Winke des Schicksals

Barbara Egert
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Freitag, 10. März 2017, 11:07


„Du musst Dein Leben ändern“ (Rilke)

Du musst Dein Leben ändern? Warum das, wenn man doch einigermaßen zufrieden ist mit seinem Verlauf? Warum soll man eingreifen in ein System, das gut funktioniert? Richtig, wer denkt schon an einen Regenschirm, solange die Sonne scheint? Allerdings gibt es andere Zeiten: der Himmel eher düster, Wolken haben sich über uns zusammen gebraut, es blitzt und donnert. Wir werden durch schicksalhafte Ereignisse aus unseren Gewohnheiten herausgerissen, Sicherheiten kommen ins Wanken und machen uns orientierungslos. Manchmal ist es auch die Routine bis an die Grenze der Langeweile, der ewig gleiche Alltag, der uns anödet, und uns eine Lebensveränderung herbeisehnen lässt.

Dann, ja dann sind wir eher bereit, uns zu fragen, ob wir unser Leben so, wie es ist, eigentlich mögen oder ob wir ihm eine andere Richtung geben sollten. Aber wir tun uns ja schon mit kleinen Veränderungen und guten Vorsätzen schwer. Gewohnheiten sind hartnäckig, und einen Automatismus zu unterbrechen, erfordert Geduld und Wachsamkeit. Unser Gehirn neigt dazu, einmal Gelerntes beizubehalten. Will man Veränderung müssen die eingefahrenen neuronalen Pfade durch neue ersetzt werden. An die Stelle der alten Gewohnheit muss eine neue, bessere treten. Haben wir aber nicht wirklich den Willen, etwas zu verändern, wird unser Plan schon alsbald scheitern. Man hat nämlich festgestellt, dass es sechs bis neun Monate dauert, bis sich durch eine neue Gewohnheit ein neuer Pfad im Gehirn ausbildet. Soviel zu dem guten Vorsatz, seine Essgewohnheiten zu ändern und in zwei Wochen drei Kilo abzunehmen…

Gib es Hinweise und Zeichen, die wichtige Lebensveränderungen ankündigen? Identitätskrise, Sinn- und Freudlosigkeit, Krankheit, Depression sind richtig verstanden Zeichen, die unserer Entwicklung einen dringend notwendigen Schub geben wollen. Wahrscheinlich würden uns weniger Katastrophen passieren, wenn wir die Zeichen rechtzeitig deuten lernten. Oft begreifen wir diese seelischen oder körperlichen Einbrüche erst sehr viel später als „Winke des Schicksals“, für die man in Zeiten der Not besonders empfänglich und dankbar ist, selbst wenn man nicht weiß, wem oder was man sie eigentlich zu verdanken hat.

Bei allem Willen zur Veränderung sollte man realistisch bleiben und dennoch für alles Mögliche offen sein: Eine Gratwanderung! Aber so ist das Leben nun mal: unvorhersehbar und nie völlig kontrollierbar.

Veränderung zielt darauf, man selbst zu werden: Ich soll der Mensch werden als der ich gedacht bin.
„Rabbi Sussja erklärt seinen Schülern: „Eines Tages wird Gott mich nicht fragen: ‚Warum bist du nicht Mose gewesen?’ Er wird mich fragen: ‚Warum bis du nicht Rabbi Sussja gewesen’?“

Der werden, als der man gedacht ist?
Vielleicht ist man ja gar nicht so sehr weit von sich selbst entfernt, und es sind keine großen äußeren Änderungen notwendig. Aber vielleicht sind wir innen nur noch die Summe unserer Gewohnheiten? Hat unser Leben einen Sinn? „Die Menschen haben das Bedürfnis, zumindest bis zu einem gewissen Grad den Sinn ihres Lebens zu verstehen. Egal ob sich dieses Bedürfnis klar oder verschwommen artikuliert, es läuft hinaus auf die Sehnsucht, zu wissen, woher wir kommen und wohin wir gehen, vor allem Letzteres. Die Frage nach dem Sinn lässt sich dummerweise nicht ein für alle Mal beantworten. Sinngebung ist eine schwankende Größe.“
Bei allen größeren Veränderungen, Entwicklungsschritten, Katastrophen und glücklichen Wendungen sind die Transsaturnier Uranus, Neptun und Pluto beteiligt; Jupiter, Saturn und Chiron spielen eine Nebenrolle, können aber diesen Prozess unterstützen oder erschweren. Manchmal sind sogar mehrere Transite der Langsamläufer aktiv, die durch Direkt- und Rückläufigkeit einen gewissen Rhythmus vorgeben. Meistens ist es so, dass in schwierigen Phasen Saturn-Transite stärker wirken als Jupiter-Transite, die man manchmal kaum spürt und die uns lediglich eine kleine Verschnaufpause gewähren.

