Esoterische Astrologie nach Alice A. Bailey (Djwahl Khul)

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Esoterische Astrologie nach Alice A. Bailey (Djwahl Khul)

Beitragvon starfish » Do 5. Mai 2005, 18:49

Hallo Arnold,

du hast sicher nichts dagegen, wenn ich hier diesen Beitrag in deinem API-Forum eröffne. Die esoterische Psychologie und Astrologie nach AAB liegt mir sehr am Herzen, auch wenn ich noch längst nicht alles verstanden habe.

Hier einige Zitate aus der Esoterischen Astrologie (EA):

Die planetarischen Einflüsse zeigen die Richtung der äußeren Lebensumstände. Sie bedingen und beherrschen tatsächlich jenen Menschen völlig, der keine bewusste Seelenerfahrung hat. Sobald aber der Mensch sich seiner Seele bewusst wird, schwächt sich der Einfluss der Planeten deutlich ab und wird stetig geringer. Dann beherrscht ihn die Kraft, welche durch die Planeten strömt, und nicht die Kraft, die von den Planeten selbst ausgeht. Der Mensch wird für die feineren und höheren Energien des Sonnensystems und der zwölf herrschenden Sternbilder empfänglich.

Das Sonnen-Zeichen zeigt die physische, mentale und geistige Beschaffenheit des Menschen an. Es enthält das Geheimnis des Persönlichkeitsstrahls und der Empfänglichkeit gegenüber der Seele, dem wirklichen Menschen.

Es zeigt an:
- die erreichte Integration
- die gegenwärtige Entfaltungsstufe der Seelenqualitäten
- das jetzt vorhandene geistige Rüstzeug
- die aktuelle Lebensqualität
- die unmittelbar möglichen Gruppenbeziehungen

Das AC-Zeichen deutet die entfernteren Möglichkeiten, das geistige Ziel, den Zweck der augenblicklichen Inkarnation und der unmittelbar folgenden Inkarnationen an. Dieses Zeichen betrifft das Bemühen des geistigen Menschen, von seiner augenblicklichen Stufe aus weiter voran zu kommen.
(EA 16/17)


Das Sonnen-Zeichen:

- zeigt das gegenwärtige Problem an
- bestimmt das eingeschlagene Tempo des Persönlichkeitslebens
- bezieht sich auf die Qualität, das Temperament und die Lebenstendenzen, die in dieser Inkarnation Ausdruck suchen
- zeigt die Linie des geringsten Widerstandes


Das AC-Zeichen:
- weist auf die Lebensabsicht, das unmittelbare Seelenziel für diese Inkarnation
- hält das Geheimnis der Zukunft umschlossen
- stellt die Kraft dar, die bei richtiger Anwendung den Menschen zum Erfolg führen wird
- kann rechte Beziehungen zwischen Seele und Persönlichkeit schaffen
- weist den Weg zur Erkenntnis der Seelenkräfte


Der Mond:

- seine Kräfte (die eigentlich von Vulkan und/oder Uranus kommen) deuten auf Vergangenes
- fasst Begrenzungen und gegenwärtige Hindernisse zusammen
- beherrscht den physischen Körper
- zeigt, wo sich das Gefängnis der Seele befindet

(EA 18/19)


Der Einfluss des Mondes ist Wesen und Wirkung nach rein symbolisch. Er ist nicht viel mehr als eine tote Form. Er hat keinerlei Ausstrahlung und demzufolge auch keinerlei Wirkung mehr. Der Mond ist ein Hindernis im Raum, eine unerwünschte Form, die eines Tages verschwinden muss. Seine heutige Wirkung ist das Ergebnis einer machtvollen, uralten Gedankenform.

