Astrologie | Medizinische Astrologie
Was Venenprobleme mit Venus-Pluto zu tun haben
Friedrich Maier Systemische Astrologie
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Donnerstag, 17. Januar 2002, 12:31
Austausch und Wandel
Was Venenprobleme mit Venus-Pluto zu tun haben
Venenleiden sind eine Volkskrankheit. Welche schmerzliche Botschaft versteckt sich dahinter? Und wo ist der psycho-astrologische Schlüssel? merCur untersucht in der Reihe Astrologie und Heilkunde die Symbolik.
Von Ursula Strauss
Trotz Fitnesswelle sind sie weit verbreitet: Venenleiden, zu denen Krampfadern, Thrombosen, Hämorrhoiden und die Stauung der Pfordader (der großen Verdauungsvene im Bauchraum) gehören. Und es werden allerlei verursachende Bösewichte ausgemacht: ständiges Stehen oder Sitzen im Beruf, falsche Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, zu wenig Bewegung, konstitutionelle Bindegewebsschwäche usw. Mag alles sein. Aber: Was sagt uns der psychosomatische und astrologische Blickwinkel?
Der Blutkreislauf im Körper wird anatomisch in zwei Systeme geteilt: den arteriellen und den venösen Blutkreislauf. Das Blut der Arterien ist sauerstoffreiches Blut, es fließt von der Lunge in die linke Herzkammer und wird von dort aus in den gesamten Körper gepumpt, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen. Arterielles Blut ist sozusagen frischer „Input“, wobei Lunge und Leber bei der Verwandlung von venösem in arterielles Blut eine zentrale Funktion einnehmen.
Gewiß ist das immer nur ein Blut, und die medizinisch-anatomische Aufteilung zielt eher auf funktionelle Systeme des Körpers, die einander bedingen und ineinander greifen. Gängig ist jedoch häufig die (unbewußte) Meinung: Arterielles Blut ist das gute, helle, saubere; venöses Blut das schlechte, dunkle und schmutzige. Also: Wertvoll ist nur das eine, die andere Seite werten wir ab. Schon haben wir das Venus/Stier-Thema des Selbstwertes.
Was genau ist eigentlich das Venensystem, das venöse Blut? Mediziner sprechen vom Niederdrucksystem (es umfaßt circa 85 Prozent des gesament Blutvolumens); in der Tat ist es der Druck, der die Venenprobleme hervorruft, an welchen Stellen auch immer. Schön hören wir Pluto an die Tür klopfen.
Der Blutaustausch sagt viel über
unseren Umgang mit der Welt
Überall im Körper, in den kleinsten Kapillaren, den feinen „Haargefäßen“, wird aus arteriellem Blut venöses Blut. Das mit Sauerstoff angereicherte Blut der Arterien fließt vom Herzen weg durch den Körper und liefert den Sauerstoff dort ab, wo er gebraucht wird. Gleichzeitig nimmt das Blut Stoffe auf, die aus den körpereigenen Verarbeitungsprozessen entstehen und am jeweiligen Ort nicht mehr benötigt werden.
Nun kehrt sich die Situation um: Das mit allerlei Stoffen beladene venöse Blut muß gegen die Schwerkraft wieder hinauf zum Herzen gepumpt werden. Hierfür sorgen die Pumpwirkung der Muskeln und der Unterdruck im „rechten“ Herzen, der das Blut aus dem Venenkreislauf quasi absaugt. Oft genug kommt das Blut aber nur in allzu geringem Maße dort an. Es versackt in den Venen, staut sich vor der Leber - wir scheinen uns allerlei Mechanismen einfallen zu lassen, um diesen reichhaltigen Transport von unten nicht nach oben kommen zu lassen.
Was ist die Symbolik dahinter? Um zu überleben, müssen wir atmen und essen. Über die Lunge nehmen wir Sauerstoff auf, den wir zur Energiegewinnung brauchen. Über den Mund nehmen wir aus demselben Grund Nahrung auf, die im Magen-Darm-Trakt in verwertbare Einzelteile aufgespalten wird. Die Ergebnisse beider Prozesse übergibt der Körper dem Blut; dieses wird dadurch immer dunkler, „reichhaltiger“ und „belasteter“ - Venenblut eben. Das venöse Blut ist somit ein Symbol für unseren Kontakt mit der Welt, und weit mehr.
