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Diskussionsforum für Einsteiger und allgemeine astrologische Themen
von Armin » So 7. Aug 2011, 13:18
Hallo,
ich versuche mir zur Zeit Autodidakt Grundwissen anzueignen und bin gerade bei den Würden angekommen. Dazu hätte ich mal zwei Fragen:
Benutzt ihr die Würden in euren Deutungen und wenn ja benutzt ihr die Klassischen - also ohne Uranus, Neptun und Pluto oder die Neuzeitlichen - also mit den 3 langsamen Planeten? (bei den neuzeitlichen gibt es ja keine Einigung was die Erhöhungen betrifft)
Eine bekannte von mir hat z.B. die Venus im Widder. Wie ist das jetzt zu deuten. Die Venus wäre ja im Widder im Exil. Heißt das, dass die Venus im Widder nie richtig zum Tragen kommt, wegen der Exilstellung ? Oder kommen da gar nur die negativen Aspekte zum Ausdruck? oder darf man hier die Würde nicht so sehr beachten. Das würde ja bedeuten, dass jeder Planet ein Zeichen hat wo sein Aspekt nicht zur Geltung kommt.
Einen schönen Sonntag, Armin
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von Libra » So 7. Aug 2011, 13:31
Hallo Armin! Ich bin klassische Astrologin - deshalb möchte ich Dir nur aus dieser Sicht Deine Frage beantworten. Ja, in d. Klassik geht ohne die essent. + akzid. Würden GAR NICHTS!!!Und die "modernen Planeten" (Uranus, Neptun u. Pluto) werden als Häuserherrscher überhaupt nicht verwendet - u. sie haben auch keine Würden. Man behandelt sie in d. Klassik eher wie "Fixsterne". Man muss jedoch immer das ganze Radix bei d. Beurteilung anschauen u. nicht nur einzelne Faktoren - so wie hier z.B. "Venus im Widder". Klar ist Venus im Widder extrem verletzt - sie steht ja in ihrer Vernichtung (Exil). Aber WER od. WAS verletzt ist geht aus dieser Aussage noch nicht hervor. Dazu muss man wiederum wissen, WELCHE HÄUSER sie beherrscht, verstehst Du? Hoffe Dir etwas Klarheit verschafft zu haben u. wünsche Dir noch einen schönen Sonntag ~ Meggy.
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von Armin » So 7. Aug 2011, 15:49
Hallo Meggy, danke für deine schnelle Antwort :-) In diesem Fall würde das heißen - die Häuserspitze vom 5. Haus steht in der Waage, im Stier steht keine Häuserspitze (der ist vom 11. Haus eingeschlossen) d.h. die Venus Herrscht im 5. Haus und man würde die verletzte Venus im Widder in das 5. Haus deuten? Und in der moderenen Astrolgie würde man diesen Herrscher Aspekt im 5. Haus eher vernachlässigen Ich muss mir dann irgendwann - sollte ich die Astrologie weiter betrieben wollen - gedanken machen, welche Richtung ich selber einschlagen möchte? Ich sehe schon, Astrologie ist viel komplexer als ich gedacht hätte. - da habe ich wieder was angefangen  LG, Armin
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von Libra » So 7. Aug 2011, 16:03
Hallo Armin!
Das 5.Haus hat u.a. m. Kindern, Sex, Vergnügen.... zu tun. Also steht d. Venus als Herrscherin dieses Hauses für diese genannten Dinge.
Die Venus in einem Widderzeichen hat - klassisch gesehen - einen sehr schlechten Ruf! Also werden die Angelegenheiten dieses 5.Hauses durch diese Venus sehr verunglimpft sein.
Ja, die Richtung die Du einmal einschlagen wirst - solltest Du Dir genau überlegen. Ein "Misch-Masch" würde zu sehr schlechten Ergebnissen führen! Jede Richtung hat ihre Vorteile.
Lieben Gruß ~ Meggy.