Der Mond verhüllt entweder

• Vulkan, wenn es sich um einen unentwickelten Menschen handelt
• Uranus bei einem hochentwickelten Menschen

(EA 13)


Saturn ist der Planet, der vor allem die Entwicklungsstufe bestimmt, auf der eine endgültige Wahl möglich wird, wo die Ablehnung oder Annahme einer Gelegenheit bewusst erfolgen kann und wo die persönliche Verantwortlichkeit zur anerkannten Tatsache in einem planvollen und geordneten Leben wird.

Saturn - der Herr des Karmas, der Vergeltung auferlegt und die volle Bezahlung aller Schulden verlangt; er verurteilt uns daher zum Daseinskampf, sowohl von der Form wie von der Seelenseite aus. Saturns Macht ist dann vollständig zu Ende und seine Aufgabe erfüllt, wenn der (geistige) Mensch sich vom Karma und der Macht der beiden Kreuze - des Veränderlichen und des Fixen - befreit hat. Esoterisch gesehen kann Saturn dem Menschen nicht bis zum Kardinalkreuz folgen. (EA 105)
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Beitragvon Arnold Buchenrieder » Do 5. Mai 2005, 20:20

Hallo Birgit,

Ganz im Gegenteil, ich finde es toll von dir, man soll sich ja auch damit mehr auseinandersetzen, ich werde jedenfalls darauf noch zurückkommen.

Liebe Grüße! :wink:

Arnold
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Beitragvon Jonas » Fr 6. Mai 2005, 01:11

Hallo Birgit.

Hat man dann als KrebsAC 3 Geburtsherrscher?
Also Mond, Vulkan und Uranus?

Viele Grüße

Jonas
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Beitragvon starfish » Fr 6. Mai 2005, 08:25

Hallo Jonas,

um nicht in der totalen Verwirrung zu landen, würde ich bei einem exoterischen Herrscher für den Krebs bleiben: Mond. Der esoterische Herrscher auf der Bewusstseinsebene ist Neptun, auf der geistigen/hierarchischen Ebene ist es ebenfalls Neptun.

Sehr aufschlussreich ist das "Praxisbuch der Esoterischen Astrologie" von Gunda Scholdt. Sie schreibt folgendes:

Esoterisch betrachtet ist der Mond ein toter Planet, ohne eigene Energiewirkung. Er stellt nur noch die "Gedankenhülle" für drei von ihm verhüllte Planeten dar, die das Schwingungsmuster oder das "atomare Bewusstsein" unserer drei Körper gestalten und die durch seine Form hindurch auf den Menschen einwirken.

Die drei vom Mond verhüllten Planeten sind:
- Vulkan für den physischen Körper
- Neptun für den astralen Körper
- Uranus für den mentalen Körper

Der Mond bildet deshalb nur einen Konzentrationspunkt für höhere Energien (Vulkan, Neptun, Uranus), die sich je nach Entwicklungsstand ändern. Identifiziert sich ein Mensch noch sehr stark mit seiner Körpernatur, so setzen wir Vulkan an die Stelle des Mondes, der unmittalbar auf den physischen Körper einwirkt und die Erfahrungen des Lebens in die Zellstruktur einbringt. Die Wirkung von Vulkan wird deshalb von Alice Bailey als "Ambossschläge der Zeit" umschrieben, durch die sich die physische Natur des Menschen langsam aber stetig wandelt.

Identifiziert sich ein Mensch aber schon stärker mit dem Geistigen, dann wird sich die Wirkung des Uranus über die Stellung des Mondes verstärken und durch die Verfeinerung des Nervensystems eine stärkere Verbindung zwischen geistigem Sein und körperlicher Existenz bewirken, während Neptun ausschließlich auf den Astralkörper einwirkt und das Empfinden des Menschen allmählich vom körperichen Fühlen auf das Empfinden feinerer Ebenen der Existenz ausweitet.


Mit der Verhüllung ist daher wohl eher gemeint, dass der Mond je nach Stand der Bewusstseinsentwicklung eine zusätzliche Dimension erhält, eine weitere Färbung.

Viele Grüße
Birgit
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Beitragvon Jonas » Fr 6. Mai 2005, 08:44

Hallo Birgit.