Diese Wandlungsprozesse von Alt zu Neu, von Trennung, Ablösung und Neubeginn verlaufen immer nach einem ähnlichen Muster. Sehr häufig entsprechen die zu durchlebenden Phasen der Direkt- und Rückläufigkeit der Transsaturnier, das heißt man muss im schlimmsten – oder im besten – Fall zwischen drei und fünf Jahren rechnen. Manchmal ist eine diese Phase begleitende Therapie wichtig und hilft dem Betroffenen, um das Verlorene, die Auflösung der bisherigen Struktur zu trauern und sich auf das Neue, noch Unbekannte vorzubereiten, es vielleicht sogar willkommen zu heißen.

Der Künstler Joseph Beuys durchlebte von ca. 1954 – 1957 eine schwierige leidvolle Transformation. Er verließ im Frühjahr 1954 die Kunstakademie und musste sein Meisterschüleratelier aufgeben, zudem löste seine damalige Verlobte die Beziehung mit ihm auf. Er geriet in eine anhaltende depressive Krise und wurde in verschiedenen psychiatrischen Kliniken behandelt. Er litt an Auflösungsängsten und dem Wunsch, seinem Leben ein Ende zu setzen. Wie wir in der Biografie: „Joseph Beuys. Leben und Werk“ 3 nachlesen können, beschrieb er rückschauend seinen Leidensweg als Umstrukturierung von einem Erschöpfungszustand in einen Erneuerungsvorgang: es musste etwas absterben.

Schauen wir uns einige Transite der Transsaturnier in diesen Jahren an:
1953 transitiert Neptun Opposition Venus und Quinkunx Sonne, Pluto Trigon Venus und Quadrat Sonne (zwei Übergänge) sowie Quadrat Merkur (erster Übergang). Man kann davon ausgehen, dass diese Transite schon ihre ersten Schatten vorauswarfen, aber sicherlich als Vorboten eines depressiven Wandlungsprozesses nicht zu erkennen waren.

1954 setzten sich die Transite Plutos Quadrat Merkur und Trigon Venus fort, Uranus transitiert Venus im Quadrat und Jupiter im Halbquadrat und Neptun; Uranus Quadrat Venus und Halbquadrat Jupiter und Neptun geht in Opposition über Venus und im Halbquadrat über Jupiter.

1955 ging es mit den Uranus- und Pluto-Transiten weiter, direktläufig, rückläufig, direktläufig, wobei Uranus auf Venus und Jupiter nach drei Übergängen und Pluto auf Merkur mit dem fünften Übergang sein Ende fanden.

Aber die Herausforderung setzte sich fort mit Uranus in Konjunktion und Neptun im Quadrat zu seinen Mond. 1956 kam dann noch der Uranus-Transit im Halbquadrat zu seinem Saturn hinzu. Der Abschluss dieses schweren Wandlungsprozesses bildete dann 1956 Uranus im Quadrat zum MC, dessen Transit im Sommer 1957 beendet war. Auch hier bestätigt sich meine Erfahrung, dass Uranus bei schwierigen Wandlungsprozessen, überhaupt nach plutonischen Attacken, schließlich die Befreiung bringt.

Pluto ist in diesem Horoskop dominant, und entscheidend für die Schwere dieser langen Krise ist sein Transit durch das achte Haus, der in seinem eigenen Haus mit Sicherheit alle Leichen aufspürt, die dort (immer) noch begraben sind. Das achte Haus wird als das Haus des Todes bezeichnet und weist uns eindringlich darauf hin, dass unser Ego und unsere Vorstellung von uns losgelassen werden müssen. Erst dann ist die Erneuerung, um die es ja ursächlich geht, möglich. Denn dass wir meistens nicht sind, was wir zu sein meinen, geschweige denn, für was andere uns halten, dessen sollte man sich bewusst sein.

