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Die Eltern im Horoskop Teil 1

Sabine Bends
Verantwortlich für den Inhalt ist der oben genannte Autor/Anbieter.
Samstag, 27. September 2003, 19:56

'Die Eltern im Horoskop Teil 1' - Beitrag von Sabine Bends

Vorstellung grundsätzlicher Herangehensweisen an Elternthemen


Wie sieht man in einem Horoskop am besten den Bezug zu den eigenen Eltern? Hierzu gibt es verschiedene Vorgehensweise, von denen ich Ihnen heute einige vorstellen möchte.

Die Betrachtung von Sonne und Mond im Zeichen, Haus und im Aspekt zu anderen Planeten

Die Sonne

ist das archetypisch Männliche im Horoskop, unser Leitbild für Individualität. Sie steht für die Rollenmodelle in unserer Familie, wie wir unseren aktiven, männlichen Teil ausleben sollen / können / dürfen. Insofern liegt es bei einer eher traditionell gestrickten Familienstruktur nahe, dies mit dem Vater zu verbinden. Und meiner Erfahrung nach ist es auch tatsächlich heute noch häufig so, dass das eigene Verhalten im Sinne von aktiver, bewusster Lebensgestaltung vielfach vom Vater abgeschaut wird. In zunehmend sich verändernden Familienstrukturen wird man allerdings immer häufiger auf Fälle treffen, in denen dies ganz und gar nicht der Fall ist. Dann gilt es, das entsprechende Leitbild in der Familie zu suchen. Es können durchaus verschiedene Menschen in verschiedenen Lebensstadien diese Rolle für den/die Horoskopeigner(in) übernehmen.

Der Mond

ist das archetypisch Weibliche im Horoskop, unsere Form für Geborgenheit, Verbindung, Ausdruck unserer Bedürfnisse und Gefühle. Er steht für die Rollenmodelle in unserer Familie, wie wir unsere Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken können / sollen / dürfen. Er ist - rein biologisch gesehen - mit dem Mutterprinzip verbunden, weil wir in den meisten Fällen von dieser durch den Prozess des Stillens in unseren ersten Wochen / Monaten genährt werden. Unsere Mutter vermittelt uns damit - mehr oder weniger erfolgreich - ein Gefühl von körperlicher Sicherheit und Vertrauen in die Befriedigung unserer Bedürfnisse. Wir erleben über unsere Mutter eine Verbindung zur Außenwelt und werden durch die direkte Nahrungsaufnahme über sie auch noch stark von ihr und ihren Rhythmen geprägt. Wird ein Kind nicht von der Mutter gestillt bzw. versorgt, sieht die Sache natürlich unter Umständen ganz anders aus. Insofern ist auch diese Grundannahme von Einschränkungen betroffen. Nehmen wir einmal an, eine Frau hat eine Mond/Saturn-Konstellation. Ihre Mutter lehnt sie nach der Geburt ab, kann sie nicht als Kind annehmen. Sie kommt zu ihrer Großmutter und wird von dieser liebevoll versorgt. Hier wird die Konstellation durch zwei Menschen unterschiedlich repräsentiert: Die ablehnende, leibliche Mutter auf der einen Seite, die "alte Mutter" (=Großmutter) auf der anderen Seite.


Betrachtung der den Eltern entsprechenden Häuser

Hier gibt es - je nach Schule - verschiedenste Betrachtungsweisen.

Klassischerweise sucht man die Eltern auf der "Elternachse", IC-MC, und ordnet das 4. Haus der Mutter und das 10. dem Vater zu. In dieser Zuordnung sieht man im 4. Haus vor allem den Mond-Aspekt, das empfangende Element und bringt es mit dem am meisten Geborgenheit spendenden Elternteil in Verbindung, mit dem man die tiefste und stärkste innerliche Verbindung hat. Das ist nun einmal die Mutter.

Im 10. Haus sieht man in dieser Sichtweise vor allem das saturnischen Element, den Elternteil, der äußere Regeln repräsentiert. Es ist in diesem Fall der Punkt größter Autorität und Autonomie (Saturn). Dies sah man viele Jahrhunderte am besten durch den Vater symbolisiert.

In der Neuzeit kommen jedoch andere mögliche Sichtweisen hinzu. Liz Greene und Howard Sasportas haben die Zuordnung beispielsweise umgedreht und ordnen die Mutter dem 10. und den Vater dem 4. Haus zu. Warum?

Im vierten Haus sehen sie vor allem den versteckten (unsichtbaren) Elternteil, der jedoch für die Identitätsbildung in der Familie zuständig ist. Die Familienprägung im 4. Haus hat auch viel mit unseren Ahnen und Vorfahren zu tun, an die wir häufig durch den gleichen Namen gebunden sind.

Im zehnten Haus sehen sie unseren unmittelbar sichtbaren Elternteil, unsere "erste Welt", und das ist nun einmal die Mutter. Die Analogie des 10. Hauses zu Saturn verstärkt die Sicht der Mutter als den Struktur- und Formgeber. Von ihr bekommen wir sozusagen unseren Körper, unsere Struktur verliehen.