Also könnte man es sich so vorstellen, das da manchmal ein Neptun steht, da wo normalerweise der Mond stand? Oder verschwindet einfach der Mond und es gibt nur den Neptun da, wo er sowieso stand? Gibt es dann 1 Neptun oder 2 Neptun?

Viele Grüße

Jonas
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Beitragvon starfish » Fr 6. Mai 2005, 10:59

Hallo Jonas,

nein, die physischen Planeten an sich bleiben in einem Horoskop, wo sie sind. Nur die Art und Weise sie zu deuten oder welche Bedeutung sie für den Menschen haben, die ändert sich, je nach dessen Bewusstseinsstand. Es gibt also immer nur einen Neptun.

Du hast zum Beispiel einen Krebs-Aszendenten. Der exoterische Herrscher Mond steht im Stier auf der 11. Hausspitze. Der esoterische und hierarchische Herrscher Neptun steht in Steinbock im 6. Haus.

Der exoterische Herrscher Mond wirkt auf der Ebene der Persönlichkeit, sein Leitmotiv ist Gefühlsempfänglichkeit. Die gilt es zunächst in allen ihren Variationen auszuleben und auszukosten, jedem Gefühl, jeder Empfindung nachzugehen, diesen Mond eben "zu leben". Das geht einher mit einer gewissen Labilität, mit Launenhaftigkeit, auch mit dem Empfinden einer Abhängigkeit von Gefühlsregungen oder von Zuwendung seitens der Außenwelt.

Irgendwann erfüllst du diese eine Seite der Krebsenergie so stark mit Leben und Aufmerksamkeit, dass automatisch der Gegenpol, die Energie des Zeichens Steinbock aktiviert wird. Wir leben ja in einer Welt der Polarität, und jede Überbetonung einer Seite führt unweigerlich zum Auftauchen der Gegenseite. Im Steinbock geht es um das Erleben von Einsamkeit, nicht Verstandenwerden, Isoliertsein, um in die Lage versetzt zu werden, sich allmählich von der Vorherrschaft dieser Welt der Emotionen zu distanzieren, sich zu disidentifizieren (indem man erstmal den Gegenpol erlebt). Sein Stichwort ist Unpersönlichkeit. Wird dieser Gegenpol integriert (und der Mond ist ja ohnehin die Kraft, die zwischen den Gegensätzen immer hin und her pendelt), dann beginnt allmählich das wahre Selbst bewusst zu werden. Im API-Horoskop wäre dies der Kreis in der Mitte des Horoskops. Der innerste Kreis wird von Oppositionen immer durchschnitten, von daher sind die Polaritäten etwas, das uns in unsere Mitte führen kann.

Habe ich nun einige Zipfelchen dieser Mitte erreicht, verändert sich meine gesamte Wahrnehmungsnatur, ich bin nicht mehr so fixiert auf die Welt der Gefühle und Emotionen. Ich bin davon losgelöster. Dieses losgelöst und dennoch empfindsam sein entspricht dem Neptun, der auf der Ebene des Seelen-Bewusstseins der Krebsenergie wirksam ist. Die ganze, überspitzt formuliert ichhafte Gefühlsduselei des exoterischen Mondes wandelt sich in echtes Mitgefühl, in Liebe zur Menschheit als einer unbeirrbaren Haltung. Neptuns Leitmotiv auf der Seelenebene ist Mitmenschlichkeit.

Wenn ich nun diese Entwicklung in ihrer Gänze abgeschlossen habe, wenn der Krebs-Aszendent die Polarität der Krebs/Steinbock-Achse in seinem Bewusstsein zu einer vollkommen Einheit verschmolzen hat, er also sich gänzlich und nicht nur sporadisch mit seinem Bewusstsein im Kreis in der Mitte befindet, dann kommt der hierarchische Zeichenherrscher zur Wirkung. Im Falle des Krebses ist dies wieder der Neptun, der auf der Ebene des geistigen Menschen (hier ist Geist im Sinne der Theosophie gemeint) die allgemeine Menschenliebe ist.