Solche Zeiten sind kaum auszuhalten, und oft kommt es einem wie ein Wunder vor, dass man sie überlebt hat, zumal man ja ohne astrologische Kenntnisse nicht weiß, wie lange sich diese Energien gegen einen verschworen haben, und wann man endlich dieses Tal durchlaufen hat. 1958 bezog Beuys ein neues Atelier, er lernte seine spätere Frau kennen, die er 1959 heiratete. 1961 wird er zum Professor an der Kunstakademie Düsseldorf berufen. Die Krise war überstanden.

Wir sehen hier exemplarisch, wie Uranus, Neptun und Pluto uns an unsere existenziellen seelischen und körperlichen Grenzen führen, die wir als vernichtend empfinden, die allerdings eben auch die Öffnung für etwas Neues und Wandlung bedeuten können. Aber: Wer würde sich angesichts dieser geballten Transite auf seine persönlichen Planeten schon freiwillig auf eine Lebensveränderung einlassen? Wir wissen, dass wir im Leben über Wahlmöglichkeiten verfügen, aber wir haben nicht die Kontrolle über die Veränderungen, die wir – vielleicht sogar gutwillig – anstreben. Bei solchen Krisen werden wir mit Erfahrungen konfrontiert, mit drängenden Fragen, auf die man keine rationale oder intellektuelle Antwort findet. Und dennoch: Wenn wir bestimmte Phasen unseres Lebens aufmerksam verfolgen, können wir feststellen, dass sich ungewöhnliche Ereignisse häufen, wir nennen sie Zufall oder etwas unbestimmt Zeichen oder ein sonderbares Zusammentreffen von Ereignissen, deren Sinn sich uns noch entzieht, die uns aber nachdenklich machen.

Unser Denken ist zwar weitgehend vom Kausalprinzip bestimmt, aber häufig bleibt die entscheidende Ursache im Dunkeln. Wenn wir allerdings erahnen, welcher Archetypus gerade „konstelliert“ sein könnte, dann kann uns das in unserer Bewusstwerdung und Wegfindung unterstützen. Die astrologischen Symbole stellen Ausdrucksformen der Archetypen dar, es sind Energie- und Bedeutungsfelder. Wenn wir die astrologische „Ursache“ gefunden haben, beruhigt uns dieses Wissen, doch die Planetenkonstellationen sind nicht die Ursache der Ereignisse, die uns beglücken oder leiden lassen, denn Astrologie funktioniert nach dem Synchronizitätsprinzip und ist somit ein akausales Geschehen.

Wenn wir für Koinzidenzen, das scheinbar zufällige Zusammentreffen von Ereignissen, aufgeschlossen sind, und in ihnen sinnvolle Botschaften vermuten, werden wir verwundert feststellen, wie sie unser Leben mit Sinn erfüllen können. Obwohl das Rationale in uns skeptisch ist, sind wir in Krisenzeiten besonders empfänglich, einen „Blick hinter die Kulissen“ zu werfen. Selbst die nur vom Verstand Bestimmten können nicht widerstehen, wenn ihnen gewisse Zufälle nicht nur zufällig, sondern äußerst sinnvoll erscheinen.

Wir wissen, dass in den Horoskopen von Plutoniern das Schicksal besonders häufig „winkt“. Viele werden schon in eine Lebensstruktur hineingeboren, die ihnen kaum eine Wahl lässt, sich den vielen Transformationen, dem „Stirb und Werde“, zu stellen. In dem Radix des Dichters Rainer Maria Rilke fallen einem zunächst zwei bedeutsame Aspektfiguren ins Auge: Venus, Merkur, Neptun und Mars im harmonischen Zusammenspiel und das spannungsreiche umlaufende Quadrat mit Pluto, Uranus, Jupiter und der Mond/Saturn-Konjunktion. Ich war überrascht, wie stark Pluto gestellt ist mit Quadraten zu Mond, Mars, Saturn und Uranus sowie Oppositionen zu Merkur und Jupiter. Woher allerdings sollte das tiefe Wissen seiner Lyrik stammen, wenn nicht durch Leiderfahrungen? Transformationsprozesse und die ihnen abgerungenen Erkenntnisse ermöglichten ihm erst sein Werk, diese wunderschöne neptunische Lyrik.