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von Armin » So 7. Aug 2011, 16:53
Hallo Meggy,
danke schon mal für deine Ausführungen. Ich stehe ja wie gesagt noch am Anfang. Bis jetzt habe ich mich erst mal nur mit meiner eigenen Radix beschäftigt und da vor allem die Planeten in den Zeichen und Häusern und die Aspekte. Und ich bin wirklich beeindruckt, wie genau mich das Radix beschreibt. Deshalb denke ich, dass es gut wäre noch tiefer in die Materie einzusteigen. Aber wie du schon sagtest ich muss mich dann auf eine Richtung konzentrieren, um nicht komplett den Überblick zu verlieren.
LG, Armin
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von Roberto » Mo 8. Aug 2011, 10:20
Libra hat geschrieben:Hallo Armin!
Und die "modernen Planeten" (Uranus, Neptun u. Pluto) werden als Häuserherrscher überhaupt nicht verwendet - u. sie haben auch keine Würden. Man behandelt sie in d. Klassik eher wie "Fixsterne".
Hallo Meggy, mir war das mit der Deutung der "Alten Astrologen" immer ein wenig ein Rätsel. Da wurden jedem Planeten zwei Zeichen zugordnet, das diese beherrscht haben. Was mich dabei immer irritierte, war die Tatsache, dass meistens die jeweiligen beiden Zeichen eigentlich so unterschiedlich sind, dass es mir schwer fällt, dieser einer einzigen Planetenrepräsentanz zuzuordnen. Nimm als Beispiel den Saturn, der früher sowohl dem Zeichen Steinbock, als auch dem Wassermann zugeordnet wurde. Dass Saturn sich im Wassermann wohlfühlt, glaube ich eher nicht. Da sitzt er ja wie auf einem Pulverfass? Beide Zeichen sind so unterschiedlich, dass es schwer fällt in beiden den Saturn wieder zu finden. Das Zeichen Wassermann ist doch eigentlich so etwas wie ein Befreiungsschlag aus der beinahe genormten Enge des Steinbocks. Wie gehst Du denn in der Praxis damit um? Das würde mich sehr interessieren. lg Roberto
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von Jasper » Mo 8. Aug 2011, 21:05
Hallo Robert, die hellenistischen Astrologen/Gelehrten entwickelten ab ca. 300 v.u.Z. das Konzept der Zeichenherrschaften, das von den Geschwindigkeiten der Planeten durch den Tierkreis und von der Entfernung der Planeten zur Sonne ausging. Als "Anschauungsobjekt" diente dabei auch das Thema Mundi, allerdings nur in Bezug auf die Zeichenherrschaften und in Bezug auf die Aspektverhältnisse, nicht aber hinsichtlich der Bedeutungen der mundanen Häuser! Ausgangspunkt waren die beiden Lichter, Sonne und Mond, die repräsentativ waren für Leben/Geist und physischen Körper. Die  wurde als männlicher Planet dann dem männlichen Zeichen  zugeordnet und der  als weiblicher Planet dem weiblichen Zeichen  . Ausgehend von den "Häusern“ (Zeichen) der Lichter, ordnete man dann den restlichen Planeten die anderen Zeichen aufgrund der o.g. Kriterien zu. Außer den beiden Lichtern, die das jeweils ur-männliche und ur-weibliche symbolisieren, hat jeder Planet eine männliche und eine weibliche Seite/Natur. Neben den sog. Freuden der Planeten in den Häusern, gab es auch die Freuden der Planeten in den Zeichen - d.h. in bestimmten Zeichen kam ein Planet besonders gut bzw. vorteilhaft zur Geltung.  ist ein extrem kalter + trockener Planet dessen extreme Natur durch das warme + feuchte Zeichen  gemäßigt und abgemildert wurde. Daher kommen die saturnalen Eigenschaften im  milder, sozialer, vorteilhafter, ausgeglichener usw. zum Ausdruck -  hat im  seine Freude. Dass Saturn sich im Wassermann wohlfühlt, glaube ich eher nicht. Da sitzt er ja wie auf einem Pulverfass? Beide Zeichen sind so unterschiedlich, dass es schwer fällt in beiden den Saturn wieder zu finden. Das Zeichen Wassermann ist doch eigentlich so etwas wie ein Befreiungsschlag aus der beinahe genormten Enge des Steinbocks.
