Astrologie | Astrologie & Spiritualität
Die Astrologie der Intimität
Sabine Bends
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Mittwoch, 28. November 2001, 18:13
Englischer Originaltext von Jeff Jawer, deutsche Übersetzung von Sabine Bends, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Jeff Jawer, Astrologe und Mitgründer von www.stariq.com
Die Astrologie der Intimität
Liebe und Beziehungen stehen ganz oben auf der Wunschliste der meisten Menschen. Es gibt zwar ein paar wenige Seelen, die ganz zufrieden damit sind, nicht in einer engen Beziehung zu leben, aber die meisten von uns verfolgen den Weg intimer Partnerschaft aus verschiedene Gründen. Ein liebender Partner hilft uns dabei, die Kälte fernzuhalten, nicht nur, indem er unser Bett anwärmt, sondern indem er unsere Träume unterstützt und sich unsere Ängste anhört. Enge Partnerschaft ist ein Ziel für die Mehrheit aller Menschen, aber die moderne Gesellschaft macht es zu einem extrem komplexen Vorgang.
Herausforderungen an eine moderne Partnerschaft
In traditionellen Kulturen, als die Rollen von Mann und Frau noch eindeutiger (wenn auch ungleich) definiert waren, gab es in der Gemeinde und in der Familie Unterstützung für Paare. Aber in der heutigen Welt sind die meisten von uns weit von ihrer Ursprungsfamilie entfernt. Und selbst, wenn wir in ihrer Nähe wohnen, sind Großfamilien selten geworden, und Unterstützung für Paare aus der Gemeinde ist praktisch nicht existent. Ein modernes Paar erwartet mehr von einer Beziehung als es Paare in vorindustriellen Gesellschaften taten. Sie sind nicht nur Liebende und manchmal auch Eltern, sie sind auch Geschäftspartner und beste Freunde. Es ist nicht länger ausreichend, seinen Partner zu lieben und die gemeinsame Arbeit im Haushalt zu verrichten, man muss einander auch verstehen und die Kluft zwischen Männlichem und Weiblichem überwinden, da für beide Geschlechter ständig neue Rollen im Entstehen sind. Paare gleichen Geschlechts haben noch ganz andere Themen – Individualität zählt hier mehr als reine Geschlechtszugehörigkeit.
Liebe ist nicht genug. Um in einer intimen Beziehung miteinander zu leben, müssen noch andere Kriterien erfüllt werden. Liebe bedeutet in der Realität für verschiedene Menschen etwas ganz Unterschiedliches. Feurige Liebe bedeutet, dass ich mich großartig fühle, wenn ich an dich denke. Es ist eine löwemäßige Projektion des Egos, das sich im Glanze romantischer Liebe sonnt. Meine Liebe zu dir kommt aus meinem Herzen. Du magst sie zwar hervorrufen, aber sie ist meine Kreation. Zuzuhören gehört nicht unbedingt ins Bild. Wässrige Liebe ist mehr wie der Mond, hier geht es darum, auf die Bedürfnisse des anderen zu reagieren, selbst auf die unausgesprochenen. Der feurige Liebende ist vielleicht überrascht, wenn er merkt, dass sein Partner unzufrieden ist. „Aber ich liebe dich doch, Schatz,“ könnte ich sagen und damit meinen, dass mir das Herz aufgeht beim Gedanken an dich. Energie fließt von mir zu dir. Doch der andere braucht es, dass man ihm zuhört, mit ihm fühlt, dass er angenommen wird...eben geliebt wird wie der Mond.
Venus – der Planet der Liebe
Unter Astrologen gilt Venus generell als der Liebesplanet. Dies ist jedoch etwas irreführend. Venus beschreibt die Form, in der ein Individuum Liebe und Anerkennung erkennen kann. Das Zeichen und Haus, in dem sie steht, sowie die Aspekte, die sie empfängt, sind Beschreibungen für die Art und Weise, in der der Horoskopeigner Anerkennung innerhalb seiner Familie erhielt. Eine Frau mit Venus im Steinbock wird vielleicht besonders für ihre Disziplin geschätzt, während eine andere mit Venus im Krebs wegen ihrer sensiblen und fürsorglichen Art gemocht wurde. Venus ist ein hochsozialisierter Planet, einer, dessen Ausdruck nicht notwendigerweise mit unseren tiefsten Bedürfnissen korrespondiert, sondern sie ist ein erlernter Wert.