Rilke hielt sich nicht für einen besonders lebensbegabten Menschen und sagte von sich, dass er die „Schmerzklassen des Lebens“ oft wiederholen musste. Sein wenig geglückter Start ins Leben - er musste sieben Jahre Mädchenkleider tragen, da die vor ihm geborene Tochter verstarb und die Mutter den Verlust nicht überwinden konnte - gipfelte zunächst 1885 in dem Besuch der Militärschule St. Pölten, wo er sich auf die Offizierslaufbahn vorbereiten sollte. Für diesen zarten, musischen Jungen war dies eine traumatische Zeit. Die Transite der Transsaturnier im groben Überblick:
Uranus Quadrat Venus, Anderthalbquadrat Mond und Saturn, Halbquadrat Jupiter
Neptun Quadrat Saturn und Konjunktion Pluto. Anfang 1916 wurde Rilke eingezogen und musste sich einer militärischen Grundausbildung unterziehen. Dieses ebenso traumatische Erlebnis und die Erinnerung an die Militärschule ließen Rilke als Dichter verstummen. Besonders die Uranus-Transite sind gleichsinnig zu denen im Jahr 1885:
Uranus Halbquadrat Venus, Konjunktion Mond und Saturn, Quadrat Jupiter, Pluto Anderthalbquadrat Mond und Jupiter, Neptun Anderthalbquadrat AC und Quadrat Neptun. Es versteht sich, dass auch hier mehrere Übergänge wegen der Direkt- und Rückläufigkeit stattfanden.

Unser Leben neigt dazu, uns eher von uns weg als zu uns hin zu führen. Es lenkt uns ab auch von den Gefahren, die uns aus dem eigenen Innern drohen. Rilke empfand – wie auch andere große Dichter – das Geheimnis des Lebens, wie es sich verhüllt und wie es sicht enträtseln lässt. In Zeiten des Umbruchs versteht man die Sprache der Dichter besonders gut, weil jene dem Geheimnis Ausdruck verleihen konnten. Wer bewusst einen Pluto-Transit über seine
persönlichen Planeten durchlebt hat, wird vielleicht - wie ich selbst - diese immense transformierende Kraft auch gespürt und sie als Bereicherung erfahren haben.

In jedem Leben gibt es, wie in der Musik, gewisse Themen, die sich wiederholen, die sich überkreuzen, ergänzen oder auslöschen. Wir erkennen Haupt- und Nebenmotive. Anhand unseres Horoskops vielleicht sogar den roten Faden.

„Früher oder später scheint uns irgend etwas zu einem bestimmten Weg zu rufen. Möglicherweise erinnern Sie sich an dieses „Irgend-Etwas“ als einen zeichensetzenden Augenblick in der Kindheit, als einen Drang aus dem Nirgendwo, eine Faszination, eine eigenartige Wendung der Ereignisse, die wie eine Verkündung einschlug: Das ist es, was ich
tun muss; das ist es was ich haben muss….Ist er [der Ruf] nicht so lebhaft und eindeutig gewesen, dann war der Ruf vielleicht mehr wie ein sanftes Schieben in dem Strom, in dem Sie ohne Ihr Wissen zu einer bestimmten Stelle am Ufer getragen wurden. Der Blick zurück lässt Sie vermuten, dass das Schicksal von dort gewinkt hatte.“
Ich habe oft darüber nachgedacht, wie es wohl in denjenigen aussehen mag, die - so scheint es jedenfalls - kein sehr sinnerfülltes Leben führen, aber eigentlich auch nicht wirklich unzufrieden sind. Jeder Dritte erfährt sein Leben nicht als sinnerfüllt, er ist weniger offen, berührt oder leidenschaftlich, sein Leben bleibt eher auf der Oberfläche. Da der Wunsch nach Selbsterkenntnis eher schwach ausgeprägt ist, ist er eben kein Suchender, der Fragen über Fragen an das Leben hat. Interessant ist, dass die seelische Gesundheit dieser Indifferenten ähnlich gut ist wie bei Menschen, die ihrem Leben Sinn geben möchten, allerdings sind die positive Stimmung, die Zufriedenheit und das Wohlergehen deutlich schwächer.

