Eine große Gruppe von Aspektfiguren wird durch die Kombination der beiden Aspektfarben Rot und Blau gebildet. Diese Menschen sind ambivalent in ihrer Haltung, haben eine duale Weltanschauung und neigen zu einem Schwarz – Weiß – Denken. Ihre manchmal absolutistische „Entweder – oder – Haltung“ kann sie in Widersprüche verwickeln.
Einfache Ambivalenzfigur.
Die einfache Ambivalenzfigur, die aus einer Opposition, einem Trigon und einem Sextil gebildet wird, kommt recht häufig in Aspektbildern vor. Ambivalenz bedeutet Doppelwertigkeit, und diese drückt sich in den beiden Aspektfarben aus. Im roten Aspekt der Opposition ist ein spannungsgeladener Wert enthalten, ein Druck, ein Konflikt. Damit direkt verbunden ist ein entspannter, genussorientierter Pol, der die Spitze dieses rechtwinkligen, blauschenkligen Dreiecks bildet. Die blaue Seite dieser Figur suggeriert eine heile Welt, man sieht nur das Schöne und Gute und weicht geschickt der Spannung über die blaue Seite hin aus. Versteht man das Thema dieser Aspektfigur, bildet der blau aspektierte Planet den dritten Pol zu den Oppositionsplaneten; er signalisiert eine gewisse Schaltstelle im richtigen Handhaben der ambivalenten Energien.
Doppelte Ambivalenzfigur.
Als Viereck zeigt diese Figur ein Bedürfnis nach Sicherheit, sowie eine Tendenz, das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Menschen mit dieser Figur versuchen sich mit der roten und mit der blauen Seite auf unterschiedliche Art im Leben zu verwirklichen. Es kommt hier vor allem darauf an, auf welche Seite des Horoskops diese zwei verschiedenen Dreiecke zu liegen kommen. Liegt das blaue auf der Innenseite, dann spielen sich dort die entspannenden Momente ab, auf der Du – Seite wirkt man eher entspannend auf die Umwelt ein. Umgekehrt aktiviert das rote Dreieck je nach Lage im Horoskop die entsprechenden Häuser.
Die Ambivalenz im Innern ist die Triebfeder für das kämpferische Verhalten, welches diese Menschen oft an den Tag legen, wie auch dir das Harmoniestreben. Beide Seiten werden geschickt für das eigene Weiterkommen eingesetzt. Da es eine große Figur ist, welche das Wesenszentrum mit einbezieht, kann sich dieser Mensch selbst nie untreu werden, egal was er tut, er tut es aus innerer Überzeugung heraus. Da gibt’s prinzipiell keine Unsicherheit, höchstens in der Gegenwart, wo er sich manchmal entscheiden muss: „Darf ich zuschlagen, oder muss ich zurückhalten?“
Je nach Genauigkeit der Winkelstellungen und den Orbes der Planeten ergibt sich zwischen den Spitzen des roten und des blauen Dreiecks noch ein grüner Quincunx – Aspekt. Diese Großfigur ist stärker charakterbildend als die einfache Ambivalenzfigur. Die Verdrängungsneigung ist in der Großfigur nicht so stark gegeben wie in dem rot – blauen Dreieck, weil das Bewusstsein mehr Raum zur Beteiligung hat und das Schwanken zwischen Rot und Blau weiter ausgreift und mehr Bewegung hereinbringt.
Schwankende Zustände.
Menschen mit einem großen Ambivalenz – Viereck schwanken fast immer von einem Zustand zum anderen. In der roten Figur sind sie aktiv und pflichterfüllend und in der blauen Figur lassen sie sich gehen. Geben sie sich der ruhe oder dem Genuss zu langen hin, bekommen sie leicht Schuldgefühle. Hier besteht die Ambivalenz in einer Doppelwertigkeit zwischen Leistung und Genuss. Um eine genussreiche und routinierte Haltung in einem Lebensbereich einnehmen oder bewahren zu können ( blaue Spitze ), ist immer wieder ein gezielter Leistungsaufwand erforderlich ( rote Spitze ). Umgekehrt muss man sich aber auch fragen, zu welchen Früchten die Anstrengung führen soll. Hier geht es um die Kultivierung des rechten Arbeitseinsatzes in seinem Bezug zur gewünschten Genussfähigkeit und Haltung. Im positiven Falle ist ihre Devise „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“, womit sie die duale Anlage verteidigen und leben können. Eine ständige Leistung durch entsprechende Pflichtmotivation ohne Phasen der sinnvollen Entspannung ist so wenig möglich wie umgekehrt die Flucht in eine ausschweifende, labile Genusshaltung ohne die aktive Verarbeitung der durch die Opposition gegebenen Grundspannung. Die sich ergebende Vierecksfigur verweist auf die inhärente Sicherheitsmotivation, ihre asymmetrische Form aber auf den dynamischen Charakter, der im Hin – und Herpendeln zwischen den beiden ambivalenten Haltungen zum Ausdruck kommt.
Polaritäten.