Die Herrscher dienen also dazu, die Zeichenenergie und deren Entwicklungsweg näher zu beschreiben.

Es kommt nun darauf an, wo du in deiner Entwicklung gerade stehst. Die ist im Horoskop nicht abgebildet. Auf der Ebene der Persönlichkeit wirkt dein Stier-Mond im 11. Haus, da sucht er wahrscheinlich nach einem intensiven Gefühl von Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Gleichgesinnten oder Seelenverwandten. Auf der Ebene der Seele wär es gar nicht mehr so wichtig, irgendwo dazu zu gehören, akzeptiert zu sein sondern dann käme mehr der Steinbock-Neptun in 6 zur Geltung. Der Steinbock ist ja ohnehin die Polarität zum Krebs, da klingt schon die erforderliche Unpersönlichkeit an, um den Neptun seinem wahren Wesen gemäß zum Ausdruck zu bringen. im 6. Haus könnte ich mir einen Weg des Dienstes vorstellen, also für die anderen etwas tun ohne dafür eine Gegenleistung (z.B. in Form von emotionaler Anerkennung) zu erwarten. Das ist natürlich starker Tobak, und diese Aufgabe kann nur bewältigt werden, wenn der Mond wirklich satt ist, wenn du eingesehen hast, dass du wirklich alles gelebt und ausprobiert hast und es dich nicht wirklich weiterbringt. Es ist nicht ratsam, die geistige Entwicklung zu erzwingen, denn das kann ziemlich daneben gehen. Ich negiere dann gewisse Entwicklungsschritte und bin dann nicht vollständig (weil ich ja etwas verdränge oder zurückweise).

Viele Grüße
Birgit
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Beitragvon Jonas » Fr 6. Mai 2005, 12:43

Hallo Birgit.

Danke für deinen tollen Text. Jeder Entwicklungsschritt ist also wichtig. Wenn man einen überspringt, dann hat man eine Entwicklung nicht richtig bewusst erlebt. Es geht wohl auch stark um die Bewusstwerdung. Die Bewusstwerdung der Gefühle der Gefühle z.B beim Mond.
Es wäre auch falch zu sagen, der Plante ist schlcht, weil ich mich dann in der Entwicklung behindern würde, wenn ich immer schon auf den Neptun schaue, meinen Mond aber noch garnicht richtig lebe.

Viele Grüße

Jonas
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Beitragvon Arnold Buchenrieder » Fr 6. Mai 2005, 13:04

Hi Jonas,

Das hast du wirklich schön zum Ausdruck gebracht mit Mond und Neptun! Ich hatte mal eine "Engelfrau" bei mir zur Beratung, sie gibt Yoga- Reicki- und Meditationskurse. Sie ist ungemein entwickelt und kann ihren Mitmenschen sehr viel beibringen. Aber, sie glaubte Jahrelang, dass keine Sexualität eine gute Sexualität sei, unterdrückte ihre Bedürfnisse, anstatt ihnen Raum zu lassen. Na ja, Gott sei Dank ließ sie sich davon überzeugen, dass sie eine Sprosse der Leiter ausgelassen hatte....

Inzwischen hat sie wieder geheiratet und ist einen großen Schritt dabei sich selbst nähergekommen!

Und noch lieben Dank an die Birgit, mit ihrem unermüdlichen Einsatz hier!

Arnold
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Beitragvon starfish » Fr 6. Mai 2005, 13:07

Hallo Jonas,

genau. In der Theosophie - von da stammt Alice Bailey, ihr Lehrer Djwahl Khul und seine Esoterische Psychologie und Astrologie - geht es um die Entwicklung von Bewusstsein. Was ist Bewusstsein? Sich des Seins, des Lebens, der Energie des Lebens bewusst sein, sie wahrnehmen, ihrer gewahr werden. Dazu haben wir als geistige und göttliche Wesen (in der Sprache der Theosophie sind wir eigentlich Monaden = göttliche Geistfunken) die Seele und die physische Persönlichkeit, um uns des Lebens, des Seins gewahr zu werden.

