Das Trapez

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Das Trapez

Beitragvon Arnold Buchenrieder » Do 2. Mär 2006, 14:25

Trapezfigur.

Beinahe wäre mir noch eine weitere Aspektfigur entgangen, die Trapezfigur! Dieses quersymmetrische Viereck ist flächenmäßig das größte aller Vierecke, weshalb es auch oft als Dominant – Viereck bezeichnet wird. Es hat sehr gleichmäßige Winkel rundherum, so dass es fast wie eine unangreifbare Kugel erscheint, wie ein Ritter mit zwei Schilden. Es wirkt auch wie der stabile Sockel eines hohen Turmes, also ein Mensch, der am Fundament seiner Persönlichkeit gearbeitet hat und damit ein Vorbild stabiler Selbstverwirklichung wird. Wenn er sich genügend persönlichen Freiraum schafft, kann er auch schöpferisch werden und tiefe Weisheiten manifestieren.

Bild

Dreifarbigkeit.

Alle vier Ecken der Trapezfigur sind dreifarbig aspektiert. Damit wird man ein schnell lernender und sich ständig entwickelnder Mensch. Die zwei grünen diagonalen Aspekte schneiden sich im besonders stabilen rechten Winkel, was anzeigt, dass man sie in ihrer inneren Gesinnung nie verändern oder beeinflussen kann. Oder man sieht sie als einen Drehpunkt, durch den die eine rote Linie blitzschnell in die andere rote Linie überwechselt. So kann dieser Mensch eine auftretende Spannung entweder wegstecken ( verdrängen ) oder verdoppeln und dadurch zur Bearbeitung bringen.

Der Farbe nach sind es zwei große Lerndreiecke, die sich jeweils in beiden Richtungen drehen. Sie zeigen deutlich, dass dieser Mensch in allen möglichen Lebenslagen etwas dazulernen und etwas daraus entwickeln kann. Auf jeder Linie laufen ein Dominant- und ein Lerndreieck immer in Entgegengesetzter Drehrichtung. An jeden kleinen Lernprozess knüpft sich eine eigene Entwicklung und für jede Erfahrung hat er eine Erklärung zur Hand. Diese Prozesse sind stark ineinander verflochten, so dass man sie kaum unterscheiden kann. Das ganze Leben wird ein andauernder Lern- und Entwicklungsprozess sein.

Umschließt die Mitte.

Es ist eine große Aspektfigur, welche die Mitte des Horoskops umschließt. Das heißt, man muss sich selbst treu bleiben und nichts tun, was gegen die innere Überzeugung geht. Beim dreifarbigen Trapez fällt diese Regel nicht so stark ins Gewicht. Man kann sich leicht herumdrehen, rasch von einem ins andere wechseln und sich dadurch schnell den verändernden Umständen anpassen. Da die grünen Linien im Inneren der Figur verlaufen, ist die hohe Sensitivität nicht nach außen gerichtet, sondern im besonderen Maße auf den eigenen Wesenskern. Das zeigt sich meistens in einer inneren Unsicherheit und in dem ständigen Bedürfnis, endlich einmal zur Ruhe zu kommen. Doch von außen sieht man das nicht; Einmal ist dieser Mensch aktiv, intensiv und arbeitet ausdauernd an der Verwirklichung seiner Pläne, das andere Mal ist er passiv, genießend und träge. Diese Polarität äußert sich manchmal so stark, dass er von einem Extrem ins andere fällt. Damit kann er sich gut an die heutige Gesellschaft anpassen, ohne innerlich unfrei zu werden. Eigentlich gehört er zu den Künstlertypen, die das Leben so nehmen, wie es gerade ist. Die Leistungslinien heben den kleinen Erfolg oder Genuss in eine größere Erfüllung oder Sinngebung ( Trigon ). Wenn an einer kleinen Sache genug gearbeitet wird, kann eine große gute Sache daraus werden, dabei werden alle störenden Einflüsse ausgeschlossen ( rote Linien blocken ab ).

Das grüne Kreuz der Diagonalen.

Es bedeutet, dass mit dem Denken alles zu machen ist. Dieser Mensch geht davon aus, dass mit Kommunikation und konsequenten Nachdenken jedes Problem gelöst werden kann. Ein einmal gefasster Gedanke genügt, um die Persönlichkeit, das Verhalten und die Taten zu steuern. Das könnte ein Schauspieler sein oder auch ein Planer und Konstrukteur, der gerne Strukturen für Menschen entwirft. Formen und Strukturen zu schaffen oder zu bearbeiten, ist das Grundbedürfnis, das mit dem künstlerischen Empfinden und dem ganzheitlichen Verbinden verschönert wird. Der kleine und der große Genuss ( Sextil und Trigon ) werden durch das Erarbeiten besserer Formen miteinander verbunden oder ineinander geführt. Alles muss nützlich oder anschaulich sein.

Es ist eine voluminöse Persönlichkeit, die sich phasenweise zu ihrer doppelten Größe ausweiten kann. Wenn sie auf ein Thema zu sprechen kommt, das sie zur Zeit interessiert, dann legt sie ihre ganze Aufmerksamkeit oder Begeisterung ins Gespräch. Dadurch wird sie meistens dominant in einer Gruppe, dient als Vorbild und muss entsprechende Verantwortung übernehmen. Sie wirkt eher konservativ, meistens fleißig und zuverlässig, verfügt über Fähigkeiten und Erfahrungen und kann auch hart sein. Wenn sie andere überfährt, merkt sie das und kommt meistens darauf zurück. Dann bemerken die Mitmenschen das große Herz, das darin wohnt.