Ein polares System kann aber auch verstanden werden, als parallele Gedanken oder Tätigkeiten. Solche Menschen verstehen die eine Seite einer Angelegenheit oder Sache, tun aber auf der anderen Seite etwas ganz anderes, ohne widersprüchlich zu wirken. Man könnte dies als bewusstes und situationsgemäßes Umschalten bezeichnen, mit dem sie auch viel Erfolg haben können. Ein interessanter Vergleich ist der mit dem Janus – Kopf, mit seinen zwei Gesichtern. Er hat vorne ein weißes offenes Gesicht und auf der Rückseite hat er eine schwarze undurchdringliche Miene. Doch die Mitmenschen kennen jeweils nur eine der beiden extrem verschiedenen Seiten dieses Menschen. Es sei denn, sie haben auch zwei Extreme in sich, wofür das Ambivalenz – Viereck viel Verständnis hat, denn es sieht nicht nur die Gegensätze unserer Welt, sondern es lebt voll damit, und findet es völlig normal, dass wir Menschen in Dualitäten leben. So wirkt es eher angepasst, konservativ und korrekt. Was aber viele nicht wissen, ist der innere Schmerz verbunden mit Schuldgefühlen, die das doppelte Ambivalenz – Viereck immer wieder antreiben zu noch stärkeren Erfahrungen oder besseren Leistungen zu gelangen. Dieser Mensch ist darin nicht nur streng zu sich selbst, sondern verlangt immer mehr von sich, er „zwiebelt“ sich regelrecht. Wenn die Opposition an Hausspitzen steht, geht dies oft zu Lasten der Mitmenschen, die er dann antreibt.
Starker Wille.
Menschen mit einem Ambivalenz – Viereck haben meistens einen starken Willen zum Realisieren von Ideen. Sie besitzen Tatkraft, die manchen in den Schatten stellt und oft zu Höchstleistungen führt. Andererseits haben sie ein tiefes Verständnis für Kultur, Luxus und Wohlbefinden. Mit dieser eher beschaulichen Seite beobachten und genießen sie gerne, sammeln Erfahrungen und wirken auch harmonisierend auf andere. Sie lieben vor allem aktive und fleißige Menschen, mit denen sie etwas aufbauen können. So sind sie auch gerne mit einflussreichen Leuten zusammen, die sie unterstützen und mit ihrer Willenskraft zu Taten antreiben. Mit diesem Viereck kann man auch selbst zu einigem Einfluss gelangen, andere anführen und managerartig unter Kontrolle halten. Manche werden sogar politisch aktiv oder kümmern sich um die Verbesserung der Welt. Dann wird Aufbauarbeit geleistet und einiges verändert. Wenn diese Menschen ein klares Ziel haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie dieses erreichen. Mit ihrer Fähigkeit, passive Menschen aktivieren zu können, erhalten sie bei ihren Vorhaben immer genügend Unterstützung.
Die doppelte Ambivalenz – Figur kommt sehr häufig vor, aber in mehr als der Hälfte aller Fälle fehlt die grüne Diagonale, weil das Quincunx einen kleineren Toleranzwert ( Orbes ) hat. Die Unterschiede bei der Ambivalenzfigur mit oder ohne den langen grünen Aspekt sind spürbar und können präzise nachvollzogen werden, was nebenbei bemerkt ein Beweis für die Huber – Orbes – Tabelle ist.
Mit Quincunx.
Ist die grüne Linie vorhanden, merkt man, dass die Handlungen bewusst koordiniert und nach einem inneren Plan ablaufen. Das gibt oft einem das Gefühl, dass die Person irgendwie manipuliert, oder dass sie sich längst abgesichert hat zum Beispiel beim Chef oder einer anderen Autorität, die im Hintergrund bleibt. Mit der grünen Linie weiß man auch, dass es ohne Vitamin B nicht ganz geht, denn die grünen Aspekte pflegen die Beziehungen und die Kommunikation. Entweder ist eine Sache gut, wertvoll und lohnend oder man lässt sie sein. Die grüne diagonale Linie deutet auf Wille und Bewusstsein, die auf den Planeten an der rot – grünen Ecke gelenkt werden. Dieser Mensch weiß, dass er alles erreichen kann, wenn er sich seines Zieles ganz bewusst ist, alle Eventualitäten bedenkt und sich durch gezielte Kommunikation richtig informiert. Manche haben eine Ambition für skurriles, wertloses oder wenigstens antikes Gut, das sie sammeln oder zu dem sie sich gesellen.
Ohne Quincunx.
Fehlt die grüne Linie, dann wirkt dieser Mensch natürlicher, er ist mehr an der Gegenwart interessiert. Man hat nicht das Gefühl von versteckter Manipulation. Er fällt öfter von einem Extrem ins andere, denkt in Schwarz – Weiß – Begriffen, schwankt zwischen gläubigen Optimismus und Niedergeschlagenheit und ist auch beeinflussbar. Ohne die grüne Linie wird die doppelte Ambivalenz – Figur zu einer rot – blauen, polaren Figur. Mit der klaren Trennung der blauen und der roten Seite, teilt dieser Mensch sein Umwelt in zwei Hälften. In den hinter dem blauen Dreieck liegenden Häusern sammelt er Erfahrungen und genießt das Leben. Auf der roten Hälfte tritt er in jenen Häusern energischer auf und setzt sich willensbetont durch. Auf der einen Seite ist er umgänglich, auf der anderen knallhart, auch im Nehmen. Das sogenannte ambivalente Verhalten bezeichnet die Fähigkeit, je nach Situation, sofort umschalten zu können, rasch von einem zum anderen Zustand zu wechseln. Menschen mit dieser Anlage gehen von dem aus, was unsere Gesellschaft sagt: „Macht und Geld regiert die Welt“, „Ohne Fleiß kein Preis“, „Erst die Arbeit, dann das Spiel“, etc.
Asymmetrie.
Trotz der Asymmetrie ist das große Ambivalenz – Viereck irgendwie unangreifbar, wohl wegen seiner Respekt einflößenden Größe. Der große Platzanspruch ist eine Art Imponiergehabe, mit dem es sich die Menschen auf Distanz hält. Jedenfalls fällt es sicher auf und die Personen mit diesem Viereck können kaum übersehen werden. Sie üben immer eine gewisse Macht und Dominanz aus, entsprechend ihrer Bewusstseinsstufe und ihrer inneren Reife. Es braucht schon eine gewisse Entwicklungszeit, bis jemand den ganzheitlichen Anspruch auswerten kann. Viele sind unzufrieden mit sich selbst und stellen fest, dass es immer noch Dinge gibt, die sie nicht erreichen können. Das ist eine etwas unangenehme Garantie für ihre Weiterentwicklung.
