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Forum für Stundenastrologie, Elektion, Geburtsastrologie, Mundanastrologie nach klassischer Manier
von chanda » Mi 18. Mai 2011, 13:42
Hallo Ihr Lieben,
ich habe hier ein interessantes Stundenhoroskop (weil alle drei wichtigen Faktoren genau auf Fixsternen stehen) und möchte mit diesem auch die Technik vorstellen für die Frage, "soll ich bleiben oder gehen". Da kann man einfach nur von 1 nach 7 deuten. Herr von 1 steht für die jetzige Situation, der Herr von 7 steht für die erfragte zukünftige Situation, also für die Situation nach einem Wechsel. Frawley beschreibt das in seinem Buch "Die wahre Stundenastrologie". Daten: 18.5.11, 11Uhr53, Erding.
Herr 1 ist Sonne. Diese steht peregrin, zwar im 10. Haus akzidentell gut, hat aber insgesamt kaum Würde. Zudem steht sie mit dem lt. Frawley unglücklichsten der Fixsterne Algol zusammen. Das ist die Jetzt-Situation der fragenden Person. Die Person hat gefragt, ob sie sich in der Jetzt-Situation der Ehe oder nach einer angedachten Trennung besser fühlen würde. Also ist die Jetzt-Situation unglücklich.
Mond als Neben-Signifikator für die fragende Person steht in Konjunktion mit Antares. Dies bestätigt das Thema im Horoskop. Es geht um Trennung. Antares steht für den Abschluss einer Situation, für das Ende. Der Mond als Anzeiger für den weiteren Verlauf spricht für die Trennung (Antares) und hat noch zwei Aspekte: Sextil zu Saturn, was wiederum für die Trennung spricht, weil Saturn der Sign. für den Zustand der Trennung (7.Haus) ist und ein Trigon zu Jupiter. Jupiter ist Herr von 5 und 8, somit wird dieser Aspekt dafür stehen, dass der Fragende wieder mehr Lebensfreude (5) und eine stabilere psychische Verfassung (8) haben wird. Ich gehe davon aus, dass er dies nach Trennung haben wird, weil Mond ja zuerst auf dem trennenden Fixstern Antares steht.
Die mögliche neue Situation, also nach der Trennung, ist der rückl. Saturn. Dieser hat sehr hohe essentielle Würden, steht aber auch mit einem unglücklichen Fixstern in Konjunktion, mit Vindemiatrix. Die Rückläufigkeit des Saturn könnte bedeuten, dass der Fragesteller nach einer Trennung häufig zurückschaut und trauert. Der Glückspunkt in 7 und die hohen Würden Saturns sprechen für die Trennung.
Was noch auffällt ist Mars am MC. Mars steht für das 4. Haus: das Ende der Dinge. Es gibt also auf jeden Fall keine Ruhe und Entspannung sondern Kämpfe. Dies evtl., egal, ob der Fragesteller bleibt oder geht. Oder wie seht ihr das? Liebe Grüße von Chanda.
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von chanda » Mi 18. Mai 2011, 16:38
Ich möchte noch dazu sagen, dass diese Deutungstechnik bei Frawley im Buch "Die wahre Stundenastrologie", auf Seite 269 beschrieben ist. Sehr interessant.
Er sagt auch, wenn einer der beiden Dispositoren (von 1 oder 7) im Begriff ist, das Zeichen zu verlassen, was hier bei der Sonne der Fall ist, dann muss man gucken, ob der Planet sich im neuen Zeichen besser entfalten (höhere Würden) kann. Das ist aber bei diesem Beispielhoroskop nicht der Fall, da die Sonne sowohl im Stier als auch im Zwilling peregrin steht.
Ich würde ein Fazit bei diesem Horoskop ziehen, in der Art: Es wird nicht toll nach einer Trennung, aber immer noch besser als der Jetzt-Zustand.
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von Ann » Mi 18. Mai 2011, 17:49
Ich bin etwas verwirrt mit deinen Zuordnungen. Wenn ich wie gewohnt den Fragesteller Herr von 1 nehme und den Partner als Herr von 7, dann stehen beide vor veränderten Situationen. Herr von 1 wechselt in ein anderes Zeichen, Herr von 7 wird bald wieder direktläufig und steht sehr stark. Der Mond kommt von einer Opp. zur Sonne und auffallend ist hier der Neptun im Quadrat zu beiden. Auch wenn es normalerweise nicht gezählt wird, könnte es ein Hinweis sein auf Alkohol, Heimlichkeiten oder sonstigen Verschleierungen. Algol und Antares sind "bösartig" und die Zuordnungen des Fragestellersin stehen in Konj. damit. Das sieht sehr nach Hass-Liebe aus. Wenn dem so ist, wird sie sich bei einer Trennung nicht besser fühlen, weil ihr die Projektionsperson fehlen würde. Vindemiatrix mit Saturn kann depressive Zustände und Misstrauen anzeigen, da Vindemiatrix auch "die Winzerin" genannt wird (nach Ebertin), ist hier wieder der Hinweis auf Alkohol.  Hier ist die Frage, wer wen in den Wahnsinn treibt. Eine kurze, schnelle Deutung ohne ins Buch zu schauen. Wir haben "Gartenwetter". LG Ann
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von chanda » Mi 18. Mai 2011, 21:14
Hallo Ann, Danke!