Venus ist ein Schritt in Richtung Intimität, sie ist die süße Anziehung, die uns zu einem anderen Menschen treibt (bzw. ihn oder sie zu uns). Magnetismus ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Intimität, er ist nicht einmal gleichbedeutend mit Liebe. Er ist jedoch notwendig, von essentieller Wichtigkeit sogar, wenn sich eine bedeutende Beziehung entwickeln soll. Beziehungen allerdings, die im wesentlichen auf Venus-Kontakten aufgebaut sind, halten nicht unbedingt lang oder sind nicht besonders tiefgehend. Venus ist ein „horizontaler“ Planet. Er hat damit zu tun, wie wir einen anderen Menschen oder ein Objekt, das uns anzieht, zu erreichen versuchen. Er reflektiert jedoch nicht unbedingt unsere tiefsten Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse, dieser Weg zur Intimität, fällt in die Domäne des Mondes.
Der Mond als Schlüssel zu Intimität
Der Mond ist der primäre weibliche Archetyp in der Astrologie. Die Beziehung zur Mutter ist die Grundlage für alle späteren Beziehungen. Es war eine Beziehung mit totaler Abhängigkeit, die einzig körperlich notwendige Beziehung im Leben. Ohne die Anwesenheit der Mutter können wir nicht existieren (zumindest bis zur Geburt). Väter sind zwar notwendig für eine Empfängnis, danach sind sie jedoch entbehrlich, wenn auch wünschenswert.
Nähe kommt also durch den Mond. Sie entsteht durch eine Verbindung zu unseren tiefsten Bedürfnissen, indem wir sie anerkennen und das Risiko auf uns nehmen, sie dem Menschen, den wir lieben, mitzuteilen. Diese Verletzlichkeit ist ein Schlüsselelement der Intimität. Wenn wir unseren Partner nicht an uns heranlassen, leben wir nebeneinander her anstatt in wirklicher Intimität miteinander zu leben. Nun haben wir natürlich nicht alle die gleichen Bedürfnisse.
Jemand mit dem Mond in Krebs hat wahrscheinlich eine ganz andere Vorstellung von Nähe als jemand mit dem Mond in Wassermann. Jeder von beiden hat lunare Bedürfnisse, möchte genährt und erhört werden, die gewünschten Formen können jedoch ganz unterschiedlich sein. Der Mond in Krebs braucht es vor allem, dazuzugehören, diese wässrige Gefühlsverbindung zu haben, wenn beide sich im gleichen Kreis befinden. Der Mond im Wassermann jedoch benötigt Freiraum und Freiheit und findet Sicherheit innerhalb weniger eng gewobener Partnerschaften. Auf jeden Fall symbolisiert der Mond das, was es uns erlaubt, uns auf einer tiefen emotionalen Ebene zu verbinden.
Wenn wir jedoch auf der Ebene der Venus bleiben, dominiert das Bedürfnis danach, gemocht zu werden, über das Bedürfnis, erhört zu werden. Nähe bedarf der Bereitschaft, über die reine Ebene der Anerkennung hinauszugehen und die Seele zu berühren. Wenn wir unsere tiefsten Gefühle, Ängste und Geheimnisse miteinander teilen, können wir uns öffnen. Den anderen hereinzulassen, ist eine Herausforderung, besonders für Männer und Frauen mit viel Feuer in ihren Horoskopen. Anzunehmen ist eine genauso große Kunst wie zu geben. Mit dem Mond zu arbeiten bedeutet, Veränderungen und Inkonsistenz zuzulassen. Wir sprechen hier nicht von einem festen Model einer idealen Partnerschaft, wir suchen nach einer lebendigen Beziehung zwischen wachsenden und sich verändernden Menschen.