Rot – blaue Planeten.
Die zwei Planeten, welche die Opposition bilden, sind rot – blau bestrahlt und werden von der polaren Schwarz – Weiß – Haltung stark bedrängt. Die beiden anderen sind von innen grün und bekommen von außen, gleich einem Dachgiebel, im rechten Winkel dazu jeweils blaue, bzw. rote Linien. Das eine ist die gesteuerte Harmonie, das andere die gesteuerte Leistung. Da aber die grüne Linie gerade diese beiden Planeten miteinander verbindet, ist die steuernde grüne Kraft in beiden Extremen dieselbe. Das heißt, dieser Mensch erreicht das, was er bewusst will, mit dem Abwechslungsweisen Aktivieren der beiden Planeten. Wenn man sein Bewusstsein genauer verfolgt, merkt man, dass er sich stets zwischen zwei widersprüchlichen Haltungen, Erkenntnissen oder Aktivitäten hin und her bewegt.
Das Leistungsdreieck schenkt bekanntlich eine große Leistungsfähigkeit und eine starke Willenskraft. Das Ambivalenz – Viereck schwächt beides durch seine instabile Ausgangslage. Obwohl die Leistung oft stärkere Energien durch das rote Dreieck erhält, so wird die harte Durchsetzungskraft durch die blauen Aspekte immer wieder reduziert und abgestellt. Befindet sich aber in diesem Viereck ein großes Lerndreieck, so wird das Stehenbleiben verhindert. Diese Menschen lernen innerlich immer dazu, führen ihre Ziele weiter und leben konsequent das, was sie als richtig erkannt haben. Sie lassen sich kaum dreinreden und nehmen von anderen nur selten einen Rat an, sie wollen stets ihrer inneren Entwicklung gerecht werden.
Aspekt – Qualitäten.
Auch hier bringt der Vergleich mit der Planetenzuteilung und den Aspekten interessante Hinweise auf die Auswirkungen. Je zweimal kommen die Mars- und Saturnaspekte vor, was große Ambivalenz – Viereck zum Formschaffenden, unternehmerischen oder manifestierenden Menschen macht. Die Marsqualität drückt sich doppelt in dem Planeten aus, der an der roten Ecke steht. Befindet sich dort ein sensitiver Planet, ( Mond, Merkur, Jupiter, Neptun ) so liegt die Leistungsfähigkeit in der Sensitivität, was manchmal Probleme mit den Nerven geben kann. Mit der Kombination von Saturn- und Venusaspekten befassen sich solche Menschen auch mit gesundheitlichen Fragen und zuguterletzt sind Mars ( Quadrataspekt ) und Venus ( Sextilaspekt ) auch an erotischen, sinnlichen Erlebnissen und an den Unterschieden zwischen Mann und Frau interessiert.
Die Wiege.
Die Wiege besteht aus fünf blauen und einem roten Aspekt, die sich wie beim Drachen in einer festen Form ( Viereck ) vereinen. Der große Unterschied liegt in der Sichtbarkeit des roten Aspektes, der gegen die zweite Horoskophälfte abgrenzt, wie eine energiegeladene Barriere. Von der anderen Hälfte möchte man nichts wissen, dort liegt unbekanntes Gebiet. Durch die Symmetrie besitzt die Wiege große Stabilität. Wenn etwas Unangenehmes naht, kann sich dieser Mensch einfach umpolen und ist damit plötzlich wie mit einer unsichtbaren Wand vor jeglicher Kritik oder allen Angriffen geschützt. Er wirft die Meinung oder Absicht des anderen wie ein Spiegel zurück und scheint unberührt.
Das Kind in der Wiege.
Eine Wiege erinnert an die Geburt eines Menschen und an das Säuglingsalter. Das Kind in der Wiege, das aus einer Seelen – Dimension in unsere materielle Welt tritt, spiegelt vollkommene Reinheit wider. Die Trennschicht zwischen Tod und Leben kann als Spiegel gesehen werden, und das Leben spiegelt das wider, was in der Seele begründet liegt. Mit dieser Aspektfigur wird man sich früher oder später mit dem Schlaf, mit dem Traum und mit dem Tod beschäftigen, um den Übergang von einer Dimension zur anderen kennen zu lernen. Menschen mit einer Wiege erhalten sich lange ihren Kinderglauben, sie glauben an das Gute und sind harmlos. Sie möchten gerne die Geborgenheit und den Schutz einer gesicherten Lebenssituation erfahren und tun viel, um diesen zu erhalten. Mit anderen Worten, sie vermeiden es, aus der Wiege hinauszufallen. Sie halten sich fest oder wollen festgehalten werden. Aber gerade Menschen mit einer Wiege im Horoskop haben die Entwicklungsaufgabe, aus der Geborgenheit in das Leben hinauszugehen, gleichsam in den Leer – Raum hineinzutreten, um selbstständig zu werden.
Entspannung und Harmonie.
Einerseits steckt in diesem Viereck die Fähigkeit, andere nachzuahmen oder deren Gefühlsstimmung widerzuspiegeln, andererseits kann es mit seiner Seelentiefe andere Menschen harmonisieren oder gar heilen. Der Mensch sammelt oder saugt wie ein Schwamm Gefühle, Bedürfnisse und Schmerzen des anderen auf, ohne dadurch belastet zu werden. Er wendet fast alles in Harmonie und was zu hart ist, trenn er ganz klar ab. Diese Dinge gibt es dann einfach nicht mehr, sie verschwinden tatsächlich aus dem Leben. Dennoch treten immer wieder Konflikte auf, der er provoziert und lässt den anderen an seine „eigene Glaswand“ stoßen. Nach dieser Energieentladung entsteht das Gegenteil: Entspannung und Harmonie. Mit dieser einfachen Methode, Konflikte zu lösen, kann der Mensch mit einer Wiege im Horoskop eine heilende Wirkung haben und hilft anderen, mit ihren verdrängten Gefühlen fertig zu werden.