Die Tatsache, daß aus arteriellem Blut venöses Blut wird - obwohl: es ist das gleiche Blut - zeugt davon, daß die Welt uns wandelt, daß wir von ihr nicht unberührbar sind. Die Venen sagen also nichts anderes als: Du bist mit der Welt in Kontakt (Waage-Venus), und das macht etwas mit dir! Staut sich nun dieses Blut, bedeutet dies: Wir wollen nicht nach oben kommen lassen, was die Welt mit uns macht - und daß sie überhaupt etwas mit uns macht.
Wir wollen uns nicht verwandeln lassen; unser Bild von uns selbst ist zu schön, als daß wir es durch „Impulse“ aus dem Untergrund ändern wollen. Da wir jedoch nicht verhindern können, daß die Welt bis ins letzte kleine Gefäß unseres Körpers dringt - und bis in den letzten Winkel unserer Seele - (weil: wir sind von der Verbundenheit mit der Welt existentiell abhängig), lassen wir uns einen Trick einfallen: Wir sammeln. Hier zeigt sich die Wirksamkeit der Achse 2-8: Was Skorpion nicht soll (Druck machen, verwandeln), muß Stier an-sammeln. Unsere Venen werden weit und entwickeln gewundene Wege, um dem von der Welt „belasteten“ Blut die Rückkehr nach oben so schwer wie möglich zu machen. Das heißt: Von unserem Kontakt mit der Welt und unserer Abhängigkeit von ihr soll kaum etwas bis nichts in unser Bewußtsein dringen.
Ebenso wollen wir so wenig wie möglich von uns an die Welt geben, weder durch die Leberfunktion (Entgiftung des venösen Blutes und Ausscheidung nicht benötigter Stoffe über Niere und Darm, Umsetzung und Speicherung der Nährstoffe zur Energiegewinnung) noch über die Lunge (Abatmung von CO2).
Verweigerung
des Austauschs
Krankheiten des venösen Niederdrucksystems sprechen also eine deutliche Sprache von der Verweigerung des Austauschs. Wir sind eingenommen von dem, was, wer und wie wir sind, anstatt uns im rhythmischen, stets sich verwandelnden Austausch mit der Welt zu erkennen und zu entwickeln. Wir drücken unser wahres Selbst nieder, anstatt Plutos Geschenk anzunehmen: die stete Wandlung unseres Egos im Austausch mit der Welt. Wir wollen den „Müll“ nicht, der in uns anfällt, also bekommen wir auch die Reichtümer (Nährstoffe und Energielieferanten) nicht. So einfach ist das. Pluto zwingt zur Ganzheit.
Wie es Pluto genehm ist, sind Venenleiden häufig ererbt. In der Regel geht es also um ein Sippenthema, das den Fluß der Energien zwischen den Polen rigide und nicht selten mit Gewalt unterdrückt (Pluto-Venus). Venenkranken wird Bewegung und Aktivität verordnet, denn die sogenannte Muskelpumpe treibt das angereicherte Blut dem Herzen entgegen. Um Pluto nicht zu verstimmen, müssen wir aktiv sein (Mars ist der alte Herrscher im Skorpion). Oder: Venus ist zufrieden, wenn Mars etwas tut! Und: Venus/Stier sammelt konstruktiv, wenn Pluto verwandeln darf!
Beziehungen sind oft von
tragischer Dramatik
Das Venensystem spiegelt sehr elegant die Verbundenheit der Achsen 2-8 und 1-7; zudem wird über den Transporteur Blut Wachstum ermöglicht (Achse 3-9). Wir erkennen hier deutlich eine Angelegenheit der Quadranten I und III. Was wir bei einer Erlösung der Thematik opfern müssen, ist unser „ICH will“, beziehungsweise die Vorstellung: ICH bestimme, wer, was, wie ich bin. Darin eingeschlossen ist, daß ICH auf diese Weise nicht mehr sein und dem anderen mehr zeigen darf, als mein Verstand (Zwilling, I. Quadrant) fassen kann.
Im Horoskop von Venenkranken ist die Venus/Pluto-Thematik oft deutlich zu finden. Den betreffenden Menschen fällt in der Regel nicht auf, daß ihr Beziehungsverhalten von Dominanzgebahren, Ritualen und tragischer Dramatik geprägt ist, sei auf der Opfer- oder auf der Täterseite.