Wiederholung.

Ein Mensch mit einer Trapezfigur doppelt immer nach, er lernt durch Wiederholung. Wenn er seine Meinung teilweise preisgibt, dann wohl deshalb, weil er noch viel mehr zu sagen wüsste. Beim nächsten Gespräch nimmt er den Faden wieder auf, wiederholt das alte und gibt weiteres bekannt. So kommt es rhythmisch immer wieder zu gleichen Aussagen, bis das Gegenüber alles verstanden hat. Vielleicht macht er schon früh die Erfahrung, dass andere Menschen schwächer und langsamer sind und lernt dabei die Rücksichtnahme und das Zufriedensein mit Teilerfolgen. Er sollte nie alles auf einmal machen, denn dazu ist sein Inneres zu groß, er sollte seinen eigenen rhythmischen, wiederholenden Ablauf entdecken.

Diese Auswirkung kann man psychologisch als schnellen Gefühls- oder Dimensionswechsel beschreiben. Die Person selbst jedoch empfindet es als Gleichzeitigkeit, so als habe sie zwei verschiedene Teile oder Ebenen in sich, die durch bewusste Willensimpulse miteinander verbunden sind. Das eine sind die eigenen und das andere die fremden, eher momentanen Erfahrungen, oder auch die bewussten und die unbewussten Angelegenheiten. Er provoziert die bewusste Verbindung zwischen zwei solchen gegensätzlichen Bereichen durch die Intensivierung beider Seiten gleichzeitig.

Krisenmechanik.

Wie bereits erwähnt, begegnen wir in den dreifarbigen Aspektfiguren einem Prozess, der durch eine kontinuierliche Krisenmechanik Wachstum bedingt und große Entwicklungschancen beinhaltet. In der Trapezfigur sind zwei, beziehungsweise vier dreifarbige Lerndreiecke enthalten. Durch das Eingebundensein der Lerndreiecke in eine größere Figur, hier das Viereck, verlieren sie vielfach ihre Eigenqualität. Sie müssen sich einordnen, werden zum Bestandteil des Größeren. So wie sich die Planeten und die einzelnen Aspekte in eine Aspektfigur integrieren, so integrieren sich die kleineren Aspektfiguren in die größeren. Die Beweglichkeit der kleineren Aspektfiguren wird reduziert, sie wird festgehalten durch einen viereckigen Rahmen, der nach einer stabilen Lebenssituation strebt. Aufgrund ihrer viereckigen Gestalt hat diese Figur eine tendenziell statischen Charakter, und es liegt hier, wie bei allen Vierecksfiguren, eine Sicherheitsthematik vor.

Auf der anderen Seite ist es das Bestreben dieser Figur wegen ihrer Dreifarbigkeit, einen dynamischen Zustand zu schaffen und zu erhalten, in welchem ein stetes Wachstum möglich ist. Das Trapez ist in seiner Lern- und Krisenmechanik schwer zu verstehen, da sich hier5 kein klarer Ansatzpunkt darbietet, wie bei einem Lerndreieck. Sucht man nach der Zielrichtung dieser Figur, so muss man sich die Symmetrieachse des Trapezes anschauen. Diese liegt im rechten Winkel zwischen den beiden unterschiedlich langen Rahmenaspekten, dem Sextil und dem Trigon, und schneidet den Kreuzungspunkt der beiden innenliegenden Quincunxe. Der dynamische Wachstumsprozess läuft entlang dieser Symmetrieachse, und zwar in beide Richtungen.

Lernprozesse.

In diesem Lerntrapez stellen die beiden blauen Aspekte ( Sextil und Trigon ) zwei thematische Ebenen dar, die ihn sich jeweils harmonisch, aber in ihrem gegenseitigen Bezug nach außen hin durch eine Konfliktspannung getrennt sind. Diese kommen durch die beiden Quadrate zum Ausdruck. Das bedeutet zum einen, dass die beiden harmonischen Themen zueinander in divergierender Konkurrenz stehen und darauf bedacht sind, ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit voneinander zu beweisen. Zum anderen aber muss die Persönlichkeit sich bewusst werden und darauf achten, dass zwischen den ruhenden Ebenen ein essentieller Zusammenhang besteht ( Quincunx ) und die Aufgabe darin zu sehen ist, mit großem Bewusstsein und einer nicht erlahmenden Anstrengung die beiden Ebenen zusammenzubringen.


Hier kann dann die Dynamik der vier Lerndreiecke einsetzen, bei denen es sich um zwei Erfahrungs- und zwei Erkenntnisdreiecke handelt, und zwar in der Form von zwei Dominant- und zwei großen Lerndreiecken. Mit Hilfe der Lerndreiecke kann auch der mögliche innere Panzer aufgeweicht und der „weiche Kern“ frei gezeigt werden. Durch den bewussten Bezug auf die Horoskopmitte können die beiden Quincunxe zu steuernden Informationsleitungen werden, mit denen der schöpferische Gestaltungsprozess der polaren Rahmenaspekte und der Antagonismus von Energie ( rote Aspekte ) gelenkt werden kann. Menschen mit einer bewusst gesteuerten und gelebten Trapezfigur können Ideen, Ideale und Gedanken verwirklichen helfen. Sie können die gebührende Form schaffen, die bis in die feinsten Nuancen das ausdrückt, was am Anfang gedacht war.

Damit dürften alle Aspektfiguren der 30 Grad Ordnung beschrieben sein. Die Artikel stammen aus "Aspektbildastrologie" der Huberschule.

Alles liebe!
:lol:
Arnold
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Arnold Buchenrieder
 
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