Zwar wirkt dieser Mensch talentiert und ausgeglichen, doch verdrängt er häufig seinen inneren Schmerz, der über die andere, unbesetzte Hälfte des Horoskops aus der Umwelt aktiviert wird. Das führt zum Rückzug, zur Innenflucht, um die Harmonie zu halten ( 5 x blau zu 1 rot ). Er muss leidend über den Sinn des Lebens nachdenken und ist dabei sehr feinfühlig. Wenn er diesen Rückzugsprozess als Selbstreinigung akzeptieren lernt, gewinnt die Ausstrahlung seiner Harmonie an Glanz und Intensität.
Innere Harmonie.
Das fünffache Blau bedeutet nicht nur viel harmonische Energie, sondern auch viel Substanz um Erfahrungen zu sammeln. Dieser Mensch besitzt Mitgefühl und ein offenes Herz, denn er sieht die Welt sehr positiv. Eine innere Harmonie ist gegeben, wie auch die Fähigkeit, durch die drei Sextile in einer harmonischen Form mit der Umwelt zu leben. Man kann sich anpassen und kommt mit den Forderungen der Umwelt zurecht. Weil das Motiv der Sicherheit dominiert, sind diese Menschen meistens ängstlich darauf bedacht, das was sie erreicht haben, gegen Eindringlinge abzuschirmen. Sie gehen nicht leicht aus sich heraus, bleiben in ihrer Wiege in vertrauter Geborgenheit sitzen.
Für andere Menschen ist die leidende rote Seite auch sichtbar, und sie gehen dadurch schonender mit ihm um. Denn mit seiner inneren Harmonie sieht er jeden Menschen als grundsätzlich als gut an und ist daher manchmal zu vertrauensselig. Die nicht ausbleibenden Enttäuschungen machen ihn aber in bezug auf menschliche Gefühle und Eigenheiten stark und weise. Zwar kann er auch nur oberflächlich mitmachen, doch im Grunde strebt er immer nach tieferer Berührung. Es gibt in diesem Viereck gleich zwei nur blau bestrahlte Planeten. Diese besitzen viel Aufnahme- und Hingabebereitschaft, eine hohe Genussfähigkeit und Begabung. Sie geben eine substanzielle Kontrolle über die Persönlichkeit, da die gemachten Erfahrungen gründlich verarbeitet und fest eingebaut werden. Dadurch sind fast keine Fehlschläge mehr möglich ( Perfektionist ).
Zwei Talentdreiecke bilden eine Halbkreisschale, die in ihrer Polarität zum Schwanken in zwei Richtungen führt. Umgekehrt gibt es aber zu dem bestehenden Widerspruch auch zwei mögliche Mittelwege oder Ausreden. Wir haben also ein doppeltes Talent vor uns, das die Gegensätze unseres Lebens umformen und ihnen einen anderen Sinn und neue Möglichkeiten geben kann. Der Mensch ist schwer angreifbar, weil er sich in seiner ihm eigenen Kreativität immer einen Ausweg offen hält, wo es für ihn keine Widersprüche mehr gibt.
Die Wiege im Kollektivraum.
Die klassische Wiege fühlt sich am sichersten in der unteren Horoskophälfte. Hier ist die fixe Vierecksqualität am stärksten ausgeprägt. In anderen Lagen fühlt sie sich weniger wohl, weil leicht das Gefühl entsteht, aus der Wiege der Geborgenheit hinauszufallen und der Welt schutzlos ausgeliefert zu sein.
Mit der Wieg sammeln sich in einer Horoskophälfte viele Talente an. Unten finden wir den Praktiker, dem alles leicht und locker von der Hand geht, der dabei zufrieden ist und sich ( wie beim Drachen ) eine harmonische Umgebung schafft. Man nimmt das Leben wie es ist, wirkt zufrieden und braucht keine theoretischen Hintergründe. Was sich oberhalb der Barriere befindet, macht Angst und bedroht die Harmonie. Man schützt sich vor diesem Raum, indem man Menschen angreift, die ihn vertreten, sei dies offen oder versteckt. Was man von vornherein ablehnt, muss man nicht anschauen.
Die Wiege im Du – Raum.
Liegt die Wiege im Du – Raum, hat man Angst vor dem Alleinsein, man tut alles, um bestehende Partnerschaften aufrechtzuerhalten; dabei besteht manchmal die Gefahr des Identitätsverlustes. Man möchte umsorgt werden, sucht sich einen Partner, der stärker ist als man selbst und der einem Sicherheit vermittelt. Viele brauchen Antrieb und Bestätigung von außen, vom Du. In einem solchen Fall kann der Partner oder die zu bewältigende Aufgabe die Talentdreiecke zum Leben erwecken. Aber im Konfliktfall reagieren die meisten falsch, das heißt ambivalent. Es sind eigentlich zwei Ambivalenz – Dreiecke in dieser Figur enthalten. Entweder lassen sie sich wieder einwickeln und spielen das angepasste Kind, oder sie weigern sich, die Beziehung fortzusetzen. Wegen der blau – roten Aspekte können sie in eine Entweder- oder –Haltung hineingedrängt werden, wo sie mögliche Entscheidungen wieder rückgängig machen müssen.
Die Wiege im Individualraum.