Wir können Venus als das verstehen, was wir mögen, das, was unserem Geschmack entspricht. Aber wie süßer Zucker im Mund ist der Genuss wohl ganz schön, jedoch vielleicht nicht unbedingt erfüllend. Der Mond beschreibt, was uns wirklich nährt. Es ist daher von großer Bedeutung, dass wir das Verhältnis von Venus und Mond in unserem Geburtshoroskop verstehen. Wenn beide im Konflikt miteinander liegen, müssen wir wahrscheinlich besonders darauf achten, dass unsere Vergnügungen uns wirklich nähren und uns nicht unerfüllt zurücklassen. Jemand mit Venus im Krebs beispielsweise schätzt vielleicht die fürsorglichen und trauten Aspekte einer Liebesaffäre. Wenn der Mond allerdings im Widder steht, muss auch Raum für Spontaneität sein. So ein Mensch kann dem Partner gegenüber die meiste Zeit extrem aufmerksam sein (wenn die anderen Horoskopfaktoren dem entsprechen), sich dann jedoch plötzlich zurückziehen, um ihren oder seinen persönlichen Raum zu beanspruchen. Das kann für beide Partner verwirrend sein. Es geht hier im Prinzip um zwei völlig verschiedene Bedürfnisse. Die Schwierigkeit dabei ist, dass Venus und der Mond ihrer Natur nach so verwandt sind, dass wir leicht einmal die eine für den anderen halten und umgekehrt. Sich mit jemandem verbinden und ein persönliches Bedürfnis verspüren ist jedoch nicht das gleiche. Die Form der Liebe (Venus) und die Substanz der Emotion (der Mond) können bei einem bestimmten Menschen ähnlich oder auch verschieden geartet sein.
Umgang mit Konflikten
Bei Konflikten im Horoskop geht es – wie bei Konflikten im Leben – nicht darum, eines dem anderen vorzuziehen. Wenn wir das Bedürfnis nach Nähe des Mondes über das Vergnügen stellen, das Venus symbolisiert, dann erhalten wir höchstens unangenehme Nähe. Beide fühlen sich dann wie ein einem grimmigen Tanz ums Überleben aneinander gekettet. Wenn die oberflächlicheren Aspekte der Venus hingegen dominieren, können wir zwar am Tisch des Vergnügens dinieren, uns aber doch innerlich leer fühlen. Der Schlüssel liegt darin, unsere miteinander im Konflikt stehenden Bedürfnisse zu akzeptieren. Zu wissen, welches Bedürfnis von beiden zu einem bestimmten Zeitpunkt ansteht, ist dabei sehr hilfreich. Das heißt, dass es wahrscheinlich eher daneben geht, wenn wir das Bedürfnis nach Intensität unseres Skorpionmondes an einem öffentlichen Ort hervorkramen. Oder dass es schlecht getimt ist, wenn wir die Lust auf Unabhängigkeit unserer Widdervenus just dann raushängen lassen, wenn unser Partner sich gerade in einer emotionalen Krise befindet. Alles hat seine Zeit und seinen Ort, und ein wesentlicher Schritt, astrologische Spannungen zu bewältigen, ist es, den richtigen Fuß zur richtigen Zeit nach vorne zu setzen.
Eine andere Art, mit der Spannung – bleiben wir bei Venus im Widder und dem Mond im Skorpion – umzugehen, ist es, die vielen verschiedenen Schritte zwischen ihren anscheinend völlig widersprüchlichen Positionen wahrzunehmen. Wir finden uns häufig auf halber Strecke zwischen zwei Alternativen wieder, wo wir dann feststecken. Wir sind jedoch ganz, das Universum ist ganz und es gibt Verbindungen zwischen allen möglichen Elementen, die existieren. Indem wir die vielen subtilen Schritte zwischen widersprüchlichen Punkten kennen lernen, bauen wir Brücken zwischen den divergierenden Anteilen in uns selbst.