Nun, die beiderseitige Quadratur zu Neptun ist in der Tat auch interessant.
Aber, ich glaube, Frawley würde nicht im Herrn 1 den Fragesteller als solchen sehen und im Herrn 7 den Ehepartner als solchen. Sondern, wenn ich mir das durchlese, dann deutet er nicht so, sondern Herr 1 ist die jetzige Situation und Herr 7 die veränderte Situation. Die Würden und Stände sagen dann nicht, wie z.B. der Fragesteller ist, sondern wie die Situation ist. So müsste ich dann vermuten, dass die jetzige und auch die zukünftige (getrennte) Situation Sch... ist. Nur hat Saturn halt erheblich bessere Würde, sowie der Glückspunkt in 7, das deutet auf ein abgeschwächtes Unglück bei der neuen (7) Situation hin.
Bei Mond glaube ich eher, dass wir nur die vergangenen und zukünftigen Aspekte nehmen sollten, die im selben Zeichen stattfinden/gefunden haben.
Gruß, Chanda
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von Ann » Mi 18. Mai 2011, 22:52
Liebe Chanda wie gesagt, ich habe nicht in dem Buch nachgelesen. Und über weitere Auslegungen der Deutung halte ich mich raus. Aber: der Mond ist ein Schnellläufer und es ist schon wichtig, wo er herkommt - er bringt die Probleme, die da entstanden sind oder nicht, mit. Am Himmelszelt gibt es keine Häuser und keine Sternzeichengrenzen - da könnte man in der Astrologie auch kulanter sein. Das ist zwar nicht die "alte Astrologie" - aber wir leben auch nicht mehr im 16. Jahrhundert oder so ähnlich. Eine Opp. zur Sonne ist ja nicht unbedingt negativ, es zeigt verschiedene Ansichten. Saturn steht gut, und wenn er direktläufig wird, ändert er sich und ist vielleicht "toll". Und jetzt gebe ich den "schwarzen Peter" weiter. http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_PeterLG Ann
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von chanda » Do 19. Mai 2011, 05:33
Hallo Ann,
natürlich kann jeder deuten, wie er möchte. Ich wollte hier gerade diese spezielle Technik vorstellen, weil ich mich nicht erinnern kann, dass sie schon mal im Forum angewendet wurde. Frawley hat diese auch in seinem Buch etwas versteckt, nämlich mitten innerhalb des Kapitels für das 7. Haus.
Diese Technik ist interessant und relativ einfach. Und sie lässt sich auf viele Themen anwenden. Basis ist die Frage (oder ähnlich) "soll ich bleiben oder gehen". Dies kann sich auf die Arbeitsstelle, die Partnerschaft, die Wohnsituation etc. beziehen. Und diese Fragestellung kommt öfter vor. Ich finde die Technik auch gerade deshalb interessant, weil einerseits die ganzen psychologisierenden und öfter auch wertenden Deutungen über den Fragesteller einfach wegfallen sowie auch die manchmal mühsame Suche nach dem passenden Haus für das Erfragte wegfällt, wo man das Horoskop häufig drehen muss, was viele verwirrt. Man schaut einfach auf den Zustand des 1. und des 7. Hauses und ihre Signifikatoren und sieht, welche Situation, die jetzige (1.Haus) oder die mögliche zukünftige (7. Haus) für den Fragesteller besser ist. Natürlich gibt es zusätzlich noch einige Regeln, die ich hier nicht alle einzeln aufführen möchte, es sei denn, jemand interessiert sich noch im speziellen dafür.
Gruß, Chanda
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von cazimi » Do 19. Mai 2011, 07:29
Hallochen liebe Chanda,
Du hast ganz konkret eine Frage gestellt und das Horary nach den Regeln der klassischen Astrologie gedeutet. Für mich ist dies auch ein interessantes Thema. Irgendwo sollte man schon eingrenzen und ich finde, das hast Du ganz richtig getan.
Meines Erachtens hat sich diese Frau auf jeden Fall emotional schon getrennt Konjunktion Mond/Antares, Saturn/Vindematrix. Aufgrund der Würden von Saturn wird es ihr dann auch besser gehen, als bisher.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand und kann uns ev. eines besseren belehren.