Liegt die Wiege oben, handelt es sich eher um einen Fallschirm. Es fehlen die Erdung, die Verwurzelung. Diese Menschen sind oft ehrgeizig, streben nach unerreichbaren Zielen, erleben immer wieder Niederlagen und Durchkreuzungen ihrer Pläne. In Wirklichkeit sind sie zu sehr auf Sicherheit und Festigkeit eingestellt, um den Individualraum voll zu beherrschen. Denn oben im Horoskop wird Zivilcourage, Unabhängigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Selbstbewusstsein verlangt. Eine Wiege hat große Mühe, diese Fähigkeiten ständig zur Schau zu stellen, sie möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden.
Auch bei der Wiege handelt es sich um eine hochentwickelte Anlage, die aufgefordert ist, ihre Angst vor besonderen Aufgaben zu überwinden. Im oberen Raum ist es häufig ein bestimmtes Wertsystem, an dem Menschen mit einer Wiege festhalten. Ob dieses richtig oder falsch ist, ist nicht so wichtig, wenn es nur den Anstürmen stand hält und Sicherheit verleiht. Positiv betrachtet kann eine Wiege auch etwas hervorbringen, schließlich sind zwei Talentdreiecke darin enthalten. Erwiesene Kreativität kann wiederum größeres Vertrauen schaffen, sich der lehren Hemisphäre zu stellen. Dadurch, dass man etwas hervorbringt, was der Umwelt präsentiert werden kann, steigt das Selbstwertgefühl, die innere Sicherheit. Auch mit der Wiege braucht man einschneidende Krisen, um bereit zu werden, sich den Ängsten zu stellen und die eigenen Fähigkeiten einzusetzen.
Die Wiege im Ich – Raum.
Eine Wiege auf der Ich – Seite des Horoskops ist ein Zeichen der Introversion. Ein solcher Mensch ist sehr selbstständig und verschlossen und vermeidet tiefere Begegnungen mit anderen. Er schirmt sich gegen außen ab, ist mit sich selbst beschäftigt und lässt nur geladene Gäste eintreten. Der Innenraum, die Intimsphäre werden verschlossen gehalten und nur dem geöffnet, der gewissermaßen das Losungswort kennt. Einem solchen Menschen ist es ehr unangenehm, wenn jemand unangemeldet eintreten will und wenn über ihn geredet oder geurteilt wird. Er will in der Geborgenheit des Innenraums ungestört leben und nur dann aufmachen, wenn er sicher ist, dass wirklich Freunde anklopfen. Dringt ein Fremder ein, wird sogleich die Opposition als Grenzbefestigung undurchlässig gemacht; man bleibt lieber alleine und ist zufrieden in seiner eigenen Welt. Daraus resultiert häufig eine eigentliche Kontaktunfähigkeit.
Bei Aspekten des Alterspunktes mit Stellen dieser Figur kommt es vielfach zu Erschütterungen des Geborgenheitsgefühls. Das Bewusstsein soll damit auf veränderte innere oder äußere Bedingungen aufmerksam gemacht werden. Der Mensch soll nicht in seiner „Wiege“ verbleiben, sondern wird eines Tages „aus dem Nest geworfen“, um am Wachstumsprozess des Lebens teilzunehmen.
Die Drachenfigur.
Die Drachenfigur enthält ein kleines und ein großes Talentdreieck, die sich in einer größeren Figur, einem Viereck vereinen. Damit werden die beiden Talentdreiecke in eine fixe Struktur eingebunden, der das Motiv der Sicherheit innewohnt. In der Drachenfigur haben wir fünf blaue Aspekte und versteckt im Innern eine Opposition. Während wir beim Rechtschaffenheitsviereck das Verhältnis von vier blauen und zwei roten Aspekten hatten, ist das Verhältnis bei der Drachenfigur fünf zu eins. Es besteht also eine Überbetonung der blauen Substanzaspekte. Diese werden dem Genuss- und Harmonieprinzip zugeordnet.
Rot-blaue Ambivalenz.
In diesem Viereck steckt ein ambivalentes Streben ( rot-blaue Farbe ) nach Weiterentwicklung. Der sich ergebende rechte Winkel im Innern sagt aus, dass nur das akzeptiert wird, was längeren Bestand hat und hieb- und stichfestes Wissen bringt. Dieses muss jederzeit nachgeprüft und mit eigenen Erfahrungen bestätigt werden können. In allen Dingen will dieser Mensch den Sinn erkennen, ist etwas sinnlos geworden, lehnt er die Angelegenheit ab. Oft wechselt er von einem Extrem zum anderen ( rot-blau ), um die beste und die schlechteste Möglichkeit zu erkennen und danach seinen eigenen Mittelweg zu finden.
Der Planet am „Drachenschwanz“.
Dieser Planet wirkt wie ein Spannungsherrscher, der in der anderen Horoskophälfte dem kleinen Dreieck gegenüber steht. Deshalb macht er sich auch mit seinen Bedürfnissen und latenten Fähigkeiten bemerkbar. Meistens zeigt dieser Planet auf die zu bewältigende Aufgabe der Opposition hin. Wir nennen diesen Planeten auch den Spitzenplaneten, auf den alles in der Drachenfigur hinzielt, oder bezogen wird. Die drei übrigen Planeten müssen sich der Entwicklung des Spitzenplaneten widmen. Die beiden nur blau bestrahlten Planeten verfügen entsprechend der Zeichen- und Hausqualität über viel Substanz und können ohne viel Anstrengung die richtigen Möglichkeiten finden und fehlgeleitete Energien in eine positive Entwicklung lenken.
Entweder-oder Haltung.