Sind es nun vor allem die Transsaturnier, die in einem Horoskop bestimmen, ob wir uns auf die Suche nach Lebenssinn, nach Erkenntnis und Selbstverwirklichung machen? Angesichts so unterschiedlicher Horoskope, die ja fast alle mit Aspekten der Transsaturnier zu den persönlichen Planeten versehen sind, der Transite, die alle Menschen herausfordern, bleibt die Antwort ein Rätsel. Vielleicht ist aber in diesem Zusammenhang das Skriptkonzept nach der Transaktionsanalyse von Eric Berne interessant. Dieser Begriff stammt aus dem Filmgenre und wird hier als „Drehbuch des Lebens“ verwendet, das so etwas wie eine Lebensprogrammierung enthält, die unbewusst schon vor dem 6. Lebensjahr erstellt wird und die Weichen für das künftige Leben und seine Motivationen vorgeben.

Negative Programmierungen können eine fatale Wirkung auf das weitere Leben haben. Dem Skript liegt die Vorstellung zugrunde, dass schon ein Kleinkind sich durch „Schlüsselerlebnisse“ bis zum Schuleintritt ungefähr ein bestimmtes Bild von sich selbst, von anderen, vom Leben insgesamt und darüber, wie sein Leben verlaufen wird, macht. Wenn der Betreffende sich im Laufe seines Lebens nicht von der Macht der inneren Programmierungen befreit, wird er seine Erfahrungen gemäß dieser Schlüsselbegriffe auslegen, oder er sucht genau diese Erfahrungen auf oder arrangiert Lebensereignisse so, dass dieses Skript sich bestätigt.

Könnte es sein, dass die Prägungen in dieser Kindheitsphase mit den stärksten Kräften, die im Horoskop wirksam sind (als dominanter Horoskopfaktor oder als stark wirkender Transit in den ersten Jahren), solch ein Skript schreibt? Hier einige Schlüsselbegriffe und die astrologischen Entsprechungen:

Saturn:
Nur harte Arbeit ist gute Arbeit – Strenge Dich an – Traue keinem
Uranus:
Gehöre nicht dazu – Du bist anders – Das Leben ist unberechenbar
Neptun:
Ohne Leiden kein Leben – Sei unsichtbar – Sei lieb – Sei unwichtig
Pluto;
Traue keinem – Sei nicht der, der du bist – Was Du willst, zählt nicht

Natürlich kommen auch Planetenkombinationen in Frage, wie beispielsweise eine Venus/Saturn-Konjunktion, über die in den ersten Lebensjahren ein Pluto-Transit läuft. Das Kind erfährt sich vielleicht als ungeliebt, unerwünscht, immer einsam und verlassen. Die Programmierung ist quasi perfekt und bestimmt fortan das Leben, bis man sich endlich – vielleicht gespiegelt durch liebende Augen des Partners - als ganz anders erfährt. Dann erwacht vielleicht in uns die Fähigkeit, das Leben voller Zeichen und Hinweise zu verstehen, und die Botschaft zu akzeptieren: „Du musst Dein Leben ändern!“ Oftmals zeitgleich mit dieser Erkenntnis manifestieren sich die Transsaturnier mit der Aufforderung, das Lebensskript, das immer noch auf den frühen elterlichen Botschaften basiert, aufzulösen. Aber was genau beinhaltet es?

Typische Skriptmuster findet man in jedem Drama, Märchen und Theaterstücken, und so wäre es hilfreich, wenn man überlegte, was früher sein Lieblingsmärchen war oder welcher Film einem unvergesslich geblieben ist. Märchen beispielsweise bedienen sich der archetypischen Symbole, die wir im jeweiligen Tierkreiszeichen gespiegelt finden und uns Sinn und Bedeutung vermitteln können. Wenn also ein Zeichen durch die Besetzung von Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars oder den AC besonders betont ist, dann sollten wir uns dem entsprechenden Archetypus zuwenden und dessen Bedeutung verstehen lernen.

