Astrologie | Astrologie Forschung

Die Astrologie im Vaterunser (Teil 3 von 3)

Holger A. L. Faß
Verantwortlich für den Inhalt ist der oben genannte Autor/Anbieter.
Montag, 3. Dezember 2001, 09:50


- lesen Sie zunächst die Teile 1 und 2 -


Gib uns unser tägliches Brot (Gib uns täglich dein Heiliges Brot und die Frucht des lebendigen Weinstockes) = Jupiter

Wir übersetzen in der Astrologie Jupiter gerne mit Fülle. Dieses "Genug-haben" finden wir im Vaterunser wieder. Es wäre jedoch kein spiritueller Text, wenn er sich lediglich auf den vollen Bauch bezöge. Fülle bedeutet daher auch geistige Fülle, was uns nicht fremd vorkommt, wenn wir uns an andere Jupiter-Übersetzungen erinnern: Sinn, Weisheit, Philosophie, Religion, Einsicht, Geist usw. Man muß nicht christliche Theologie studiert haben, um zu wissen, daß Brot und Wein selbst Symbole sind, die einen Bezug zum Lichtbringer, zum Göttlichen herstellen. Die Bitte bezieht sich also nicht nur auf bißfeste, physische Nahrung, sondern auch auf geistige. Man könnte es mit einem anderen Jupiter-wort auch so formulieren: bitte sei unser Förderer.


und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern (Und wie Du uns vergibst unsere Schulden, so mögen auch wir vergeben allen, die gegen uns schuldig werden. Gieße Deine Güte aus auf uns, damit auch wir desgleichen tun) = Saturn

In der mythologischen Geschichte von Saturn / Kronos wird berichtet, wie der junge Gott schuldig geworden ist. Er hat (im Auftrag seiner Mutter Gaia) seinen Vater Uranus kastriert und entmachtet. Diese Tat war eine blutige und die Rachegöttinen entwuchsen aus den Blutstropfen des verletzten Uranus. Saturn ist schuldig geworden, weil er Verantwortung übernommen hat. Auch wir Menschen werden schuldig, wenn wir Verantwortung übernehmen - gleichsam bleibt uns nichts anderes übrig. Der Schuld können wir gar nicht ausweichen. Je nach Sichtweise sind wir bereits durch das Herausfallen aus dem Göttlichen (und dem Hereinfallen in das Irdische) schuldig geworden. Saturn hilft uns, daran ernst und konzentriert zu arbeiten und eben Verantwortung zu übernehmen für alle unsere Taten. Wenn uns das gelingt, können wir streng, aber gerecht sein und auch anderen Schuldigern vergeben.


und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen (In der Stunde der Versuchung erlöse uns vom Übel) = Uranus

Die Versuchung liegt immer in der Zukunft. Es ist ein Versprechen, daß es morgen besser, schöner, freier wird als heute. Es ist ein uranisches Versprechen einer besseren Welt, eine Vision, die uns vom Bösen zu befreien verspricht.
Über diesen Satz im Vaterunser ist vielfach nachgedacht worden und manch einer wunderte sich, warum Gott überhaupt den Menschen in Versuchung führen sollte. Eine Prüfung? Eine andere Übersetzung kommt der Idee dahinter wesentlich näher: "und führe uns in der Versuchung", heißt es dort. Dann, wenn wir von tausend verlockenden Geistesblitzen getroffen werden, benötigen wir jemanden, der den Überblick behält und uns auf dem rechten Weg zu führen vermag. Jeder, der einen Uranustransit über einen persönlichen Planeten erlebt hat, weiß, wovon ich spreche. Wie gut hätte es getan, wenn man in dem ganzen Chaos den richtigen Weg erkannt hätte.


Denn Dein ist das Reich = Neptun

Das Reich Gottes ist keines, das man in Hektar vermessen kann. Es ist vielmehr das Reich der All-Liebe und schließt die Welten hinter der Welt, das seelische Sein, das, was wir nicht zu erfassen in der Lage sind, mit ein. Es ist das Reich, in dem es keine Trennung mehr gibt, sondern wo alles Leben eingebettet ist in ein großes Ganzes. Es ist das Reich, dem wir uns hingeben (müssen), wo es nichts mehr zu tun gibt. In der Astrologie symbolisiert Neptun all diese Gedanken.


die Kraft = ( Pluto)

Bisher kennen wir kein anderes Planetensymbol, das solch eine Kraft und Power repräsentiert, wie das Plutos. Pluto kommt gewaltig in unser Leben und zerstört scheinbar rücksichtslos alles, was wir längst hätten abgeben sollen. Mit Pluto tun wir uns schwer, weil wir so schlecht loslassen können - und genau das fordert er mit aller Kraft. Andererseits: wenn wir uns in die Höhle des Löwen wagen, loslassen, uns den Tabuthemen und Schattenseiten unserer Persönlichkeit stellen, verleiht uns Pluto auch alle Kraft. Dann werden wir selbst mächtig.

und die Herrlichkeit = ?


in aller Ewigkeit (von Ewigkeit zu Ewigkeit. Jetzt und in alle Ewigkeit.) = ?


Amen.


Sie bemerken: an einer Zuordnung der bekannten Planten und der Art, wie sie historisch und auch heute gedeutet werden, kann nicht vorbeigesehen werden. Sie bemerken zudem, daß die Zuordnungen bei den überpersönlichen Planeten etwas schwieriger werden. Kein Wunder: in der Astrologiegeschichte sind Uranus, Neptun und Pluto noch wie krabbelnde Babys. Uns mag es wie eine Ewigkeit vorkommen, seit 1781 Uranus von F. W. Herschel entdeckt wurde. In der Deutung ist er dennoch sehr jung und es fehlen uns nach wie vor zahlreiche Erkenntnisse über diesen Planeten. Erkenntnisse, die wir als Astrolog/innen erst aus der Erfahrung sammeln können - schließlich war und ist Astrologie eine Erfahrungswissenschaft. Wir arbeiten schließlich nicht im Labor; und wenn man es übertrieben formulieren will, ist sozusagen die gesamte Welt unser Dauerexperiment. In mehreren Hunder- oder Tausendjahren wird die astrologische Zuordnung des letzten Teils des Gebets bestimmt genau so unzweifelhaft sein, wie für uns heute der erste Teil. Dazu kommt, daß noch nicht alle Textzeilen Planeten zugeordnet werden können. Es scheint, als fehlten noch Planeten. Dies deckt sich mit der Theorie einiger Astrolog/innen, daß es insgesamt zwölf Planeten geben muß. Zehn kennen wir bereits. Zwei fehlen noch. Auch das "astrologische Alphabet" weist in diese Richtung: jeweils ein Planet, ein Tierkreisabschnitt und ein Haus weisen gleiche Grundqualitäten auf (z.B. Mars - Widder - Haus eins). Bisher teilen sich jedoch Merkur und Venus je zwei Tierkreiszeichen und Häuser. Ob es in unserem Sonnensystem noch zwei Planeten zu entdecken gibt?

Dies sind keine fertigen und abgeschlossenen Wahrheiten. Dies sind Gedanken, die zum Selbstnachdenken, Meditieren, Forschen, Ahnen etc. einladen sollen. Insofern freue ich mich über jede Rückmeldung:



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Holger Alfred Ludwig Faß
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