von Sonnepluto » Sa 31. Mär 2007, 18:35
Hallo Rita,
Gerade mit dem Krebsmond ist ja durchaus eine Bedürftigkeit da. Nur ist sie sie wohl aufgrund der Unaspektiertheit weder für mich noch für Andere leicht wahrzunehmen.
Du schriebst an anderer Stelle sinngemäß, Deiner Erfahrung nach sei mit dem Krebsmond die Aufgabe verbunden, sich selber sehr behutsam grosszuziehen.
Das hat mir sehr gefallen und entspricht auch meiner Erfahrung. Ich weiß nicht, ob es Krebsmonde gibt, die sehr bemuttert wurden. Ich selbst kann dies für mich nicht sagen, mein Eindruck ist eher, man muß in gewisser Weise, geschlechtunabhängig, lernen, für sich selbst "Mutter" zu sein, wobei man auf der anderen seite das glück hat, die Fähigkeiten dazu auch zu haben. Problematisch wird es halt, wenn das eigene Kindhafte nicht erkannt wird und man eher andere "bemuttert",denen man dann gibt, was man eigentlich selber haben will und braucht.
Zugleich fällt mir auf, dass dieses "Kindhafte in sich selbst" bei Krebsmond schon sehr sensibel, empfindsam und verletzbar ist und sich leicht, auch für das eigene Bewußtsein, zurückzieht und dann auf anderem Wege, z.B. durch Erkrankung sichtbar wird.
Als ich das erste Mal mit diesem Krebsmond in mir bewußter in Berührung kam, war ich zunächst richtiggehend erschüttert. Erschüttert - und dann erstaunt: in mir etwas vorzufinden, was sooo verletzlich ist.
Ich wollte das eigentlich nicht haben und es hat eine Weile gedauert, bis ich verstanden habe, dass es nicht davon abhängt, was ich haben will oder nicht, sondern ist wie es eben ist. Das war ein guter, ein wirklich guter Moment.
Es ist der Moment, wo etwas kippt, wo die Sorge, man könne bei aller Stärke in Wirklichkeit furchtbar schwach, empfindsam, ja lebensunfähig empfindsam sein, sich darein verwandelt, wirklich Verantwortung für sich zu übernehmen. Sonderbarerweise entsteht gerade dadurch wirkliche, authentische Stärke. Eine, die man nicht mehr verliert, weil sie nicht auf ängstlichem Vermeiden oder Verleugnen des Schwächsten in einem beruht, sondern auf dessen Anerkennung. Und vielleicht noch mehr: auf eine dazu entwickelte Liebe. Und inzwischen denke ich, dass jeder, der noch nicht mit seinen schwächsten und kleinsten Seiten in Berührung gekommen ist, noch nicht wirklich erwachsen ist und auch noch nicht seine wirkliche Stärke kennt.
Lieben Gruß, André