Von daher muss eigentlich alles durchlebt werden. Ansonsten bleiben unerfüllte Wünsche, die uns immer wieder in die körperliche Form reinkarnieren lassen. Buddha hat ja auch erkannt, dass Askese nicht glücklich macht oder zur Vollendung führt. Er propagierte den Weg in der Mitte - aber erst, nachdem er die Gegensatzpaare durchlebt hatte. :wink:

Grüße
Birgit
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Beitragvon Jonas » Fr 6. Mai 2005, 13:11

Hallo Arnold.

Ich glaube so ein Mond 11.Haus Erlebnis hatte ich, als ich mit meinen Coisins GEschichten geschrieben habe und Musik gemacht habe. Ich kann sonst auch sehr gut alleine spielen.
Das war in der Zeit, als der Vater meines Vaters im Sterben lag. Dann kamen die ganzen Verwandten nach Köln und da habe ich meine Coisins nochmal richtig kennengelernt. Ich hatte eine Geschichte geschrieben, habe denen das mal gezeigt und da war klar, das sind welche mit ähnlichen Gedanken. Das haben wir mehrere JAhre gemacht. Im Moment ist eine Transformationszeit. Eine Zeit der Neuorientierung. Es ist also ein Pendeln zwischen dem Krebs und den Gleichgesinnten und der Zeit die man für sich alleine hat.

Viele Grüße

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Beitragvon Jonas » Fr 6. Mai 2005, 13:17

Hallo Birgit.

So etwas wie Sexualität kann man ja auch nicht unterdrücken. Vorallem nicht bei einen Skorpionmars und einer Pluto/Venus Verbindung. Auch wenn der Neptun das ganze vielleicht immer etwas verschleiert. 8)
Wenn man die nicht ausgelebt hat und direkt auf Askese macht, dann platzt die Sexualität bei Situationen aus, wo man sie nicht mehr unter Kontrolle hat.

Hallo Arnold.

Habe mal was von einen Orgasmus ohne Spermaverlust gehört. Irgendwie durch das Training des PC-Muskuls soll das funktionieren.
Keine Ahnung, was ich davon halten soll.

Viele Grüße

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Beitragvon starfish » Fr 6. Mai 2005, 15:42

Vielleicht sollte ich noch ein bisschen was darüber schreiben, was esoterisch eigentlich ist.

Esoterisch ist die verborgene, hintergründige Seite des Lebens. Die vordergründige, exoterische Astrologie beschäftigt sich mit dem äußeren Menschen, mit der Persönlichkeit und deren Schicksal. Der esoterischen Astrologie geht es um den inneren Menschen, genauer um dessen Entwicklung von einer vordergründigen Persönlichkeit hin zu einem seelenzentrierten Wesen. "Durch die esoterische Astrologie wird ein tiefgreifendes Verständnis der schöpferischen Kräfte und Energien möglich, die unser Bewusstsein prägen." (Gunda Scholdt).

Man geht davon aus, dass das esoterische Wissen in den so genannten alten Weisheistlehren enthalten sei, deren Archive seit etwa 1875 beginnend durch die Aktivitäten von H.P. Blavatsky der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Zuvor waren sie nur wenigen "Eingeweihten" zugänglich. In diesen "Lehren der Zeitlosen Weisheit" gibt es neun wesentlich Postulate (nach Alan Oken "Astrologie der Seele"):

1. Alle Substanzen und Organismen, ob organisch oder anorganisch, sind mit Leben erfüllt. Das gilt für das kleinste mikroskopisch atomare Partikelchen bis hin zur Galaxie der Galaxien.