Mit der Sonne in Jungfrau könnten wir eine Antwort in dem Märchen „Frau Holle“ finden oder mit Sonne in Fische würde für uns das Märchen „Das Mädchen ohne Hände“ von Bedeutung sein. Ich empfehle hierzu das Buch von Claus Riemann: „Der tiefe Brunnen“.5 - Aber auch beeindruckende Erlebnisse in der nahen Vergangenheit können zur Klarheit verhelfen. Versucht man, in diesen Erinnerungen den roten Faden zu finden, dann könnte es sehr gut sein, dass man seinem Lebensmuster auf die Spur oder zumindest näher kommt.

Wenn wir auf synchronistische Ereignisse aufmerksam werden, auf Koinzidenzen, die einen berühren, vielleicht sogar einen Astrologen befragen, wie es denn im Leben anders, besser weitergehen könnte, dann brauchen wir Mut. Und der gerade fehlt einem genau dann, wenn wir ihn am dringendsten brauchen. Gerade dann, wenn an den Wendepunkten sich Katastrophen andeuten und wir nicht mehr flüchten können, sondern wissen: Da müssen wir jetzt durch. Wie ist das mit dem Mut? Der eine hat ihn, der andere nicht? Oder sind wir eigentlich sehr mutig, unser Umfeld hat uns aber als schüchtern und verzagt abgestempelt? Faulkner sagte: „Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.“ Jede mutige Aktion ist ein Wagnis, je öfter wir uns jedoch couragiert verhalten haben, umso mutiger werden wir. Die Angst verschwindet nicht ganz, aber wir lassen uns von ihr nicht mehr bestimmen – und das ist es, was zählt. Denken wir an eine stille, eher zart besaitete Mutter, die, wenn es um ihr Kind geht, plötzlich wie ein Löwe kämpft: mutig, stark und kompromisslos.

Mit einem dominanten Mars im Horoskop fällt es uns sicherlich leichter, mutig zur Tat zu schreiten, Konfrontationen auszuhalten, seine Position zu verteidigen, beispielsweise gegenüber seinen Eltern. Wenn wir in schicksalhafte Lebenssituationen gekommen sind, dann stehen wir sicherlich unter dem Einfluss der Transsaturnier, und gegen die kommt Mars mit Sicherheit nicht an. Ich traf letztens eine Bekannte, die mir erzählte, wie enttäuscht sie war, dass die Konjunktion von Jupiter auf ihren AC keinerlei Wirkung gezeigt habe. Ich fragte sie nach den anderen Einflüssen, und sie schilderte mir, dass sie gerade unter Uranus im Halbquadrat auf ihren Saturn und Pluto im Quadrat zu Saturn und Halbquadrat Jupiter stände. Wen wundert’s…?

Bei Transiten von Uranus und Pluto sind wir mit Energien konfrontiert, die uns einerseits an den Rand des Abgrunds bringen oder in ein unheilvolles Chaos stürzen können, auf der anderen Seite stehen uns aber immense Kräfte zur Verfügung. Es geht darum, sie zu bündeln; gegen sie anzukämpfen, würde uns schwächen. Das schwierigste ist wohl das, was uns so schicksalhaft begegnet, zu akzeptieren – da es ja sowieso nicht zu ändern ist. Und dieses „Es ist so, wie es ist“, könnte der Beginn eines mutigen Kampfes für sich und seinen Lebensweg bedeuten.

Ebenso ist es aber auch möglich, dass uns Pluto durch zerstörerische Kräfte zunächst lähmt, aber im Laufe seiner drei- oder fünfmaligen Übergänge können wir die Erfahrung von magischen „Zufällen“, irrationalen Geschehnissen und uns zufließenden ungeahnten Kräften machen. Allerdings ist dieses Szenario nicht die Regel: Pluto hat viele Gesichter und die sind und bleiben manchmal dämonisch. Uranus kann uns total fassungslos machen und alle bestehenden Strukturen auflösen, aber sein Einfallsreichtum, das Unvorhergesehene im Positiven, seine befreienden Energien können uns schließlich und endlich wie „neu“ fühlen lassen. Manch einer wird den Sinn von Nietzsches Zitat: „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“ nach einer transsaturnischen Attacke besser verstehen.