Astrologie ist sehr hilfreich, weil sie uns in so viele Planeten, Zeichen und Häuser einteilt und zerschnipselt. Aber wir müssen uns immer daran erinnern, dass keins dieser Teile vom Rest getrennt ist. Selbst ein scheinbar isolierter Planet, der nicht einmal einen Aspekt zu einem anderen Planeten bildet, existiert in dem gleichen Sonnensystem und in der gleichen Person wie der Rest des Horoskops. Der Mangel an Verbindung ist sichtbar, nicht real. Man kann den isolierten Planeten z.B. nehmen und sich vorstellen, wie er sich mit anderen Planeten unterhält. Wo überschneiden sich ihre Interessen? Wenn Sie keine Übereinstimmung finden können, müssen Sie Ihr astrologisches Vokabular erweitern, denn unter den offensichtlichen Unterschieden zwischen den Planeten und den Zeichen liegt eine einheitliche Struktur, die jeden einzelnen Teil mit allen anderen verbindet. Zu verschmelzen lernen und sich dann wieder zu trennen, ist das wirkliche Geheimnis auf dem Weg zur Intimität.
Angst vor Intimität
So sehr die meisten Menschen die Belohnung für Nähe schätzen, so groß ist auch ihre Angst davor. Das liegt an der Bedrohung unserer Identität, der wir durch ein Sich-Nahe-Kommen, durch Nähe, durch verschmelzende Felder und Gefühle ausgesetzt sind. So sehr wir uns Nähe wünschen, so sehr gibt es auch einen natürlichen Widerstand dagegen. Wenn ich dich in das Zentrum meines Wesens hereinlasse, wo bin ich dann? Wo ist mein altes, vertrautes Selbst? Das Unbewusste arbeitet schwer daran, den Status Quo aufrecht zu erhalten, selbst einen Status Quo, mit dem wir nicht glücklich waren. Angst, sich selbst zu verlieren, ist eine mächtige Motivation, um allzu viel Nähe zu vermeiden. All dies kann jedoch auch als ein Teil in den Tanz der Liebe integriert werden.
Lebendige Liebe ist nicht konstant. Wir empfinden nicht jeden Tag das gleiche füreinander, weil wir auch nicht jeden Tag das gleiche für uns selbst empfinden. Ich spreche hier jetzt nicht über wilde Stimmungswechsel, sondern einfach und allein über die natürlichen Gezeiten der Anziehung, die Teil des menschlichen Lebens sind. Die venusische Anziehung wird vom marsischen Kampf um Aufrechterhaltung der Individualität ausgeglichen. Das ist der Grund, warum Paare sich streiten müssen: um einander wegzustoßen, damit jeder seine eigene Individualität wiederfinden kann. Wenn dies bewusst geschieht, kann es ein Teil des Tanzes werden, ein normaler Vorgang, für den sich keiner schämen muss.
Ich habe das häufig bei mir und meiner Frau festgestellt: wenn wir uns noch ein Stück weit näher gekommen sind, wenn wir einen weiteren trennenden Schleier weggeschoben haben, folgt kurz darauf unsere Gegenreaktion, in der wir eine Distanz zwischen uns schaffen. Wir müssen uns an diese Vertiefung unserer Partnerschaft erst gewöhnen. Ich muss mich vergewissern, dass irgendwo in der Mitte der immer größer werdenden Intimität mit meiner Frau auch wirklich noch Jeff ist. Wenn wir uns das gestatten, verletzt niemand die Gefühle des anderen, müssen wir unsere individuellen Bedürfnisse nicht dramatisieren und können im Fluss bleiben, der uns beim nächsten Mal noch ein Stück näher zueinander treibt.
Die Häuser sieben und acht
Venus und der Mond bilden im Themenkomplex der Intimität ein Paar, das 7. und das 8. Haus bilden ein weiteres. Das 7. ist das traditionelle Haus der Ehe oder engen Partnerschaft. Das 8. jedoch ist der „Körper“ der Beziehung, der Ort, an dem die im 7. Haus begonnene Begegnung vollzogen wird. Wenn ein Partner zwar mit der Symbolik des 7., aber nicht mit der des 8. Hauses konfrontiert wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Beziehung keine Tiefe entwickelt. Sie mag nach außen in Ordnung erscheinen, aber der Kern wird unerfüllt bleiben. Wenn der Kontakt im 8. Haus in Ordnung ist, der im 7. jedoch nicht, werden Sie diese Person wahrscheinlich noch nicht einmal kennen lernen.