Lieben Gruss
Cazimi
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von Ann » Do 19. Mai 2011, 10:12
Hallo Chanda ich hab mir zum Frühstück mal das schlaue Buch dazu geholt. Und ich setze mein Fragehoroskop mal ein, bei dem die Entscheidung schon gefallen ist. Worum es geht, sage ich später - es geht nicht um eine Beziehung. 4.5.2011 um 11.33 Uhr in Rees  Laut Buch zeigt das 1. Haus und Herr von 1 die Dinge, wie sie sind und 7. Haus und Herr von 7 wie es sein wird, wenn die Veränderung gemacht wird. AC Löwe Spontanität und Herzlichkeit, die Sonne ist peregrin im Stier. DC Wassermann Freiheitsdenken und geistige Beweglichkeit, Saturn in Waage erhöht. Haus 7 ist besser gestellt als Haus 1: gehen Der Mond ist erhöht und separiert von einem Wohltäter: bleiben Der Mond steht bei Algol  und vor einem Zeichenwechsel, im nächsten Zeichen verliert er an Würde, also bleiben. LG Ann
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von chanda » Do 19. Mai 2011, 12:26
Hallo Ann,
die Sonne, also der Jetzt-Zustand, steht peregrin, also nicht gut = gehen Saturn, also Wechsel, hohe Würden = gehen
Mond am Ende des Zeichens, bei Wechsel (=Gehen) verliert er Würde = bleiben Glückspunkt in 1 = bleiben
Macht zusammen ein Unentschieden. Frawley sagt ja im Buch klar, dass Unentschieden nicht gerade selten vorkommt. Und dann sollte man keine Hemmung haben, dem Klienten auch zu sagen, dass es fast egal ist, ob er bleibt oder geht, es macht keinen großen Unterschied. Das ist dann halt so. Nun könnte der Klient natürlich noch in bälde eine zweite Frage stellen, die das Ganze aus einer anderen oder speziellen Perspektive erfragt. Da ich das Thema hinter dieser Frage nicht kenne, nehme ich als Beispiel das obige. Anstatt zu fragen, in welcher Situation der Fragesteller sich besser FÜHLT (wie gefragt), könnte der Fragest. beim nächstenmal fragen, bei welcher Situation er finanziell besser weg kommt oder bei welcher es den ehelichen Kindern besser geht.
@Cazimi Diese Untersuchung, wie der Fragesteller sich fühlt, würde ich weglassen. Sondern einzig untersuchen, ob Haus 1 oder Haus 7 besser gestellt ist bzw. die Signifikatoren. Das macht jedenfalls für mich gerade den Charme und Vorteil dieser Technik, dass man das Psychologisieren mal weglässt. Allenfalls Mond-Antares würde ich so werten, dass in dem Fall emotional die Trennung ansteht, auch weil das Sextil zu Saturn so eng ist. Saturn-Vindemiatrix würde ich allerdings nicht emotional werten.
LG, Chanda
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von Ann » Do 19. Mai 2011, 13:24
die Sonne, also der Jetzt-Zustand, steht peregrin, also nicht gut = gehen
Das Bild von einem Wanderer im fremden Land find ich sehr schön für die Erklärung von peregrin. Man ist dort Gast oder besser gesagt: Nichtsesshaft. Der Mond (Gefühle) dagegen fühlt sich "sauwohl" in dem Zeichen. In meinem Horoskop ging es um ein Seminar über Rückführungen in frühere Leben. Das Seminar ist bezahlt und 2 Abende fanden bereits statt. Wegen einer ziemlich langen Unterbrechung kamen bei mir Zweifel, ob das überhaupt was für mich ist und ob ich weiterhin daran teilnehmen soll. 2 Std. vor dem 3. Termin habe ich mich dazu entschieden, weiterhin daran teilzunehmen. Die Sonne zeigt ein Gebiet an, in dem ich mich gar nicht auskenne. Der Mond findet das aber toll und Spitze 11 Freunde, Gleichgesinnte. Herr von 1, 3, 4, 5, 9 und 10 alle im 10. Haus. Dass der Mond auf Algol steht, hatte überhaupt keinen Einfluss. Die Rückläufigkeit des Herrn von 7 zeigt "alte" Geschichten an (in meinem Fall frühere Leben). Hätte ich mich dagegen entschieden, würde Saturn Spitze 4. Haus das Ende der Dinge anzeigen. Ich hätte keine weiteren Infos erhalten. Saturn zeigt hier ganz deutlich an, dass das Thema beendet wäre, wenn ich mich für den DC-Herrscher entschieden hätte. Mit diesem Verständnis gehe ich dann nochmal an dein Horoskop, liebe Chanda. LG Ann
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von Ann » Do 19. Mai 2011, 13:37
Wenn ich das jetzt vergleiche, fühlt sich AC-Herr Sonne fremd in der Ehe, ebenso der Mond. DC.-Herr Saturn rückläufig und im 3. Haus zeigt schwierige bis gar keine Kommunikation, aber Saturn steht vor einer Veränderung und der Mond läuft auf ein Sextil zu. Das ist ein sehr gutes Zeichen, um zu bleiben. 
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