Da zwei Ambivalenzdreiecke einander gegenüberliegen, entsteht auf den zwei verschiedenen Horoskopseiten eine Entweder- oder Haltung. Entweder ist dieser Mensch ganz mit seinem Thema beschäftigt, oder er entzieht sich; entweder benutzt er sein großes Talentdreieck zur eigenen Entwicklung, oder er passt sich mit dem kleinen Talentdreieck an ein Gegenüber an. Im kleinen Dreieck liegt mehr die Hingabefähigkeit und auch häufig eine künstlerische Begabung. Zusammen mit dem großen Talentdreieck wird ein solcher Mensch zum Lebenskünstler, dem vieles leicht fällt und dem das, was er braucht, auch zur Verfügung steht. Allerdings kann er diese Vorteile nur mit Bescheidenheit auf für andere einsetzen und Gutes damit tun. Rechts und links von der Opposition laufen zwei gleichlange Wege, die durch eine Sinngebungslinie ( Trigon = Jupiter = eigene, klare Wertmaßstäbe ) verbunden sind. In dieser werden Widersprüche, Spannungen oder Krisen durch genaue Begründungen, die auf Beobachtungen und Erfahrungen und den Quervergleichen aller verfügbaren Erkenntnisse beruhen, in fast wissenschaftlicher Funktionsweise auf die Reihe gebracht. Sie erlaubt es zu sagen:“ Auf jede Frage gibt es eine Antwort und für jedes Problem gibt es eine Lösung, es muss nur die Richtung erkannt werden, in die sich eine Sache entwickeln will.“
Aspekt – Qualitäten.
Die Qualitäten der blauen Aspekte ( Venusaspekt 2 x ,Jupiteraspekt 3 x ) und des roten Saturnaspekts ( Opposition ) zeigen, dass die Wachstumskräfte, die Sinnenwachheit und die optimistische Lebensfreude des Jupiters gleich stark vertreten sind, wie die des passiveren, bewahrenden Saturn und die der perfektionistischen Venus. Die Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit, Sinn und Nutzen einer Sache zu erkennen ( Saturn, Jupiter ), sind stärker als der Sinn für das Kleine, die Schönheit und den Genuss. Den höchsten Genuss erlangt dieser Mensch durch eine sinnvolle Tätigkeit, oder auch, indem er andere durch Sinnerkennung, Ästhetik und Harmonie glücklich und zufrieden macht.
Äußere Ruhe.
Die äußere Ruhe und die harmonische Ausstrahlung machen diesen Menschen zu einem angenehmen Partner. Er ist berührungsfreundlich, sinnlich und hat eine ausgleichende Wirkung. Er selbst braucht viel Ruhe, um seine Talente entwickeln zu können und dabei geht er seine eigenen Wege. Das viele blau ermöglicht ein lockeres und genussvolles Leben; doch der innere Stachel ( Oppositionsaspekt ) wirkt wie eine Nadel im Kissen. Es könnte so ideal und harmonisch sein, wenn nicht die innere rote Linie wäre. Der Wille zum Helfen entspringt dem tiefen inneren Schmerz, den er selbst ständig ausbalancieren oder verdrängen muss, da ihm niemand dabei helfen kann. Er kann nur von der eigenen Seele unterstützt werden. Außenstehende sehen das nicht, sondern fühlen seine innere Stabilität als Loyalität zu sich selbst. Das macht es schwer, diesem Menschen zu helfen, denn die mit den Talenten wachsende Vorbildrolle lässt ihn ständig einsamer werden.
Die bekannte Bezeichnung „Drachenfigur“ weist auf ein Spielzeug hin, das den Wind geschickt ausnutzt. Das betont hier die Fähigkeit, auch in stürmischen Zeiten stabil zu sein und die vorhandene Energie richtig auszunutzen. Allerdings wird in diesem Bild die Stabilität durch einen Außenstehenden gegeben, der die Schnur hält. Aber mit diesem Viereck besitzt der Mensch eine eigene, starke innere Stabilität, an der sich auch andere gern anlehnen.
Streben nach Vollkommenheit.
Es steckt in einem solchen Menschen ein Streben nach Vollkommenheit. Doch geht es dabei nicht darum, einen fixen Zustand zu erreichen, sondern der eigenen Seele entsprechen, das heißt, in allen Situationen seiner innersten Überzeugung treu zu bleiben und nur das zu tun, was mit dem Inneren übereinstimmt. Nur dadurch kann sich dieser Mensch entfalten. Er spürt den Drang, wachsendem Leben optimale Entwicklungsmöglichkeiten zu erschaffen, er prüft immer, was jemand wirklich braucht und ob ein Bedürfnis echt ist. Er erkennt schnell etwaige Behinderungen, ebenso passende Möglichkeiten oder notwendige Maßnahmen zur Weiterentwicklung.
Um aktiv an der eigenen Vervollkommnung zu arbeiten, benötigen Menschen mit einer Drachenfigur innere Spannung, die im Oppositionsaspekt vorhanden ist. Dabei geben die Planeten, welche die Opposition bilden, das Thema an. Zunächst bauen sie sich mit den blauen Aspekten aus der Fülle ihrer Selbstempfindung das Bild einer heilen Welt auf und sehen die Welt so, wie sie sich diese wünschen. Sie sehen durch die eigene Brille vom inneren Zentrum aus, durch das die Opposition hindurchgeht. Den ständigen Druck oder Schmerz der Opposition sind sie gewöhnt, sie glauben sogar, alle Menschen würden so empfinden. Relativ leicht können sie die innere Spannung verdrängen oder verneinen. Nach Außen wird der Spannungsdruck von den blauen Aspekten entschärft und harmonisiert. Über die beiden Sextile leben sie mit der Umwelt meistens erfolgreich und in einer konfliktfreien, harmonischen, ästhetisch angenehmen Art und Weise. Aber auch die Drachenfigur ist nicht krisenfest. Eines Tages kommt auch für diese Menschen die Notwendigkeit, sich dem Neuen aufzuschließen und sich weiterzuentwickeln. Die Opposition als innerer roter Aspekt deutet auf die Achsenthematik der von ihr besetzten Zeichen und Häuser, auf welcher die Krise sich abspielen muss.