Das impliziert, dass du den  als Domizilherrscher des  ansiehst. Tatsächlich aber hat der  viel mehr vom  , als man gemeinhin annimmt. Wassermann ist ein soziales, humanistisches, gruppen- und teamorientiertes Zeichen, während  durch und durch rebellische, antisoziale und eigensinnig-individualistische Eigenschaften aufweist.  ist ein fixes Luftzeichen und fixe Zeichen sind bestrebt, einen vorhandenen Zustand möglichst lange aufrecht zu erhalten - wie passt das zusammen mit dem exzentrisch-sprunghaften  , dessen Ziel die ständige Erneuerung und Veränderung bestehender Strukturen und Zustände ist? LG Japser
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von cazimi » Mo 8. Aug 2011, 22:20
Hallochen Jasper,
seit Tagen beschäftige ich mich in Deinen Beiträgen in diesem Forum. Und diese sind wirklich für einen Anfänger(in) wie mich, sehr lehrreich.
Dass Planeten in Häusern in ihrer Freude stehen können, ist mir bekannt. Dass Planeten auch noch Freude in Zeichen haben, ist mir wirklich neu. Wo finde ich dies bitte oder könntest mir vielleicht bitte mitteilen, welche Planeten in welchen Zeichen ihre Freude finden?
Liebe Grüsse aus dem heissen Griechenland
Cazimi
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von Jasper » Mo 8. Aug 2011, 22:36
Hallo Cazimi, normalerweise findet man so etwas eigentlich nur in der klassischen Literatur und da bereits bei Dorotheus von Sidon (1. Jhdt. n. Chr.). Aber im astro-wiki gibt's dazu eine knappe Zusammenfassung. Hier der Link: http://wiki.astro.com/astrowiki/de/FreudeAllerdings ist nicht alles, was dort über die Klassik geschrieben wird, auch ganz richtig. Trotzdem eine im Großen und Ganzen sehr gut recherchierte Quelle. LG Jasper
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von Armin » Mo 8. Aug 2011, 22:42
Hallo, was mich jetzt noch interessieren würde ist, werden die Würden in der modernen psychologischen Astrologie auch benutzt, oder nur in der klassischen Astrologie. Ich habe z.B. auch schon gelesen das manche den Herrscher nur bei einem leeren Haus benutzen. Besetzte Häuser werden dann normal gedeutet. Da ich ja wie gesagt noch am Anfang stehe habe ich mich viel mit Deutungstexten beschäftigt und da war noch nie von Herrschern die Rede. Es geht eigentlich immer darum: Planet X im Haus X bedeutet.... oder bei den schnellen Planeten: Planet X im Zeichen X bedeutet... und Aspekt X-X bedeutet... und aus allen Stellungen und Aspekten ergibt sich dann die Gesamtsituation. Also brauche ich die Herrscher für eine Deutung oder geht es auch ohne Gruß, Armin.