2. Materie ist Geist, der Unterschied liegt in der Intensität der Vibration. Materie ist Geist in dichtester Schwingung, Geist ist Materie in subtilster Schwingung. Die Dichte und Greifbarkeit der materiellen Welt rund um uns ist illusionär.

3. Der Raum ist nicht leer. Was Raum zu sein scheint, ist das Feld des Bewusstseins, der "Körper" eines großen kosmischen Lebens, in dem jede Manifestation lebt, sich bewegt und ihr Sein hat.

4. Die gesamte, unendliche Zahl der Teile dieses großen Lebens ist durch eine Energiesubstanz namens Äther miteinander verbunden. Daher pulsiert die kleinste Zelle und strahlt die größte Sonne nicht ohne dass ihre Vibration und Energien im ganzen Kosmos zu spüren sind. Astrologie funktioniert nach esoterischer Auffassung aufgrund dieses "Ätherkörpers".

5. Jedes und alles von den "kleineren Leben" lebt im Körper und Bewusstsein eines größeren Lebens.

6. Jedes "kleinere" Leben ist nach dem Bilde Gottes geschaffen.

7. alles Sichtbare ist Energie in verschiedenen Formen. Sie fließt aus der Quelle, udn diese nimmt sie wieder in sich zurück, nachdem sie sich durch Formen und Zyklen zum Ausdruck gebracht hat.

8. Es gibt keinen absoluten Tod. Es gibt nur Verwandlung der Form und des Zustandes. Der Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt ist endlos, bis dem Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) Genüge getan ist.

9. Unser Sonnensystem ist siebenfacher Natur. Es ist in Wechselbeziehung mit sieben kosmischen Lichtströmen unseres Universums, deren Energien es erwidert. Die Energieausstrahlungen dieser Quellen nennt man Sieben Strahlen (z.B. "die sieben Geiste vor dem Thron Gottes").
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Beitragvon Jonas » Fr 6. Mai 2005, 16:11

Hallo Birgit.

Eine esoterische Astrologie kann man als Außenstehender ja auch nicht direkt beurteilen. Es ist dann ja nur das Ergebnis der Entwicklung die dann nach Außen kommt. Bei der esoterischen Astrologie muss der Klient also noch mehr in sich gehen und sich fragen, auf welcher Entwicklungsstufe er ist.
Ist der Äther so eine Art elektromagnetisches Feld. Hat es was mit dem Äther zu tun, der dann von der Wissenschaft wiederlegt wurde?
Man hatte ja dann das elektromagnetische Feld entdeckt.

Viele Grüße

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Beitragvon starfish » Fr 6. Mai 2005, 17:13

Hallo Jonas,

ich habe keine Ahnung, was der Äther ist und ob er das elektromagnetische Feld sein könnte. Zumindest etwas in diese Richtung könnte ich mir vorstellen. Gemäß der Esoterik ist es jedenfalls so, dass jedes Lebewesen (und ALLES ist Lebewesen) mit allen anderen verbunden ist. Wenn in der Galaxis Hintertupfingen etwas geschieht, habe ich als Lebewesen irgendwie dran Anteil. Dieses Zusammenwirken ist aber nicht kausal, denn jedes Leben kann sich für sich selbst entwickeln und ist doch eingebettet in das Große Ganze. Ist schwer verständlich... :?

Die esoterische = seelenzentrierte Astrologie ist in der Tat etwas, bei dem ein außenstehender "Astrologe" nur dann eine stimmige Beurteilung abgeben kann, wenn wer weiß, von was er spricht; ich würde daher sagen, wenn er selbst mindestens seelenzentriert ist. Sonst ist alles nur ein Annäherungsversuch. Aber auch das ist ja nicht wertlos und wir können die esoterischen Deutungsregeln als eine Wegbeschreibung sehen, wo es langgehen könnte (wenn uns dieser Weg interessiert - das muss er ja nicht, wir können das auch getrost liegenlassen, wenn es nicht unser Ding ist).