Ausstrahlung.
Aufgrund der eigenen harmonischen Wahrnehmung und Strukturierung strahlen diese Menschen eine gewisse Souveränität und ein Selbstverständnis aus, das die Umwelt oft erstaunen lässt. Vom inneren Konflikt, der sich gewissermaßen verborgen auf der Achse der Opposition abspielt, merkt man von außen nichts. Mit den blauen Aspekten ihrer Drachenfigur ziehen sie magnetisch das an, was ihnen wohl tut. Unangenehmen Dingen oder Menschen gehen sie aus den Weg, vermeiden Konflikte und ziehen sich zurück, wenn ihnen etwas gefährlich werden könnte. Wenn man mit solchen Menschen Kontakt hat, übernimmt man häufig deren positive Lebensqualität, ja sogar das suggerierte Bild einer heilen Welt. Sie haben die Fähigkeit, ihre Anschauung auf andere zu übertragen und durch ihr eigenes Beispiel zu zeigen: „So ist es!“ Diese Haltung kann zu einem ausgeprägten Selbstgenuss führen. Bei manchen artet sie in einer narzisstischen Selbstempfindung der Persönlichkeit aus, die bei Verletzungen sehr gekränkt reagiert.
Einweihungsfigur.
Esoterisch gesehen, spricht man von einer Einweihungsfigur, bei welcher der Endzustand einer bestimmten Entwicklungsstufe erreicht ist. Bekanntlich steht an jedem Ende einer Evolutionsstufe eine Einweihung, die mit der Entwicklung ihren Abschluss findet. Daraus resultiert die Stabilisierung eines Bewusstseinszustandes, wie sie eine Drachenfigur symbolisiert. Aber nicht jeder mit einer Drachenfigur hat schon diese Stufe erreicht.
Der Entwicklungsauftrag besteht darin sich mit der Thematik des Planeten der an der Spitze oder am Drachenschwanz steht und die Opposition bildet, auseinanderzusetzen. Der Drachenschwanz kann nach oben, nach unten, nach links oder rechts gerichtet sein. Wenn diese Menschen dieses Thema leben und bewältigen lernen, wird die Welt nicht mehr so naiv gesehen, wie es bei einem weniger entwickelten Bewusstsein der Fall ist. Sie können ihre Konflikte an den zwei Spitzen bewusster erleben als an den beiden Enden, die nur blau bestrahlt sind.
Das Rechtschaffenheits – Viereck
Zu der Gruppe der blau-roten Aspektfiguren gehören noch drei weitere, nämlich das Rechtschaffenheits – Viereck, der Drachen und die Wiege. Bei allen drei Figuren sollte der erste Blick auf die Temperamente fallen, in denen die Figur steht. Aufgrund ihrer Struktur kann sie sich entweder in aktiven Zeichen ( Feuer und Luft ) oder in passiven Zeichen ( Erde und Wasser ) befinden. Entsprechend wird die Thematik der Figur aktiv oder passiv gelebt, was bei der Analyse einer Persönlichkeit und ihrer Grundhaltung zum Leben bedeutsam ist.
Briefumschlag
Im Rechtschaffenheits – Viereck schließen sich vier blaue Aspekte zu einem Viereck zusammen. Diese lassen auf eine reiche Talentausrüstung schließen, welche durch das fixe Prinzip auf sicherem Boden gehalten wird. Wie ein Briefumschlag sieht dieses Rechtschaffenheits – Viereck aus, in dem das durch die beiden Oppositionen spannungsgeladene Innere abgeschirmt ist. Die beiden roten Aspekte sind schön verpackt, von keiner Seite sichtbar. Die blauen Aspekte zeigen Harmoniebedürfnis, Wohlverhalten und vermitteln Sicherheit, dass niemand die inneren Spannungen wahrnimmt. So wie man bei einem verschlossenen Brief dessen Inhalt nicht erkennen kann, so erscheinen die Menschen, die eine solche Figur in ihrem Horoskop haben, undurchschaubar.
Sie wirken nach außen ruhig, ausgeglichen, „rechtschaffen“ und gewähren nur selten Einblick in die Spannungen und Probleme, die sie innerlich bewegen. Oft sind sie sich ihrer Auswirkungen gar nicht bewusst, da sie zu sehr von ihren inneren Problemen beansprucht werden. Viele sind mit allem Eifer dabei, den guten äußeren Eindruck aufrecht zu erhalten. Sie lassen nicht gelten, dass jemand Probleme haben kann, weil sie selbst keine haben wollen. Diese Haltung findet man mehr bei oberflächlichen Menschen. Bei Menschen hingegen, die versuchen ihre innere Problematik ( Opposition ) zu erkennen und zu lösen, entsteht die Neigung, der Umwelt möglichst perfekte Problemlösungen ( blaue Aspekte ) nahezulegen.
Motivation
Die Motivation dieses Vierecks ist eindeutig: Der Mensch will Harmonie verbreiten und Sicherheit erarbeiten. Das ist in einer Welt voller Gegensätze und polarer Kräfte nicht immer einfach, aber sinnvoll. Menschen mit diesem Viereck müssen nicht nach dem Sinn suchen, sondern sie erkennen einfach immer den Sinn und Wert einer Sache, haben aber auch Mühe, loszulassen. Wenn die Sinnlichkeit angeregt wird, reagiert dieser Mensch sehr hingebungsvoll, denn er ist genussfähig und kennt den Wert der Entspannung; doch kann das für ihn ähnlich einem vollgesogenen Schwamm, auch zu viel werden. Dann zieht er sich in das stille Kämmerlein zurück und brütet vor sich hin.