Da wir häufig verschiedene Zeichen an den Häuserspitzen des 7. und 8. Hauses stehen haben, Zeichen, die aufeinander folgen und dadurch nicht gerade miteinander harmonieren (wie z.B. trigonal oder sextilisch aufeinander folgende Zeichen), bedeutet dies für eine intime Partnerschaft meist, dass einige verschiedene Umstände zusammenkommen müssen, damit sie funktioniert. Sich auf einer tiefen Eben miteinander zu verbinden, ist nicht ganz so einfach wie einen Schlüssel in ein Schlüsselloch zu stecken und ihn umzudrehen. Es ist mehr wie ein Kombinationsschloss, in dem verschiedene Teile zusammenpassen müssen, bevor es sich öffnet.
Da sich die Häuser 7 und 8 auf „die anderen“ beziehen, sind sie häufig der Projektion ausgesetzt. Das bedeutet, dass wir Partner suchen, die die Qualitäten der beiden Häuser für uns ausleben anstatt uns selbst in diesen Horoskopbereichen auszudrücken. Wenn in Ihrem Horoskop Mars im 7. Haus steht, suchen Sie vielleicht Partner, die dynamisch, unabhängig und selbstmotiviert sind. Dagegen spricht ja im Grunde nichts, nur werden Sie in diesem Fall nicht unbedingt selbst dynamisch, unabhängig und selbstmotiviert sein. Dies nennt man Projektion: Teile von sich selbst an andere abgeben. Auch im 7. und 8. Haus (wie im ganzen Horoskop) geht es nämlich um Sie selbst. Die beiden Häuser zeigen die Eigenschaften, die Sie in einer Partnerschaft ausleben sollen. Idealerweise unterstützt Ihr Partner diese Eigenschaften an Ihnen. Falls er das nicht tut, wird Ihre Beziehung kein Ort des Wachstums sein. Im 7. und 8. Haus geht es um Sie. Geben Sie diese beiden Häuser nicht einfach an jemand anderen ab.
Vereinbarkeit
Was ist Vereinbarkeit? Üblicherweise sagt man in der Astrologie, dass harmonische Aspekte zwischen den beiden Horoskopen ein signifikantes Zeichen für eine positive Beziehung sind. Sicherlich ist ein bestimmter Grad von Harmonie (oder Ähnlichkeit) für eine erfolgreiche Partnerschaft nötig. Es kann jedoch hilfreich sein, eine Mischung aus fordernden und förderlichen Aspekten zu haben, um das beste Resultat zu erzielen. Venus und Mars zum Beispiel haben eine Menge mit sexueller Vereinbarkeit zu tun. Trigonale und sextilische Interaspekte sorgen sicher für einen reibungslosen Energiefluss, allein, es könnte auf die Dauer etwas langweilig werden. Ein bisschen Harmonie, angereichert mit einem herausfordernden Aspekt, z.B. Venus im Trigon zum Mars des Partners und Venus des Partners in Opposition zu Ihrer eigenen, könnte ein Maß an Dynamik bereitstellen, das dafür sorgt, dass Sex immer ein interessantes Thema für Sie beide bleibt.