Neptun ist sehr schwer einzuschätzen. So sehr ich seine positiven Seiten schätze, so sehr fürchte ich seine schwierigen Auswirkungen, obwohl ich mit seinen Energien durch seine starke Präsenz in meinem Horoskop vertraut bin. Wenn wir meinen, schicksalhafte Wendungen würden zumeist mit Ereignissen einhergehen, was ja oftmals der Fall ist, dann können wir bei Neptun lange warten. Gerade seine „Winke“ sind eher nebulös, wir spüren etwas in uns, das sich ein wenig unheimlich anfühlt, haben Träume, die schwer zu deuten sind, uns aber den ganzen Tag noch verfolgen, etwas löst sich auf, in uns oder in unserem Umfeld, fast unmerklich und doch spürbar. Neptun ist nicht sonderlich dafür geeignet, mutig in den Kampf zu ziehen, aber er kann uns – wenn wir hinhorchen – feine Zeichen und Eingebungen geben, wie etwas weitergehen könnte.

Wenn man in eine schwierige Lebensphase gerät, wird man höchstwahrscheinlich instinktiv mit seinen im Horoskop verankerten stärksten Planetenkräften reagieren wollen, und wenn uns diese gerade dann nicht zur Verfügung stehen, zunächst hilflos sein. Es gibt Reaktionsmuster, an die wir gewöhnt sind. Wenn beispielsweise mein dominant gestellter Mars kampfunfähig zu sein scheint, fühle ich mich wehrlos, ratlos und total blockiert. Aber vielleicht ist ja genau das die Lernaufgabe: Abwarten und inne halten? Wenn Neptun und seine Energien, die mir Träume, Intuition und Eingebungen schenken, durch Saturn untermauert werden, komme ich mir von „allen guten Geistern“ verlassen vor. Und so könnte jemand mit einem starken Uranus, der immer blitzschnell Lösungen parat hatte, durch eine Blockierung dieser Kräfte, wie zum Beispiel durch eine Direktion von Saturn auf diesen Planeten, sich unfrei, unselbständig und gelähmt fühlen, seiner besten Eigenschaften beraubt.

Seit einiger Zeit gibt es in der Psychologie eine neue Forschungsrichtung: das Coping. Gemeint sind damit erfolgreiche Bewältigungsstrategien, die uns aus Lebenskrisen herausführen und uns stärker werden lassen. Gutes Coping beinhaltet Achtsamkeit den eigenen Gefühlen gegenüber, man sollte in der Lage sein, sie einzuordnen und vor allem deren Wirkung auf das Denken kennen. So könnte man lernen, negative und herabziehende Emotionen in zuversichtlichere Gefühle zu transformieren. Ebenfalls ist bedeutsam, seine Prioritäten neu zu setzen und Beziehungen und Erfahrungen neu zu bewerten. Man ist in der Lage, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden und schweren Erfahrungen einen Sinn abzugewinnen.

Was ich für besonders gefährlich halte, ist das negative sich vergleichen mit anderen, besonders mit jenen, denen es besser geht als einem selbst. Damit zieht man sich immer tiefer ins eigene Elend und fühlt sich vom Schicksal geschlagen. So ist die Coping-Strategie des Sozialpsychologen Leon Festinger von besonderer Bedeutung: Wer in einer Krise steckt oder Rückschlage, Krankheiten und Niederlagen überwinden muss, kann sein Selbstwertgefühl wieder steigern und damit handlungsfähiger werden, wenn er sich „nach unten“ vergleicht. Vielleicht erkennen wir ja dann, dass alles noch viel schlimmer hätte kommen können. Wenn man es wirklich ernst mit sich meint und man dem Leben mehr abverlangen will als bloßes Dahinleben sind gerade Krisen Winke des Schicksals, die uns zurufen: Erkenne Dich selbst! Was auch bedeutet: Ändere Dich!

Erstveröffentlichung in ASTROLOGIE HEUTE (astrologieheute.ch)

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