Wenn ein solcher Mensch leidet, bemerkt es niemand, denn nach außen zeigt er nur seine blauen ausgeglichenen Seiten. Er kann sehr anschmiegsam sein und bleibt doch innerlich reserviert. Er kann aber auch harmonisierend auf seine Umwelt wirken. Wenn er Streit schlichtet, sorgt er instinktiv dafür, dass jeder zu seinem Recht kommt. Mit seiner großen Sensitivität kann er auf vieles Rücksicht nehmen, darauf eingehen und aufbauende Energie spenden, er besitzt eine natürliche therapeutische Begabung. Mit den zwei roten Diagonalen geht er davon aus, dass alles zentral gesteuert ist und alle Lebensprozesse letztlich dem Willen unterliegen.
Aspekt – Qualitäten
Die Aspekt – Qualitäten in diesem Viereck sind mit Venus ( 2X ), Jupiter ( 2X ) und Saturn ( 2X ) gleichmäßig verteilt. Saturn und Jupiter stellen die Sinnes – Intelligenz dar und sind praktisch orientiert. Das Nutzdenken und klare Wertmaßstäbe vereinen sich zur Sinnfindung. Venus und Saturn als rezeptive, aufnehmende Fähigkeiten zeigen die besondere Begabung, Empfindungen und Stimmungen zu speichern. Schließlich ist die Venus – Jupiter Kombination eine künstlerische Seite; sie zeigt ästhetisches Wertempfinden und den Sinn für Kunst und Schönheit.
Menschen mit diesem Viereck ist eine depressive Grundstimmung eigen, weil das Leben so schwer und doch so schön sein kann. Es sind Perfektionisten, die es allen recht machen wollen und dabei ein tiefes Menschenverständnis besitzen. Einen solchen Menschen hat man gern und schätzt seine passive Anwesenheit. Manchmal wirkt er widersprüchlich, um den anderen zu lockern, und ihm den tieferen Sinn offenbaren zu können. Aus seiner Tiefe heraus kann er einen Menschen aus seiner Hoffnungslosigkeit schnell wieder auf die Beine helfen. Suchenden zeigt er einen Sinn im Leben und hilft ihnen, auf ihren Weg zu bleiben.
Ambivalenz
Als blau-rotes Viereck gehört die Rechtschaffenheits – Figur zu den ambivalenten Figuren, die nur zwei Zustände oder Extreme kennen: stark - schwach, harmonisch – angespannt, schwarz – weiss, gut – schlecht usw. Der Wille ( rot ) verbindet sich mit der Substanz ( blau ), und gesammelte Erfahrungen können umgesetzt werden. Wegen der vierfachen Symmetrie ist das Rechtschaffenheits – Viereck praktisch unangreifbar. Diese Menschen überstehen jede Art von Donnerwetter, psychischem Druck oder emotionaler Entladung, auch wenn sie vorher darunter leiden. Sie federn mit ihrer blauen „Polsterung“ jeden Schlag ab und gehen nach einer Anpassungsphase wieder in ihre gewohnte Form zurück. Sie scheinen etwas Unveränderbares und Beständiges in ihrem Leben zu haben und wirken deshalb sehr konservativ.
Diese symmetrische Viereck besteht aus vier Ambivalenz – Dreiecken. Die Fähigkeit Widersprüche und Gegensätze ausgleichen zu können, ist somit vierfach vorhanden. Allerdings kennt dieser Mensch auch keinen anderen Weg; Einsicht, Logik oder Wissen allein helfen wenig. Entweder er tut etwas und macht dabei die notwendige Erfahrung, oder er lässt es eben sein. Die vier Dreiecke wirken wie eine Windmühle, und es entsteht der Eindruck, dass sich dieser Mensch in einen ewigen Kreislauf befindet. Er muss sich selber wirklich um eine Entscheidung bemühen, das Lebensrad dreht sich weiter und bringt ihm die Erfahrung.
Lagerung
Waagrecht gelagert, erinnert das blaue Viereck an einem Briefumschlag mit einem Siegel in der Mitte. Senkrecht gestellt sieht es aus wie eine Lifttüre oder ein Fenster, das durch zwei diagonale Latten gesichert ist. Man könnte sogar einen Wächter mit ausgestreckten Armen und Beinen darin erkennen. Was mag dieser wohl mit seiner undurchdringlichen Rundum – Wahrnehmung bewachen? Geheimnisse, altes und vergessenes Wissen oder etwas über dich? Die Faszination der Menschen mit diesem Viereck wächst in dem Maße, wie sie sich über spirituelle Dinge in Kenntnis setzen. Viele besitzen eine mystische Veranlagung.
Im Unterschied zu den anderen Ambivalenzfiguren weist diese Figur zwei Oppositionen auf. Dadurch erhält sie ein höheres Energiepotential, mit dem sich der Widerspruch von Innen und Aussen kreativ gestalten lässt. Der von den Oppositionen herrührende innere Druck kann manchmal zu einem Zusammenbruch führen. Solange die innere Spannung nicht freigesetzt wird, geht die Substanz verloren. Manchmal bringt der aufgestaute Innendruck einen Durchbruch zur geistigen Verwirklichung zustande, es wird eine Bekehrung erlebt, eine Umwandlung vom Saulus zum Paulus. Das führt zu einem gänzlichen Fallenlassen all dessen, was bis dahin wertvoll war, und eine geistige Neugeburt wird möglich. So wird diese Figur zu Recht auch als „Mystisches Rechteck“ bezeichnet. Es ist dann etwas von hohem inneren Wert vorhanden, was der Welt über die blauen Aspekte gegeben werden kann.
Arnold