Paare neigen dazu, sich ihr eigenes kleines Universum zu schaffen. Wenn beide zu einem Thema übereinstimmen, dann muss es wohl stimmen. Das kann die Entwicklung beider Persönlichkeiten hemmen, wenn ihre Horoskope oder Teile davon einander zu ähnlich sind. Was Vereinbarkeit genannt wird, mag einfach nur eine geteilte Neurose sein. Es ist daher sinnvoll, dass Paare nicht alle ihre Planeten harmonisch aspektiert haben. Ein bisschen Spannung macht das Leben nicht nur interessant, sondern es hilft darüber hinaus dabei, auch innerhalb der Partnerschaft noch offen zu bleiben. Der esoterische Schriftsteller Dion Fortune war der Ansicht, dass in einer idealen Partnerschaft abwechselnd Ähnlichkeit und Unähnlichkeit zwischen den sieben Chakren herrschen sollte. Dieses Muster kann einer Beziehung zu mehr Tiefe verhelfen, indem es die richtige Balance zwischen Altem und Neuem findet, so dass die Partnerschaft wachsen kann anstatt statisch zu bleiben.
Außerdem brauchen oder möchten einige Leute gar keine klassische Kompatibilitätsanalyse. Wenn Uranus in Ihrem 7. oder 8. Haus steht, es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie in Beziehungen die Erfahrung von Verschiedenheit machen sollen, um sich für neue Strukturen zu öffnen. Sich jemandem zugetan fühlen, der ganz anders ist als Sie, muss nicht unbedingt ein Desaster sein. Mit einigen wenigen positiven Verbindungen, die die Beziehung zusammenhalten, kann es genau das Richtige für Sie sein. Bei diesen Schlüsselverbindungen spielen wahrscheinlich der Mond, die Sonne, die Achse des 1. und 7. Hauses oder die Mondknoten eine Rolle. Dies sind jene kritische Punkte, die den nötigen Klebstoff für eine Verbindung liefern und einem Paar helfen kann, seine Differenzen zu überstehen und eine wachsende Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Manchmal sieht man ein Horoskop mit phantastischen Venus-Mars-Aspekten, aber wenn keine der Schlüsselfaktoren übereinstimmen, ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass die Beziehung von Dauer sein wird.
Selbstverständlich ist die Dauer einer Partnerschaft nur ein Maß von vielen für ihren Erfolg (oder die Zähigkeit der beteiligten Partner). Wir können auch erfolgreiche kurzfristige Beziehungen führen, wenn wir fähig sind, aus ihnen zu lernen. Jeder von uns hat seine eigenen Maßstäbe dafür, ob eine Sache es wert ist, wenn es um die Investition von Zeit, Energie und Gefühlen geht. Wir können z. B. jemanden treffen, der uns dabei hilft, eine einzige Tür in uns zu öffnen, was diesen Kontakt äußerst wichtig macht, selbst wenn er auf einer anderen Ebene gescheitert ist.
Horoskopvergleich
Wenn ich einen Horoskopvergleich für ein Paar erstelle, dann fange ich nicht direkt beim Vergleich beider Horoskope an, sondern beginne mit der Analyse jedes einzelnen Horoskops für sich. Dies ist die Basis zum Verständnis des Paares, weil es die Individualität jedes einzelnen Partner anerkennt. Das persönliche Geburtshoroskop ist der Schlüssel zur Intimität. Es ist sehr schwierig, von jemand anderem Liebe anzunehmen, wenn man sich nicht einmal selbst lieben kann. Die Hauptarbeit bei der Beratung von Paaren liegt darin, jedem einzelnen seine Themen und Bedürfnisse bewusst zu machen.
Wenn jemand über gesunde Selbstachtung und gleichzeitig Bereitschaft zur Verletzlichkeit verfügt, dann stehen die Tore für Intimität weit offen. Die Basis einer gesunden Partnerschaft sind zwei gesunde Individuen. Gesundheit heißt hier nicht Perfektion, völlige Klarheit oder fehlende Unwissenheit. Gesundheit bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bereitschaft zu lernen, sich zu öffnen, sich zu äußern und zuzuhören. Wenn diese Art von Lebendigkeit da ist, dann kommt auch die Intimität. Und bei kontinuierlicher Pflege und Bewässerung wird die Beziehung für lange, lange Zeit Blüten tragen.
ÜBER DEN AUTOR
Jeff Jawer arbeitet seit 1973 als professioneller Astrologe und ist als Autor, Berater und Dozent in Nordamerika und in Europa bekannt.
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