Grüße
Birgit
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Beitragvon starfish » Fr 6. Mai 2005, 17:18

Aus esoterischer Sicht (gemäß Alice A. Bailey bzw. Djwahl Khul) ist der Mensch eine Dreiheit:

1. Geist = Monade
Damit ist nicht das Denken gemeint sondern der Lebensaspekt an sich. Geist ist das Leben selbst, das durch uns hindurchströmt, mit dem ersten Atemzug den Körper betritt und beim letzten Atemzug ihn wieder verlässt. Dieses in uns „atmende Leben“ ist der göttliche Lebensfunken. Der Geist selbst kann sich differenzieren in Wille/Macht (Vater), Liebe-Weisheit (Sohn) und Aktive Intelligenz (Heilige Geist, Mutter).

2. Seele = Ego = höheres Selbst
Sie ist das Bewusstsein, die Fähigkeit zur Selbst-Wahrnehmung und der Feinfühligkeit, die den Menschen vom Tier unterscheidet. Wir erleben sie in ihrer reinen Form als geistige Klarheit, Weisheit, Liebe, Verantwortlichkeit und Zielgerichtetheit. Sie bietet dem Geist einen „feinstofflichen“ Körper zur Manifestation. Die Seele ist ebenfalls dreifacher Natur: geistiger Wille, Intuition und abstraktes Denkvermögen.

3. (inkarnierte) Persönlichkeit
bestehend aus konkretes Denkvermögen/Mentalkörper, Gefühls-/Astralkörper und Empfinden/physischer Körper. Die Persönlichkeit ist aus esoterischer Sicht dann existent, wenn wir (als Seele!) uns in einem Körper manifestieren. Die Gesamtheit unseres Denkens, Fühlens und Empfindens bildet die Persönlichkeit. Diese unterschiedlichen Strebungen können integriert oder dissoziiert sein, Konflikte hervorrufen oder derart zusammenarbeiten, dass ein harmonisches Gesamtwerk entsteht (z.B. analog einem Orchester).

Bewusstsein, eigentlich der Seelenaspekt, kann in jedem dieser drei größeren Körper verankert oder polarisiert sein. In der Esoterischen Psychologie geht es darum, dem Menschen einen roten Faden in die Hand zu geben, nach welchen Gesetzmäßigkeiten die Entwicklung oder Entfaltung des Bewusstseins von der Persönlichkeitsebene hin zur Seelen- und Geistebene voranschreitet. Wesentliche Markierungen auf diesem Entwicklungsweg nennt die Theosophie Einweihungen, womit einfach ein gewisser Grad von Bewusstseinserweiterung oder –verfeinerung gemeint ist.

Aus unserer heutigen Perspektive geht es in der Bewusstseinsentwicklung (oder esoterisch auf dem Einweihungsweg) vornehmlich um das Verlagern des Bewusstseinsschwerpunktes von der Ebene der integrierten Persönlichkeit hin zur Seelenebene. Dazu ist es zunächst erforderlich, die Persönlichkeit zu einem harmonischen Ganzen sich entwickeln zu lassen, damit sie als eine dynamische Einheit funktionieren kann, die in der Lage ist, der Seele oder dem Wahren Selbst als geeignete Manifestationsform zu dienen. Beim API nennen wir das Integration der dreifachen Persönlichkeit (Sonne, Mond, Saturn) oder auch persönliche Psychosynthese. Im Anschluss geht es darum, die Persönlichkeit mit den Aspekten der Seele in Verbindung zu bringen (Uranus, Neptun, Pluto), bis wir realisieren, dass wir die Seele sind, die eine Persönlichkeit hat. Dies wäre die spirituelle oder transpersonale Psychosynthese.

Exoterische Astrologie konzentriert sich auf den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Horoskop, während die so genannte Esoterische Astrologie den Zusammenhang zwischen Seele und Horoskop herausarbeitet. Wir können daher ein Horoskop sowohl auf einer persönlichkeits- als auch auf einer seelenzentrierten Ebene deuten.
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