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von Jasper » Mo 8. Aug 2011, 23:25
Hallo Armin, Also brauche ich die Herrscher für eine Deutung oder geht es auch ohne
Astrologie ist keine exakte Wissenschaft und wenn du drei verschiedenen Astrologen diese Frage stellst, kann es gut sein, dass du drei unterschiedliche Antworten bekommst. Aber hier ist meine: Es geht nicht ohne die Herrscher! Du kannst dir das auch in etwa so vorstellen, dass die Zeichen eine Firma darstellen und die Domizilherrscher die Manager/Chefs/Eigentümer der Firma (bitte dran denken, dass Vergleiche i.d.R. immer etwas hinken), d.h. Mars ist der Manager von Widder und Skorpion, Venus von Stier und Waage, Merkur von Zwillinge und Jungfrau usw. Wenn es dem Manager gut geht und wenn er gute Arbeit leistet, dann geht es auch der Firma gut und umgekehrt. Wenn ein Planet nun z.B. kritisch aspektiert ist, in seinem Exil oder im Fall oder in einem schwierigen Haus steht, so machen sich die Schwierigkeiten, mit denen dieser Planet zu kämpfen hat in den Hausbereichen bemerkbar, in denen seine Domizilzeichen anschneiden. Um mal eine einfache, plakative Sprache zu verwenden: Wenn die Waage im 3. Haus anschneidet (und wie oft der Fall dann der Stier im 6. Haus) und die  als Herrscherin der beiden Zeichen "verletzt" ist, dann sind auch die Themen des 3. und des 6. Hauses "verletzt". Andererseits muss man bei der Gewichtung der Würden und damit des Zustands eines Planeten immer die Natur und den essentiellen Zustand des jeweiligen Zeichenherrschers (= Dispositor) mit betrachten. Beispiel: Merkur steht im Schützen im Exil - aber Schütze ist das Zeichen eines "Wohltäters", was die Sache wiederum etwas mildert (abgesehen davon, dass Merkur so wandelbar ist, dass er die Natur der anderen Faktoren sehr leicht übernimmt). Steht aber in diesem Fall Jupiter ebenfalls in seinem Exil und erhält evtl. noch ein Quadrat durch Saturn, dann verschlechtert sich der Zustand von Merkur im Schützen und auch die Themen der Häuser, die im Schützen und in den Fischen anschneiden. werden die Würden in der modernen psychologischen Astrologie auch benutzt, oder nur in der klassischen Astrologie
Die klassischen Würden werden in der psychologischen Astrologie kaum bis gar nicht benutzt. Da ich ja wie gesagt noch am Anfang stehe habe ich mich viel mit Deutungstexten beschäftigt und da war noch nie von Herrschern die Rede.
Dazu kann ich wenig sagen, weil ich nicht weiß, welche Texte/Autoren/Bücher du genau meinst. LG Jasper
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von Armin » Di 9. Aug 2011, 20:55
Hallo Jasper,
vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Jetzt habe ich das auch einigermassen verstanden. Ich denke mal, dass ich mich bis jetzt dann eher mit der psychologischen Astrologie beschäftigt habe und deshalb dort keine Herrscher vorgekommen sind.
Gruß, Armin
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von Jasper » Di 9. Aug 2011, 21:10
Hi Armin, dass ich mich bis jetzt dann eher mit der psychologischen Astrologie beschäftigt habe und deshalb dort keine Herrscher vorgekommen sind.
wie gesagt, das kann ich erst dann beurteilen wenn ich weiß, welche Bücher/Autoren/Schulen du gelesen hast. Auch in der psychologischen Astrologie wird oft mit Häuserherrschern gearbeitet, d.h. wenn z.B. dein 7. Haus im Schützen anschneidet und keine Planeten drin stehen, dann schaut man auch da auf den Jupiter, um Aussagen über die Partnerschaften usw. zu machen. Aber es gibt dennoch teilweise große Unterschiede in der praktischen Deutung zwischen Klassik und Moderne (Klassik ist im Allgmeinen wesentlich komplexer und vielschichtiger). LG Jasper
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von Armin » Mi 10. Aug 2011, 20:53
Hallo Jasper,
ich habe mir bis jetzt nur zwei Bücher zugelegt, eines von Hajo Banzhaf (Schlüsselworte zur Astrologie) und eines von Roland Hand (Das Buch der Transite).
Gruß, Armin
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von Jasper » Mi 10. Aug 2011, 22:00
Armin hat geschrieben:ich habe mir bis jetzt nur zwei Bücher zugelegt, eines von Hajo Banzhaf (Schlüsselworte zur Astrologie) und eines von Roland Hand (Das Buch der Transite).
Die sind beide an sich nicht schlecht - aber für einen Anfänger, der die Astrologie erst erlernen möchte, eher ungeeignet, da sie hauptsächlich aus "Kochbuchrezepten" bestehen und weniger Grundlagenwissen vermitteln, das zu eigenständigen Kombinationen verhilft. "Das Buch der Transite" ist von Robert Hand, der mittlerweile sehr viele klassische Texte übersetzt hat und heute selbst nach klassischen Methoden arbeitet. LG Jasper
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