SONNE QUINKUNX PLUTO

Kleiner Grundkurs Astrologie, Grundwissen

SONNE QUINKUNX PLUTO

Beitragvon Gerhard Miller » Fr 23. Sep 2011, 22:19

Die Sonne bedeutet astro-psychologisch „ich bin“ und Pluto „Macht“. Ein Aspekt zwischen beiden Prinzipien bedeutet zuerst einmal „ich habe Macht, also bin ich“. Fügt man den Quinkunx hinzu, so ergibt sich „das Sein verleugnet die Macht“. Das Verhältnis zur Macht ist ambivalent. Die Person sieht Machtmißbrauch in ihrer Umgebung und in der Welt, schuldigt diese Menschen an, aber Macht und Charisma in ihr selbst können nicht wirksam werden, denn sie sind ihr Schatten.

Ist der Schatten integriert, so spielt die Person folgendes Spiel. Sie schlüpft in die unangreifbare Position des unbeteiligten Zuschauers. Sie gibt die Macht scheinbar aus der Hand, lässt den anderen kommen und wartet auf dessen Fehler, damit sie ihn, ebenfalls unmerklich, vorführen und schließlich beerben kann. Sie lässt ihn also im Glauben, er steuere die Dinge, dabei ist s i e es, die Regie führt. Dies funktioniert umso besser, je mehr der andere von sich überzeugt ist. Dann ist er in seiner Selbstherrlichkeit blind für ihre Manöver und nicht in der Lage, zu delegieren. Wenn er nun in seiner Prahlerei eine Fülle von Fehlern macht, so fällt er umso tiefer und blamiert sich umso mehr. Schließlich fällt die Macht an sie zurück, nachdem der Vorgesetzte ein Einsehen hat. Ihre Taktik ist aufgegangen. Sie musste gar nichts tun. Ein solches Verhalten finden wir oft in der hohen Politik. Die Regierung tut relativ wenig und lässt die Opposition „schäumen“. Sie schaut genüsslich zu, wie sich die anderen mit Verbesserungsvorschlägen blamieren. In den Ausschüssen gibt sie herablassende, süffisante Bemerkungen ab. Anträge der Opposition, die sie als gut erachtet, setzt sie um, ganz als hätte sie die Sache selbst entwickelt.

Steht der Quinkunx in der Beziehungsachse, so finden wir oft folgende Strategie vor. Die Person weist immer wieder Schwächen und Versagen des Partners nach und fixiert ihn so auf eine abhängige Rolle in der Beziehung. So hat sie ihn im Griff. Es ist ihr Bestreben, von ihrer eigenen Unsicherheit abzulenken. Der ständige Druck auf den Partner hat den Zweck, dass dieser gar nicht auf die Idee kommt, sie könne ebenfalls schwach sein. Dies funktioniert am besten, wenn sich diese Person immer Partner aussucht, die noch schwächer sind als sie („unter den Blinden ist der Einäugige König“).
Gerhard Miller
Graphologe und Astrologe
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