Die Huber-Schule (API) sieht daher z.B. Saturn als Mutter, als das bewahrende, schützende und formgebende Prinzip, die Sonne als den Vater, das männliche Leitbild für Individualität, und den Mond als das Kind und dessen subjektive Wahrnehmung seiner Eltern.

Die Schule für Transpersonale Astrologie wiederum ordnet die Achse des 4. und 10. Hauses ganz der Mutter zu und dem Vater die Achse des 5. und 11. Hauses. Dies entspricht am saubersten dem Prinzip Mond und Sonne und erweitert die Betrachtungsebene noch um die gegenüberliegenden Häuser.

Alle diese Sichtweisen haben sicherlich ihre Berechtigung, und es ist nicht einfach, für sich eine Entscheidung zu treffen, wie man vorgehen will. Wie üblich lautet der Rat, den ich am liebsten gebe: Ausprobieren! Findet selbst heraus, was für euch stimmt. Haltet euch an die Entsprechungen, die euch auf Anhieb "sympathisch" sind und fangt damit an.

Meine persönliche Vorgehensweise ist die folgende:

Ich suche im Mond immer zuerst das Mutterbild. Nur wenn sich eine untypische Lebensgeschichte herauskristallisiert (siehe das Beispiel oben), weiche ich davon ab.

Ich suche in der Sonne immer zuerst das Vaterbild. Wenn die Familienstrukturen wenig traditionell sind, erweitere ich die Perspektive.

Ich verbinde das vierte Haus immer mit der familiären Vorprägung. Bei einer Zuordnung von Vater oder Mutter bin ich vorsichtig. Ich schaue dafür, welche verstärkenden Faktoren es gibt. Im Fall von Christina Onassis (Horoskop siehe Abbildung) steht Löwe an der Spitze des vierten Hauses. Dies ist für mich ein verstärkender Faktor für die Annahme, dass das vierte Haus dem Vater entspricht. Eine weitere Verstärkung dafür finde ich im Stand der Sonne im achten Haus, dem dominierenden Sippenprinzip. Dies ist bei einer griechischen Patriarchenfamilie unweigerlich der Vater. Aus diesen Faktoren schlussfolgere ich eine starke Präsenz des Vaters im Horoskop und damit im Leben der Horoskopeignerin.

Meine Praxiserfahrung zeigt mir, dass unsere theoretischen, symmetrischen Zuordnungen in der Realität häufig dadurch über den Haufen geworfen werden, dass wir ein Elternteil stärker im Horoskop vertreten finden als das andere. Und das ist an sich ja schon eine wertvolle Aussage.

Hilfsmittel Horoskopvergleich

Wenn man wirklich sicher gehen will, hilft das Feedback des Klienten und der Horoskopvergleich mit den Eltern. Meiner Ansicht nach wird durch die Synastrie Ererbtes von den Eltern auf eine sehr einfache Art und Weise sichtbar. Ich bitte deshalb Klienten häufig um die Geburtsdaten ihrer Eltern (auch ohne genau Geburtszeit), wenn sie zu mir in ein Gespräch kommen.

Ich möchte in einem der nächsten Artikel den Vaterbezug im Horoskop von Christina Onassis untersuchen. Sie wurde am 11. Dezember 1950 um 15.00 h in New York geboren. Ich werde das Horoskop von Christina in Bezug auf das Thema Vater auf diese Art einmal durchgehen und sehen, was wir aus dem Horoskopvergleich schlussfolgern können. Die genaue Geburtszeit von Aristoteles Onassis ist unsicher, über den Tag besteht - weitgehend - Einigkeit. Das (nicht gesicherte) Horoskop, das ich verwende, wird auch von anderen Astrologen benutzt und hat die Daten 21.1.1906 um 10.00 EET in Smyrna, Türkei. Ich werde auf Bezüge zu den Achsen und Häusern verzichten, um möglichst sicherzugehen, dass unsere Annahmen auf einer bestätigten Grundlage basieren. Wer Lust hat, kann sich beide Horoskope dahingehend schon einmal anschauen, um dann später im Oktober meine Gedanken hierzu zu lesen.

"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm."
Einführung in die Familienastrologie und archetypische Familienthemen im Horoskop


Samstag,22.11. 200315 - 19 Uhr
Nachmittagsworkshop mit Sabine Bends, geprüfte Astrologin DAV


Schon in der griechischen und römischen Mythologie begegnen wir Familienthemen. Unsere Eltern vererben uns eben nicht nur ihr Aussehen, ihre Charaktereigenschaften und später einmal das Haus, sondern sie vererben uns auch komplexe Lebensthemen. Eine Familie ist eine besondere Einheit und wird - wie ein Individuum - von einem roten Faden durchzogen.Wir wollen an diesem Nachmittag dem Thema der Vererbung im Horoskop ein wenig näher auf die Spur kommen. Mythologisch inspiriert, astrologisch fundiert und durch das Leben illustriert spinnen wir den Faden von unseren Vorfahren zu uns selbst.

Anmeldung: Sabine Bends, 0221-865919 oder

sabine.bends@t-online.de

Veranstaltungsort: Liebermannstr. 3, 50933 Köln

www.astrologie-koeln.de

Teilnahmegebühr: € 45,-
Teilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse der astrologischen Symbolik. Für Hobby-Astrologen und professionelle Astrologen gleichermaßen interessant!

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