Astro-logische Merkwürdigkeiten: Nörgeln und kein Ende

Barbara Egert
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Samstag, 11. März 2017, 10:56

Die Deutschen sind darin Meister, sie sind besser, ambitionierter und geübter als der Rest der Welt. Schon Goethe und Lessing nirgelten und nergelten und taten das, was heute unsere Lieblingsbeschäftigung ist: Nörgeln. Und wenn man keinen konkreten Grund findet, sich aufzuregen, dann kann man immer noch nörgeln und quengeln, nölen und knurren. Die Steinzeit war zu steinig, die Eisenzeit zu rostig, und heute ist uns alles zu viel.

Ein großartiger Nörgler war Marcel Reich-Ranicki, der von sich selbst sagte: „Ich nörgele über die meisten Bücher, die gelesen werden. Ich kann nicht anders: Ich muss nörgeln“. Kein Wunder mit Saturn im Quadrat zu Sonne, Venus und Halbquadrat zum Mars. Ich möchte wetten, dass auch der Mond noch misanthropisch mit Saturn verbunden ist (Uhrzeit leider nicht bekannt). Hier eine Kostprobe: „Wissen Sie, wer sympathisch war? Walther von der Vogelweide. Denn von dem wissen wir gar nichts. Und wenn wir über einen Dichter viel wissen, dann ist er arg unsympathisch. Thomas Mann war sehr unsympathisch, Brecht ebenfalls, Heine auch sehr fragwürdig und Goethe, na, keine sympathische Figur.“

Manche scheinen täglich mit dem linken Bein, dem nörgel fördernden aufzustehen. Der Nörgler erhebt sich also schon mit mieser Laune und erträgt es nicht, wenn in seinem Umfeld jemand guter Stimmung ist. Sein Tagesziel besteht darin, allen die Laune zu verderben. Merkur/Saturn ist bekanntlich nicht sehr gesprächig, warum auch? Ein mürrisches „Na ja“ reicht schon, um seinen Unmut zu bekunden. Und sollte ihm mal ein leidlich positives Urteil entschlüpfen, folgt mich Sicherheit ein „…, aber…“.

Manch ein akademischer Nörgler, etwa Wissenschaftler mit Merkur und Pluto im achten Haus, auf die Saturn ein Quadrat wirft, reiht Substantiv an Substantiv, wirft mit Fachausdrücken nur so um sich, zerpflückt das Nörgelobjekt in Kauderwelsch, das noch nicht mal seine Kollegen verstehen, immer die Arme abwehrend vor dem Körper verschränkt. Plutonische Nörgler schauen einen durchdringend an – manche sollen ja wegen ihrer gefährlich-verräterischen Augen mit Vorliebe Sonnenbrillen tragen - , die Augenbrauen gehen nach oben, sie runzeln die Stirn und wenden sich nach dieser Mimik-Attacke ostentativ etwas Interessanterem zu. Tatsächlich brauchen manche Nörgler noch nicht mal Worte, fassen sich kurz an den Kopf oder zeigen einen Vogel und verlassen mit missmutigem Blick das Zimmer, die Mundwinkel biegen sich nach unten, und da bleiben sie auch.

Und so setzt er sich dann in sein Auto, Saturn ist schon mal zufrieden, weil er seinem Umfeld die Stimmung verdorben hat, und jetzt kommt auch noch Mars zum Zuge. Aber Achtung: Eine Beleidigung im Straßenverkehr ist eine Straftat (§ 185 StGB), die eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann. Ein „Bekloppter“ kostet unseren wütenden Nörgler 250 Euro, ist er eher wortkarg und zeigt nur den „Scheibenwischer“, also wedelt mit der Hand vor dem Gesicht, kann ihn das 1000 Euro kosten. Preiswerter ist es, dem anderen einen Vogel zu zeigen, denn der kostet nur 750 Euro. Man darf aber sein Wutobjekt, ob Autofahrer oder Ordnungshüter, "Komischer Vogel" nennen, das ist gratis.

Wenn er dann nun aber eine Verkehrssünde begangen und das Pech hatte, erwischt zu werden, zeigen sich seine anderen Qualitäten; die hat ja jeder, sogar unser miesepetriger Nörgler. Allerdings ist es niemals seine Schuld, wenn ein Unfall passiert und Polizisten ihn anhalten, sondern es sind die anderen und die widrigen Umstände. Sogar Saturn ist in Nöten erfinderisch und wendet sich hilfesuchend an Neptun, der jetzt richtig auflebt und dessen Ausreden ihres Einfallsreichtums wegen dokumentiert wurden: „Ein Telegrafenmast näherte sich unaufhaltsam dem Kühler – Ausweichen zwecklos“. „Meine Windschutzscheibe ging kaputt, als ein gefrorenes Eichhörnchen vom Baum fiel.“ „Wegen einer Wespe, die in mein Hosenbein flog, gab ich an einer roten Ampel versehentlich Gas und fuhr meinem Vordermann auf.“ „Nach hinten brauch ich nichts sehen, mich überholt keiner“.

Was nun aber tun mit solch einem Nörgler? Wir schicken ihn zum Weltlachtag. An jedem ersten Sonntag im Mai wird der Weltlachtag begangen, und um Punkt 14:00 Uhr wird für drei Minuten gelacht, obwohl es gar keinen richtigen Grund dazu gibt. Aber Lachen ist nun mal ansteckend, und so bleibt die Hoffnung, dass die Mundwinkel auch des ambitioniertesten Nörglers nach oben gehen.

Die „Astro-logischen Merkwürdigkeiten“ sind ab 10. März 2017 bei Amazon als Buch erhältlich.

Erstveröffentlichung in ASTROLOGIE HEUTE (astrologieheute.ch)

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