Interessanterweise sind Venenleiden überwiegend „Frauenkrankheiten“. Männer, die an Krampfadern oder Hämorrhoiden leiden, sind körperlich häuig eher weich und bindegewebsschwach. Der feminine Einschlag ist meist unverkennbar. Jedoch halten Personen mit starker Yin-Betonung diese „Veranlagung“ seelisch oft nieder, weil sie sonst nicht wüßten, wohin damit in dieser Gesellschaft. Eine solche Rechnung geht aber nicht auf, denn die Kräfte, die hier zum niederdrücken gebraucht (oder ver-braucht) werden, rauben zusätzlich Energie. Es ist sinnvoller, diese Kräfte beispielsweise zur Wandlung des Saturn einzusetzen und Unangepaßtheit zu riskieren, damit die Facette „von unten nach oben“ des Lebenskreislaufs auch leben darf und Energie liefert - statt zu verbrauchen.
Zudem unterliegen Venenkranke unbewußt häufig dem Irrtum, daß es funktionieren kann, zu nehmen ohne zu geben. Auf diese Weise polarisieren sie ganz plutonisch das Venusthema Ausgleich und halten an einem Extrem fest. Arterielles Blut darf einfließen, jedoch die venöse Kehrseite darf nicht sein. Dahinter steht die Haltung: Ich nehme von der Welt, aber ich gebe nicht - aus welchen Gründen auch immer. Meist ist dahinter wiederum das venusische Selbswertthema verborgen. Man glaubt nicht, daß das, was man zu geben hat, für irgend jemanden von Wert oder Bedeutung sein könnte. Auch diese Rechnung funktioniert letztendlich nicht: Venöse Stauungen wirken irgendwann ungut auf das arterielle System zurück, sei es durch Ödeme (Gewebsschwellungen), die arterielle Gefäße „bedrücken“, durch sich lösende Blutgerinnsel, die schmerzhafte und gefährliche Infarkte verursachen können, oder durch Nieren- und Blutdruckstörungen, die aufgrund des übermäßigen Volumenreservoirs in den Venen entstehen.
Bei Venenstau will der Kranke
etwas nach außen lassen
Eines ist klar: Bei Venenstauungen will der/die Betreffende ganz massiv etwas von sich in die Welt entlassen - und hat von diesem Teil seiner/ihrer selbst (meist) nicht die geringste Ahnung; nach dem Motto: Es kann (von mir) nicht sein, was nicht sein darf. Hier ist immer interessant, auf die blinden Flecken der Familie zu schauen, auf das, was nicht war, was abwesend war, was fehlte. Der Austausch mit der Welt befähigt uns, genau diese blinden Flecken in der eigenen Geschichte zu erkennen - und das, was von uns selbst aufgrund familiärer Tabus nicht nach außen/oben (in die Welt/in das Bewußtsein) dringen durfte.
Wenn ein Mensch im Klärungsprozeß dieses Symptoms tatsächlich einmal von der Idee Abstand nimmt, daß er wirklich weiß und jemals rational erfassen kann, wer er ist, lösen sich oft Krämpfe (Pluto) im Venensystem. Hämorrhoiden, Schwellungen oder Druckgefühle im Bauchraum verschwinden mitunter spontan. Seelisch erkennt sich der Betreffende dann häufig als viel kleiner UND größer, als angenommen - eine plutonische Verschmelzung der Pole, die nicht selten tiefgreifende Veränderungen im Selbstbild und im Verhalten auslöst.
Wenn das venöse Blut wieder zu unserem Herzen hinfließen darf und kann, fließen auch ungeahnte Seelenenergien zu unserem Herzen, Energien, die ein isoliertes Ego nicht wahrnehmen kann und die uns durch unsere Verbundenheit mit der Welt geschenkt werden. Wir sind nicht getrennt von der Welt, niemals. Es liegt an jedem selbst, ob er diese Tatsache mit viel Kraftaufwand unterdrückt - oder aus ihr Kraft zieht.
Der Preis, den wir zahlen müssen, ist unser geliebtes und gehätscheltes Selbstbild. Aber im Vergleich zu dem, was wir erhalten, ist dieser Preis eher gering.
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Ursula Strauss ist Heilpraktikerin und Astrogin.
Kontakt: Leithestraße 142, D-45886 Gelsenkirchen,
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