung der Anzahl hingegen nicht. Hypothesen über weitere Planeten gab es zu allen Zeiten - auch heute. Das Vaterunser listet auch die Planeten auf, die uns heute bekannt sind. Obwohl vor 2000 Jahren Uranus, Neptun und Pluto noch nicht entdeckt waren, kann man Informationen über sie in dem Gebet wiederfinden (mehr dazu weiter unten). Auch daher bevorzuge ich eine Interpretation des Vaterunsers in diese Richtung.

Die Anzahl der Tierkreisbilder schwankte historisch zwischen 8 und 15. Daß die Menschen sich auf 12 geeinigt haben, erscheint uns folgerichtig und logisch. Solange wir damit gut und seriös arbeiten können, ist das ja auch in Ordnung. Wir sollten jedoch nicht den Fehler der "anerkannten Schulwissenschaften" und weltlichen Universitätsgelehrten machen und meinen, die Astrologenzunft von heute sei die Krönung der Schöpfung und so gute Kenntnisse über Sternen- und Menschheitskunde habe es in der Vergangenheit noch nie gegeben. Solch eine Haltung könnte sich irgendwann als Hypris herausstellen.
Genau genommen ist der Tierkreis ein Konstrukt. Ihn gibt es gar nicht. Wir stellen ihn uns bloß vor. Dabei lassen wir auch kleine Ungenauigkeiten zu, auch wenn sie ansonsten nicht ganz ins Konzept passen: eigentlich beschreibt der Tierkreis ein Band von ca. 16° Breite am Himmel, in dem sich die Planeten unseres Sonnensystems um die Sonne bewegen. Aber diese Definition ist bereits falsch, denn Pluto, dieser gemeine Hund, läuft nicht innerhalb dieser Breite. Unbestreitbar jedoch wandert er langsam und kontinuierlich um die Sonne herum, wie es auch Merkur, Venus oder die Erde tun und niemand würde ernsthaft behaupten, er sei nicht Planet des Sonnensystems oder er sein nicht wichtiges Symbol im Horoskop.

Immer wieder wird die Vermutung geäußert, daß bereits lange vor unserer Zeitrechnung Erkenntnisse vorlagen, die verlorengingen (verdrängt wurden?) und schließlich erst in der wissenschaftlichen Neuzeit quasi wiederentdeckt werden. Dazu gehört das heliozentrische Weltbild, also die Tatsache, daß nicht die Erde, sondern die Sonne den Mittelpunkt unseres Sonnensystems bildet. Das Vaterunser, wie Sie gleich lesen können, beinhaltet dieses Wissen bereits. Wir können davon ausgehen, daß zumindest Eingeweihte von jeher wußten, in welcher Reihenfolge die Planeten um die Sonne kreisen.


Was den Gebetstext selbst angeht, kennen wir heute eine Version, die wahrscheinlich mit dem Original nicht mehr deckungsgleich ist. Über den langen Zeitraum und über die verschiedenen Übersetzungen und Neuinterpretationen sind Verschiebungen eingetreten. Wir können jedoch davon ausgehen, daß auch im heute verwendeten, deutschen Text die Grundrichtung identisch ist mit dem, was Jesus als Vaterunser gelehrt hat, auch wenn Details in den einzelnen Abschnitten andere Schwerpunkte betonen. Des besseren Verständnisses wegen habe ich nachfolgend in Klammern stets die Textversion angegeben, wie man sie im 19. Kapitel des Evangeliums des vollkommenen Lebens nachlesen kann.

Hier nun die Zuordnungen:



- Lesen Sie weiter im Teil 2 von 3 -



Holger Alfred Ludwig Faß
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